Plug-In Hybride - Gefahr fuer die Elektromobilitaet?

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Plug-In Hybride - Gefahr fuer die Elektromobilitaet?

Beitragvon Toumal » So 31. Jul 2016, 17:56

Ich habe ja schon im Prius Prime-Thread ein bisschen Frust abgelassen, denke aber dass dies in ein eigenes Topic gehoert:

Ich sehe mit grosser Sorge eine immer groesser werdende Menge an Plug-In Hybriden an den Ladepunkten stehen. Hier spreche ich nicht nur von Schnellladesaeulen sondern auch von destination chargern in Parkgaragen, Einkaufszentren etc.

Anfangs habe ich ja noch gelacht als ich gesehen habe dass diese Herren mit ihren fetten e-drive BMW 30 Euro und mehr fuer zwei ampelstarts voll Strom zahlen - zusaetzlich zu fast 80.000 Euro fuer das Auto selbst, fuer die sie schon einen netten Tesla bekommen haetten. Letzte Woche kam dann auch noch die haemische Mitteilung eines ex-Fliegerkollegen dass er jetzt auch einen Hybrid BMW faehrt, und auf 800km "nur 51 liter" braucht - natuerlich steckt er sich ueberall wo es geht an. Einer mehr zum fuettern.

Aber, und das ist mein Problem hier: Ich hatte schon ein paar mal den Fall dass ich in Wien eine notwendige Zwischenladung nicht machen konnte, weil ALLES zugeparkt war. Und ja, ich betrachte ladende PHEV mittlerweile auch als "zuparker", denn er braucht es nicht.

Mal ganz davon abgesehen dass ich persoenlich von Hybridfahrzeugen technisch gesehen nichts halte (2 Antriebe samt Energiequelle mitschleppen? Super idee...), geht es immer mehr in die Richtung dass die ohnehin mickrige Infrastruktur durch die sich massiv ausbreitende Hybridisierung komplett lahmgelegt wird. Und nochmal: Sie brauchen es nicht. Der PHEV-Fahrer verbessert sich durch das anstecken nur seine l/km Statistik. Fuer mich ist es der Unterschied ob ich heimkomme oder nicht. Und wenn ich dann extra einen riesen Umweg machen muss um irgendwo einen freien Schnellader zu finden wo ich die fuer mich unbedingt notwendigen kwh laden kann, dann kann mir bitte keiner erzaehlen dass die Erhoehung der Preise und Zeittarife eine Loesung sind.

Konkretes Beispiel: Millenium City Wien, da stehen jetzt regelmaessig 2 fette e-drive und die laden 5 Stunden lang fuer 40 Euro ca. 5kWh in ihre Akkus. Wirtschaftlich kompletter Schwachsinn, aber sie machens weil sie ja einen Stecker haben. Geld ist sowieso kein Problem, denn wer sich einen 80.000 Euro BMW (ist ja nicht nur der Basispreis sondern auch die ganzen Extras) leistet, dem sind die 40 Euro Stromkosten fuer nix und wieder nix auch egal. Oh und die Herren stecken sich mit vorliebe an Typ2 an, weil das "schneller geht".

Wenn das so weiter geht, dann ist die Ladeinfrastruktur in Wien in 2 Jahren fuer Elektrofahrzeuge unbrauchbar gemacht, weil jeder Depp seinen Verbrenner ansteckt.


Ich bin der Meinung dass PHEVs an 11kW Typ2-Saelen nichts verloren haben. Die Herren mit 3.6kW Schnarchladung, die noch dazu Verbrenner sind, sollen sich bitteschoen zuhause anstecken, und nicht anderen Menschen die Mobilitaet verhindern, nur damit sie ein bisschen Benzin sparen.
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Beitragvon PowerTower » So 31. Jul 2016, 18:06

Jeder elektrisch zurückgelegte Kilometer ist ein guter Kilometer. Das gilt ebenso für PHEV.
Eigentlich ist es doch gut wenn sie laden, denn sie bringen damit kWh auf die Zähler. Die Infrastruktur wird genutzt und nur so kann man den weiteren Ausbau argumentieren.

