Permanenter Rechtfertigungsdruck

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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Elektrolurch » Do 1. Jun 2017, 10:56

Tigger hat geschrieben:
@Elektrolurch: Welchen Kontext habe ich denn, Deiner Meinung nach, ausgeblendet? Den Part Deiner Mitteilung, auf den ich mich bezogen habe, habe ich gequotet.

Ich meine nicht den Zitat-Kontext, sondern den Kontext der Welt da draußen. Massentierhaltung, fühlende Mitgeschöpfe, Feinststaubpartikel, Stickoxide, endliche Ressourcen, Lärm... etc. pp.
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Tigger » Do 1. Jun 2017, 10:59

Das ist doch genau der Kontext: Du scheinst zu erwarten, dass Deine Meinung zu diesem Thema eine Art Allgemeingültigkeit besitzt. Und ich habe darauf hingewiesen, dass dem nicht so ist. Mindestens einer, nämlich ich, sieht das nicht so verbissen wie Du...
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Elektrolurch » Do 1. Jun 2017, 11:03

Seh ich das verbissen? Ich hoffe nicht. ;) Und was hältst du so von Massentierhaltung und Stickoxiden? Wir leben doch in der gleichen Welt, hoffe ich?
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon phonehoppy » Do 1. Jun 2017, 11:06

Tigger hat geschrieben:
Das ist doch genau der Kontext: Du scheinst zu erwarten, dass Deine Meinung zu diesem Thema eine Art Allgemeingültigkeit besitzt...


Na ja, also ich habe den Vergleich mit dem Veganismus schon so verstanden, dass das Beispiel sowieso nur zieht, wenn man sich mit Leuten unterhält, die ein gewisses Bewusstsein für aktuell diskutierte Probleme haben.
Bei Leuten, denen sowieso alles egal ist, gibt es ja wieder ganz andere Probleme in der Diskussion (siehe ein paar Posts weiter vorne).
Und da denke ich schon, kann man voraussetzen, dass dem Normalbürger in Mitteleuropa durchaus die Problematik der Massentierhaltung, des Klimawandels usw. bewusst ist. Manche entwickeln aber eine Abwehrhaltung, wenn sie mit Alternativen konfrontiert werden, auch weil dann die bequeme Einstellung: "Da kann man ja sowieso nichts ändern" In Frage gestellt wird.
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Alex1 » Do 1. Jun 2017, 12:28

@Rudi: Dass Dir das nicht passiert, wundert mich kein bisschen. Du hast doch fast die selben Ansichten wie die Klima- oder eAuto-Trolle, z.B. was die (von Dir "angeblich" oder "sogenannt" bezeichneten) Dieseltoten angeht :lol: :roll:

@Pianist: Da hilft nur ein dickes Fell. Nicht in dem Sinne, dass Du keine gerechtfertigte Änderung Deiner Meinung mehr zulässt, sondern dass Du Deine wohl begründete Meinung selbstbewusst und sachlich vorbringst. So eine klare sachliche Äußerung wird von denen, die man noch erreichen kann, wesentlich besser aufgenommen als die Trollereien. Du darfst nur nicht den Fehler machen, auf der niedrigen Ebene der Trolle zurückzuschießen. Die sind da unten zu Hause und Dir überlegen. Jaja, ich weiß, dass ich genau diesen Rat ab+zu selbst nicht beachte... :oops: :roll: :twisted:

Natürlich wird in manchen Foren/Freds ein sachliches Argument sofort mit einem Haufen Spamshit überzogen. Aber die ruhige Replik erreicht die noch Änderbaren. Um die faktenresistenten Krakeeler brauchst Du Dich nicht kümmern. Entweder sind sie sowieso für die gute Sache verloren oder sie denken ob Deiner souveränen unaufgeregten Aussagen doch ein bisschen nach hinter der Fassade ihrer Trolligkeit. Geben´s zwar nicht zu, aber nächstes Jahr fahren sie selbst elektrisch und hassen alle Verpester an. Du weißt ja, Konvertiten sind die Fundamentalsten :lol:

In diesen Foren braucht man einfach eine höhere Frustrationstoleranz.
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Pianist » Do 1. Jun 2017, 12:35

Ja, das ist ja genau meine Linie und so handhabe ich das bisher auch. Und vor allem lernt man dabei, so zu formulieren, dass man viele Chancen, darauf mit Falschinformationen zu reagieren, erst gar nicht ermöglicht.

