Ideologie(n), Motive ?

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Re: Ideologie(n), Motive ?

Beitragvon spark-ed » So 25. Okt 2015, 16:47

Nachdem mein 150PS Diesel kurzstreckenbedingt ewig im Ar... war, habe ich nach einem kurzstreckentauglichen, zeitgemäß sparsamen und trotzdem gut motorisiertem (Beschleunigung) Fahrzeug recherchiert.
Da es mich ausserdem genervt hat, 3 Sitzplätze und einen riesigen Kofferraum zu 99% ungenutzt spazieren zu fahren blieb in der Schnittmenge der Smart als E-Variante übrig.
Eine 100% perfekte Entscheidung.
In den knapp 20.000km gab es keine Einschränkungen, nur für eine handvoll Langstrecken (Urlaub) habe ich den Smart gegen den Verbrenner meiner Freundin getauscht. Das fiel jeweils verdammt schwer - ich liebe meinen Rennwürfel!
SmartED - einfach, wie für mich gemacht
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Re: Ideologie(n), Motive ?

Beitragvon mlie » So 25. Okt 2015, 17:43

Nachdem mein W124 Kombi Benziner BJ 1991 gerade eingefahren war mit 488.000 km, ging leider der Motor durch eine Verkettung unglücklicher Umstände kaputt. Der Opel Combo, den ich dann ein halbes Jahr gefahren bin, hat mir gereicht, so eine Kasperbude kann man sich gar nicht vorstellen.
Also habe ich mir auch dem Automarkt umgesehen, ich hab überschlagen. der Mercedes hat 9,8 Liter gebraucht, der Opel 6,7, also war die Vorgabe: Das neue Auto darf maximal 2,5 Liter auf 100km verbrauchen und ungefähr soviel Platz wie der Mercedes haben. Immerhin waren seit 1991 22 Jahre vergangen. Keiner der Fossilverkäufer konnte mir ein entsprechendes Fahrzeug anbieten. Es gab also offensichtlich keine Entwicklung im Motorenbereich, die mir was nutzen würde.
Dann hab ich vom Loremo gelesen, das klang ja alles toll, aber war nicht zu kaufen, dann hab ich weiter recherchiert und den Nissan Leaf entdeckt, aber der war noch recht teuer und etwas klein - aber beim selben Autohaus stand der Kangoo Maxi ZE rum, und der hat mir nach 2 Probefahrten richtig gut gefallen.
Also hab ich den gekauft, alleine schon, weil ich zu Hause tanken kann und ich damals noch eine PV-Anlage geplant hatte. (Die ist noch nicht auf dem Dach aus anderen Gründen, kommt aber noch).

Der Kangoo war 2 Jahre mein treuer Begleiter, aber Renault hat den so stiefmütterliche behenadelt und die defekten Bremsen hinten haben so viel Geld gekostet (obwohls ja eigentlich Gewährleistung oder zumindest Kulanz gewesen sein sollte), dass ich mit Renault durch war und Nissan zufällig gerade den ENV200 auf dem Markt hatte. Und siehe da, endlich Schnelladen, endlich auch wieder überholen können (80kW sind gegen die 44kW vom Kangoo eine Offenbarung), endlich einen geheizten Innenraum, endlich ein funktionsfähiges Radio, endlich mit 6,6kW laden, also 3 Statt 6 Stunden bis Akku voll.

Mit dem Kangoo war es eine schöne Zeit, aber jetzt steht er zum Verkauf, weil der eNV200 eben doch besser ist für MEIN Profil. Wer nur Pendler vom Nachbarort zum Bahnhof ist und mit den Kindern zur Reithalle und dann mit dem Kontrabass zur Musikschule fährt, für den ist der Kangoo ideal.

Fazit: Eigentlich wollte ich nur mit einem sparsamen Fahrzeug meinen Geldbeutel entlasten, aber die letzten 20 Jahre hat sich in der Entwicklung offensichtlich NIX getan. Und so kam ich eher aus Versehen zu einem Elektroauto.
110Mm elektrisch ab 11/2012.

