Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustrie?

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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon 150kW » Mi 1. Nov 2017, 12:46

Um mal eine Lanze für Nokia zu brechen die hier gerne als Beispiel genannt werden...

Das Thema Nokia allein auf Smartphones zu reduzieren wäre falsch. Eine Schlüsselkomponente beim "Niedergang" von Nokia hat die Entscheidung gespielt Windows Phone als Betriebssystem zu nutzen. Da es Microsoft nie aus der Nische geschafft hat, waren selbstverständlich auch die Nokia Modelle wenig gefragt. Gebaut hat Nokia sehr gute und vor allem auch preisgünstige Smartphones. Und mit Android auf den Teilen sähe Nokia mit Sicherheit heute ganz anders aus.
Wobei ich als Windows Phone Nutzer mit einem Nokia Smartphone andererseits zufrieden bin das Nokia diesen Weg gegangen ist. Ist eine tolle Kombination :D
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Beitragvon Karlsson » Mi 1. Nov 2017, 13:29

Zoeteaser hat geschrieben:
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie zuverlässig ein Hyundai ist (zwei I30 gefahren, der erste fast 200.000 km ohne Defekt).

Da hat mir ein Kollege vom i30 das Gegenteil berichtet. Mit der Kiste gab es nur Ärger, daher soll die nach Ablauf der Garantie dann auch weg.

Zoeteaser hat geschrieben:
ja, das stimmt zum Großteil. Aber einen 0,24-er CW-Wert bei einem E-Auto findest Du woanders nicht,

Das ist richtig und schade, aber trotzdem keine elektrische Kompetenz und vor allem auch nichts, was die deutschen Hersteller nicht auch könnten.

Was mich so ankotzt, ist diese völlig unsachliche Darstellung speziell der deutschen Hersteller. Ja, die haben nicht 1000 tolle Modelle im Programm, aber das hat auch kein anderer.
Japan:
- Toyota: nix
- Honda: nix
- Suzuki: nix
- Mazda: nix
...
Von den 3 französischen Herstellern hat auch nur einer was nennenswertes - und da dreht sich auch alles fast nur um ein einziges Modell. Italienische Hersteller...nix.
Die amerikanischen Hersteller... Tesla, Bolt/Volt2 .... und dann wieder nix.
Das Rumgehacke auf den deutschen Herstellern ist für mich einfach nur an den Haaren herbeigezogener Schwachsinn.
Nein, toll sind die auch nicht. Aber damit entsprechen sie genau nur dem Rest der Welt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon Schüddi » Mi 1. Nov 2017, 13:44

Ich bin genau deiner Meinung aber das will hier keiner sehen. Es passiert gerade auch richtig viel aber das sieht hier auch keiner. Hier gibt es nur Schubladendenken.
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon tomas-b » Mi 1. Nov 2017, 14:52

Schüddi hat geschrieben:
...
aber das will hier keiner sehen.
...


Nun ja, es gibt schon einige mehr, die das ähnlich oder genau so sehen... :)

Das Problem ist, dass eben kaum jemand an die Entwicklungszeit denkt. Wir reden hier nun mal nicht von einer neuen Schubkarre oder einer elektrischen Zahnbürste. Sondern von Autos.
Und da sind halt 3 ... 4 Jahre Entwicklung, 1 ... 2 Jahre Erprobung und mindestens ein Jahr für Zulassungen aller Art (Verkehrssicherheit/Crashtests, Funkzulassung/Funk-Störaussendungen, Umweltauflagen/Geräuschemissionen, ...) einzuplanen. Und nicht 3 ... 6 Monate bis zum Nachfolgeprodukt.
Kia Soul EV mit Komfort-Paket (12/2016)
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon m.baumgaertner » Mi 1. Nov 2017, 15:31

Schüddi hat geschrieben:
aber das will hier keiner sehen. Es passiert gerade auch richtig viel aber das sieht hier auch keiner. Hier gibt es nur Schubladendenken.


