Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon spark-ed » Di 16. Mai 2017, 18:05

Verluste durch Berg- und Talfahrt?
Man muss nur auf jeder Bergkuppe eine Gruppe von übergewichtigen Mittelgebirgswanderern zusteigen lassen und jeweils im folgenden Tal wieder rausschmeissen. Auf diese Weise kann man die Reichweite sogar unendlich steigern. :D
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon Alex1 » Mi 17. Mai 2017, 11:32

Die wollen aber meist das Umgekehrte... :lol:

Es gibt noch viele Bergbahnen, die genau so arbeiten, indem sie oben Wasser aus einer Quelle aufnehmen.
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Re: AW: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon Helfried » Mi 17. Mai 2017, 12:26

ederl65 hat geschrieben:
Mit zuladen meinte ich Gewicht.

Ach so, Gewicht...
Nein, höchstens Kaffee und Kuchen. Die Holde hat immer schon so ausgesehen.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon flieger_flo » Mi 17. Mai 2017, 12:50

Alex1 hat geschrieben:
Die wollen aber meist das Umgekehrte... :lol:


Bergab gehen macht doch die Knie kaputt ;)

Alex1 hat geschrieben:
Du hast ja eine bestimmte "Wunsch- oder Sollgeschwindigkeit" auf Strecke, z.B. 80 km/h. Wenn Du jetzt an einem Gefälle rollen lässt und es stellen sich 85 km/h ein, lohnt es sich sicher nicht, zu rekuperieren. Ich schätze den Zykluswirkungsgrad beim Rekuperieren nicht so schlecht ein wie Du, aber auf jeden Fall ist Segeln in einem "kleinen" Bereich um die Sollgeschwindigkeit dadurch effizienter.

Wenn das Gefälle stärker ist und Du mit 100 km/h rollst, hast Du die Wahl:
a) Rollen lassen, dann kommst Du schneller an, verlierst aber Energie durch den höheren Luftwiderstand (56% höher),
b) Rekuperieren, dann hast Du am Ende des Gefälles mehr kWh im Akku als bei a).

Version a) ist also für den "Normalgebrauch" gedacht (solange nicht Beschilderung oder Kurvigkeit zur Reku zwingen), b) für den Fall, dass die Reichweite knapp wird.


Die Entscheidung in den realen Fällen fällt aber leicht: Ich kann nur im Rahmen der StVo meine Geschwindigkeit einstellen, also wird mir ja eh diktiert, was ich bergab zu tun habe.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon E-lmo » Mi 17. Mai 2017, 12:51

Da ich hier nicht so viele Wanderer auf meiner Strecke habe, mache ich mir gerade Gedanken, einen großen Wasserbehälter in den Kofferraum zu stellen. Vielleicht bekommt man unterwegs eher Wasser auf'm Berg gezapft, als eine Stromzapfsäule.
Allerdings werde ich mich öfter erklären müssen, warum mein Elektroauto immer mal wieder -und dann nicht wenig- Wasser verliert? :D
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon Alex1 » Mi 17. Mai 2017, 14:23

...und oben auf dem Gipfel gibt es eh wenig Quellen... 8-)

Aber Straßen gehen ja eher über die Sättel, da geht es. Du bräuchtest aber dann recht viele große Kanister, dass sich das lohnt. Und die Schüttung der Bergquellen ist ja meistens auch nicht sooo dolle.

Die Pause auf dem Berg - mit dem Schleppen der Kanister - ist aber sicher gut für die Gesundheit :mrgreen:

Im Tal is aber dann wieder blöd, dass Dur wieder raus musst zum Entleeren :o
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon Alex1 » Mi 17. Mai 2017, 14:27

flieger_flo hat geschrieben:
Die Entscheidung in den realen Fällen fällt aber leicht: Ich kann nur im Rahmen der StVo meine Geschwindigkeit einstellen, also wird mir ja eh diktiert, was ich bergab zu tun habe.
Naja, Tempo 100 ist doch meistens auf Landstraßen, und mein Streckentempo ist meistens 80. Bzw. 70, wenn ich arg sparen muss. Da ist also relativ viel Spiel.

