Porsche-Chef: Regierung lässt Industrie bei E-Autos im Stich

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Porsche-Chef: Regierung lässt Industrie bei E-Autos im Stich

Beitragvon Jack76 » Sa 5. Sep 2015, 11:20

Gefunden bei der Süddeutschen: http://www.sueddeutsche.de/news/wirtsch ... 5-99-02355

Zitat: "Andere Länder wie die Niederlande böten neben Kaufanreizen auch ein großes Netz an Schnellladestationen. Müller warf Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vor, sich nicht für das Thema zu interessieren."

Woran das wohl liegen mag??? :?

Grüße
Jack
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Beitragvon eDEVIL » Sa 5. Sep 2015, 11:29

Geld war ja eigentlich genug vorhanden, aber wenn es dann sinnlos verpulvert wird, komtm halt nicht viel bei heraus.
Mit den 2,6 Mio. EUR Förderung für die paar Shcnelalder in Berlin hätte man die halbwegs Erträgliche Tripplader-Anbindung Berlin nach HH, Hannover, Leipzig, Dresden finanzieren können.

Nun stehen da desolate "Abenteuerplätze" in der Berliner City herum.
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"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

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Re: Porsche-Chef: Regierung lässt Industrie bei E-Autos im S

Beitragvon spark-ed » Sa 5. Sep 2015, 11:53

Wer als unternehmerischen Weitblick die nächsten Quartalszahlen oder maximal das Jahresergebnis vor Augen hat und nicht aus eigener Erkenntnis und Kraft mit der Zeit geht - geht mit der Zeit.

Ich halte von Subventionen jeglicher Art daher nicht viel. Mittlerweile glaube ich, Infrastruktur öffentlich zu bauen ist wie Giesskannenprinzip mit fehlendem Brausekopf in der Wüste. 90% versickert oder verdampft nutzlos, der Rest gelangt dahin, wo es keinen Nutzen bringt.
Der Staat denkt und handelt in erster Linie nicht unternehmerisch sondern bedient den, der am lautesten schreit oder die beste Lobbyarbeit leistet. Das ganze passiert dann obendrein auch noch mit einem denkbar niedrigem Wirkunsgrad.

Wie derzeit gigantische Summen in sinnlose Projekte versenkt werden während Tesla mit einem Budget im mittleren 2stelligen Mio-Bereich eine komplett fertige Infrastruktur für Fernreisen innerhalb Europas hinstellt sollte doch daher Mahnung genug sein.
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Re: Porsche-Chef: Regierung lässt Industrie bei E-Autos im S

Beitragvon Jack76 » Sa 5. Sep 2015, 12:53

Nun jeder Model S Käufer wäre ja in seinen Augen sicherlich auch ein potentieller Porsche-Kunde gewesen. Und selbst wenn der Oberankündiger Audi in 3 Jahren nen Elektro-SUV auf die Gasse bringt und Porsche den ebenfalls weiterführt, dann können Audi- und Porsche-Käufer bislang nur hoffen möglichst schnell über die deutsche Grenze zu kommen, denn da steht dann die Schnelllade-Infrastruktur, während er hier an irgend einer für ihn hoffentlich zugänglichen und hoffentlich auch funktionsfähigen Bürgermeistersäule irgendwo in der Pampas versauern darf, mit ein bischen Glück hat man ihm dann auch wenigstens nen 3-phasen AC-Lader spendiert. Aber egal, der Teslanaut reist da bereits quer durch ganz Europa ohne mit der Wimper zu zucken oder sich vorher zu überlegen, wo er laden muss, welche Karten er dafür braucht, geschweige denn mit der Angst leben zu müssen an zugeparkten oder defekten Ladesäulen zu stranden...
Das Thema Kaufanreize kann man sicher auch noch auf den Tisch bringen, ich denke da kräht er aber nur im allgemeinen Gemecker der anderen Hersteller mit. Ich halte es aber nicht für zielführend Fahrzeuge im Luxussegment noch staatlich zu subventionieren. Von mir aus schenkt man sich die MwSt bis zu einer Obergrenze von 40 kEUR, alles darüber wird normal versteuert, fertig. Und zur Gegenfinanzierung werden analog zu den Kosten dieser Vergünstigungen die Steuern auf Benzin und Diesel erhöht.
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Re: Porsche-Chef: Regierung lässt Industrie bei E-Autos im S

Beitragvon Robert » Sa 5. Sep 2015, 19:54

Der soll aufhören zu flennen. Die Energie lieber in einen Elektroporsche stecken statt am eigenen Ast zu sägen.
Porsche finde ich jetzt schon antiquiert und etwas peinlich. Bin letztens einem aktuellen 911er mit Start - Stopp Automatik in der Stadt mit dem Motorrad nachgefahren. Echt bemitleidenswert und NULL Begehrlichkeitsfaktor. :?
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Re: Porsche-Chef: Regierung lässt Industrie bei E-Autos im S

Beitragvon bm3 » Sa 5. Sep 2015, 20:12

spark-ed hat geschrieben:
Wer als unternehmerischen Weitblick die nächsten Quartalszahlen oder maximal das Jahresergebnis vor Augen hat und nicht aus eigener Erkenntnis und Kraft mit der Zeit geht - geht mit der Zeit.

Ich halte von Subventionen jeglicher Art daher nicht viel. Mittlerweile glaube ich, Infrastruktur öffentlich zu bauen ist wie Giesskannenprinzip mit fehlendem Brausekopf in der Wüste. 90% versickert oder verdampft nutzlos, der Rest gelangt dahin, wo es keinen Nutzen bringt.
Der Staat denkt und handelt in erster Linie nicht unternehmerisch sondern bedient den, der am lautesten schreit oder die beste Lobbyarbeit leistet. Das ganze passiert dann obendrein auch noch mit einem denkbar niedrigem Wirkunsgrad.

