Herstellungsbedingter CO2 Abdruck Elektrofahrzeug

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Re: Herstellungsbedingter CO2 Abdruck Elektrofahrzeug

Beitragvon 1234567890 » Mo 13. Nov 2017, 15:32

Der große Energieaufwand ist die Gewinnung der Rohstoffe. Bei den Teilen, in denen sich Verbrenner und Elektro unterscheiden gibt es einen wesentlichen Unterschied. Die Metalle beim Verbrenner stammen größtenteils aus dem Recycling und benötigen nur "wenig" Energie, um ein Neuteil zu erstellen. Beim Akku aber auch beim Elektromotor sind das hauptsächlich Primärrohstoffe, die erst noch aus Erzen gewonnen werden müssen, weil sie absolut rein sein müssen. Beim normalen Stahl machen gewisse Verunreinigungen nichts aus, sind teilweise sogar gewünscht. Über den CO2-Anteil am Strommix in den Ländern, die aus den Erzen Metalle gewinnen schweigen wir besser, das ist in der Regel 100% Kohle, meist sogar Braunkohle.

Der "saubere" Strom bei uns kommt erst in der eigentlichen Produktion zum tragen, die macht aber beim Gesamtenergieaufwand nur einen Bruchteil aus. Es hat schon seinen Grund, wieso gerade die rot-grüne Regierung der Globalisierung bei uns Tür und Tor geöffnet hat und die ganzen energieintensiven Betriebe nach Asien und Südamerika vertrieben hat. Eigentlich wurden die Betriebe nicht vertrieben, das wurde durch die Steuerfreiheit der Gewinne beim Verkauf von Unternehmensteilen subventioniert. Hat schon seinen Grund, wieso ausgerechnet eine rot-grüne Regierung die Industrie von den Steuern freigestellt hat. Wir könnten nie die damaligen CO2-Vorgaben einhalten, wenn wir hier in Deutschland / Europa noch nennenswert aus Erzen Metallen gewinnen würden oder andere energieintensive Rohstoffverarbeitung hätten (Zementproduktion ist auch fast komplett nach Indonesien abgewandert).

Eigentlich müssten wir uns den CO2-Anteil der importierten Vorprodukte auch zuschlagen, aber dann hätte Schröders/Fischers Trick nicht funktioniert, dann wäre es besser gewesen die energieintensive Produktion in Europa zu behalten.
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Beitragvon flechtlicht » Mo 13. Nov 2017, 18:40