Na na na.... Ist das hier nicht ein Meinungsaustausch?

Es geht auch nicht ums recht haben... Denn davon hat eigentlich keiner von uns etwas.

Wir haben hier verschiedene Einschätzungen und Prognosen und können ganz gelassen in 2 Jahren reflektieren was denn nun richtig ist.

Ich bin da gespannt und kann es ertragen wenn ich falsch liege..
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon Rudi L » Mi 1. Nov 2017, 15:54

So ganz unrecht hat er mit dem Schubladendenken nicht. Liest man manche Beiträge könnte man glauben, die deutsche Autoindustrie ist kurz vor dem Kollaps und der Durchbruch der Elektromobilität findet gerade flächendeckend statt. Angeblich gibt es schon elektrische 40 Tonner zu kaufen, behauptet zumindest einer hier! Irrlichter glauben das weil sie es glauben wollen, Realisten sehen das anders, nämlich was tatsächlich am Markt ist und das ist dürftig.

In Wahrheit dominieren noch lange die Verbrenner, selbst hier in den Werbeanzeigen. Hier ruft z.B. Opel für den Insignia €199,-- Leasing auf. Was kostet nochmal das Akkuleasing beim viel kleineren und mit weniger Reichweite ausgestatteten Zoe?

Elektromobilität wird sich durchsetzen wenn die technische Entwicklung soweit ist um die Verbrenner abzulösen, bis dahin ist es noch ein Stück weit.
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon delink2000 » Mi 1. Nov 2017, 17:19

ich denke, die deutschen Autobauer haben das Problem erkannt und sind mittlerweile besser aufgestellt. Ab der gehobenen Mittelklasse werden sie auch ab 2020 liefern können, darunter jedoch werden sie meiner Meinung nach den (bald beginnenden!) aggressiven Preiskampf nicht mitmachen können... womit auch ?
Wenn es um Akku geht, haben Sie eigenständig nichts zu bieten und das wird auch noch eine ganze Weile so sein... so schnell lassen sich große Akkuwerke (wie von Tesla oder den Asiaten) nicht aufziehen. Da hängen sie noch (zu) lange am Tropf und hängen definitiv hinterher und können den Markt keineswegs bestimmen. Auch das hat man mittlerweile erkannt, aber günstige Elektroautos für die Masse sind so die nächsten Jahre vorerst der Konkurrenz überlassen... just my 2 cents...
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon 150kW » Mi 1. Nov 2017, 17:34

Ob der Ansatz mit eigener Zell-Produktion gut ist, wird sich noch zeigen müssen. Ich bin da eher skeptisch.
Da sehe ich Volumen mäßig auch keinen Unterschied zu eigener Produktion. Man legt einen Wert fest und plant danach. Und ob dann der Zulieferer die Kapazitäten schafft oder man selber, spielt doch keine Rolle.

Tesla: Hat sich einen Zulieferer ans Bein gebunden der nicht gerade als Preisgünstig bekannt ist. Zudem verwendet man Rundzellen die den Aufbau der Akku-Packs aufwendiger machen. Prognose: Zukauf Zellen im prismatischen oder Pouch Format führen insgesamt zu einer günstigeren Batterie. Kein Vorteil für Tesla.
Asiaten (China): Einige können die Zellen selber herstellen, haben aber noch eine ältere Zell-Technologie. Die Abschottung des Marktes in China dürfte mittelfristig nicht dazu führen das große Innovationen aus China aufkommen. Noch scheuen sie die (ausländische) Konkurrenz wie der Teufel das Weihwasser .
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon delink2000 » Mi 1. Nov 2017, 18:08

150kW hat geschrieben:
Ob der Ansatz mit eigener Zell-Produktion gut ist, wird sich noch zeigen müssen. Ich bin da eher skeptisch.
Da sehe ich Volumen mäßig auch keinen Unterschied zu eigener Produktion. Man legt einen Wert fest und plant danach. Und ob dann der Zulieferer die Kapazitäten schafft oder man selber, spielt doch keine Rolle.