Wie derzeit gigantische Summen in sinnlose Projekte versenkt werden während Tesla mit einem Budget im mittleren 2stelligen Mio-Bereich eine komplett fertige Infrastruktur für Fernreisen innerhalb Europas hinstellt sollte doch daher Mahnung genug sein.


Du scheinst da die Ziel- und Orientierungslosigkeit und das Unvermögen bestimmter Politiker, was dann letzlich im Versickern von Fördermitteln in gewaltigen Ausmaßen, auch gerade in der deutschen Autoindustrie und im Ausbremsen der E-Mobilität, also im Gegenteil dessen was es eigentlich bewirken sollte endet zu verwechseln mit der Notwendigkeit der Schaffung von Infrastruktur durch den Staat zum Wohle der Wirtschaft und seiner Bürger .
Eigentlich ist das eine der zentralen Aufgaben eines Staates der auch sein Vorhandensein rechtfertigt ?
Im Straßenbau funktioniert es zumindest noch ganz gut und da kommt selten jemand an und sagt er wäre dagegen und das wären doch nur Subventionen für die Autoindustrie. :lol:
Bei den Schienenwegen der Bahn funktioniert es schon wieder deutlich schlechter ...
Bei der Schnellladeinfrastruktur hat bis jetzt noch nichts von staatlicher Seite funktioniert und wahrscheinlich sogar mit System.
Was wir da wenig an Nützlichem bisher haben wurde hauptsächlich von privaten Investoren getragen, jedoch auch noch am wenigsten von der deutschen Autoindustrie.
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Re: Porsche-Chef: Regierung lässt Industrie bei E-Autos im S

Beitragvon graefe » Sa 5. Sep 2015, 21:05

spark-ed hat geschrieben:
Wie derzeit gigantische Summen in sinnlose Projekte versenkt werden während Tesla mit einem Budget im mittleren 2stelligen Mio-Bereich eine komplett fertige Infrastruktur für Fernreisen innerhalb Europas hinstellt sollte doch daher Mahnung genug sein.


Eben. Einer der kleinsten Automobilhersteller der Welt kriegt es alleine hin, während die drei deutschen Automobilkonzerne, die jährlich eine zweistellige Millionenzahl an Autos verkaufen, nach Subventionen rufen.

Ich bin prinzipiell auch gegen staatliche Subventionen. Allerdings ist die Verkehrs-Infrastruktur durchaus als staatliche Aufgabe anzusehen. Insofern könnte ich eine Subventionierung für Ladesäulen im Sinne einer Anschubfinanzierung akzeptieren, zumal aktuell offensichtlich kein Business-Modell für einen rein privatwirtschaftlichen Betrieb besteht.

Ich verstehe nicht, dass sich die großen Versorger nicht dieser Sache annehmen. Die haben doch sonst kein Geschäftsmodell mehr.

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Re: Porsche-Chef: Regierung lässt Industrie bei E-Autos im S

Beitragvon umberto » Sa 5. Sep 2015, 21:16

graefe hat geschrieben:
Ich verstehe nicht, dass sich die großen Versorger nicht dieser Sache annehmen. Die haben doch sonst kein Geschäftsmodell mehr.


RWE hat wieviel tausend AC-Säulen in D aufgestellt? Und wieviel Geld damit in den Sand gesetzt? Und das war preiswertes AC-Laden....

Entweder hat eine Lade-Säule lange Standzeiten und somit geringen Durchsatz oder sie hat hohe Leistung, mehr Durchsatz, ist dann aber entsprechend teuer. Beides führt zu ewigen Amortisationszeiten. Und dann kommen noch Leute und jammern wegen 50 ct/kWh rum.

Eine 22 kW-AC-Säule schafft bei Vollauslastung und 30 ct/kWh 158 Euro UMSATZ pro Tag. Bei realistischen 20% sind das 30 Euro Umsatz bei unbeschreiblichem Gewinn....

Es gibt momentan überhaupt kein vernünftiges Geschäftsmodell für öffentliches Laden und genau deswegen zögern alle rum.

Gruss
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Re: Porsche-Chef: Regierung lässt Industrie bei E-Autos im S

Beitragvon Robert » Sa 5. Sep 2015, 22:15

Gerade die großen Betreiber könnten Geschäftsmodelle zur Vollauslastung von Ladesäulen anbieten. Wenn der Strom von z.B. 22:00 bis 06:00 nur die Hälfte kostet... Jetzt alles nur Hausnummern ich kenne deren Herstellungskosten nicht.

Nur jammern weil aktuell nichts zu verdienen ist finde ich peinlich wenn man sieht wie an anderer Stelle Geld verbrannt wird.
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Re: Porsche-Chef: Regierung lässt Industrie bei E-Autos im S

Beitragvon umberto » Sa 5. Sep 2015, 22:34

Robert hat geschrieben:
Nur jammern weil aktuell nichts zu verdienen ist finde ich peinlich wenn man sieht wie an anderer Stelle Geld verbrannt wird.


Welche andere Stelle meinst Du?

Es gibt halt momentan ein funktionierendes Geschäftsmodell (Verbrenner) und solange die Lobby-Marionetten, die wir uns auch noch selber wählen, da die Randbedingungen nicht ändern, wird sich der Michel nicht bewegen, wozu auch? Erst versaufen die Malediven, wir können noch die Deiche erhöhen...Polemik.

Ach ja: statt Gewinn Verluste machen, nur um die Auslastung zu erhöhen ist auch kein Geschäftsmodell.

Gruss
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