Bevor man den 200. Tröt zu einem längst ausdiskutierten Sachverhalt aufmacht, IMMER erstmal die Suche benutzen. Es gibt in diesem Forum KEIN Elektroautothema, welches nicht schon längst abschliessend diskutiert wurde!
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Re: Ideologie(n), Motive ?

Beitragvon Alex1 » So 25. Okt 2015, 23:47

novalek hat geschrieben:
Öko hin oder her, alles was wir an Umweltsünden positiv "gestalten" wird sich erst in einigen Jahrhunderten bemerkbar machen - die Zeitkonstante für die Wirkung vergangener Umweltverpestungen und extraterrestische Wirkungen ist bekanntlich falsch angesagt worden
Wie meinst Du das?

Dass es das Ozonloch gar nicht gab? Dass das Protokoll von Montreal nichts brachte? Benutzt Du immer noch FCKW?
Dass es das Waldsterben gar nicht gab? Dass die millionenteuren Kalkungen der Wälder Unsinn waren?
Dass keine Seen umgekippt sind wegen unserer SO2-Emissionen? Dass wir uns die Entschwefelungsanlagen hätten sparen können?
Dass keine Flüsse von Schaumwalzen bedeckt waren? Dass Kläranlagen unnötig sind?

Die globale Erwärmung ist schon da. Und sie wurde zum großen Teil durch den Straßenverkehr verursacht. Und der Straßenverkehr ist der einzige Bereich, der in den letzten 20 Jahren seine Emissionen nicht gesenkt hat.

Wenn es Ideologie ist, Menschen nicht mit krebserzeugenden Substanzen einzunebeln, dann bin ich gerne Ideologe. Sei es bei Asbest, Passivrauch oder Autoabgasen.
Wenn es Ideologie ist, möglichst auf die laut Wissenschaft akzeptablen 2 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr zu kommen, dann bin ich auch gern Ideologe.
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Ideologie(n), Motive ?

Beitragvon Alex1 » So 25. Okt 2015, 23:58

Ach soho, erzähl doch bitte nicht immer wieder den selben Unsinn!
soho hat geschrieben:
Der Umweltvorteil ist zumindest über CNG-Fahrzeugen fraglich.
Diesen Unsinn hatten wir doch schon oft genug ausdiskutiert, oder?
Daher kann nicht verstehen, warum hier andere Leute einen als Umweltsünder (teilweilse auch Untervolk) brandmarken.
"Untervolk", der Begriff stammt von Dir. Schließe bitte nicht von Dir auf Andere :roll:
Woher wollen die denn wissen wie man sonst lebt?
Das Maß sind 2 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr. Und das schaffst Du definitiv nicht ohne eAuto.
Ideologen? Nur wenn das E-Car über die eigene PV vom Dach, oder über die Brenstoffzelle im Keller geladen wird. Dann klatsche auch ich.
Schau, soho, DAS ist Ideologie von Dir. Es ist doch völlig schnurz, auf welchem Dach die Solarzellen liegen? Du hast das Prinzip echten Ökostroms ganz offensichtlich immer noch nicht begriffen :roll:
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Alex
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Re: Ideologie(n), Motive ?

Beitragvon Alex1 » Mo 26. Okt 2015, 00:07

Majaleia hat geschrieben:
Mein Mann wollte schon seit Jahren ein Elauto haben (er ist Klimaforscher). Als ich dann Ende 2013 immer mehr Leafs und Teslas gesehen habe, wollte ich auch eins haben und dann nach nur einer Probefahrt haben wir gleich einen Leaf gekauft...ich muss dazu sagen: wir haben 7 Jahre in Norwegen gewohnt und da gehört das Elauto ganz normal zum Strassenbild. ;)
Super!