Ich kann dein Problem verstehen, die Lösung ist aber nicht, dass der PHEV Fahrer nicht mehr laden darf, sondern es werden einfach mehr Ladepunkte benötigt. Bitte kommuniziere diesen Missstand an den Betreiber, der kann dir helfen.
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Re: Plug-In Hybride - Gefahr fuer die Elektromobilitaet?

Beitragvon Solarmobil Verein » So 31. Jul 2016, 18:11

Bist du sicher, daß die 40 Euro für 5kWh bezahlen?
Ich nehme auch jede mWs mit, aber ich muß praktisch nie etwas dafür bezahlen. Die richtigen Zugangsmöglichkeiten machen's möglich. Besser sind nur noch die SuCs, aber selbst da regen sich die Tesla-Fahrer inzwischen drüber auf, wenn z.B. ein Wiener in Wien in der Gutheil-Schoder-Gasse am SuC steht.

Bzgl. deiner Argumentation "er braucht es nicht" würde ich nochmal drüber nachdenken.
Andernfalls könnte herauskommen, daß du dir entweder das falsche E-Auto gekauft hast oder die Begründung auf dich zurückfällt: Du könntest z.B. Öffis benutzen - ganz prinzipiell.

Und dann meine Totschlagfrage: Was machst du, wenn die Ladesäulen ausgefallen wären?
Auch auf die Hybriden schimpfen? Oder wärst du froh, wenn du einen hättest?

Deine Situation zeigt doch nur, daß es nicht zu viele Fahrzeuge gibt, die elektrisch fahren können, sondern es gibt zu wenige Ladesäulen, an denen all diese Fahrzeuge laden können.
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Re: Plug-In Hybride - Gefahr fuer die Elektromobilitaet?

Beitragvon Toumal » So 31. Jul 2016, 18:17

PowerTower hat geschrieben:
Jeder elektrisch zurückgelegte Kilometer ist ein guter Kilometer. Das gilt ebenso für PHEV.
Eigentlich ist es doch gut wenn sie laden, denn sie bringen damit kWh auf die Zähler. Die Infrastruktur wird genutzt und nur so kann man den weiteren Ausbau argumentieren.

Ich kann dein Problem verstehen, die Lösung ist aber nicht, dass der PHEV Fahrer nicht mehr laden darf, sondern es werden einfach mehr Ladepunkte benötigt. Bitte kommuniziere diesen Missstand an den Betreiber, der kann dir helfen.


In einer idealen Welt wuerde ich dir zustimmen. Aber ueberleg mal die Konsequenz:

Die Betreiber werden mehr Anreiz haben, Schnarchlader aufzustellen weil die PHEVs ja eh nichts mit 11 oder 22kW anfangen koennen. Die Preise werden so gestaltet dass sich der Strom fuer PHEVs gerade mal so irgendwie beim Nullsummenspiel einpendelt. Das hilft beides den BEVs ganz sicher nicht.

Mehr Ladepunkte: Absolut, das waere notwendig. Aber was sollen Smatrics, EVN etc. da tun? Smatrics hat sich seinen Ausbau bis 2016 von der EU heftigst foerdern lassen, seit dem geht es in weit gemaechlicherem Tempo voran. Die EVN hat zwar meist gleich 10 oder mehr Ladepunkte pro Standort, meist ist aber die Technik dermassen mies, dass von 10 Ladepunkten meist nur 2 oder 3 funktionieren. Letztens in der Milleniumcity standen ein Tesla und ein i3, der Tesla nicht angesteckt. Die 2 erwaehnten BMW waren fleissig am slow-chargen, der Rest der Ladepunkte war ausser Betrieb.
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Re: Plug-In Hybride - Gefahr fuer die Elektromobilitaet?

Beitragvon Toumal » So 31. Jul 2016, 18:23

Solarmobil Verein hat geschrieben:
Bist du sicher, daß die 40 Euro für 5kWh bezahlen?


Ganz sicher, das EVN-Terminal zeigt das fuer jeden Ladepunkt an, und zwar Preis mit Dauer und geladenen kWh. Bedenke: Die Abrechnung ist zeitbasiert.

