Kobalt - demokratische Republik Kongo

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Kobalt - demokratische Republik Kongo

Beitragvon kriton » Sa 3. Mär 2018, 22:33

Kobalt ist Bestandteil einiger Batterie Typen. Es wird unter anderem im Kongo gewonnen. Dabei gibt es ganz grob zwei Bergbaumethoden. Einmal den industriellen Übertagebau und daneben den vorindustriellen Kleinbergbau mit überwiegend manueller Tätigkeit und geringen Sicherheitsstandards. Letzt genannter steht immer wieder in der Diskussion auch weil Kinderarbeit dort auftaucht. Die wrtschaftliche Bedeutung des Kleinbergbau wird bei Wiki treffend beschrieben:
Artisanaler Bergbau, der weitgehend ohne maschinelle Unterstützung erfolgt, stellt heute daher einen bedeutsamen Wirtschaftszweig mit vielen Erwerbstätigen, dem größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt und an den Exporten dar. Diese Wirtschaftsform entzieht sich weitgehend staatlicher Kontrolle.

Es gab in der Vergangenheit auch schon den Versuch den Kleinbergbau zu verbieten. Aber die Proteste in der Bevölkerung waren so groß, dass dies zurück genommen werden musste.

Die Ursachen der Zustände im Kongo sind alt und gehen auf die Kolonialzeit zurück, insbesondere aber 30 Jahre Bürgerkrieg, Korruption etc. Der Bergbau ist nicht daran Schuld, tatsächlich waren aber die Bodenschätze immer auch ein Ziel der Auseinandersetzungen. Eines stimmt aber nicht! Kobalt ist für uns nicht bezahlbar, weil ein kleiner Teil der Weltproduktion auf diese Art gewonnen wird. Großindustrieller Abbau ist kostengünstiger. In dem zweiten Link sieht man Bilder von diesem Übertagebau mit großem Gerät, sieht ähnlich aus wie in Deutschland oder Australien.

Noch ein weiterer Punkte. Der Bergbau allgemein, gilt auch für Kobalt, ist bei weitem nicht so flächenintensiv wie Brandrodung mit anschließender Monokultur oder der Gewinn von Regenwaldhölzern.

Niemand möchte für Kinderarbeit und andere Misstände verantwortlich sein. Das gilt genauso für die Textilindustrie in Asien u.a. Die Probleme im Kongo haben andere Ursachen, für die die Europäischen Nationen mitverantwortlich sind und deren Abschaffung undedingt unterstützt werden muss.


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Demokra ... blik_Kongo

https://www.google.de/search?client=ms- ... TEtgqXM%3D
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Re: Kobalt - demokratische Republik Kongo

Beitragvon Frosch_1977 » So 4. Mär 2018, 00:24

Hallo kriton,
worauf willst du mit deinem Beitrag hinaus?
Wenn es um Nachhaltigkeit und Faire Rohstoffe geht ist das ein Material übergreifendes Problem, denn sehr viele Rohstoffe die in der High-Tech- und Elektronik-Branche Anwendung finden sind von diesen Problematiken betroffen.
Sei es Coltan ein Tantalerz das für Elkos gebraucht wird, sei es Wofram, Gold usw.
Die weitere Verarbeitung noch ganz unbeachtet ...

Wenn du mal unter https://www.fairphone.com/de/project/nachhaltigkeit/ schaust, das ist die Webseite von Fairphone, die versuchen ein nachhaltiges Smartphone zu etablieren und dazu eben auch so weit möglich "Konfliktfreie" Rohstoffe einzusetzen. Beim durchstöbern von deren Webseite wird schnell klar wie schwer das schon für solch "kleinen" Mengen an Rohstoffen für ein Smartphone ist.
Was das dann für die Mengen bedeutet, die für ein eMobil nötig ist kann man das erahnen.
MfG
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Re: Kobalt - demokratische Republik Kongo

Beitragvon nr.21 » So 4. Mär 2018, 00:50

Ich glaube, es ging hier um das Schlagwort Kinderarbeit. Das ist ja schnell zur Hand, um gegen E-Autos mobil zu machen.
Die Formel "E-Auto-Fahrer fördern Kinderarbeit" darf man mit diesen Informationen zumindest infrage stellen.
Genauso müsste man beim Kaffee trinken, Schokolade essen, Schmuck und Billigkleidung tragen die gleichen Fragen stellen.
Und nicht nur da..
Die Liste ist unendlich lang
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Re: Kobalt - demokratische Republik Kongo

