Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Basslo » Mi 23. Aug 2017, 12:16

über 12€ pro 100km ist sicher attraktiv für die Verbreiterung dieses Konzepts :shock:
Da bleib ich lieber paar Minuten länger am Schnelllader stehen bevor ich bereit bin soviel zu zahlen.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Karlsson » Mi 23. Aug 2017, 12:32

twizyfan hat geschrieben:
Einen H2-Verbrenner wird es nicht geben!!!

Den gibt's schon, BMW hatte den H2 7er mit 12-Zylinder auf der Expo 2000 stehen. Hat halt nie Bedeutung bekommen.
H2 ist ein Evergreen in den Medien, kommt alle paar Jahre aus der Mottenkiste.
1999 hieß es in der Autoblöd, dass die H2 A-Klasse ab 2004 zu kaufen sein wird.

2006 bin ich den Wagen tatsächlich gefahren, konnte man halt nicht regulär kaufen. Das Fahrzeug war mit 2 Millionen Euro Wert versichert.

Wasserstofffahrzeuge haben zur Zeit keine Bedeutung und ich sehe auch keine Anzeichen, das sich daran etwas ändern könnte.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Karlsson » So 15. Okt 2017, 10:07

In den VDI Nachrichten 37/17 ist ein Praxisbericht vom IX35. Der normale Verbrauch soll über 1,5kg H2 /100km liegen, ca 15€/100km. Der Tank fasst 5,9kg, die reelle Reichweite soll zwischen 300 und 400km liegen und es gab im August 32 Tankstellen in Deutschland. Bei 160km/h soll der Verbrauch über 3,6kg liegen, er schafft dann keine 170km mehr.
Ich würde das als vernichtend beurteilen. Diese, bzw eine bessere Reichweite bietet Tesla seit 2012 und auch ein Ampera e kann das heute schon. 2020 wird es solche Fahrzeuge unter 30k€ Listenpreis geben.
Da dauert das Laden zwar länger, aber man kann morgens mit vollem Akku losfahren und die Betriebskosten betragen nur einen Bruchteil. Ebenso der Energieverbrauch.
Im Alltag muss auch keiner aufs Laden warten wenn man das zuhause oder bei der Arbeit machen kann. Alle paar Tage sollte im Normalfall reichen.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Basslo » Mo 16. Okt 2017, 09:39

Hier der Link zum Artikel

https://www.vdi-nachrichten.com/Gesellschaft/Unterwegs-Wasserstoff

Bei den Preisen auf 100km wird sich das Ding nie und nimmer eine Firma als Flottenfahrzeug holen geschweige ein privater.
Man sieht ja jetzt bei den E-Autos sehr schön dass sich eine neue Technolgie nur durchsetzt wenn sie besser UND billiger ist als das alt Gewohnte. Deswegen haben auch Erdgasautos kaum einen Absatz gefunden.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon KyRo » Mo 16. Okt 2017, 09:47

Habe da vom innogy CEO was über Methanol Brennstofzellenantrieb gelesen (verbaut in der MS innogy). Klar der Wirkungsgrad ist auch bescheiden bei 20-30%, aber die Energiedichte ist sehr hoch (ca. 0.9l/kWh). Fur Nutzfahrzeuge, Boote, evtl. Flugzeuge mittelfristig vielleicht schon interessant. Methanol ist jedenfalls billiger und einfacher zu speichern, als Wasserstoff.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Elektrolurch » Mo 16. