Lasst bitte diesen Raffinierie-Schwachsinn

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Lasst bitte diesen Raffinierie-Schwachsinn

Beitragvon flow2702 » Di 16. Jan 2018, 20:53

Gerade wird mal wieder die Sau mit dem angeblich hohen Stromverbrauch von Raffinierien (~1,5 kWh pro Liter Kraftstoff) durch die sozialen Medien getrieben: https://edison.handelsblatt.com/e-hub/so-viel-strom-brauchen-autos-mit-verbrennungsmotor/20826274.html

Bitte lasst das, und lasst am besten derartige Texte endlich im digitalen Nirvana verschwinden.
Das wurde doch hier schon zur Genüge ausdiskutiert und für mindestens nicht belegbar, eher sogar komplett falsch befunden.

Wir haben so viele wirklich gute Argumente für E-Mobilität, da brauchen wir nicht mit solchen auffahren, die uns noch der letzte Stammtischhirni mit Grundschulmathematik um die Ohren hauen kann.

Wenn man schon auf das (valide) Argument setzt, dass auch der fossil betriebene Verkehr elektrische Energie benötigt, warum sich dann nicht direkt auf die STREICHE: 680 TWh/annum - SETZE: max 12 TWh/annum setzen, die laut UBA für die STREICHE: Produktion von Mineralölprodukten SETZE: für den Verkehr benötigt werden?
Zuletzt geändert von flow2702 am Di 16. Jan 2018, 21:21, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Themse » Di 16. Jan 2018, 21:08

In Deutschland wurden 2017 laut Fraunhofer ISE insgesamt 546,05 TWh Strom erzeugt.

Da stellt sich die Frage wo und wann wurden die 680 TWh
für die Produktion von Mineralölprodukten für den Verkehr benötigt ??
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Re: Lasst bitte diesen Raffinierie-Schwachsinn

Beitragvon Basslo » Di 16. Jan 2018, 21:12

Denk nicht dass da die Produktion von Benzin und Diesel gemeint sind sondern der Energieverbrauch an sich, auch das was verbrennt wird. Bei nem Liter Diesel sind das pi mal Daumen 10kWh / Liter was an Energie verbraucht wird.
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Re: Lasst bitte diesen Raffinierie-Schwachsinn

Beitragvon flow2702 » Di 16. Jan 2018, 21:15

Themse hat geschrieben:
In Deutschland wurden 2017 laut Fraunhofer ISE insgesamt 546,05 TWh Strom erzeugt.

Da stellt sich die Frage wo und wann wurden die 680 TWh
für die Produktion von Mineralölprodukten für den Verkehr benötigt ??


Sorry, du hast recht. Falsche Grafik erwischt.
Bestärkt aber erst recht mein Posting.
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Re: Lasst bitte diesen Raffinierie-Schwachsinn

Beitragvon bm3 » Di 16. Jan 2018, 21:22

Verstehe deine Frage jetzt nicht, die 680TWh sind die gesamte Energiemenge die für Verkehrsmittel benötigt wurde. Vorrangig geliefert von Mineralölprodukten. Das hat aber nichts mit dem Energieaufwand der für die Raffinierung von Kraftstoffen (Mineralölprodukten) benötigt wurde zu tun und auch nichts mit der Menge an produziertem oder verbrauchtem Strom in D. .
Ich verstehe auch nicht aus welchen Beweggründen heraus der TE diesen Thread nun eröffnet hat. Ich meine , der zusätzliche Aufwand allein für die Raffinierung von Kraftstoffen kann nicht oft genug erwähnt werden, besonders wenn man bedenkt wieviel E-Fahrzeuge alleine damit schon betrieben werden könnten ohne dass nur ein Verbrenner-Fahrzeug schon dadurch fährt. Meiner Meinung nach ist das auch keinewegs "Raffinerie-Schwachsinn" wie der TE hier schreibt.
Wie stehts denn eigentlich mit "Schwachsinn" beim TE, könnte man da ja mal fragen ?
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Re: Lasst bitte diesen Raffinierie-Schwachsinn

Beitragvon nr.21 » Di 16. Jan 2018, 21:55

In früheren Threads ist ganz gut herausgearbeitet worden, dass pro l Kraftstoff etwas 1,5 kWh Energie benötigt werden, welche die Raffinerien - auch die müssen rechnen - größtenteils mit dem Verbrennen nicht benötigter Abfallprodukte generieren. Strom ist nur in vernachlässigbarer Menge erforderlich. Pro l Kraftstoff können dann ca 10 kWh (Wärme)Energie erzeugt werden, aus denen man dann auch wieder Strom produzieren könnte..
Insgesamt ist die ganze Produktionskette für fossile Brennstoffe natürlich ein Riesenthema, man denke nur an das jüngste Tankerunglück, aber der Stromverbrauch in den Raffinerien ist es nicht, zumindest nach meinem bescheidenen Verständnis
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Re: Lasst bitte diesen Raffinierie-Schwachsinn

Beitragvon flow2702 » Di 16. Jan 2018, 22:01

nr.21 hat geschrieben:
In früheren Threads ist ganz gut herausgearbeitet worden, dass pro l Kraftstoff etwas 1,5 kWh Energie benötigt werden, welche die Raffinerien - auch die müssen rechnen - größtenteils mit dem Verbrennen nicht benötigter Abfallprodukte generieren. Strom ist nur in vernachlässigbarer Menge erforderlich. Pro l Kraftstoff können dann ca 10 kWh (Wärme)Energie erzeugt werden, aus denen man dann auch wieder Strom produzieren könnte..

