Kaufpreise

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Re: Kaufpreise

Beitragvon JuergenII » Di 23. Mai 2017, 08:47

Warum sollten sie am Preisgefüge etwas ändern? Die haben es sich alle im Preisrahmen um die 30.000 Euro bequem gemacht.

Hohe Stückzahlen? Woher sollen die herkommen, wenn sie die Akkukapazität nicht haben. Warum sollen sie den Preis reduzieren, wenn die paar Fahrzeuge auch so abgenommen werden? Alleine in Deutschland stehen 8.000 Ampere-e Bestellungen gerade mal 200 Fahrzeugen gegenüber. Lieferzeiten eines Ioniq betragen bereits über ein Jahr. Musk kann nur deshalb im Herbst mit der Produktion seines Model 3 beginnen, weil er in weiser Voraussicht eine riesen Zellfabrik aus dem Boden gestampft hat.

Und seien wir doch mal ehrlich, wie viele Autokäufer schlagen denn bei den Billigangeboten der fossilen Fahrzeuge wirklich zu? Meist fehlen da ganz bewusst wichtige Extras, die den realen Fahrzeugpreis schnell mal um 20 bis 50% nach oben treiben.
In der Automobilindustrie herrscht ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb. Bis auf die E-Fahrzeuge werden fast alle anderen verramscht oder stehen auf Halde.

Selbst der geringe Absatzeinbruch bei Diesel versetzt die dt. Branche in helle Aufregung, denn ohne Diesel sind die meisten großen SUV kaum noch zu verkaufen. Die meisten europäischen Hersteller haben damit kein Problem, denn ob ich jetzt einen Clio, Megan und Co. mit Benzin oder Diesel verkaufe ist denen relativ egal.

EV's werden solange wie möglich in einer teuren Ecke geparkt. Man sehe sich doch mal die angeblichen Neuerscheinungen der nächsten Jahre an. Ein preiswertes EV sehe ich da weit und breit nicht. Und auch die Ansage von VW, dass der neue I.D. - sofern er denn kommt - auf dem Preisniveau eines Golf Benziners liegt ist relativ, denn einige Varianten bewegen sich laut Preisliste auch deutlich über 20.000 Euro bis hin zu knapp 30.000 Euro + entsprechender Extras!

Ein Preisdruck könnte höchstens aus China kommen, aber die werden sich auch hüten die Preise wirklich günstig zu machen, sonst drohen ihnen ähnliche Sanktionen wie bei den E-Rollern. Vespa lässt grüßen.
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Re: Kaufpreise

Beitragvon muinasepp » Di 23. Mai 2017, 09:08

JuergenII hat geschrieben:
Die haben es sich alle im Preisrahmen um die 30.000 Euro bequem gemacht.

Diese Aussage sagt eigentlich alles. Wer es sich im Wettbewerb bequem macht, hat schon von Haus aus verloren.
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Re: Kaufpreise

Beitragvon JuergenII » Di 23. Mai 2017, 13:14

muinasepp hat geschrieben:
JuergenII hat geschrieben:
Die haben es sich alle im Preisrahmen um die 30.000 Euro bequem gemacht.

Diese Aussage sagt eigentlich alles. Wer es sich im Wettbewerb bequem macht, hat schon von Haus aus verloren.

Das gilt wenn es ein oder zwei machen. Hier machen es alle.

Verloren hat da nur der Erstkäufer und das gleich zweimal, wenn seine Marke den Wagen nicht mit einem Akkuupdate versieht: Beim Neukauf überteuert, beim Wiederverkauf mit hohen Abschlägen.
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Re: Kaufpreise

Beitragvon muinasepp » Di 23. Mai 2017, 14:01

JuergenII hat geschrieben:
Das gilt wenn es ein oder zwei machen. Hier machen es alle.