Solarmobil Verein hat geschrieben:
Bzgl. deiner Argumentation "er braucht es nicht" würde ich nochmal drüber nachdenken.
Andernfalls könnte herauskommen, daß du dir entweder das falsche E-Auto gekauft hast oder die Begründung auf dich zurückfällt: Du könntest z.B. Öffis benutzen - ganz prinzipiell.


Das Argument gebe ich gerne zurueck: Der BMW-Fahrer haette sich auch einen Tesla kaufen koennen, waere sogar nicht oder nicht wesentlich teurer gewesen. Fakt ist aber, dass er einen Verbrenner faehrt. Er kann Benzin tanken. An einer 11kW Saeule ist das ungefaehr so, als wuerde ich zu einer Zapfsaeule fahren und dann mit einem 2.5mm Strohhalm meinen 10l Benzintank vollzutanken. Selbst mit einer Zeitabrechnung an der Zapfsaeule wuerde mir jeder Verbrennerfahrer den Vogel zeigen - und zurecht.

Solarmobil Verein hat geschrieben:
Und dann meine Totschlagfrage: Was machst du, wenn die Ladesäulen ausgefallen wären?
Auch auf die Hybriden schimpfen? Oder wärst du froh, wenn du einen hättest?


Was machst du wenn die Zapfsaeule ausfaellt? Was ist das fuer ein Argument?

Solarmobil Verein hat geschrieben:
Deine Situation zeigt doch nur, daß es nicht zu viele Fahrzeuge gibt, die elektrisch fahren können, sondern es gibt zu wenige Ladesäulen, an denen all diese Fahrzeuge laden können.


Es gibt sicher zuwenig Ladepunkte - aber nochmal, ueberleg dir die Aufregung wenn auf einmal alle i3 mit REX fahren wuerden, und an der Zapfsaeule 3 Stunden stehen weil sie nur mit Strohhalm tanken koennen. Die reinen Verbrennerfahrer wuerden dir beide Spiegel abreissen und die Scheiben einschlagen.
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Re: Plug-In Hybride - Gefahr fuer die Elektromobilitaet?

Beitragvon PowerTower » So 31. Jul 2016, 18:30

Was die Ladeleistung angeht kann ich dir nicht helfen. Es gibt auch genug reine Elektrofahrzeuge, die sich an AC eine längere Auszeit genehmigen. Wenn das ein Standort ist, an dem man sich sowieso mehrere Stunden aufhält, und das scheint ja so zu sein, dann ist es sinnvoll neben wenigen beschleunigten Ladepunkten eine Vielzahl an einphasigen Ladepunkten bereitzustellen. Wenn es die Alternative nicht gibt, dann steht es jedem frei das zu nutzen was da ist. Natürlich hilft es mit Hirn zu laden, du kannst aber von Niemandem verlangen, dass er einen 11/22 kW Ladepunkt nicht nutzt, wenn es keine Alternative gibt. Das ist die typische ZOE "ich kann schneller und hab Vorrang" Diskussion. Ich dachte das hätten wir überstanden.

Wenn man die Wahl zwischen Schuko und Typ2 hat würde ich immer Typ2 nehmen. Es bietet einfach Vorteile und das Schukokabel liegt eh im Keller. Vielleicht auch bei den PHEV Fahrern?
Zuletzt geändert von PowerTower am So 31. Jul 2016, 18:37, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Plug-In Hybride - Gefahr fuer die Elektromobilitaet?

Beitragvon Hinundher » So 31. Jul 2016, 18:31

@ Toumal

Hm volle zustimmung :thumb:

20160703_120301.jpg
Solche


Bilder werden immer mehr oder vergangene Woche fragt ein outi Fahrer " sind sie bald fertig" ja bitteschön und übergib den chaDemostecker am Disply steht 40% sind eh noch in den Batterien :o ich hole Luft meine Gedanken rotieren der Outi Fahrer im Businesgewand setzt ein Gesicht auf " sprich mich nicht an" zischt noch schnell hab keine Zeit wegen Termin in der Stadt und weg war er und die Watt tröpfeln per DC in den Mitsu :(

Kein Märchen tatsache :o
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Re: Plug-In Hybride - Gefahr fuer die Elektromobilitaet?