So einfach ist das glaube ich nicht. So beliebig läßt sich Volumen nicht generieren, wenn dann mal wirklich die E-Mobile richtig durchstarten. Da kommt es schon darauf an, eigene große Kapazitäten für einen günstigen Preis zur Verfügung zu haben. Wenn die Nachfrage das Angebot bei externen Zulieferen übersteigt, schrauben die einfach am Preis... und die am Tropf Hängenden können rein gar nichts dagegen unternehmen.
150kW hat geschrieben:
Tesla: Hat sich einen Zulieferer ans Bein gebunden der nicht gerade als Preisgünstig bekannt ist. Zudem verwendet man Rundzellen die den Aufbau der Akku-Packs aufwendiger machen. Prognose: Zukauf Zellen im prismatischen oder Pouch Format führen insgesamt zu einer günstigeren Batterie. Kein Vorteil für Tesla.
Asiaten (China): Einige können die Zellen selber herstellen, haben aber noch eine ältere Zell-Technologie. Die Abschottung des Marktes in China dürfte mittelfristig nicht dazu führen das große Innovationen aus China aufkommen. Noch scheuen sie die (ausländische) Konkurrenz wie der Teufel das Weihwasser .

Tesla macht das aber jetzt schon (!) im gigantischen Stil, da sind sie den Deutschen mindestens 5 Jahre voraus. Der größere Aufwand für Rundzellen beschränkt sich auf die Anpassung der automatisierten Fertigung, welche sie ja bereits im Griff haben (sollten). 5 Jahre mehr Erfahrung sind eine Ewigkeit und bringt enorme Kostenvorteile durch etablierte Produktionsprozesse, günstige Zulieferverträge und sowieso den schieren Stückzahlen... und China würde ich auch nicht unterschätzen, die werden sich erst mal am eigenen Markt etablieren und dann kommen... gewaltig (günstig!).
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon Karlsson » Mi 1. Nov 2017, 19:17

Rudi L hat geschrieben:
Elektromobilität wird sich durchsetzen wenn die technische Entwicklung soweit ist um die Verbrenner abzulösen, bis dahin ist es noch ein Stück weit.

Jein, so ähnlich. Die Elektromobilität wird sch durchsetzen wenn die kaufbaren Produkte die nötige Reife haben.
Die kaufbaren Produkte spiegeln aber nicht das wieder, was mit der technischen Entwicklung möglich wäre. Was uns die Hersteller da erzählen, ist zumindest zum Teil Humbug. Und da unterscheiden sich deutsche Hersteller auch nicht von denen aus anderen Ländern. Wenn sie es denn wollten, könnten sie heute schon deutlich brauchbarere Autos liefern. Auch mit größeren Akkus, 3P Ladung, AHK und vielem anderem, worauf die Leute hier sehnsüchtig warten. Sie tun das aber erst wenn ihnen Ende 2020 dann die Strafzahlungen für die zu hohen Flottenverbräuche anfangen, richtig weh zu tun.
Die Technik ist es nicht wirklich. Die gewünschten Autos wären zwar noch teuer, aber das würden durchaus manche Kunden zahlen und durch wachsenden Stückzahlen würde dann der Preis auch sinken.
Stattdessen wird uns erzählt, dass die Hersteller ja nur die Autos bauen würden, die die Kunden wünschen und die Hersteller können ja gar nichts dafür, dass die Kunden SUV wünschen. Dann frage ich mich aber, warum die Dinger noch fleißig beworben werden und nicht die sparsameren Modelle

Aber so wird es halt 2020 und dann werden sie uns erzählen, dass die Technik sich so weiterentwickelt hätte, dass es jetzt Sinn mache, E-Autos zu bauen.
Da ist natürlich auch ein bisschen was wahres dran, die ganze Wahrheit ist es aber nicht.
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