Permanenter Rechtfertigungsdruck

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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Taxi-Stromer » Fr 5. Mai 2017, 20:27

Alex1 hat geschrieben:
Jeder Volljährige soll die Drogen nehmen, die er möchte. Solange er mich nicht gefährdet....


NEIN, genau das soll er eben *nicht*!
Zumindest nicht, solange die Kosten für seine Behandlung/Rehabilitation der Allgemeinheit aufgebürdet werden!
:roll:
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Wiese » Fr 5. Mai 2017, 21:37

Dieses Problem, also den Rechtfertigungsdruck, kenne ich schon mein Leben lang, weil ich nicht der Norm entspreche.
Wollt ihr ein paar Beispiele?
Ich war lange Zeit LKW Fahrer, weil ich nicht in meinem erlernten Beruf arbeiten wollte. Da ich schon immer umweltbewusst bin, habe ich meinen Fahrstil in Sachen Verbrauchsoptimierung perfektioniert und bis zu 10 Liter weniger verbraucht als meine Kollegen. Dafür wurde ich als Arschkriecher, Kollegenschwein und grüner Spinner bezeichnet. Mein Chef war natürlich zufrieden, aber ich habe ihm mal gesagt, dass ich das nicht für ihn mache sonden für die Umwelt.
Vor 28 Jahren habe ich gebaut und unser Haus isoliert, was damals noch nicht üblich war. Mein Gott, was ich mir an bescheuerten Argumenten anhören musste! Leute die mein Styropoor an der Hauswand oder meine 20 cm dicke Glaswolle auf dem Dachboden absolut nichts angeht haben mir erklärt, dass die Wände schimmeln werden, dass man ein Haus auch tot isolieren kann, und dass sich das alles niemals rechnet.
Und als dann meine PV-Anlage aufs Dach kam ging es richtig ab. Ich bin schuld, dass der Strom so teuer ist, ich würde mich noch wundern, wie schnell das Gelumpe kaputt sein wird, das viele Alu und das Glas verbrauchen mehr Energie als die Anlage jemals reinholen wird, Solarzellen sind giftiger Abfall und müssen eines Tages teuer entsorgt werden, das war ja schon beim Asbest so, usw. Usw.
Dann hab ich mir auch noch so ein bescheuertes Hybridauto gekauft. So ein Quatsch, die Batterie verpestet die Umwelt weil sie ja irgendwann entsorgt werden muss, die Technik ist nicht ausgereift, das geht doch viel zu schnell kaputt, meinen Diesel fahre ich auch mit 5 Litern, und Diesel ist billiger als Benzin.
Dann hab ich auch noch eine thermische Solaranlage montiert, und jeder wollte wissen ob sich das lohnt. Meine Antwort ist bis Heute immer die Gleiche: Für die Umwelt lohnt sie sich.
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Pianist » Sa 6. Mai 2017, 08:42

Ich kann Dich total verstehen.

Aber über das Styropor müssen wir noch mal reden! :-)

Matthias
Wäre beinahe Ioniq-Fahrer geworden.
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon INRAOS » Sa 6. Mai 2017, 09:29

Pianist hat geschrieben:
...
Aber über das Styropor müssen wir noch mal reden! :-)


Ich glaub, ich weiss was Du meinst. Darum hab ich auch Mineralfaser-Dämmung an der Wand.

Allerdings ist mein Haus auch erst 10 Jahre später gebaut als das vom 'Wiese'.

Zu der Zeit musste ich mich aber nicht mehr rechtfertigen wegen des Wärmedämm-Verbundsystems
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Wiese » Sa 6. Mai 2017, 14:37

Pianist hat geschrieben:
Ich kann Dich total verstehen.

Aber über das Styropor müssen wir noch mal reden! :-)

Matthias


Du solltest bedenken, dass das 28 Jahre her ist.
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Pianist » Sa 6. Mai 2017, 15:26

Schon klar, daher auch das Grinsemännchen dahinter.

Matthias
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Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon phonehoppy » Sa 6. Mai 2017, 17:10

Ich erlebe auch öfter, dass Leute versuchen, das Elektroauto schlecht zu reden, aber meist finde ich die Gründe dafür allzu durchsichtig.
Meist ist es einfach die Angst oder Skepsis vor ungewohntem, die eine gewisse Scham und psychische Verunsicherung bei vielen Menschen hervorruft und einen irrationalen Abwehrreflex erzeugt. Es ist für mich kein Zufall, dass diejenigen, die in der Weise gegen Elektromobilität argumentieren, zur gleichen Personengruppe gehören, die z.B. auch über Ausländer, Islam, Schwulenehe und ähnliche Dinge wettern. Es gibt anscheinend eine große Anzahl von Leuten, die nicht über ihren Tellerand blicken können und dies ganz bewusst auch nicht wollen, sondern als Trotzreaktion gegen alles polemisieren, was von diesem Weltbild abweicht.
Meine Erfahrung ist, dass man argumentativ in solchen Situationen nur schwer vorankommt. Das liegt wohl daran, dass die Tatsache, sich einfach nicht überzeugen lassen zu wollen, schon zur Grundvoraussetzung für überhaupt so eine Haltung gehört.
In diesen Fällen lächle ich dann freundlich, höre auf zu reden, und freue mich dann für mich selbst, dass ich in der komfortablen Lage bin, gesünder, entspannter, umweltfreundlicher und mit mehr Spaß unterwegs sein zu können.
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Alex1 » Sa 6. Mai 2017, 17:51

Taxi-Stromer hat geschrieben:
Alex1 hat geschrieben:
Jeder Volljährige soll die Drogen nehmen, die er möchte. Solange er mich nicht gefährdet....
NEIN, genau das soll er eben *nicht*!
Zumindest nicht, solange die Kosten für seine Behandlung/Rehabilitation der Allgemeinheit aufgebürdet werden!
:roll:
Dann musst Du auch das Saufen verbieten (ca. 40.000 Tote pro Jahr). Das Rauchen sowieso (ca. 140.000 Tote pro Jahr).

