Kurzbericht aus Norwegen

Alle Themen über Elektroautos, zu denen es kein eigenes Forum gibt

Kurzbericht aus Norwegen

Beitragvon Pianist » Do 15. Mär 2018, 11:52

Schönen guten Tag an alle Mitlesenden!

Ich sitze gerade nach einem Kurzeinsatz auf dem (übrigens sehr schönen) Flughafen von Oslo und nutze die Wartezeit für einen kleinen Bericht. Ich kam gestern Mittag an und bin mit dem Hochgeschwindigkeitszug zum Osloer Hauptbahnhof und von dort weiter mit der T-Bane (eine Mischung aus U- und Straßenbahn) hoch zum Holmenkollen gefahren und heute wieder zurück.

Auf beiden Wegen habe ich aufmerksam aus dem Fenster geschaut und kann bestätigen: In Oslo gibt es wirklich extrem viele Elektroautos. Zwar stellen die Verbrenner immer noch die Mehrheit, aber man sieht ständig Elektroautos. Das sind nun nicht alles Teslas, auch wenn man wirklich viele sieht. Ich würde mal sagen: Am häufigsten habe ich Nissan Leaf und BMW i3 gesehen, auch einige E-Gölfe und Ioniq electric. Renault Zoe habe ich dagegen kaum gesehen.

Was mich gewundert hat: Viele Teslas fahren dort als Taxi. Offensichtlich scheinen die finanziellen Möglichkeiten der Osloer Taxiunternehmer andere zu sein als bei uns. Ansonsten aber würde ich mal sagen, besteht die Osloer Taxiflotte zu etwa 80 Prozent aus Toyota Prius plus. Auch insgesamt habe ich sehr viele Toyota-HSD-Fahrzeuge gesehen. Nicht mal so viele Priusse, aber vor allem Auris TS und RAV4.

Also insgesamt ein vollkommen anderes Straßenbild als bei uns. An einem Haltepunkt der T-Bane münden drei Straßen ein, und alle haben rot, wenn der Zug kommt. Und wie es der Zufall wollte, waren jeweils die ersten zwei bis drei Fahrzeuge in allen drei Schlangen Elektroautos. Bis so eine Häufung bei uns vorkommt, wird es wohl noch eine Weile dauern.

Wo wir gerade bei „Zufall“ sind: Auf dem Hinflug saß in der Reihe vor mir jemand, der für seinen Cellokasten einen eigenen Sitz gebucht hat. Am Gepäckband kamen wir dann ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er einen Ioniq fährt und ebenfalls hier im Forum aktiv ist. So klein ist die Welt.

Was lehrt uns das? Man sollte immer nett zu seinen Mitmenschen sein, egal ob on- oder offline, weil man sich immer wiedertrifft.

Mein Ausflug nach Oslo hat mir jedenfalls sehr gut gefallen. Mit 20 Minuten Netto-Arbeitszeit fast wie ein kleiner Urlaub.

Matthias
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Beitragvon UliK-51 » Do 15. Mär 2018, 12:02

Pianist hat geschrieben:
Wo wir gerade bei „Zufall“ sind: Auf dem Hinflug saß in der Reihe vor mir jemand, der für seinen Cellokasten einen eigenen Sitz gebucht hat. Am Gepäckband kamen wir dann ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er einen Ioniq fährt und ebenfalls hier im Forum aktiv ist. So klein ist die Welt.
Was lehrt uns das? Man sollte immer nett zu seinen Mitmenschen sein, egal ob on- oder offline, weil man sich immer wiedertrifft.


Ja, siehste mal...ich spiele Kontrabass (und Tuba) und bin auch im Ioniq electric unterwegs. :mrgreen:
Übrigens der einzige EV, in den der KB reinpaßt (Tesla außen vor).
Grüße
Uli
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Was ich heute kann besorgen, ...mach ich gar nicht oder morgen.
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Re: Kurzbericht aus Norwegen

Beitragvon spark-ed » Do 15. Mär 2018, 12:27

Hi Matthias,
schöner Bericht. Danke.

Eine Sache stößt mir aber leider etwas sauer auf:
Pianist hat geschrieben:
Auf dem Hinflug saß in der Reihe vor mir jemand, der für seinen Cellokasten einen eigenen Sitz gebucht hat.

Ich hoffe, dieser Mitforist betrachtet seinen Ioniq nicht als Ablass für so eine Frevelei.

Atmosfair gibt für eine Flugreise z.B. Oslo-Frankfurt einen CO2 Footprint von 684kg an.
Das entspricht mehr als 250Liter Kerosin oder auch 50Stück 5Liter Reservekanister, die für diesen Transport für vermutlich ein einzelnes Konzert verfeuert wurden.
Äquivalent Cellotransport.jpg

Sorry, dass ich das hier stellvertretend für so viele andere ähnliche "Kleinigkeiten" anprangere, aber diese Zusammenhänge sind den meisten Leuten gar nicht bewusst (oder werden bewusst verdrängt)
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Re: Kurzbericht aus Norwegen

Beitragvon Pianist » Do 15. Mär 2018, 12:33

Naja, soll nun ein Berufsmusiker still bei sich zuhause verharren und nicht an internationalen Konzertfestivals teilnehmen? Sein wertvolles Instrument darf nun mal nicht in den Laderaum.

Und für mich gilt ja dasselbe: Soll ich meinen Kunden sagen, dass ich nicht bereit bin, irgendwo ein kurzes Interview mit Spitzensportlerinnen aufzunehmen, weil ich den Flug für unökologisch halte? Dann kriegt ein anderer den Auftrag und fliegt hin...

