Produktionskosten Elektroauto

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Produktionskosten Elektroauto

Beitragvon m.baumgaertner » So 15. Okt 2017, 10:58

Hallo Zusammen,

ich frage mich seit einiger Zeit, warum Elektroautos soviel teurer sein müssen als vergleichbare Verbrenner. Ich bin kein Ingenieur, aber habe schon eine Menge Autos und KFZ-Reparaturen hinter mir, wo man sieht, was man als Endbenutzer für welche Bauteile oder Aussstattungsmerkmale zahlt.

Wenn ich die beiden Fahrzeugtypen vergleiche, wäre ich der Meinung dass es grob folgende Gegenüberstellung gibt:

Kosten sind vergleichbar bei
  • Karrosserie, Lack, Fenster,..
  • Interrieur (Cockpitausstattung, Sitzen, Verkleidung, etc)
  • Reifen/Räder, Federung, Fahrwerk
  • Infotainment (Navi, Fahrzeug-Telematik)

Kosten sind bei eAuto geringer bei
  • Motor
  • Abgasbehandlung und Abführung
  • Getriebe
  • Antriebsstrang (z.B. 4WD)

Kosten sind bei eAutos höher bei
  • Akku

Hab ich da wesentliches vergessen oder falsch eingeordnet?

Die Frage für mich wäre, wenn die Summe der Einsparungen einen nennenswerten Betrag geben (ich hätte jetzt hier auf ca 3 - 4 T€ getipt), und man das gegen den Akku stellt (da setze ich mal 6 - 8 T€ an), wären wir bei einem Mehrpreis von derzeit 3 - 4 T€, und tatsächlich liegen wir hier ja bei ungefähr 10 T€.

Ob die Differenz dann ausschließlich durch die geringeren Stückzahlen bei Produktion erklärt werden können glaube ich nicht, dann wenn man sich den eGolf anschaut, sind da gar nicht so viele besondere Teile verbaut...
Zuletzt geändert von m.baumgaertner am So 15. Okt 2017, 15:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon St3ps » So 15. Okt 2017, 13:16

In irgendeinem Video hatte ein BMW-Mitarbeiter gesagt, das der E-Motor die aktuell fortschrittlichste/neueste (wie auch immer) Technik ist und somit auch mehr kostet, auf die Frage warum der i3 teurer ist obwohl eigentlich kostengünstig(er) produziert wird.

Die Autohersteller wollen ihren Verbrennermarkt nicht so schnell kaputt machen und wie bei jeder neuen Technik, werden die, sage mal Pioniere, halt zur Kasse gebeten. Ist wie beim Handy, beim Marktstart haste 999,- Euro für ein Samsung Note 8 bezahlst , so langsam kommt man auch günstiger dran, bzw. wenn man die DEX-Station so oder so nicht will/wollte, auch jetzt def. günstiger.
Hyundai IONIQ Elektro (Marina Blau) mit Schiebedach und in Premium-Qualität. Bestellt am 07.06.17 (31.01.17) beim Autohaus Darmas in Wattenscheid. Produziert: check, Auf Kreuzfahrt: check, geliefert: Mitte/Ende November angepeilt.
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Re: Produktionskosten Elektroauto

Beitragvon joe66 » So 15. Okt 2017, 13:24

m.baumgaertner hat geschrieben:
Hallo Zusammen,

ich frage mich seit einiger Zeit, warum Elektroautos soviel teurer sein müssen als vergleichbare Verbrenner. Ich bin kein Ingenieur, aber habe schon eine Menge Autos und KFZ-Reparaturen hinter mir, wo man sieht, was man als Endbenutzer für welche Bauteile oder Aussstattungsmerkmale zahlt.

Wenn ich die beiden Fahrzeugtypen vergleiche, wäre ich der Meinung dass es grob folgende Gegenüberstellung gibt:

Kosten sind vergleichbar bei
  • Karrosserie, Lack, Fenster,..
  • Interrieur (Cockpitausstattung, Sitzen, Verkleidung, etc)
  • Reifen/Räder, Federung, Fahrwerk
  • Infotainment (Navi, Fahrzeug-Telematik)

Kosten sind bei eAkto geringer bei
  • Motor
  • Abgasbehandlung und Abführung
  • Getriebe
  • Antriebsstrang (z.B. 4WD)

Kosten sind bei eAutos höher bei
  • Akku

Hab ich da wesentliches vergessen oder falsch eingeordnet?

Die Frage für mich wäre, wenn die Summer der Einsparungen einen nennenswerten Betrag geben (ich hätte jetzt hier auf ca 3 - 4 T€ getipt), und man das gegen den Akku stellt (da setze ich mal 6 - 8 T€ an), wären wir bei einem Mehrpreis von derzeit 3 - 4 T€, und tatsächlich liegen wir hier ja bei ungefähr 10 T€.

Ob die Differenz dann ausschließlich durch die geringeren Stückzahlen bei Produktion erklärt werden können glaube ich nicht, dann wenn man sich den eGolf anschaut, sind da gar nicht so viele besondere Teile verbaut...


Naja, ob die antriebsseitigen Kosten beim E-Auto am Ende wirklich erkennbar geringer sind? Die Entwicklungs- und Bauteilkosten (Motor und Elektronik) lassen sich ja nur auf eher minimalistische Absatzzahlen umlegen...beim Verbrenner senken dagegen die vergleichsweise enorm hohen Stückzahlen die anteiligen EK-Preise/Kosten...Wird Zeit, dass sich da etwas ändert und sich die Verhältnisse - wenn schon nicht umkehren lassen - dann wenigstens annähern...
Gruß, J.
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Re: Produktionskosten Elektroauto

Beitragvon m.baumgaertner » So 15. Okt 2017, 15:07

St3ps hat geschrieben:
In irgendeinem Video hatte ein BMW-Mitarbeiter gesagt, das der E-Motor die aktuell fortschrittlichste/neueste (wie auch immer) Technik ist und somit auch mehr kostet, auf die Frage warum der i3 teurer ist obwohl eigentlich kostengünstig(er) produziert wird.


