Kaufpreise

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Kaufpreise

Beitragvon muinasepp » Mo 22. Mai 2017, 14:19

Servus,

bin schon drei E-Autos gefahren, akutell fahren wir "nur" einen PHEV, dazu soll aber wieder ein BEV kommen.

Der größte Hemmschuh aber sind einfach nach wie vor die Kaufpreise, selbst mit der Prämie. Und gerade das kann ich mittlerweile nicht mehr so ganz nachvollziehen. Läßt man den Akku außen vor, sollte ein kleines BEV eigentlich nicht (mehr) teurer sein als ein vergleichbarer kleiner Verbrenner. Nehmen wir einfach mal zwei Beispiele heraus:

1. VW Up! Der ist als Verbrenner zu haben ab 9.975.-, als e-Up! ab 26.900.- EUR UVP. Ziehen wir mal 6.000.- EUR für die Batterie ab, verbleibt ein satter Preisunterschied von 10.625.- EUR, das ist mehr als das Doppelte was der Stinker kostet. Wie soll so ein Aufpreis gerechtfertigt sein?

2. "Die" Renault Zoe. Zu haben ab 25.200.- EUR OHNE Batterie. Vergleichbare kleine Verbrenner unterbieten die im Preis locker um 10.000.- EUR.

Solch einen Preisunterschied rechtfertigen weder kleinere Stückzahlen noch eine aufwändigere Technik. Werden doch im Gegensatz zum Verbrenner auch viele Teile eingespart. Die Autoindustrie ist offensichtlich nicht bereit, einen Teufelskreis zu verlassen: Hoher Preis >>> kleine Stückzahlen. Kleine Stückzahlen >>> hoher Preis. Der, der sich als größerer Hersteller traut und als erster ein vernünftiges solches Auto unter 15.000.- EUR UVP anbietet und zusätzlich für die Batterie wahlweise eine Kauf- und eine Mietoption, wird auch größere Stückzahlen machen und sich Marktanteile sichern. Aber Offensichtlich will keiner. Würd es ein solches Auto zu einem solchen Preis geben, ich würds sofort kaufen. Aber so jetzt eben nicht.
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Beitragvon E-Pinger » Mo 22. Mai 2017, 14:36

Zwei Anmerkungen.
Deine 6.000€ für eine Batterie sind deutlich zu wenig. Selbst 8 -10.000€ sind niedrig angesetzt.
Bei einem günstigen Verbrenner hast du weniger Komfort, weniger Fahrspass, kein Navi, keine Standheizung,
keine Standkühlung, ... (Automatikgetriebe bekommt man beim EV geschenkt)
Beispiel Zoe zu Clio, die sind Ausstattungsbereingt nicht so weit voneinander entfernt.
Ich kann den etwas höheren Anschaffungspreis momentan gut nachvollziehen.
Billiger wäre mir natürlich auch lieber, aber das wird kommen, sehr bald sogar.
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Re: Kaufpreise

Beitragvon muinasepp » Mo 22. Mai 2017, 14:56

Die große Batterie beim Zoe z. B. kostet 8.000.- EUR. Das Automatikgetriebe bekommt man nicht geschenkt, sondern das Getriebe ist ja schonmal eines der Teile, das sich der Hersteller spart ;) . Neben so einigem anderen, ich glaub ich brauch da unter BEV-Fahrern nicht jetzt alles einzeln aufzählen. Und viele der Ausstattungen müsste man ja in einem BEV nicht zwangsweise reinbauen, wahlweise wär ja was andres.

E-Pinger hat geschrieben:
Billiger wäre mir natürlich auch lieber, aber das wird kommen, sehr bald sogar

Dein Wort in Gottes Ohr. Hab auch noch nichts davon gehört, dass ein großer Hersteller ein solches Modell im Petto hätte oder dass die Preise für ein bestehendes Modell drastisch gesenkt würden.
Aber ich jedenfalls warte so lang. ;)
Zuletzt geändert von muinasepp am Mo 22. Mai 2017, 15:12, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Kaufpreise

Beitragvon akg » Mo 22. Mai 2017, 15:00

Gebrauchte sind keine Option? Gibt doch mittlerweile ZOEs in vertretbaren Preisregionen.
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Re: Kaufpreise

Beitragvon muinasepp » Mo 22. Mai 2017, 15:07

akg hat geschrieben:
Gebrauchte sind keine Option? Gibt doch mittlerweile ZOEs in vertretbaren Preisregionen.

Schon, aber es ging mir hier um einen objektiven Wertevergleich.

Wenn z. B. ein Mitsubishi Outlander PHEV, ein wirklich ausgewachsenes Auto, das beide Antriebsversionen an Bord hat und die ausgeklügelte Technik dazu, ab 36.000.- EUR (ohne Berücksichtigung der Prämie) zu haben ist und ein kleiner Renault Zoe mit reinem e-Antrieb incl. der Batterie 33.000.- EUR (ebenfalls ohne Prämienberücksichtigung) kostet, dann stimmt dieses Verhältnis ganz einfach hinten und vorne nicht!
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Re: Kaufpreise

Beitragvon panoptikum » Mo 22. Mai 2017, 15:46

Es gibt 3 Gründe für den Preis:
Stückzahl, Stückzahl, Stückzahl.
Renault Zoe Intens (Q210, BJ 03/2013 F-Import)
NRGkick 22kW BT 7,5 m
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Re: Kaufpreise

Beitragvon Bernd_1967 » Mo 22. Mai 2017, 16:37

Genau! Und wenn keiner zu Beginn "teuer" kauft, kann man später auch nicht günstiger kaufen!
Wiederhole mich hier: Für den e-Golf zahlen wir ca. 15.000 Euro mehr als für einen alternativen Benziner (auch Golf).
Trotzdem ist der e-Golf eher günstiger für uns!
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Re: Kaufpreise

Beitragvon mesomaxl » Mo 22. Mai 2017, 22:08

Was die traditionelle Industrie irgendwann einholen wird ist der Faktor der Total Cost of Ownership.
Die fällt unter bestimmten Bedingungen sogar bei den aktuell höheren Kaufpreisen schon zugunsten der Stromer aus.