Dann hast Du ja die wissenschaftliche Begründung frei Haus!

Mir ging es ähnlich, ich konnte es schon seit Jahren nicht erwarten, ein eAuto zu haben. Aus reinen Umweltgründen. Erst die Reichweite und die Ladefreudigkeit der Zoe (als ich sie endlich hatte, waren noch keine 3.000 Säulen in D aktiv, also musste ich jede Steckdose nutzen!) haben mich dann überzeugt. Ich muss beruflich auch mal 140 km am Stück fahren, das geht eben - vor allem im Winter - nur mit der Zoe.

Eigentlich müsste ich sogar 200 km am Stück fahren, aber dann hätte ich heute noch kein eAuto :cry: So nutze ich halt die unvermeidlichen Ladepausen sinnvoll :lol:
Herzliche Grüße
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Re: Ideologie(n), Motive ?

Beitragvon Elektrolurch » Mo 26. Okt 2015, 10:09

Alex1 hat geschrieben:
Mir ging es ähnlich, ich konnte es schon seit Jahren nicht erwarten, ein eAuto zu haben. Aus reinen Umweltgründen.

Same here. Ich bin die letzten 15 Jahre vor der ZOE schon nur noch mit Gas gefahren (CNG und LPG), während ich sehnsüchtig auf praxistaugliche EV in für mich erschwinglichen Preisregionen wartete. So wenig wie möglich die Umwelt (d.h., andere Menschen und Lebewesen) beeinträchtigen mit meinem Lebensstil, dabei aber auch nicht zu asketisch werden, darauf will ich achten. Dazu gehören auch noch andere Sachen wie fleischlose Ernährung, Einkauf von Bioprodukten, sparsamer Einsatz von Energie.

Der Pfennigfuchserei hier, die in gefühlt hunderten Threads immer wieder zelebriert wird, kann ich mich nicht anschließen. In allen diesen Rechnungen fehlen mir genau die Sachen, die man eben nicht direkt in Geld umrechnen kann. Was ist uns eine intakte Umwelt, saubere Luft, sauberes Wasser, saubere Nahrung wert? Was ist uns eine friedlichere, faire Wirtschaft wert? Dafür zahle ich gern etwas mehr. Es sind ohnehin Milchmädchenrechnungen, denn am Ende zahlen wir immer für alles, ob nun als Produktpreis oder als KV-Beitrag oder als Steuer.

Dabei lebe ich auf relativ niedrigem finanziellen Niveau. Ich habe (als Selbstständiger) meine Einkommenssituation so organisiert, dass ich einigermaßen über die Runden komme, aber auch keine großen Sprünge machen kann. Ein Tesla wird es also sehr wahrscheinlich nie werden. Dafür ist mein Stresspegel relativ niedrig, was sich insgesamt positiv auf meine Lebensqualität auswirkt.

Was motiviert mich? Und warum kann ich es mir nicht einfach in meiner kleinen Blase gemütlich machen? Wieso bin ich immer wieder versucht, doch ein wenig zu missionieren? Ganz einfach: Weil ich eben nicht in einer Blase lebe. Es ist zu einem guten Teil die reine Selbsterhaltung. Ich bin dem ganzen Scheiß da draußen, den andere verzapfen, ausgesetzt. Ich muss den Motorenlärm ertragen, ich muss die Abgasgifte einatmen, ich muss mit meinen Steuern Kriegseinsätze finanzieren. Das passt mir nicht, nein, ganz und gar nicht.

Von daher halte ich meine Begeisterung für das elektrische Fahren nicht unbedingt in der Öffentlichkeit zurück. ;)
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Re: Ideologie(n), Motive ?

Beitragvon soho » Mo 26. Okt 2015, 20:45

Alex1 kann es nicht lassen und schreibt wieder Müll. Während dessen er mit Flüssiggas heizt.

