Nationale Plattform Elektromobilität bremst noch schärfer

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Nationale Plattform Elektromobilität bremst noch schärfer

Beitragvon TeeKay » Mi 3. Dez 2014, 10:38

Der Fortschrittsbericht 2014 der Nationalen Plattform Elektromobilität ist erschienen. Die wichtigsten Eckdaten

- Fokus weiterhin auf angeblicher Forschungsförderung, weitere 2,2 Mrd Euro bis 2017 werden dafür gefordert
- Forderung nach Sonder-Afa für gewerbliche Nutzer, es soll ja kein Privatnutzer in den Genuss von Förderung kommen
- Forderung nach PPP für den Bau von Ladeinfrastruktur, Investitionsbedarf bis 2020 550 Mio Euro
- Zellfertigung in Deutschland erforschen und vorantreiben - ungeachtet der Tatsache, dass die mit hunderten Millionen erforschte und geförderte einzige Zellfertigung Deutschlands von Daimler gerade geschlossen wird.
- CCS MUSS sich als verbindliches globales (!) System für Normal- und Schnellladung durchsetzen, daher rät NPE explizit davon ab, in etwas anderes als CCS zu investieren
- Erweiterung der Steuerbefreiung auf Plugin-Hybride

Fazit: Die NPE negiert komplett den Fakt, dass es 7 Fahrzeuge serienmäßig mit Chademo, 3 optional mit Chademo und 3 optional mit CCS gibt. Es steht also 10:3 für Chademo - eher besser, da es Chademo öfter serienmäßig gibt. Der deutsche Markt ist viel zu unwichtig und Chademo in anderen Märkten viel zu etabliert, als dass irgendein Chademo-Anbieter nur für den winzigen deutschen Markt CCS einführen würde. Mit der Fokussierung auf CCS und dem expliziten Abraten vom Bau von Chademo sorgt die NPE mittelfristig also zu einer entscheidenden Dezimierung des Fahrzeugangebots. Chademo-Fahrzeuge werden weiter unverkäuflich sein, wenn in Deutschland nur eine CCS-Infrastruktur existiert, die Anbieter aber nicht für den kleinen Markt ihre Produktion umrüsten. In anderen Staaten ist es schließlich kein Problem, Chademo anzubieten, da dort die Infrastruktur existiert und ausgebaut wird.

Mit dem Ausschluss von Chademo beschränkt sich die Auswahl also auf lediglich 3 mittelstreckentaugliche BEV (i3, e-up, e-Golf) und ein langstreckentaugliches BEV (Tesla) am deutschen Markt. Es dürfte schwer werden, mit so beschränkter Auswahl Leitmarkt zu werden - gerade auch in Anbetracht des relativ hohen Preises deutscher Fabrikate.

Die NPE wirft BEV und PHEV in einen Topf und nennt alles zusammen Elektroauto. Ausländische Anbieter werden im ganzen Bericht nicht einmal erwähnt. Der Name "Nationale Plattform Elektromobilität" meint also eher, "Nationale Plattform zum Schutz deutscher Autohersteller" und hat nur peripher etwas mit Elektromobilität zu tun. Das war mir bislang in der Deutlichkeit noch nicht bewusst.
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Beitragvon AbHotten » Mi 3. Dez 2014, 10:41

Es sind sogar deutlich mehr als 7 Fahrzeuge:

http://www.chademo.com/wp/chademo-ev/
Renault Zoé (Carsharing) vom 31.10.2014 bis zum 31.09.2015
Tesla Model ≡ reserviert am 02.03.2016
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Re: Nationale Plattform Elektromobilität bremst noch schärfe

Beitragvon ElektroAutoPionier » Mi 3. Dez 2014, 10:45

Super und nu? Wie lange ist diese GroKo noch dran?
Renault Zoe Zen mit Rückfahrkamera aus F, EZ 07/2013, Import 06/2014,
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Re: Nationale Plattform Elektromobilität bremst noch schärfe

Beitragvon TeeKay » Mi 3. Dez 2014, 10:50

@Abhotten: Aber nicht in Europa
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Re: Nationale Plattform Elektromobilität bremst noch schärfe