Ich denke das wird irgendwann die Benziner auffressen - man versucht nur den nahenden Tod aber eben so lange es geht hinauszuzögern.

Wenn neben den Kosten über die Gesamthaltedauer auch die initiale Anschaffung plötzlich noch günstiger wäre, gäbe es gar kein Argument mehr, kein Elektrofahrzeug zu kaufen.


Ich denke, es hat hier und da beinahe abschreckende Wirkung. Steigende Umweltauflagen, Benzinpreise sowie drohende Fahrverbote und eine stärkere Verbreitung der Infrastruktur werden das Blatt langsam aber sicher wenden. Man wehrt sich nur nach allen Kräften dagegen.
Die Argumente bzw. Gründe sind am Ende immer gleich.

Ein Henne-Ei Problem.
Die Industrie sagt, der Verbraucher hat kein Interesse. Der Verbraucher sagt, die Industrie bietet nicht genügend Auswahl (im Vergleich zu was eigentlich? Zu dem bisher gewohnten Angebot, welches so überhaupt notwendig ist? Wer braucht die ganzen Alternativen?).

So bleibt es zunächst noch an den Idealisten und Early-Adopters, sich zu widersetzen und mit jedem Kaufentscheid einen Nagel nach dem anderen in den Sarg der klassischen Brot und Butter Modelle zu schlagen.

Letztlich fällt man jeden Tag mit seinem Geldbeutel eine moralische Entscheidung
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Re: Kaufpreise

Beitragvon E03 » Mo 22. Mai 2017, 22:54

Für den e-Golf zahlen wir ca. 15.000 Euro mehr als für einen alternativen Benziner (auch Golf).
Trotzdem ist der e-Golf eher günstiger für uns!


Fairerweise sollte der Benziner dann auch die gleiche Ausstattung wie der Stromer haben, handgerissen und ohne Standheizung und ohne die anderen Gimmicks ist wie Rhabarber und Bananen.

Natürlich weiß ich, daß gerade die Gimmicks extrem margenstark sind und gewissermaßen die Batterie quersubventionieren und es deshalb den e-Golf auch nicht als "Kassengestell" gibt.

Trotzdem habe ich spaßeshalber mal Wunsch-e-Golf konfiguriert und dann mit Diesel und Benziner bei möglichst gleicher Ausstattung und Motorisierung verglichen. Beim den Verbrennern gibt´s allerdings keine Standkühlung, während es beim e weder für Geld noch für gute Worte (und mir völlig unverständlich) ein Schiebedach gibt.

Einschließlich Prämie von VW und Prämie vom Staat beim Diesel Gleichstand und beim Benziner etwa 2000-. Seid ehrlich und probiert es aus. Ob das jetzt alles für die Gesamtdebatte hilfreich ist, soll hier mal außen vor bleiben. Ich fand das einfach mal interessant, sind am Ende alles Gölfe.
:) 2014er e-Golf seit Oktober 2015 :)
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Re: Kaufpreise

Beitragvon muinasepp » Di 23. Mai 2017, 08:05

Hatte es bereits in meinem Ausgangspost angesprochen, es ist an den Herstellern, den Teufelskreis der kleinen Stückzahlen zu durchbrechen, und zwar mit geringeren Einstandspreisen. Ein großer Hersteller, der jedes Jahr Milliardengewinne, womöglich noch trotz Strafzahlungen, macht, kann das. Und irgendwann wird es sowieso irgendeiner tun. Dann müssen die anderen ganz schnell was im Petto haben, um den Anschluss nicht zu verlieren. Aber grad bei den deutschen ist die Jammerei dann wieder groß und es wird gebremst und sich an die Politik gewandt. Der falsche Weg.

Würde z. B. VW oder ein Tochterunternehmen zum jetzigen Zeitpunkt ein nettes kleines praktisches 4-sitziges Auto, das es für 14.000.- EUR und in einer Cabrio-Version für meinetwegen 19.000.- EUR, jew. plus Batterie mit Kauf- oder Leasingoption (in zwei verschiedenen Kapazitäten, je nach Bedarf und Geldbeutel, die Basisversion muss jedenfalls insgesamt deutlich unter 20.000.- EUR bleiben) gibt, würde das den Markt ganz schön aufmischen. Und man könnte sich auch auf längere Sicht Marktanteile sichern. Wäre eine strategische Entscheidung. Leider aber agiert man nicht, man reagiert. Meine Meinung: Das ist ein Fehler.

Diese Meldung: http://www.goingelectric.de/2017/05/11/news/e-kleinwagen-laut-renault-in-wenigen-jahren-auf-preisniveau-von-verbrennern/ passt dazu. Wer vorne dran ist, gewinnt.
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