Beitragvon kriton » So 4. Mär 2018, 01:12

Frosch_1977 hat geschrieben:
worauf willst du mit deinem Beitrag hinaus?....
Wenn du mal unter... und dazu eben auch so weit möglich "Konfliktfreie" Rohstoffe einzusetzen.
Ja, genau darauf will ich hinaus. "Konfliktfreies" Kobalt wird in Kanada abgebaut. Hilft es damit der Situation im Kongo, wenn deren Produkte nicht mehr bezogen werden? Wem machen wir einen Gefallen, wenn deren Einkommensquelle vernichtet wird? Es ist bestimmt richtig Schulen, Wasserquellen, Krankenhäuser usw. im Kongo zu unterstützen. Aber bestimmt helfen wir der Gesellschaft nicht, wenn wir sie boykottieren. Nach dem 30-jährigen Krieg in Europa waren die wirtschaftlichen, sozialen Standards auch nicht so großartig, aber von heute auf morgen hätte sich das nicht lösen lassen. Die haben in einigen Regionen 30 Jahre Bürgerkrieg hinter sich. Das wenige, was da ist, kann man aber nicht deswegen ignorieren, weil unsere moralischen Ansprüche zu hoch sind. Zunächst einmal ist dieser Kleinbergbau Selbsthilfe, weil es zu wenige Alternativen gibt.
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Re: Kobalt - demokratische Republik Kongo

Beitragvon MaXx.Grr » So 4. Mär 2018, 04:01

kriton hat geschrieben:
Frosch_1977 hat geschrieben:
worauf willst du mit deinem Beitrag hinaus?....
Wenn du mal unter... und dazu eben auch so weit möglich "Konfliktfreie" Rohstoffe einzusetzen.
Ja, genau darauf will ich hinaus. "Konfliktfreies" Kobalt wird in Kanada abgebaut. Hilft es damit der Situation im Kongo, wenn deren Produkte nicht mehr bezogen werden? Wem machen wir einen Gefallen, wenn deren Einkommensquelle vernichtet wird? Es ist bestimmt richtig Schulen, Wasserquellen, Krankenhäuser usw. im Kongo zu unterstützen. Aber bestimmt helfen wir der Gesellschaft nicht, wenn wir sie boykottieren. Nach dem 30-jährigen Krieg in Europa waren die wirtschaftlichen, sozialen Standards auch nicht so großartig, aber von heute auf morgen hätte sich das nicht lösen lassen. Die haben in einigen Regionen 30 Jahre Bürgerkrieg hinter sich. Das wenige, was da ist, kann man aber nicht deswegen ignorieren, weil unsere moralischen Ansprüche zu hoch sind. Zunächst einmal ist dieser Kleinbergbau Selbsthilfe, weil es zu wenige Alternativen gibt.


Danke Kriton daß Du dieses Thema angeschnitten hast. Das ist ein sehr kompliziertes Thema. Ich befürchte daß wir das hier im Forum nicht sauber diskutieren können da es ein Thema ist wo es weder schwarz noch weiß gibt, nur grau... Ich stimme Dir im wesentlichen zu was Du über den Hintergrund zu dem sogenannten Kleinbergbau geschrieben hast, daß wir uns nicht anmaßen dürfen ganzen Landstrichen das Einkommen zu verweigern.

Ergänzen möchte ich noch daß der Bergbau durch Großunternehmen im Kongo in meinen Augen ebenfalls keine Lösung sein kann da, dann der Kolonialismus einfach fortgeführt wird: von dem damit verdienten Geld bleibt kaum etwas im Land sondern erhöht lediglich den Shareholder Value. Und die Mechanisierung dabei ist so weit fortgeschritten daß nicht wirklich viele Arbeitsplätze für ungelernte Einheimische herausspringen. Ein paar qualifizierte Arbeiter werden schon dort arbeiten aber die hochqualifizierten Jobs dürften alle von Ausländern besetzt sein.


Grüazi MaXx
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Re: Kobalt - demokratische Republik Kongo

Beitragvon Frosch_1977 » So 4. Mär 2018, 22:27

kriton hat geschrieben:
Frosch_1977 hat geschrieben:
worauf willst du mit deinem Beitrag hinaus?....
Wenn du mal unter... und dazu eben auch so weit möglich "Konfliktfreie" Rohstoffe einzusetzen.
Ja, genau darauf will ich hinaus. "Konfliktfreies" Kobalt wird in Kanada abgebaut. Hilft es damit der Situation im Kongo, wenn deren Produkte nicht mehr bezogen werden? Wem machen wir einen Gefallen, wenn deren Einkommensquelle vernichtet wird? Es ist bestimmt richtig Schulen, Wasserquellen, Krankenhäuser usw. im Kongo zu unterstützen. Aber bestimmt helfen wir der Gesellschaft nicht, wenn wir sie boykottieren. Nach dem 30-jährigen Krieg in Europa waren die wirtschaftlichen, sozialen Standards auch nicht so großartig, aber von heute auf morgen hätte sich das nicht lösen lassen. Die haben in einigen Regionen 30 Jahre Bürgerkrieg hinter sich. Das wenige, was da ist, kann man aber nicht deswegen ignorieren, weil unsere moralischen Ansprüche zu hoch sind. Zunächst einmal ist dieser Kleinbergbau Selbsthilfe, weil es zu wenige Alternativen gibt.


