Nissan geht mit den Akkus einen anderen Weg

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Nissan geht mit den Akkus einen anderen Weg

Beitragvon IO43 » Do 10. Aug 2017, 10:14

Nissan scheint seine Akku-Sparte verkaufen zu wollen.

Damit würden sie dem Trend anderer Hersteller die Hand auf der Akku-Produktion und Entwicklung haben zu wollen, nicht folgen.

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Re: Nissan geht mit den Akkus einen anderen Weg

Beitragvon Glanter » Fr 11. Aug 2017, 11:03

Vielleicht weil die Nissan Akkus im Vergleich zur Konkurrenz nicht so gut halten :roll:
nissan-leaf-allgemeines/leaf-kilometer-und-reparatursammlung-t25353.html

stekueh hat geschrieben:
Restkapazität:
Was den Akku betrifft so ist das Ergebnis eher umgekehrt. Auch Smarts und Zoes höheren Alters haben meist noch über 90% SOH. Der Leaf hat hier bei ähnlichem Alter/Laufleistung rund 5 - 10 Prozentpunkte mehr an Kapazität verloren.
Die große Frage ist natürlich, ob die Werte vergleichbar sind, da sie ja von unterschiedlichen Herstellern wohl auch unterschiedlich errechnet werden. Einige Zoes haben gar über(!) 100% Kapazität.
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Re: Nissan geht mit den Akkus einen anderen Weg

Beitragvon zitic » Fr 11. Aug 2017, 11:14

Gibt dahingehend eigentlich keinen Trend. Akku wird intern zusammengeschraubt, aber die Zellen kommen jetzt eigentlich ausnahmslos von externen Anbietern(inkl Telsa -> Panasonic). Das ist ja immer das Problem, dass da Zellen und ganze Stacks in der Diskussion durcheinandergeworfen werden. Ob Nissan letzteres nicht weiter bzw. neu aufgeleht macht, sei mal dahingestellt.

Ansonsten lohnt es sich wohl nicht. F&E und Fertigung gerade in die aktuelle, etablierte NMC-Technik ist für einzelne Hersteller zu teuer mit überschaubaren Vorteilen. Da kann man dann kaum Skaleneffekte erreichen. Die Produktion war ja ohnehin immer sehr wenig ausgelastet. Da war man zu früh dran.
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Re: Nissan geht mit den Akkus einen anderen Weg

Beitragvon bm3 » Fr 11. Aug 2017, 11:21

Im Artikel steht soviel ich mich erinnern kann, dass die AESC-Akkuproduktion nicht konkurrenzfähig genug sei. Heißt eigentlich nichts Anderes als dass es bessere Akkus (mit besserem Preis-/Leistungsverhältnis ?) bei Mitbewerbern schon gibt. Das kann auch in den technischen Daten der Zellen wie Speicherdichte, Leistungsfähigkeit etc. begründet liegen. Der Markt schreit ja permanent nach mehr Reichweite.
Sorgen macht mir daran dass es eigentlich nur 2-3 wettbewerbsfähige Zellhersteller in der Welt gibt (Tesla mal ausgenommen) , die zur Zeit die Anforderungen an E-Auto-Zellen bedienen können und die kommen mit dem liefern schon nicht mehr hinterher.
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Re: Nissan geht mit den Akkus einen anderen Weg

Beitragvon 150kW » Fr 11. Aug 2017, 11:58

IO43 hat geschrieben:
Damit würden sie dem Trend anderer Hersteller die Hand auf der Akku-Produktion und Entwicklung haben zu wollen, nicht folgen.
Welcher Trend?

Bzgl. der Entscheidung mal dieses Interview lesen:
Carlos Ghosn Explains Why Making Your Own Batteries Is Dumb

Zitat:
"People who value a company like Tesla for its Gigafactory, should take careful note of what one of the best brains in the industry said today about vertical integration. Said Ghosn:
“As carmakers, we need to develop the technology nobody has, but when the technology is available outside, we should externalize. A core question for a carmaker is what are the priorities of investment. If you invest everywhere, you are going to need huge amounts of money. One of the reasons for why we have suppliers is that one cannot invest in everything. You need to select where you want to invest, where is your core business, and this is an ever-changing task.”
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Re: Nissan geht mit den Akkus einen anderen Weg

Beitragvon zitic » Fr 11. Aug 2017, 21:49

Das ist halt auch der Grund, warum alle irgendwo an neuen Technologien forschen, aber wenig Interesse an Fertigungskapazitäten für die aktuelle Technik haben. Dafür gibt es halt Zulieferer. Natürlich macht der Akku den größten Kostenblock aus und ist die essentielle Technologie. Und es ist in der Tat schwierig, dass eigentlich 3 Hersteller den Markt aufteilen. Aber man ist halt preislich auch noch sehr weit weg davon, dass die Zulieferer die Preise erhöhen könnten und mit der nächsten Generation wird dann hoffentlich wieder neu gemischt. Letztlich werden die Akkus mutmaßlich auch ein wenig den Weg der PV gehen. Letztlich zählt es, dass es billig wird. Wenn du die Zellen zum Spottpreis nachgeworfen kriegst, interessiert es dann auch nicht mehr, ob die 10.000 Zyklen bei Markenware halten. Mit so langen Zeiten, die man braucht um die Zyklen abzuspulen, kann man heute ja schon nicht seriös kalkulieren. Viel KnowHow ist bereits und wird schon bei den Maschinenbauern aufgebaut. Die Forschungsinstitute sind alle dran. Da besteht Hoffnung, dass das Oligopol mit den nächsten Technolgiegenerationen nicht anhält. allein China wird schon dafür sorgen, dass da auch ein paar Champions kommen und man nicht weiter hinterherhinkt.