Und dann ist da ja noch die Tachovoreilung.
Und die Kulanz beim Radar.
Dann kannst Du schon recht schnell rollen, ohne in die Punkteränge zu kommen... :lol:

Mach ich aber nicht, sooo eilig hab ich´s fast nie 8-)
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon phonehoppy » Mi 17. Mai 2017, 14:33

SL4E hat geschrieben:
Was Gewicht ausmacht, sieht man doch an den EPA Werten und auch anderen Realtests.

z.b. der Tesla MS 60 hat einen CW Wert von 0,24, verbraucht aber dennoch fast 22% mehr wie der e-Golf mit einem CW-Wert von 0,26. Zum einen natürlich die breiteren Reifen die bei dem Mehrgewicht nötig sind und halt mal eine halbe Tonne Unterschied.

Wie wichtig wiederum der CW Wert ist zeigt der Vergleich e-Golf und i3. Der e-Golf verbraucht nur 7,5% mehr trotz 300kg mehr auf den Rippen.

Am deutlichsten sieht man es aber beim i3, im Vergleich 60Ah mit 94Ah Version. Ein Anstieg des Verbrauchs beim EPA Cycle um 7,5% durch die schwerere und größere Batterie.


Der cW-Wert ist ein "LuftwiderstandsBEIwert", d.h. die Frontfläche des Fahrzeugs spielt eine entscheidende Rolle. Der höhere Verbrauch beim Model S ist darum nicht nur oder nicht in erster Linie auf das größere Gewicht zurückzuführen, sondern darauf, dass der Luftwiderstand insgesamt natürlich trotz des besseren cW höher ist, als der des eGolf.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon AbRiNgOi » Mi 17. Mai 2017, 14:52

Da ich es gerade mal ausgerechnet habe, die Energie die im Reifen verbraten wird, ohne Verluste in den Radlagern wäre bei einem Label A Reifen (0,006 N/N), also 6N Widerstand bei 1000N Last, und einem Gesamtwirkungsgrad von 80% genau 1kWh/100km für 500kg Gewicht, oder 0,2kWh/100km für 100kg....

(Berechnung: Masse (100kg) x Erdbeschleunigung (9,81) x Rollwiderstandskoef. (0,006) = Kraft aus Rollwidertsand
Energie auf 100km [Ws] = Kraft aus Rollwiderstand [N] x 100000 [m] und dann die Umrechnung auf kwh mittels Division durch 3,6 Millionen. )
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon tango » Mi 17. Mai 2017, 15:04

Mal zurück zum Thema: was kann man rekuperieren? Da werden wirklich tolle Zahlen genannt.

Blick in die Physik:
  • Überwindung von Luftwiderstand? NO! Das geht unmittelbar in die Verluste, ist aber schon ab niedrigen Geschwindigkeiten i.d.R. der größte Energiebatzen.
  • Überwindungd Rollwiderstand? NO! Geht ebenfalls unmittelbar in die Verluste. Ist bei niedrigen Geschwindigkeiten und in der Ebene dominant.
  • Allgemeine Energieaufwendungen und Verluste im Fahrzeug? Ebenfalls NO. Das wandert alles zu erst in Wärme und dann in die Umwelt, nix zurückzuholen.
  • Energie, die dem Fahrzeug zur Beschleunigung zugefügt worden ist? YES! Die "Entschleunigungsenergie" ist, abzüglich der Umwandlungsverluste wiederverwendbar.
  • Energie, die dem Fahrzeug zur Veränderung seiner Höhe im Raum hinzugefügt worden ist? Ebenfalls YES! Die Lageenergie ist bis zur Ausgangshöhe und Abzüglich der Umwandlungsverluste wiederverwendbar.

Damit grenzt sich das Ganze doch schon ganz schön ein. Man kann auch noch weiter eingrenzen: ein Fahrzeug, das eine lange Strecke unbeschleunigt auf einer Autobahn fährt, die zudem noch weitgehend eben ist und keine wesentlichen Berge überwindet, wird (im Verhältnis zu den anderen Energien) keine Energie rekuperieren, egal wie schwer es ist.

Rekuperation funktioniert NUR bezüglich der Beschleunigung und der Lageänderung im Raum. Und das ist bei hektischen Fahrern in einer bergigen Stadt oder bei Alpenfahrten viel und bei langen gleichmäßigen Autobahnfahrten wenig. Und die Realität liegt dazwischen. Sie ist aber insgesamt vom Gewicht unabhängig! (außer man lädt ober auf dem Berg erheblich Last zu ;) ).
Gruß

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