@Kritpn
ok, jetzt verstehe ich worauf du im Kern hinaus willst, was dieses Komplexe Thema angeht muss ich mich MaXx.Grr in dem punkt anschließen dass wir das hier wohl kaum in einer Angemessenen Form diskutieren können.
Was "unseren moralischen Anspruch" angeht darüber will ich im einzelnen nicht urteilen. Im Allgemeinen erschreckt es mich aber immer weider wie wenig Substanz dieser moralische Anspruch bei vielen wirklich hat.
MfG
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Re: Kobalt - demokratische Republik Kongo

Beitragvon Alex1 » Mo 5. Mär 2018, 14:19

Ein weites Feld...

Das Sinnvollste wäre wohl, dem Kongo zu einer erträglichen Staatsstruktur verhelfen zu versuchen.
Herzliche Grüße
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Re: Kobalt - demokratische Republik Kongo

Beitragvon Lebenszauber » Mo 5. Mär 2018, 18:28

Das reichste Land der Welt ist ...??? Der Kongo!

10% der weltweiten Kupfervorkommen
30% der weltweiten Diamantenvorkommen
70% der weltweiten Eisenerzvorkommen
50% des weltweiten Cobaltvorkommens

kommen woher? - na aus dem Kongo. Erstaunlich ist aber, dass es tatsächlich das zweit ärmste Land der Welt ist.
Wie passt das zusammen? Der Kongo ist super reich aber doch extrem arm.

Die Bevölkerung wurde mehrfach dezimiert.

Ehrlich - ich hätte nie gedacht, das hier solch ein Thema erscheint und finde es verdammt gut das Ihr langsam, cooler werdet...
Endlich fangt Ihr an zu denken und zu hinterfragen.
Wenn Ihr mit diesem Thema fertig seit, lohnt eine kritische Betrachtung der well to wheel - Thematik.

Edward Bernays hilft Euch ein wenig beim verstehen, warum gewisse Dinge in unserer demokratischen Welt (denn auch der Kongo ist demokratisch) laufen, wie sie laufen.
Lassen wir den guten Edward sprechen:

„Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist. Wir werden regiert, unser Verstand geformt, unsere Geschmäcker gebildet, unsere Ideen größtenteils von Männern suggeriert, von denen wir nie gehört haben. Dies ist ein logisches Ergebnis der Art wie unsere demokratische Gesellschaft organisiert ist. Große Menschenzahlen müssen auf diese Weise kooperieren, wenn sie in einer ausgeglichen funktionierenden Gesellschaft zusammenleben sollen. In beinahe jeder Handlung unseres Lebens, ob in der Sphäre der Politik oder bei Geschäften, in unserem sozialen Verhalten und unserem ethischen Denken werden wir durch eine relativ geringe Zahl an Personen dominiert, welche die mentalen Prozesse und Verhaltensmuster der Massen verstehen. Sie sind es, die die Fäden ziehen, welche das öffentliche Denken kontrollieren.“

Auch Brzeziński ist sehr ehrlich. Man muss diesen Jungs nur zuhören. Beide waren Präsidenten - Berater
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Re: Kobalt - demokratische Republik Kongo

Beitragvon Alex1 » Mo 5. Mär 2018, 21:27

Rohstoff"reiche" Länder haben und hatten fast nie was von ihrem Reichtum. Siehe nicht nur Kongo. Sondern auch Venezuela, Nigeria und viele Andere. In der Vergangenheit waren es die europäischen Kolonialmächte, die die Länder ausgebeutet haben, heute sind es Warlords und korrupte Regierungen.

Ausnahmen wie die Ölscheichs retteten sich durch diktatorische Regimes oder hatten einfach ein paar Millionen Einwohner weniger, mit denen sie den Reichtum teilen hätten müssen.
Herzliche Grüße
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Re: Kobalt - demokratische Republik Kongo

Beitragvon Achenar » Di 6. Mär 2018, 19:35

kriton hat geschrieben:
Das wenige, was da ist, kann man aber nicht deswegen ignorieren, weil unsere moralischen Ansprüche zu hoch sind. Zunächst einmal ist dieser Kleinbergbau Selbsthilfe, weil es zu wenige Alternativen gibt.


„Kinderarbeit“ ist ebenfalls komplex. In Südamerika gibt es Kindergewerkschaften, die sich gegen das staatliche Verbot von Kinderarbeit wenden, um Familienarmut abzuwenden.

Vor allem müssen Konzerne unter Druck gesetzt werden, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Preise zu garantieren. Hier muss weltweit mehr Transparenz etabliert werden. Und wir als Verbraucher müssen bereit sein, für solche Standards auch deutlich mehr zu bezahlen.
Gruß Achenar

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Jetzt muss nur noch das Erdgas weg :mrgreen:
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