Noch. Die Frage ist auch nicht, ob das so bleibt, sondern wie lang das so bleibt. Irgendwann wird der erste ausscheren. Oder Hersteller wie Tesla setzen sich auch in diesem Segment durch, oder die Chinesen. Ab einem bestimmten Punkt können es sich Massenhersteller nicht mehr erlauben, zuzuschauen. Schau doch mal wie aggressiv BMW z. B. seine PlugIn-Modelle preislich zu den vergleichbaren Verbrennern platziert.

Dass der frühe Käufer in wirtschaftlicher Hinsicht im Vergleich zum späteren Käufer der Depp ist, steht außer Frage. Der weiß das aber auch, wenn er nachdenkt, und nimmt das in Kauf. Trotzdem können sich unter bestimmten Bedingungen auch jetzt BEVs schon rechnen, meine drei bisherigen haben sich alle gerechnet. Sind aber auch nicht allgemein gültige Umstände.
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Re: Kaufpreise

Beitragvon Basslo » Di 23. Mai 2017, 14:33

Ich denk die Kehrtwende wird es ab 2020 geben. BMW wird auch die BEV Varianten ähnlich preislich positionieren wie die Plug In Hybriden. Der preisliche Aufschlag wird überschaubar sein und in anbetracht der niedrigen Betriebskosten schnell rein gespielt.
Das werden dann viele Hersteller machen müssen wenn einer mal anfängt.
In Österreich hat BMW bei den Plug In Hybriden bereits einen Marktanteil von über 40%. Liegt an dem attraktiven Preis/Leistungsverhältnis.
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Re: Kaufpreise

Beitragvon tomaso » Di 23. Mai 2017, 14:38

... und wenn Toyota beginnt mit ihren reinen E-Autos. Die können auch noch was reißen.
Vermutlich 2020 oder auch früher.
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Re: Kaufpreise

Beitragvon meikel66 » So 28. Mai 2017, 22:22

JuergenII hat geschrieben:
Die haben es sich alle im Preisrahmen um die 30.000 Euro bequem gemacht.

Vielleicht sind es ja auch die neuen Mitspieler, die den Druck auf die Etablierten machen. Die e.Go Mobile AG macht mit ihrem e.Go Life für rund 12.000 Euro ja schon richtig Druck. Leider werden erst in 2018 die ersten 1000 Fahrzeuge produziert werden. Aber hier gibt es ein Fahrzeug ohne sinnfreie Vollausstattung zu einem akzeptablen Preis.

Die Akkukosten sind auch so ein Thema, die scheinen mir recht willkürlich zu sein. Die Zellen, die von den Autobauern eingekauft werden, liegen zurzeit unter 140 Doller je kWh. Dann kommen ein paar Kabel drumherum und eine Platine (BMS) aus China für ein paar Euros und schon geht der Akku für 10.000 und mehr in den Verkauf. Ich müsste mal rausfinden, ob der idiotische Akkupreis eines Citroen C Zero für 18.000 Euro (für 14,4 kWh) noch aktuell ist. Aber auch bei aktuellen Fahrzeugen wie Kia oder Hyundai liegen die Akkupreise bei 14.000 Euro und mehr. Bei meiner Zero S (Neupreis 10.000 Euro) sollte der Akku (6 kWh) 8.000 Euro kosten. Ein Witz! Denn wenn die Akku-Garantie abgelaufen ist, dann ist das Fahrzeug sowieso weniger wert. Also wirtschaftlicher Totalschaden! Dieses Geschäftsmodell fördert sicherlich nicht den Absatz.

Aber gerade die Angst vor dem Akkudefekt verhindert für viele den Umstieg auf den Elektroantrieb. Der Akkudefekt wird kommen und die Folgen sind heute in keiner Weise vorhersagbar. Bekommt man überhaupt noch einen passenden Akku. Und wenn ja, ist der Preis nicht völlig überzogen? Muss ich mein E-Fahrzeug mit 8 oder 10 Jahren entsorgen, weil keine erschwinglichen Ersatzteile mehr zu haben sein werden?