So sieht es ja auch Elon Musk. Er kümmert sich um die Rohstoffe, damit man da nicht so abhängig ist. Der Zusammenbau des Akkus, wie bei anderen Herstellern auch gemacht, wird dann auch weiter gebraucht, wenn die besseren Zellen kommen. Von daher ist die Gigafactory auch nicht falsch. In die Zellfertigung investiert ja Panasonic. Andere Zulieferer stehen auch öfter auf dem gleichen Gelände wie die OEM. Das deutsche TerraE-Zuliefer-Konsortium hat ja auch verlautbaren lassen, dass man nahe der Hersteller bauen wird. Anders ist es bei LG und GM etc. auch nicht. Transport spielt da schon eine Rolle. Natürlich entstehen da ungesunde Abhängigkeiten bei der Größe von der Gigafactory. Aber auch Panasonic ist in dem Fall bei dem Volumen noch abhängig.

Da werden beide sich langfristig flexibilisieren. Panasonic beliefert auch andere und wird da mittelfristig auch auf Anteile kommen, dass man nicht 90% des Umsatzes an Tesla hängt. Tesla selbst hat auch öfter schon verlauten lassen, dass man auch immer andere Zellhersteller und Technologien beobachtet. Die sehen natürlich langfristig auch die Gefahr, die sie da eingegangen sind. Panasonic kann ja aus vielerlei Gründen auch so gehen, dass man nicht mehr mithält. Irgendwo ist da auch immer ein wenig Glück mit dabei, wenn ein Hersteller gerade den Punkt betrachtet, der die Technologie abheben lässt. Das ist ja auch die Gefahr, die der sich die Hersteller aussetzen, wenn sie selbst Zellen produzieren. Da hat man dann nicht den entscheidenden Durchbruch und kann dann seine ganze Produktion abschreiben und abwickeln. Wer weiß ob in der Gigafactory 4 dann noch Panasonic-Maschinen stehen.
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Re: Nissan geht mit den Akkus einen anderen Weg

Beitragvon Apollo » Sa 12. Aug 2017, 10:16

150kW hat geschrieben:
Welcher Trend?

Den Trend den der Durchschnittsbürger so warnimmt, wenn er in den Medien von Teslas Gigafactory hört und das VW sowie Daimler dahingehend Fertigungskapazitäten aufbauen wollen. Dabei fällt natürlich immer unter den Tisch was da nun im Detail gemacht wird, weil die schreibenden Journalisten eigentlich selbst nicht wirklich Ahnung haben oder einfach nur von irgendwo die Meldung übernehmen (kopieren). Ist es nun eine Zellfertigung oder nur jeweils die Endmontage der Zellen. Leider geht das für mich aus den Artikeln auch nicht wirklich hervor. Denn wenn Nissan nur die Zellfertigung abgibt und den Rest am Ende selbst macht, dann gehen Sie ja den gleichen Weg wie die anderen auch. Nur draußen bei den Leuten kommt das halt völlig anders an, siehe Thread-Titel.
Letztendlich behält sich Nissan ja mit 49% Aktienanteilen auch noch vor, den Schritt mal wieder rückgängig zu machen und zumindest die Hand drauf zu halten. Für mich sind solche oberflächlichen Nachrichten immer nur für eins gut, die Leute zu verunsichern und ggf. Aktienkurse zu beeinflussen. "Was Nissan steigt aus, während Tesla eine Gigafactory baut? Vielleicht ist Tesla ja auf dem Holzweg, ich muss schnell meine Aktien verkaufen." Und schon geht der Aktienkurs mal um 5% nach unten. :roll:

Ein schönes Beispiel ist ja auch Daimler mit Li-Tec und Accumotive. Erst wird bekanntgegeben dass man bei Li-Tec austeigt bzw. das Werk in Kamenz schließt und nen halbes Jahr später wird verkündet, dass man in Kamenz die Produktion bei Accumotive ausbaut und ein neues Werk hinstellt. Als Laie der da nicht im Detail drin steckt, fragt sich dan auch was das ganze Theater soll. Das eine ist am Ende ne Zellfertigung, das andere die Batteriefertigung :?: :?: Man darf mich gern korrigieren wenn das falsch ist, ich hab da nicht so den 100%-tigen Überblick.
ÖPNV Monatsabo, seit 02/2011 // alter rostiger Drahtesel aus den 70ern, seit ca. 08/1997 // Tesla M3, 3 Stück reserviert, werden aber noch storniert.
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Re: Nissan geht mit den Akkus einen anderen Weg

Beitragvon 150kW » Mo 14. Aug 2017, 07:28

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