Risikosportarten wie Fallschirmspringen, Reiten, Motorrad- oder Radfahren erst recht.

Und erst recht musst Du nicht-Sport-Treiben verbieten, das kostet am Meisten!
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Alex1 » Sa 6. Mai 2017, 17:58

Wiese hat geschrieben:
Dieses Problem, also den Rechtfertigungsdruck, kenne ich schon mein Leben lang, weil ich nicht der Norm entspreche.
Wollt ihr ein paar Beispiele?
Ich war lange Zeit LKW Fahrer, weil ich nicht in meinem erlernten Beruf arbeiten wollte. Da ich schon immer umweltbewusst bin, habe ich meinen Fahrstil in Sachen Verbrauchsoptimierung perfektioniert und bis zu 10 Liter weniger verbraucht als meine Kollegen. Dafür wurde ich als Arschkriecher, Kollegenschwein und grüner Spinner bezeichnet. Mein Chef war natürlich zufrieden, aber ich habe ihm mal gesagt, dass ich das nicht für ihn mache sonden für die Umwelt.
Vor 28 Jahren habe ich gebaut und unser Haus isoliert, was damals noch nicht üblich war. Mein Gott, was ich mir an bescheuerten Argumenten anhören musste! Leute die mein Styropoor an der Hauswand oder meine 20 cm dicke Glaswolle auf dem Dachboden absolut nichts angeht haben mir erklärt, dass die Wände schimmeln werden, dass man ein Haus auch tot isolieren kann, und dass sich das alles niemals rechnet.
Und als dann meine PV-Anlage aufs Dach kam ging es richtig ab. Ich bin schuld, dass der Strom so teuer ist, ich würde mich noch wundern, wie schnell das Gelumpe kaputt sein wird, das viele Alu und das Glas verbrauchen mehr Energie als die Anlage jemals reinholen wird, Solarzellen sind giftiger Abfall und müssen eines Tages teuer entsorgt werden, das war ja schon beim Asbest so, usw. Usw.
Dann hab ich mir auch noch so ein bescheuertes Hybridauto gekauft. So ein Quatsch, die Batterie verpestet die Umwelt weil sie ja irgendwann entsorgt werden muss, die Technik ist nicht ausgereift, das geht doch viel zu schnell kaputt, meinen Diesel fahre ich auch mit 5 Litern, und Diesel ist billiger als Benzin.
Dann hab ich auch noch eine thermische Solaranlage montiert, und jeder wollte wissen ob sich das lohnt. Meine Antwort ist bis Heute immer die Gleiche: Für die Umwelt lohnt sie sich.
Das kann ich nur unterschreiben! Gleiche Erfahrungen mit kleinen Abweichungen.

Und heute: Unser Verwaltungsgebäude kriegt neue Fenster, eine Wärmedämmung wird mit den selben "Argumenten" abgelehnt :wand:

Und eAuto-Zapfstellen? Ökospinner! :roll: Dabei müssten doch nur ein paar Schuko-Steckdosen an die Wand :roll: :mrgreen:
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Permanenter Rechtfertigungsdruck

Beitragvon Pianist » Sa 6. Mai 2017, 18:27

phonehoppy hat geschrieben:
Es ist für mich kein Zufall, dass diejenigen, die in der Weise gegen Elektromobilität argumentieren, zur gleichen Personengruppe gehören, die z.B. auch über Ausländer, Islam, Schwulenehe und ähnliche Dinge wettern.

Hochinteressanter Ansatz. Glücklicherweise kenne ich im Privatleben nur weltoffene Leute, und im weiteren Umfeld wissen die Leute, dass ich sie nötigenfalls in Grund und Boden diskutiere, wenn sie Blödsinn erzählen. Von daher hatte ich selbst noch keine Gelegenheit, Deine Beobachtung zu machen, aber ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass da eine gewisse gedankliche Verwandschaft besteht.

Also kurz gefasst: Wer es leugnet, dass sich das Mobilitätsverhalten ändern muss, der leugnet auch, dass sich unsere Gesellschaft insgesamt weiterentwickeln muss. Dabei haben wir dafür in Deutschland die besten Voraussetzungen, weil es bei uns wirtschaftlich sehr gut läuft und es außerdem zu unseren Grundpfeilern gehört, uns für Umwelt und Mitmenschen einzusetzen.

Irgendwann wird es vollkommen normal sein, ein Elektroauto zu fahren. Womöglich sogar eins, was man sich mit anderen teilt.

Dann kassieren diejenigen die blöden Bemerkungen, die dann immer noch Benzin und Diesel verbrennen.

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