Noch was vom BMWi zur Entwicklung erneuerbarer Energien
Im vergangenen Jahr weltweiter Anstieg von 9%
Erneut mehr Leistungszuwachs als bei fossilen Kraftwerken
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Presse ... eiter.html
S☀️nne tanken - Si☀️n fahren
~~~~S☀️mmer 2019~~~~~
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Re: Herstellungsbedingter CO2 Abdruck Elektrofahrzeug

Beitragvon Basslo » Mi 15. Nov 2017, 20:51

Die ganzen Vergleiche in den Studien kann man sowieso vergessen.
Um das seriös zu vergleichen mit realistischen Werten braucht es mehr als paar Überschlagsrechnungen.
Die tausenden Teile im Verbrenner Antriebsstrang müsste man jedes einzelne Teil bewerten, inkl. Logistik per LKW, Schiff usw. Mit dem jeweiligen CO2 Mix vom Herstellerland. Noch dazu die ganzen Fertigungshallen sowie Enwicklungszentren der Zulieferer.
Wenn ich mir anschaue wieviel LKWs in ein Motorenmontagewerk von BMW rein fahren und wieviel aber Millionen Teile da täglich verbaut werden nur um paar Tausend Motoren am Tag zu bauen, wird einem ganz anders.
Ein E-Auto hat um ca. 70% weniger Teile. Das heißt auch dass deutlich weniger Logistik notwendig ist, welche auch CO2 UND Schadstoffe raus bläst, sowie die Strassen verstopft.
Wegen der vollständigen teilelektrifizierung von Verbrennern mit 48V werden bald fast alle Autos nur noch Automatikgetriebe haben. So ein Getriebe hat nochmals unzählige Teile + Montage + Logistikaufwand.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Produktion von Anfang bis Ende eines Verbrennerantriebstranges weniger CO2 erzeugt als ein E-Antriebstrang. Die Motormontage und Akkupackmontage vom i3 ist ja schon lächerlich einfach und weniger aufwendig als die Verbrenner und Automatikgetriebemontage. Das kann man ja schon fast vernachlässigen. Und dass die Zellen allein + die Herstellung der E-Motor Komponenten mehr Energie fressen wie mehrere Tausend Teile für den Verbrenner kann mir keiner weis machen.

Das sind alles nur schönrechnerein zu Gunsten des Verbrenners, genauso wie sie es beim CO2 Ausstoß im Betrieb machen. Beim E-Auto immer gleich die schlimmsten Bedingungen annehmen und beim Verbrenner nur so tief rein schauen damit es für die gewünschte Aussage passt.
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Re: Herstellungsbedingter CO2 Abdruck Elektrofahrzeug

Beitragvon AndiH » Sa 18. Nov 2017, 22:46

Einigermaßen realitisch aufbereitet gibt es das Thema hier: http://www.emobil-umwelt.de/

Das E-Auto hat je nach je nach Energiemix am Herstellungsort der Zellen einen initialen Nachteil bei CO2, der ist allerdings beim Vergleich in der gleichen Fahrzeugklasse recht schnell erledigt. Zusätzlich wird der initiale CO2 Nachteil des E-Auto mit steigender Energiedichte des Akku kleiner und der Vorteil über die Lebensdauer mit mehr EE im Energiemix immer besser. Wenn man das E-Auto schlecht rechnen will kommt man in etwa auf Gleichstand, aber das E-Auto hat über den Strommix sehr viel Potential zur Verbesserung, der Verbrennungsmotor wird nur dann besser wenn man ihn nicht verwendet.
Seit 02/2016 über 1.900 Liter Diesel NICHT verbrannt...
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Re: Herstellungsbedingter CO2 Abdruck Elektrofahrzeug

Beitragvon spark-ed » Fr 24. Nov 2017, 22:41

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat ein interessantes Lebensdauerzyklus-Tool für die verschiedenen Antriebskonzepte anhand von realen Fahrzeugen veröffentlicht
Hab den link vorhin im TFF gefunden
http://carboncounter.com/

Man kann oben unter "Customize" auf die uns eher geläufigen SI Einheiten umstellen.
Weiterhin sollte man für eine verzerrungsfreie Darstellung die Option "federal tax refund" abwählen ($7500 hier kaum möglich)
Sind das objektive Werte? Was meint ihr?
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Re: Herstellungsbedingter CO2 Abdruck Elektrofahrzeug

Beitragvon Brandt » Sa 25. Nov 2017, 18:14