Matthias
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Alex1 » Do 1. Jun 2017, 12:47

Elektrolurch hat geschrieben:
...das ist wie als einziger Veggie mit am Tisch zu sitzen, wenn alle anderen Steak bestellen. Die bloße Tatsache, dass da einer ist, der es anders macht, ist schon Provokation. Es bewirkt, dass alle anderen plötzlich ein Fragezeichen an ihrem Verhalten sehen. Und dann kannst du immer die gleichen Reaktionsmuster ablaufen sehen, von Rechtfertigung („Wir essen ja nicht jeden Tag Fleisch...“) bis Abwehr („Pflanzen sind ja auch Lebewesen.“) und Aggression („Ich esse, was ich will!“) - ohne dass man selbst irgendetwas gesagt oder gefragt hätte.
Sehr fein beobachtet!
Positiv ist immerhin, dass ja anscheinend der Wertekontext in beiden Fällen nicht strittig ist. Fleisch essen ist problematisch, Verbrenner fahren ist problematisch. Das wissen alle, auch die Fleischesser und Verbrennerfahrer.
...außer Rudi... :roll: :lol:
Vielleicht müssen wir uns einfach von dem Missionierungsgedanken verabschieden. Vielleicht geht es nicht darum, die Welt zu retten, sondern darum, in einer verrückten Welt die eigene Integrität weitestgehend zu wahren. Walk your talk. Alles andere ergibt sich daraus.
Alles eine Frage des eigenen Wertekanons. Die Entscheidung müssen wir täglich treffen:
- Sage ich was, wenn einer ein Bonbonpapier auf die Straße wirft
- Sage ich was, wenn einer einen halben Hamburger auf die Straße wirft,
- Sage ich was, wenn einer minutenlang seinen Verpester "warmlaufen" lässt,
- Sage ich was, wenn einer im Raum raucht,
- Sage ich was, wenn einer sein Kind schlägt,
- Sage ich was, wenn einer Altöl in die Wupper kippt
- etc...

Wenn ich was sage, besteht die Gefahr, dass ich scheitere. Wenn ich nichts sage, bin ich schon gescheitert.

Das Wort "missionieren" wird schon an sich in diffamierender Weise verwandt. Vor Allem, wenn man nur erst einmal aufklären will. Aufklärung ist erst einmal nur die Sachebene, die bei Missfallen/Faktenresistenz aber auf die Emotionsebene runtergedrückt wird.

Und natürlich schwingt bei jeder Aufklärung der Appell mit, der so Aufgeklärte möge sich doch bitte diesen Erkenntnissen entsprechend verhalten. So eine (offene oder verdeckte) Aufforderung ist aber auch noch kein Missionieren im eigentlichen Sinn.

"Walk your talk" ist natürlich völlig richtig. Aber nur im Sinne einer notwendigen, aber nicht hinreichenden Bedingung. Mir reicht es eben nicht, wenn ich als gutes Beispiel mein Kind nicht schlage. Und ich glaube, niemand wird von "Missionieren" faseln, wenn jemand sein Kind windelweich prügelt und man einschreitet.

Alles eine Frage der Grenzen, die man um sich herum zieht.
Herzliche Grüße
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Tigger » Do 1. Jun 2017, 12:51

Elektrolurch hat geschrieben:
Seh ich das verbissen? Ich hoffe nicht. ;)

Ich habe so den Eindruck... Aber wir können verbissen durch interessiert ersetzen, wenn Dir das lieber ist...

Elektrolurch hat geschrieben:
Und was hältst du so von Massentierhaltung und Stickoxiden? Wir leben doch in der gleichen Welt, hoffe ich?

Ja, wir leben sogar in der selben Welt. ;-)

Ich durchlaufe da vermutlich nur einen anderen Entscheidungsprozess als Du, bzw. setze andere Prioritäten:

Mag ich Massentierhaltung und heisse sie gut, bzw. unterstütze sie aktiv? Nein, mache ich nicht...
Habe ich Lust mich aktiv dagegen einzusetzen, ausser durch Konsumsteuerung? Nein, habe ich nicht...

Stickoxide? Sehe ich positiv, die Entwicklung geht in die richtige Richtung...

In letzter Konsequenz wären die Probleme der Erde gelöst, würde der Mensch abgeschafft. Aber das wird vermutlich nicht mehrheitsfähig sein. ;-)
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Rudi L » Do 1. Jun 2017, 13:53

Wer sich rechtfertigen muß klagt sich selbst an.
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Alex1 » Do 1. Jun 2017, 15:17

Quatsch, Rudi!

Jedenfalls, wenn man das Szenario betrachtet, dass man als Veganer/eAutofahrer/Nichtflieger in dieser Eigenschaft angegriffen wird. Dann muss ich meine Gründe erläutern. Das nennt man Rechtfertigung.

Sich nicht zu rechtfertigen hieße ja die Kommunikation abbrechen. Und gar nicht zu kommunizieren ist ja auch keine Lösung, es sei denn, es seien Wildfremde und ich lege gar keinen Wert auf deren Kontakt.

Manche wechseln halt dann abrupt das Thema, wenn so eine bescheuerte Anklage kommt. Ist halt auch nicht jedermanns Sache, Schweigen wird ja gerne als Zustimmung interpretiert :evil:
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