<2 Tonnen mit Auto, klar ist das machbar wenn man mit CNG fährt. Aber dazu gehört es den gesamten Lebensweise mit ein zu beziehen.
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Re: Ideologie(n), Motive ?

Beitragvon EVduck » Mo 26. Okt 2015, 22:21

Das musst du mir mal vorrechnen, soho. Das beste cng Auto das ich fand, hat schon 79g/km CO2 Emissionen, das wären bei mir schon 2,4t CO2 pro Jahr. Beim eAuto (bei mir nur Wasser, Wind und Sonne) 0g.
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Re: Ideologie(n), Motive ?

Beitragvon Rudi L. » Mi 28. Okt 2015, 15:43

Elektroautos waren für mich nie ein Thema, bis ich im Urlaub auf viele Twizy und eine Zoe gestoßen bin. Der Twizy gefiel schon, für den sonnigen Urlaubsort ok aber für unsere Breitengrade zu luftig und bißchen wenig Topspeed. Die Zoe gefiel mir sofort, klasse Zweitwagen.

Mit der fing ich auch an, die war recht schnell gekauft, zunächst rein aus Neugier, weil mir das Auto gefiel und ich das Konzept Elektroauto spannend fand. Ursprünglich als Zweitwagen gedacht fuhr ich mit dem Wagen immer häufiger und immer weiter weg und dachte mir, sowas muß ich in größer haben. Noch im selben Jahr stellte Tesla den "D" vor und vier Tage später habe ich ihn blind bestellt. Vorher bin ich die Heckantriebsmodelle Probe gefahren, aber die Begrenzung auf 215km/h störte mich. Der "D" hat das nicht.

Je mehr ich mich mit Elektroautos und EE beschäftige, ich speise beide Autos über die PV Anlage, umso mehr sehe ich welch eine gigantische Verschwendung ein Verbrennungsmotor darstellt. Das geht soweit, daß ich wenn ich mal Verbrenner fahren muß gar keine Lust mehr verspüre damit schneller als 120km/h zu fahren, wegen dem Schadstoffausstoß. Dies ist vor dem Hintergrund, daß ich noch vor zwei Jahren auf der Autobahn eigentlich immer da wo es ging Vollgas gefahren bin ein großer Sinneswandel.

Ohne E- Autos und dem lesen und diskutieren in diesem Forum wäre das nie so gekommen.

Der Nachteil ist, ich habe immer mehr ein schlechtes Gewissen wenn ich mein Motorrad starte und fahre. Motorradfahren ist für mich im wesentlichen Beschleunigung sowie Dynamik beim Kurvenfahren. Ich bin weniger der Cruisertyp, das macht mir keinen Spaß auf zwei Rädern. Entsprechend ist der Schadstoffausstoß. Ich warte daher auf ein Elektromotorrad, welches mindestens so tauglich ist wie der Tesla unter den E-Autos.

Das wird aber noch dauern.

Ich missioniere nicht, bin mir aber bewußt, daß wir sehr genau beobachtet werden wie wir die Elektroautos ganz einfach im Alltag einsetzen. Wir fahren zum einkaufen, zu Terminen, in den Urlaub, überall hin wo wir wollen wie vorher auch. Unfreiwillig wird man dadurch zum Botschafter, was ok ist.

Stellt einer dumme Fragen oder will polemisieren laß ich ihn stehen oder er bekommt die passende Antwort, je nach Laune und Tagesform. Interessierten stehe ich aber gerne Rede und Antwort. Einen konnte ich sogar überzeugen ein E-Mobil mit Rex zu kaufen.

Grüße
Rudi
Rudi L.
 

Re: Ideologie(n), Motive ?

Beitragvon Rudi L. » Mi 28. Okt 2015, 16:12

und wenn mich einer anspricht, daß die Elektroautos doch so teuer sind.

Falsch, Elektroauto fahren nur Leute die kein Geld für Sprit übrig haben :lol: ;)
Rudi L.
 

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