Beitragvon Windrider2212 » Mi 3. Dez 2014, 11:00

Der Bericht ist wirklich anstrengend zu lesen. Ich benötige ihn uU für ein paar Daten für meine Masterarbeit aber das ist wirklich ein *****kriecher Papier. :D Allein ein Absatz in dem groß loben erwähnt wird, dass es die deutschen Autobauer geschafft haben 17 elekrische Serienmodelle zu entwickeln und 2015 werden 12 weitere folgen. Unter diesen 17 Serienmodellen findet man zum Beispiel MB S 500 Plug in Hybrid, Porsche 918 Spyder, MB SLS AMG Coupe electric Drive, MB Vito E-CELL, etc. Faktisch ist das zwar richtig aber trotzdem von Serienproduktion und Menschenverstand weit entfernt.
Desweiteren wurde geschrieben, dass die Reichweite heutiger Fahrzeuge ausreichend ist. Das ist zwar für die meisten Fahrten faktisch richtig aber eine Reichweite um 300km oder mehr würde seh viele Zweifler überzeugen. In die Entwicklung der Reichweite keine Energie mehr zu stecken wäre sicher ein Fehler.
Und das mit CCS....naja....ein Standard für die Welt oder wenigstens ganz Europa wäre wünschenswert. CCS klingt soweit auch ganz sinnvoll aber trozdem steck da zu viel Lobby hinter. Gibt es keinen Adapter von CCS auf CHademo? :D Ist die Kommunikation denn so anders? :roll: :D

Eigentlich ja aber nicht anders zu erwarten, wenn man sich ansieht, welche Personen(Konzerne) da die Regierung beraten...

Gruß
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Re: Nationale Plattform Elektromobilität bremst noch schärfe

Beitragvon Kim » Mi 3. Dez 2014, 11:05

Europa ist doch sicher gross genug für einen eigenständigen Standart.
Selbst Tesla hat seinen Autos für den Europamarkt den Stecker angepasst und dabei nebenbei noch die eleganteste Lösung aus dem Ärmel geschüttelt.
Hier meine Meinung (nur was die Stecker betrifft!):
Platz 3 - Chademo ist die komplizierteste, unhandlichste und teuerste Lösung (was das Stecksystem betrifft, auch Fahrzeugseitig!)
Platz 2 - CCS ist schon wesentlich eleganter, handlicher und bedienungsfreundlicher
Platz 1 - Der Weg von Tesla zeigt was als Optimum machbar ist.

Aber das Leben ist kein Wunschkonzert, und ich gönne ABB seinen Mehrverdienst an jeder 3 in 1 Säule die verkauft wird...
Und neu dazu: i3 (60Ah) Rex seit 24.11.2017
Outlander PHEV von 02.2015 bis 12.2017 / 56.000km bei 11gr CO2/km mit 0.5l/100km
Fluence Z.E. von 03.2012 bis 03.2015
Renault = Nur eine schlechte Erfahrung mehr im Leben
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Re: Nationale Plattform Elektromobilität bremst noch schärfe

Beitragvon p.hase » Mi 3. Dez 2014, 11:54

wenn ich nissan & co wäre würde ich warten bis alle CCS stehen und dann für 100-150 Euro einen schönen adapter im fsc-holzkistchen anbieten. (aber bitte kein eukaylptusholz. es reicht schon, daß bmw die wälder kaputtmacht.)
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Re: Nationale Plattform Elektromobilität bremst noch schärfe

Beitragvon rolandk » Mi 3. Dez 2014, 11:58

TeeKay hat geschrieben:
- CCS MUSS sich als verbindliches globales (!) System für Normal- und Schnellladung durchsetzen, daher rät NPE explizit davon ab, in etwas anderes als CCS zu investieren


Heißt für mich: es muß eine Möglichkeit geben, DC-Ladung DIY zu vernünftigen Preisen zu realisieren. Dann ist das ganze Thema automatisch vom Tisch.

Idee: Verfügbare DC-Lader für Fahrzeuge extern verbauen (so wie Tesla es an den Superchargern auch schon macht). An den Batterien kann es dann ja nicht mehr liegen.
Problem: Kommunikationsprobleme im Übertragungsprotokoll. Sind die Protokolle frei zugänglich? Wahrscheinlich nicht, oder?

Aber solange da irgendwelche Leute ihre Finger Patentrechtlich drauf haben, wird das schwierig. Deswegen ist AC-Laden auch so einfach.

Gruß
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Re: Nationale Plattform Elektromobilität bremst noch schärfe

Beitragvon tom » Mi 3. Dez 2014, 11:59

p.hase hat geschrieben:
wenn ich nissan & co wäre würde ich warten bis alle CCS stehen und dann für 100-150 Euro einen schönen adapter im fsc-holzkistchen anbieten. (aber bitte kein eukaylptusholz. es reicht schon, daß bmw die wälder kaputtmacht.)

Das wäre natürlich der Clou! Wenn jedoch die Verhinderer schlau waren, so wurde jegliche Art von Adapter gleich in der CCS Norm verboten und somit wäre der CHAdeMO/CCS Adapter dann gleich illegal und müsste von den Ordnungshütern eingezogen werden :roll:
Weiss das zufällig grad jemand?
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Re: Nationale Plattform Elektromobilität bremst noch schärfe

Beitragvon rolandk » Mi 3. Dez 2014, 12:11

Bei der eRUDA standen DC-Lader.

Mit den entsprechenden Adaptern konnten sie dann (wenn sie denn mal funktionierten) DCC oder Chademo bedienen.
Keine Ahnung, was evtl. noch eingestellt werden muß.

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