Ich persönlich halte es für nicht korrekt in der Vorgehensweise wie man eine Verbrenner mit einen Elektroauto im CO2 Gesamtpaket betrachtet. Unabhängig von den einzelenen Prozessen und der Aufwand wärend der Herstellung wird genrell am Ende für Verbrenner beim CO2 Ausstoß der Wert der Hersteller meist verwendet und bei den Elektroautos dann entsprechend der Mix des Stroms. Zum einen wissen wir alle, dass die Angaben der Hersteller bezüglich der CO2 Werte Ihrer Fahrzeuge mal fleißig gedrückt sind und dies reine Laborwerte darstellen, die teilweise Abweichungen um bis zu 500% im Alltag je nach Fahrsituation zeigen. Zum anderen bleibt es für mich nach wie vor ein Rätsel, wie in solchen Studien für den gesamt CO2 Wert bei Elektrofahrzeugen tatsächlich noch der CO2 Wert bei der Herstellung des "Kraftstoffs" mit einberechnet wird, dies aber weder für Diesel oder Benzin mit berücksichtigt wird. Ich denke es ist leicht für jeden selbst hier eine grobe Tendenz zu sehen, wohin es gehen würde, wenn wir direkt die CO2 Werte bei der Ölförderung, brennende Ölplattformen, ausgelaufenen Öltanker und die Beseitigung, der Transport des Öls bis hin zur Kraftstoffgewinnung mit berechnen. Ich habe bisher noch keine Studie gefunden, welche ganz klar auf beiden Seiten die selben Schritte und Abläufe, vom Anfang bis hin zum finalen Gebrauch auf der Straße, ausgewogen definiert.
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Re: Herstellungsbedingter CO2 Abdruck Elektrofahrzeug

Beitragvon spark-ed » Sa 25. Nov 2017, 19:29

Man sollte bei der Betrachtung realistisch bleiben.
Die Abweichungen hinsichtlich der Verbräuche gibt es genauso bei den Verbrennern wie auch bei den Elektrofahrzeugen. (Man ließt in den letzten Wochen nicht ohne Grund nichts mehr von Rekordreichweiten etc., da sich der Verbrauch im Winter meist noch mehr von der NEFZ Angabe entfernt wie beim Verbrenner)

Auch gibt es derzeit m.W. immer noch keine Recyclinganlage für LiIon Batterien im großen Maßstab, daher kann man absehbar noch nicht von einem geschlossenen Stoffkreislauf sprechen.
Klar wird gerne die Herstellung der Ölplattform und Transport unterschlagen, genauso wird aber auch bei PV und Windstrom auch gerne von 0g CO2 gesprochen, was genau genommen mindestens genauso falsch ist.

Aber:
Nur Strom kann als Energieträger überhaupt sinnvoll regenerativ erzeugt werden. Natürlich kann man daher irgendwann auch Windkraftanlagen und PV-Module als auch Speicherbatterien am Ende ihres Lebenszyklus unter Verwendung regenerativer Energie zurückbauen, recyclen und widerum neue Anlagen herstellen.

Um den Anteil reg. Energien in Richtung 100% zu bekommen brauchen wir wiederum jede Menge Speicher. Hier hilft jede aktuell produzierte kWh Batterie die Techniken zu optimieren und die Preise zu drücken. Den CO2 Verbrauch für unsere Batterien kann man also als unvermeidlichen Initialaufwand sehen, der das Gesamtsystem immer besser werden läßt.

Verbrennungsmotoren kann man verbessern und optimieren wie man will, am Ende steht immer der Einsatz fossiler Energieträger oder ein mit Faktor 3x höherem Energieaufwand hergestellter synthetischer Kraftstoff.
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Re: Herstellungsbedingter CO2 Abdruck Elektrofahrzeug

Beitragvon Alex1 » Sa 25. Nov 2017, 20:45

Der Daimler hatte doch schon vor 3 Jahren bewiesen, dass ein eAuto umweltfreundlicher ist als ein Verpester (sogar aus dem eigenen Stall): http://www.emobilitaetonline.de/news/pr ... chnet#null

Die elektrische B-Klasse hat ein Umweltzertifikat nach ISO-Richtlinie TR 14062 vom TÜV Süd erhalten. Mercedes dokumentiert für die Ökobilanz der B-Klasse Electric Drive jedes umweltrelevante Detail. Demnach treten im Lebenszyklus des Elektroautos - von der Produktion über eine 160.000 Kilometer-Nutzung bis hin zur Altauto-Verwertung - bis zu 64 Prozent weniger CO2-Emissionen auf als bei einem vergleichbaren Mercedes B 180 mit Benziner – sofern er mit Strom aus regenerativen Quellen betrieben wird.

Legt man bei der B-Klasse ED den EU Strom-Mix zugrunde, beläuft sich die CO2-Einsparung laut Mercedes auf 24 Prozent.


Und das bis 160.000 km, für einen Daimler gerade mal Halbzeit... :mrgreen:

Hier das original-Dokument vom Daimler: https://www.daimler.com/nachhaltigkeit/ ... ctric.html
Herzliche Grüße
Alex
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Rest-CO2 kompensieren: http://www.atmosfair.de Goldstandard
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