Ich meine das auch gesehen zu haben. Das war ein Marketing Manager. Und er hatte dann auch gesagt, das man den i3 auf dem Niveau eines 3ers positioniert, und er deswegen auch soviel kosten würde. Dass kurz zuvor ein andere BMW Manager seine i3 Fertigung als hocheffizient gelobt hatte und das damit unterstrichen hat, dass man dieses eAuto günstiger produziert als einen vergleichbaren Blechkammeraden war dann schon "beschämend", bzw. hat deutlich gemacht, dass die Preise auch für eAutos (jedenfalls für den i3) nachdem festgelegt werden, was man für eine Marge erzielen will, bzw. wieviel man eigentlich verkaufen will. Und solange der Markt akzeptiert, dass ein eAuto teurer sein darf, verlangt man auch mehr.

Letztendlich würde ich das ja gerne etwas faktenbasierter ergründen, deswegen dieser Thread..
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Re: Produktionskosten Elektroauto

Beitragvon Enagon » So 15. Okt 2017, 15:41

Damit die Hersteller keinen Verlust machen. Bei den aktuellen Stückzahlen sind die Entwicklungskosten sehr hoch und die Anzahl der Autos sehr klein. Wobei eine Zoe oder ein Leaf ca. 3000-4000€ günstiger sein müsste. :o
Verbrenner sind keine Option, ich wähle weise das e-auto, auch du kannst das schon :D
Verbrenner kommen bei mir niemals ins Haus, da kommt hinten einfach zu viel raus, das Elektroauto ist emissionsarm und bald werde ich damit sogar spar(e)n!
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Re: Produktionskosten Elektroauto

Beitragvon Helfried » So 15. Okt 2017, 15:47

Enagon hat geschrieben:
Bei den aktuellen Stückzahlen sind die Entwicklungskosten sehr hoch


Ich denke, da werden viele Gschichterln erzählt. Ein Elektro-Golf oder Ioniq ist im Vergleich zum Verbrenner-Bruder keinerlei Raketenwissenschaft. Das kostet auch nicht wahnsinnig viel bis eben auf den zugekauften Akku.
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Re: Produktionskosten Elektroauto

Beitragvon Isomeer » So 15. Okt 2017, 15:52

Man geht einfach davon aus, dass wenige BEVs verkauft werden. Bauen muss man sie "leider" trotzdem, damit Angela nicht quengelt. Also werden die Entwicklungskosten auf wenige verteilt. Und wenn BEVs insgesamt wenig verkauft werden, ist das ja zusätzlich gut für die Verbrenner-Lobby. Dann sind eben die Kunden schuld.

Massenproduktion aber auch nicht unbedingt in einer zukünftigen Preissenkung enden. Stichwort Angebot und Nachfrage.
Als vor x Jahren die CD auf den Markt kam und 30DM kostete, wurde ein drastischer Preisverfall nach dem Anlauf und nach dem Start der echten Massenproduktion vorhergesagt. Passiert ist das nie, weil die Kunden halt zahlungswillig waren und der Markt ziemlich einvernehmlich unter wenigen Produzenten und Rohstofflieferanten aufgeteilt war.

Sicher ist für mich nur eins: Elektromobilität wird sehr viele Geschäftsmodelle durcheinanderwirbeln und einige werden auch verschwinden. Bin schon gespannt, welche Alternative z.B. die TÜV-/Werkstatt-Lobbyisten sich als Ersatz für die AU einfallen lassen werden ;)
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Re: Produktionskosten Elektroauto

Beitragvon PowerTower » So 15. Okt 2017, 16:08

Das Argument der hohen Preise aufgrund zu geringer Stückzahlen ließe sich doch lösen, oder nicht?
-> Preis um 20% senken und schon werden mehr als doppelt so viele Fahrzeuge dieses Typs verkauft.

Lasst mich raten: irgend etwas spricht gegen diesen Plan. :?
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Re: Produktionskosten Elektroauto

Beitragvon Isomeer » So 15. Okt 2017, 16:12

PowerTower hat geschrieben:
-> Preis um 20% senken und schon werden mehr als doppelt so viele Fahrzeuge dieses Typs verkauft


Verkauft ja, aber nicht geliefert ;)
Außerdem scheint der eine oder andere Hersteller noch auf außerirdische Intelligenz zu warten, die einen 22kW-Lader bauen kann :twisted:
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Re: Produktionskosten Elektroauto

Beitragvon Arpad68 » So 15. Okt 2017, 17:45

Isomeer hat geschrieben:
Bin schon gespannt, welche Alternative z.B. die TÜV-/Werkstatt-Lobbyisten sich als Ersatz für die AU einfallen lassen werden ;)


Oooooh .... da gäbe es einiges ..... aus AU wird eben BU: Batterieuntersuchung, oder SU: Strahlungsuntersuchung (bei soviel Strom muss es doch strahlen .... oder eine RU: Rekuperationsuntersuchung ...... oder ein E-Check wie bei Haushaltsgeräten. Der Politik fällt bestimmt noch was ein, wo man uns wieder Geld aus der Tasche ziehen kann.
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