Völlig Richtig, es ist aber IMMER wieder die Rede von elektrischer Energie/Strom. Und das stimmt einfach nicht, und wir schaden uns selbst, wenn wir solche Unwahrheiten verbreiten.
Insgesamt ist die ganze Produktionskette für fossile Brennstoffe natürlich ein Riesenthema, man denke nur an das jüngste Tankerunglück, aber der Stromverbrauch in den Raffinerien ist es nicht, zumindest nach meinem bescheidenen Verständnis

So sieht es aus.
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Re: Lasst bitte diesen Raffinierie-Schwachsinn

Beitragvon bm3 » Di 16. Jan 2018, 22:07

So verstehe ich das auch, es werden 1,5 kWh an Energie etwa pro Liter produziertem Sprit in der Raffinerie benötigt, allerdings wird das nur zum kleineren Teil direkt aus elektrischem Strom gedeckt der wahrscheinlich auch noch vor Ort direkt aus Ölprodukten produziert wird. Aus diesen aufgewendeten 1,5kWh könnte man aber genausogut auch Wärme und elektrischen Strom zum Laden von E-PkW bereitstellen. Ein Liter Sprit mit etwa 10kWh an nutzbarer Energie wird also von vornherein schon alleine durch die notwendigen Produktionsprozesse in der Raffinerie um 1,5kWh in seinem Wert für den Verkehr gemindert.
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Re: Lasst bitte diesen Raffinierie-Schwachsinn

Beitragvon flow2702 » Di 16. Jan 2018, 22:07

bm3 hat geschrieben:
Verstehe deine Frage jetzt nicht, die 680TWh sind die gesamte Energiemenge die für Verkehrsmittel benötigt wurde. Vorrangig geliefert von Mineralölprodukten. Das hat aber nichts mit dem Energieaufwand der für die Raffinierung von Kraftstoffen (Mineralölprodukten) benötigt wurde zu tun und auch nichts mit der Menge an produziertem oder verbrauchtem Strom in D. .

Bei den 680 TWh hatte ich daneben gegriffen und das oben entsprechend korrigiert.
Ich verstehe auch nicht aus welchen Beweggründen heraus der TE diesen Thread nun eröffnet hat. Ich meine , der zusätzliche Aufwand allein für die Raffinierung von Kraftstoffen kann nicht oft genug erwähnt werden, besonders wenn man bedenkt wieviel E-Fahrzeuge alleine damit schon betrieben werden könnten ohne dass nur ein Verbrenner-Fahrzeug schon dadurch fährt.

Das ist unbestritten, es ist aber immer wieder die Rede von elektrischer Energie, nach dem Motto "wenn wir die Raffinerien abschalten, können wir mit dem eingesparten Strom schon die Hälfte aller Elektroautos bewegen". Und das stimmt einfach nicht, da die Energie für die Raffination hauptsächlich aus dem Erdöl selbst bezogen wird.
Meiner Meinung nach ist das auch keinewegs "Raffinerie-Schwachsinn" wie der TE hier schreibt.
Wie stehts denn eigentlich mit "Schwachsinn" beim TE, könnte man da ja mal fragen ?

Es bringt doch nichts, solche Rechnungen zu verbreiten, die weder belegbar (die ursprüngliche Quelle ist ein Forumspost bei Heise!), noch nachvollziehbar sind - ganz einfach, weil sie falsch sind.
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Re: Lasst bitte diesen Raffinierie-Schwachsinn

Beitragvon secuder » Mi 17. Jan 2018, 00:32

nr.21 hat geschrieben:
In früheren Threads ist ganz gut herausgearbeitet worden, dass pro l Kraftstoff etwas 1,5 kWh Energie benötigt werden, welche die Raffinerien - auch die müssen rechnen - größtenteils mit dem Verbrennen nicht benötigter Abfallprodukte generieren. Strom ist nur in vernachlässigbarer Menge erforderlich. Pro l Kraftstoff können dann ca 10 kWh (Wärme)Energie erzeugt werden, aus denen man dann auch wieder Strom produzieren könnte..
Basslo hat geschrieben:
Denk nicht dass da die Produktion von Benzin und Diesel gemeint sind sondern der Energieverbrauch an sich, auch das was verbrennt wird. Bei nem Liter Diesel sind das pi mal Daumen 10kWh / Liter was an Energie verbraucht wird.
bm3 hat geschrieben:
Ich meine , der zusätzliche Aufwand allein für die Raffinierung von Kraftstoffen kann nicht oft genug erwähnt werden, besonders wenn man bedenkt wieviel E-Fahrzeuge alleine damit schon betrieben werden könnten ohne dass nur ein Verbrenner-Fahrzeug schon dadurch fährt.

Wo kommen denn diese Zahlen her? @Wiese hatte das hier (klick) nachgerechnet und kam auf 0,6kWh/l, inklusive 0,04kWh Strom (siehe hier (klack)) und das hatte zumindest @nr.21 auch schon mal so nachvollzogen (klick)

Ist es wirklich sinnvoll, hier mit neuen Zahlen pi*Daumen aus dem Nichts zu operieren?
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