Beitragvon mweisEl » So 31. Jul 2016, 18:37

Toumal hat geschrieben:
Ich sehe mit grosser Sorge eine immer groesser werdende Menge an Plug-In Hybriden an den Ladepunkten stehen. Hier spreche ich nicht nur von Schnellladesaeulen sondern auch von destination chargern in Parkgaragen, Einkaufszentren etc.

Das ist auch völlig in Ordnung so.

Wichtig ist natürlich, den Betreibern von Destination Chargern in Parkgaragen, Einkaufszentren etc. nicht ständig einreden zu wollen, das man dort unbedingt einen besonders teuren, fehlerstromfesten 22 kW/AC-Ladeanschluss braucht - etwa was ohnehin nur ein einziges Fahrzeugmodell nutzen könnte bzw. zur "Funktion" :lol: benötigt - sondern stattdessen eine preiswerte und zur Marktentwicklung passende 6x3,7 kW Lösung hernimmt.
Drei Fahrräder, Smart ED3 seit '13, zuvor CityEL und seit 25 Jahren verbrennerfrei.
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Re: Plug-In Hybride - Gefahr fuer die Elektromobilitaet?

Beitragvon Toumal » So 31. Jul 2016, 18:42

mweisEl hat geschrieben:
Wichtig ist natürlich, den Betreibern von Destination Chargern in Parkgaragen, Einkaufszentren etc. nicht ständig einreden zu wollen, das man dort unbedingt einen besonders teuren, fehlerstromfesten 22 kW/AC-Ladeanschluss braucht - etwa was ohnehin nur ein einziges Fahrzeugmodell nutzen könnte bzw. zur "Funktion" :lol: benötigt - sondern stattdessen eine preiswerte und zur Marktentwicklung passende 6x3,7 kW Lösung hernimmt.


Denk mal 2-5 Jahre in die Zukunft, und dann will ich sehen was du mit deinen 3.7kW machst wenn ein Auto mit einem 60kWh Akku kommt und sinnvoll laden will. Wenn du 2 Stunden dort bist hast du keine nennenswerte Strecke nachgeladen.

Aber fuer PHEV ist das natuerlich perfekt, die koennten damit ihre Pseudoakkus vollladen und Benzin sparen.

Also doch eher getrennte Ladeinfrastruktur fuer PHEV und BEV? Ich denke das wird es nicht spielen.

Hinundher hat geschrieben:
@ Toumal
20160703_120301.jpg



Ja genau solche Spezialisten sind mir die liebsten. Witzigerweise gibt es bei den Verbrennern durchaus getrennte Welten, z.b. bei den LKW-Tankstellen. Da wuerdest du dir mit einem Diesel-PKW aerger einhandeln wenn du dort vorfaehrst.

Bei den PHEV ist das aber einfach deine Schuld dass du selbst ein BEV faehrst das schnell laden kann, haettest du doch ein PHEV gekauft etc. etc.

Es ist wirklich ein Dilemma. Auf der einen Seite ist weniger Benzin zu verbrauchen loeblich, auf der anderen ist PHEV ein derartiger Beschiss der wirtschaftlich keinen Sinn macht - insbesondere bei Geraeten wie BMW e-drive oder dem Porsche hier. Bei Preisen jenseits des Tesla Model S muss ich schon fragen: Warum zum Geier kaufst du dir einen Hybriden?
Zuletzt geändert von Toumal am So 31. Jul 2016, 18:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Plug-In Hybride - Gefahr fuer die Elektromobilitaet?

Beitragvon m.k » So 31. Jul 2016, 18:44

Klar sollen die PHEVs laden. Dann fahren sie mit Strom und verpesten meine Luft nicht unnötig. Wer zuerst kommt mahlt zuerst, wir brauchen einfach mehr Ladepunkte. Von mir aus dürfen sie auch Schnelllader nutzen. Ich warte lieber 15min bis jemand seinen Outlander auf 80% geladen hat, als dass ich nicht laden kann weil ein Leaf den Schnelllader mit vollem Akku blockiert.
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