Ökobilanz / Strommix

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Re: Ökobilanz / Strommix

Beitragvon Alex1 » Mi 28. Mär 2018, 18:13

Kugel Eis? :doof:
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Re: Ökobilanz / Strommix

Beitragvon JoDa » Fr 30. Mär 2018, 18:29

Hab zum Thema schon folgendes geschrieben:
JoDa hat geschrieben:
Man kann den CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung beliebig zwischen 20 Gramm/kWh und 1000 Gramm/kWh annehmen.
20 Gramm unter der Annahme, das man als Stromlieferanten einen zertifizierten Ökostromanbieter wählt. (z.B. Stromanbieterempfehlung von Global 2000).
1000 Gramm unter der Annahme das Elektroautos hauptsächlich am späten Abend geladen werden, wodurch der zusätzliche Strombedarf hauptsächlich von Kohlekraftwerken gedeckt wird.
Üblicherweise (warum?) wird der Durchschnitt des Staates genommen in dem man lebt. Aber auch hier hat der Statistiker noch großen Spielraum (Inlandsstromerzeugung oder Inlandsstromverbrauch, Nettostrom oder Bruttostrom inkl. Verluste, mit oder ohne CO2-Zertifikathandel). Bei mir in Österreich sind damit Werte von 100 bis 300 Gramm/kWh wählbar.


Wann darf der CO2-Ausstoß der Stromerzeugung für mein Elektroauto mit nur 20 Gramm/kWh angenommen werden?
Durch die Auswahl eines Ökostromanbieters wird in Österreich erzeugter Ökostrom bezogen, oder Strom aus dem Ausland mit Ökostromzertifikaten (zumeist von alten Wasserkraftwerken in Norwegen).
Daher wird kein einziges neues Ökostromkraftwerk gebaut, selbst wenn alle österreichischen Privathaushalte Ökostromanbieter wählen.
Durch die Wahl eines Ökostromanbieters, wird also nur erreicht das der „schmutzige“ Strom von anderen (z.B. Industrie und Gewerbe) verbraucht wird.
Ökologisch macht es daher nur Sinn einen Anbieter zu wählen, der den Bau von neuen Ökostromkraftwerken unterstützt!
Das größte österreichische Vergleichsportal durchblicker.at hat darauf bereits reagiert und einen entsprechenden Auswahlbutton „Spezielle Ökostrom Auszeichnung“ hinzugefügt. Das staatliche Portal der e-control.at hat das noch nicht gemacht. (Hab sie aber schon darauf per E-Mail hingewiesen. ;) )
In Deutschland ist die Lage ähnlich. Siehe "echte" Ökostromanbieter in Deutschland:
https://www.oekostrom-anbieter.info/oek ... ieter.html

Wann muss der CO2-Ausstoß der Stromerzeugung für mein Elektroauto mit 1000 Gramm/kWh angenommen werden?
Da normalerweise noch nicht genug Ökostromkraftwerke vorhanden sind um den Strombedarf vollständig zu decken, muss zusätzlich noch Strom durch nicht regenerative Kraftwerke produziert werden. (Bei mir in Niederösterreich ist die Jahresproduktion von Ökostrom schon so groß wie der Jahresstromverbrauch. :D ) Im Idealfall (so wie in Österreich :D ) haben Ökostromkraftwerke Vorrang vor nicht regenerativen Kraftwerken. Erhöht sich unter diesen Voraussetzungen der Verbrauch (z.B. durch ein zusätzlich ladendes Elektroauto) so kann die Leistung der Ökostromkraftwerke nicht weiter erhöht werden, und der Strom muss von nicht regenerativen Kraftwerken kommen. (Zwar kommt in Österreich auch gespeicherte Energie von Speicherkraftwerken und Pump-Speicherkraftwerken, aber diese Energie fehlt dem Speicher dann zu einem anderen Zeitpunkt.)
Der nicht regenerative Inlandsstromverbrauch stammt in Österreich großteils von Gaskraftwerken (Gaskraftwerk: knapp 500 gCO2/kWh).
z.B. Ich lade zu Hause und habe meinen Ladeplaner im Boardcomputer so eingestellt, das das Fahrzeug erst ab Mitternacht geladen wird. Es lädt dann 2-3 Stunden. An mehr als der Hälfte der Tage gibt es zu dieser Zeit in Österreichs eine Überproduktion von Ökostrom. Diese Überproduktion an Ökostrom würde zwar ansonsten in Pump-Speicherkraftwerken gespeichert, dabei würden aber ca. 25% Gesamtverluste auftreten und das Stromnetz würde zusätzlich belastet.
In Deutschland werden Ökokraftwerke leider auch abgeregelt, daher macht es dort Sinn zu Zeiten mit hohem Ökostromanteil zu laden! Siehe dazu den täglichen Grünstrom Index GSI deiner Region.
z.B. Wenn man als Elektroautobesitzer in Deutschland sein Elektroauto nach der Arbeit zu Hause einfach ansteckt, dann lädt man zur Zeit des täglichen Maximalverbrauches (das tägliche Lastprofilmaximum ist am Abend) bzw. des minimalen Ökostromanteil (Am späten Abend gibt es keinen Strom von Photovoltaikanlagen). Der zusätzliche Strom zum Laden des Autos stammt dann von Kohlekraftwerken und hat ca. 1000gCO2/kWh (=Mittelwert eines Steinkohle- und eines Braunkohlekraftwerks).

Zusammenfassung:
Das Elektroauto ist weniger umweltschädlich wie ein Vebrennerauto, wenn der zusätzlich benötigte Strom von neuen regenerativen Kraftwerken kommt.
Dank der EU-Elektrizitätsmarkliberalisierung kann man den Stromversorger frei wählen.
Man sollte daher einen Stromversorger wählen der auch den Bau von neuen regenerativen Kraftwerken unterstützt.
Zuletzt geändert von JoDa am So 1. Apr 2018, 12:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Bild (inkl. Ladeverluste)
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Re: Ökobilanz / Strommix

Beitragvon Alex1 » Fr 30. Mär 2018, 18:49

+1! :mrgreen:
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