Ich denke, es ist für Privatkäufer sinnvoller zurzeit noch zu abwarten, bis sich ein bestimmter (und bezahlbarer) Akkustandard etabliert hat. Dann wird ein Akkudefekt nicht um K.O.-Kriterium!
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Re: Kaufpreise

Beitragvon muinasepp » Mo 29. Mai 2017, 07:28

meikel66 hat geschrieben:
Vielleicht sind es ja auch die neuen Mitspieler, die den Druck auf die Etablierten machen. Die e.Go Mobile AG macht mit ihrem e.Go Life für rund 12.000 Euro ja schon richtig Druck. Leider werden erst in 2018 die ersten 1000 Fahrzeuge produziert werden. Aber hier gibt es ein Fahrzeug ohne sinnfreie Vollausstattung zu einem akzeptablen Preis.

Ich glaube, wenn da nicht jemand wie ein Elon Musk dahinter steht, dass die nicht den Hauch einer Chance haben.

Zudem kostet die billigere Variante des e.Go schon 15.900.- EUR ohne Einrechnung der Prämie, die ja zu dem Zeitpunkt, zu dem diese Autos verfügbar sein werden, schon sinkt. Der Preis -für dieses Auto- ist in Meinen Augen schon jetzt nicht mehr attraktiv.
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Re: Kaufpreise

Beitragvon Helfried » Mo 29. Mai 2017, 07:45

meikel66 hat geschrieben:
Ich denke, es ist für Privatkäufer sinnvoller zurzeit noch zu abwarten, bis sich ein bestimmter (und bezahlbarer) Akkustandard etabliert hat. Dann wird ein Akkudefekt nicht um K.O.-Kriterium!


Akkustandards wird es noch Jahrzehnte lang keine geben. Siehe auch bei den Goldgruben Druckertinten oder E-Bikes, wo Standards tunlichst vermieden werden.
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Re: Kaufpreise

Beitragvon meikel66 » Mo 29. Mai 2017, 14:37

muinasepp hat geschrieben:
Ich glaube, wenn da nicht jemand wie ein Elon Musk dahinter steht, dass die nicht den Hauch einer Chance haben.
Zudem kostet die billigere Variante des e.Go schon 15.900.- EUR ohne Einrechnung der Prämie, die ja zu dem Zeitpunkt, zu dem diese Autos verfügbar sein werden, schon sinkt. Der Preis -für dieses Auto- ist in Meinen Augen schon jetzt nicht mehr attraktiv.


Der e.Go Life bedient ja den Kundenkreis der Minimalisten. Die beiden Fahrzeugkategorien werden sich also kaum in die Quere kommen. Und vom technischen Know-How könnte es der gute Prof. Dr. Günther Schuh ein Stück weit mit Elon Musk aufnehmen können. Das gleiche Charisma hat er sicher nicht. Aber unabhängig davon könnte Bosch auch eine vertrauensvolle Adresse sein ...

Eigentlich sollte der e.Go ja bei 14.000 Euro beginnen. Die Kaufprämie hat ihn dann auf 15.900 bugsiert, um ihn schlussendlich ab 11.900 an den Mann (oder die Frau) zu bringen. Und bei knapp 12.000 Euro kann man eigentlich nicht mehr so viel falsch machen ...

Helfried hat geschrieben:
Akkustandards wird es noch Jahrzehnte lang keine geben.


Eigentlich würde ein Zellstandard auch reichen. Hätten wir die gleichen Zelltypen, dann könnte man defekte Akkus auch wieder in Stand setzen (lassen). Solange der Zellstandard fehlt ist ein Akkuersatz schwierig bis unmöglich.
Nur ohne einen preiswerten Akkuersatz dürfte das batteriebetriebene Elektroauto nicht mehrheitsfähig werden. Dann wird es wohl andere Zukunftslösungen geben ...
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