Permanenter Rechtfertigungsdruck

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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Mei » Do 1. Jun 2017, 19:14

Rudi L hat geschrieben:
Wer sich rechtfertigen muß klagt sich selbst an.

1+ :!:
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon campr » Do 1. Jun 2017, 20:58

Vielleicht hilft es nur, den Spieß umzudrehen und selbst zu jammern: "Ich geb's ungern zu, aber ich bin insgeheim ein Knauser. E-Auto-Fahren ist das einzige, was ich mir leisten kann, die Verbrennerwartung und das teure Tanken sind mir zu teuer seit dem ich nur noch 20h die Woche arbeite."
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Jack76 » Do 1. Jun 2017, 22:57

Quark, E-Fzg werden bei Kreti & Pleti dann attraktiv, wenn ein Benziner oder Diesel nur noch als Stinkende Karre für dass Fußvolk gilt welches sich kein g'scheites Auto leisten kann... Der Rest der noch denkfähigen Bevölkerung hat das Thema aber auch schon vorher begriffen und ist dann bereits umgestiegen.... seis wegen des Geldes, des Prestiges oder weil der Nachbar auch so was hat, oder weil es einfach geil ist und Laune macht oder, oder, oder... Nur ohne eine breite & vor allem attraktive Palette entsprechend kaufbarer Produkte auf dem Markt sind wir da eben noch nicht.

Um aber auf den Ausgangspunkt zurück zu kommen, rechtfertigen würde ich da mal gar nichts, wenn jemand anfängt dumm zu Schwallen, einfach lachen und das Gespräch beenden, Idioten darf man auch problemlos ignorieren!
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Pianist » Fr 2. Jun 2017, 06:32

Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass ich in extremer Weise darauf angewiesen bin, was andere über mich denken. Nun habe ich es zwar überwiegend mit Leuten zu tun, die ich als vernünftig und zukunftsgewandt einschätze, aber sicher kann man sich da ja nie sein. Die Leute ticken oftmals eben doch anders als man das vermutet. In Berlin sieht es derzeit so aus, dass eine Mehrheit darüber entscheidet, dass eine Minderheit weiterhin in extremer Weise von Fluglärm betroffen sein wird, weil der Konsensbeschluss zur Schließung des Flughafens Tegel nach Inbetriebnahme des BER ausgehebelt werden soll.

Jedenfalls kann ich es mir nicht erlauben, irgendwelche Zeit, Energie und Nerven dafür zu opfern, permanent irgendwas zu rechtfertigen. Und man kann schneller in eine solche Situation kommen als man denkt. Wenn man dann nicht vorbereitet ist oder nicht diplomatisch genug formuliert, kann der Erfolg des ganzen Drehtages wackeln, wenn die Leute dann zum Beispiel angepisst vor der Kamera stehen und nur noch Grütze erzählen.

Beispiel aus einem anderen Bereich: Da wäre neulich beinahe ein Drehtermin schiefgegangen, weil sich vor Ort herausgestellt hat, dass ein Handwerksmeister sich zwar rührend um einen Azubi mit Behinderung kümmert, aber ein großes Problem damit hätte, wenn der Azubi ein Flüchtling wäre. Solche Situationen können die Stimmung so dermaßen kippen lassen, dass man eigentlich gleich einpacken kann. Daher muss ich solche Situationen vermeiden. Ich kann ja in diesem Augenblick nicht die Grundhaltung der Menschen verändern, aber zumindest die Konfrontation vermeiden.

Ich gehe zwar davon aus, dass ich von 95 Prozent der Leute, mit denen ich irgendwie zu tun habe, als innovativ und verantwortungbewusst wahrgenommen werde. Aber wenn ich mir die Kommentare in einigen Online-Medien (zum Beispiel auf welt.de) so durchlese, dann wird mir Angst und Bange. Da hat man wirklich den Eindruck, dass die große Mehrheit der Meinung ist, dass man als Elektrofahrer eine noch größere Umweltsau ist als der Dieselfahrer. Mir ist schon klar, dass das keine repräsentative Mehrheit ist, aber es läuft eben eine massive Stimmungsmache. Und wenn die Leute immer wieder die gleichen (falschen) Sachen lesen, und selbst vielleicht nicht so in der Materie drinstecken, dann glauben die das irgendwann.