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Re: Kurzbericht aus Norwegen

Beitragvon spark-ed » Do 15. Mär 2018, 12:40

Ja, so funktioniert die Welt leider.
Es wäre den Konzertbesuchern vermutlich nicht zuzumuten gewesen, wenn der Künstler mit einem vor Ort geliehenen Cello gespielt hätte.
Gibt im Alltag halt tausend wichtige Gründe, die uns daran hindern die Welt zu retten ;)
So jetzt habe ich deinen Thread lange genug gekapert, sollte nur mal ein kleiner Gedankenanstoss sein.
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Re: Kurzbericht aus Norwegen

Beitragvon Pianist » Do 15. Mär 2018, 12:43

Na sage mal - Du willst, dass ein Musiker sein Instrument zu Hause lässt und sich vor Ort eins leiht? Mein gutes Benehmen verbietet mir, das zu kommentieren...

Dann könntest Du mir ja genau so sagen, ich soll ein Filmteam vor Ort beauftragen. Es gibt eben Dinge im künstlerischen Bereich, die nicht funktionieren.

Matthias
Zuletzt geändert von Pianist am Do 15. Mär 2018, 12:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kurzbericht aus Norwegen

Beitragvon AbRiNgOi » Do 15. Mär 2018, 12:47

Dienstreisen sind ein ganz schweres Thema, einerseits ist man ja gezwungen irgendwie Geld zu verdienen andererseits muss man dann diese Tätigkeit unter Ökonomische Gesichtspunkte setzen. Ich kann es meinem Arbeitgeber nur sehr selten zumuten, Wien - Stuttgart mit dem EV zu fahren, auch fahre ich dann größtenteils in der Freizeit.
Was so weit möglich ist zu argumentieren, dass die Bahn in 6:30 auch nicht viel langsamer ist als 5:00 mit dem Flieger und so fahre ich mit der Bahn. Das ist bei 600km sicher noch irgendwie argumentierbar, bei einem eintägigen Vortrag in Holland allerdings nicht mehr.
Im Prinzip kann man es sich ja sauber rechnen, weil das Produkt das Entwickelt wird, eben eine CO2 Eintrag erzeugt, der dann auf die Käufer aufgeteilt wird, also nicht ich habe die CO2 in meiner persönlichen 5,6kg CO2 Tagesrechnung sondern der Käufer meines Produktes.
Das kann ich jetzt in der Automobilindustrie leicht argumentieren, dass mein Flug in den 8 Tonnen CO2 jedes verkauften PKWs anteilsmäßig drinnen ist, sind halt die Entwicklungskosten. Bei einem Konzertticket wird es schon schwieriger, und bei einem Sportinterview? Wer rechnet sich dann schon die CO2 auf sein Konto wenn man den Fernseher eine Stunde einschaltet?
Ich für meinen Teil versuche es zu vermeiden und fahre Bahn, dieser Rechentrick ist nichts für mich :)
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Re: Kurzbericht aus Norwegen

Beitragvon Pianist » Do 15. Mär 2018, 12:56

Ich fahre ja auch in Deutschland so viel wie möglich mit der Bahn, das geht aber nur bei punktuellen Drehterminen in Metropolen und abgespeckter Ausrüstung. Wenn ich tagelang von Drehort zu Drehort fahre, und mehr Technik dabei habe als ich mit zwei Händen tragen kann, geht es eben nur mit dem Auto.

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Re: Kurzbericht aus Norwegen

Beitragvon Helfried » Do 15. Mär 2018, 13:00

spark-ed hat geschrieben:
Das entspricht mehr als 250Liter Kerosin


Ein Flugreisender braucht 3 Liter Sprit pro 100 Kilometer.
Er kann auch schlecht daheim im Keller spielen.
omg
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Re: Kurzbericht aus Norwegen

Beitragvon AbRiNgOi » Do 15. Mär 2018, 13:10

Helfried hat geschrieben:
Ein Flugreisender braucht 3 Liter Sprit pro 100 Kilometer.

:lol: der war gut !

Du glaubst auch alles was in der Werbung gesagt wird.

1.) Die Zahl gilt nur wenn der Flieger voll besetzt ist, was in der ersten Klasse gar nicht geht, weil Sitze "für Deine Bequemlichkeit" reserviert sind.
2.) Die Zahl gilt nur, wenn das Flugzeug im Sparmodus fliegt, also gerade keine Verspätung aufgeholt werden muss
3.) Die Zahl gilt nur für den sogenannten 3 Liter Flieger, das ist bei der Lufthansa genau ein einziger Typ, ein großer Airbus.
4.) Die Zahl gilt nur wenn Start und Landung nicht mit gerechnet werden

Wenn Du aber Fokker oder so was ähnliches fliegst beist du ganz weit weg von 3L, Wenn Du Kurzstrecke (also Europa) fliegst geht der Start sehr stark in die Berechnung ein. Atmosfair mittelt das alles schön raus. Wie kannst Du an eine Zahl glauben, die jemand berechnet hat, der will das Du ein gutes Gewissen beim Fliegen hast?

Wie gesagt, es geht ja nicht darum, dass wir alle von zu Hause aus arbeiten, schon gar nicht die Musiker. Es geht nur darum das uns klar wird, dass ein Konzertbesuch jeden von uns ein paar Kilogramm CO2 auf die Konsum Seite spült, nicht nur das Essen oder die Heizung. Weil wenn wir alle zu den Rolling Stones fliegen statt das die zu uns kommen, haben wir ein nochgrößeren Fußabdruck erzeugt. Daher machen diese Konzerte Sinn, vo rallem, wenn es sich um eine Tournee handelt.
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