So hoffe ich, dass diese Stimmung sich in den kommenden Jahren eindeutig in Richtung der Elektromobilität bewegt. Vielleicht irre ich mich ja auch, und die Stimmung ist in Wirklichkeit eine andere. Aber mir ist nicht bekannt, ob es dazu in jüngster Zeit mal eine repräsentative Befragung gegeben hätte. Die Fragestellung dürfte meiner Meinung nach nicht lauten, ob man sich selbst vorstellen kann, ein Elektroauto zu nutzen, sondern ob man Nutzer von Elektroautos als innovativ und zukunftsgewandt wahrnimmt.

Ich möchte einfach nicht mit dem Bewusstsein durch die Gegend fahren, dass mich ein nennenswerter Teil der Gesamtbevölkerung für einen bemitleidenswerten Spinner hält, der ideologisch so verblendet ist, dass er es in Kauf nimmt, alle 150 Kilometer an eine Ladesäule zu fahren. Ich möchte eher als charakterstarker Vorreiter mit Haltung wahrgenommen werden, der trotz kleiner Nachteile mutig voranschreitet.

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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Rudi L » Fr 2. Jun 2017, 06:42

Wie wäre es mit etwas mehr Selbstbewusstsein?

Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein wie mich andere gerne haben wollen . Allerdings muss man das im beruflichen Umfeld nicht plakativ vor sich hertragen. Dann klappts nicht nur mit dem Dreh vor der Kamera sondern auch in anderen Bereichen.

Wenn Du so Angst hast mit Deinem Ioniq als Spinner wahrgenommen zu werden dann bleib doch bei Deinem SUV. Da ist Dir so wenig Applaus sicher wie beim Elektroauto, mit dem Vorteil dass Du nicht denken musst andere könnten mit Dir Mitleid haben. :roll:
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Elektrolurch » Fr 2. Jun 2017, 07:46

Jack76 hat geschrieben:
E-Fzg werden bei Kreti & Pleti dann attraktiv, wenn ein Benziner oder Diesel nur noch als Stinkende Karre für dass Fußvolk gilt welches sich kein g'scheites Auto leisten kann...

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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Elektrolurch » Fr 2. Jun 2017, 08:01

Pianist hat geschrieben:
Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass ich in extremer Weise darauf angewiesen bin, was andere über mich denken. [...] Ich möchte einfach nicht mit dem Bewusstsein durch die Gegend fahren, dass mich ein nennenswerter Teil der Gesamtbevölkerung für einen bemitleidenswerten Spinner hält [...]

Bist du so abhängig von der Meinung anderer? Da spüre ich ein wenig Ungleichgewicht in der Balance zwischen dir und der Welt. Ich glaube ja, wir können höchstens uns selbst, aber nicht die Welt ändern, und auch dies fällt schon schwer genug. Aber wenn wir uns selbst ändern, ändert sich dadurch auch die Welt. Vielleicht nicht (gleich) in großem Maßstab. Also kultivieren wir am besten auch Geduld. Und vielleicht hilft es uns auch, andere nicht als Gegner wahrzunehmen, sondern schlimmstenfalls als Unwissende. Und wenn wir da angekommen sind, ist die Erkenntnis, dass wir selbst auch Unwissende sind, nicht mehr weit. Alles immer nur eine Frage der Perspektive und des Kontextes. Dann kann man demütig werden und kommt vielleicht am Ende doch noch in den Himmel. ;)
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Pianist » Fr 2. Jun 2017, 08:38

Elektrolurch hat geschrieben:
Bist du so abhängig von der Meinung anderer?

Ja, bei mir ist das ziemlich extrem. Aber da bin ich vermutlich ein Einzelfall. Ich werde auch nicht jeden Konflikt auflösen können, weil das zum Teil gar nicht geht. Die Umweltlobby wird mich lieben, weil ich ein Elektroauto fahre, und die Wirtschaftslobby wird mich hassen, weil ich ein koreanisches Elektroauto fahre.

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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon mweisEl » Fr 2. Jun 2017, 08:45

Pianist hat geschrieben:
Die Umweltlobby wird mich lieben, weil ich ein Elektroauto fahre, und die Wirtschaftslobby wird mich hassen

Die Umweltlobby wird Dich auch hassen (da Du Auto fährst), also alle, da kann man sich viel einfacher darauf einstellen.
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Pianist » Fr 2. Jun 2017, 08:56

Nein, ich habe ja nichts mit irgendwelchen grünen Spinnern zu tun, zu denen ich mit dem Lastenfahrrad kommen müsste. Wenn, dann geht es eher um Verbände im Bereich erneuerbaren Energien oder um Ministerien und nachgeordnete Behörden im Bereich der Umwelt- und der Wirtschaftspolitik.

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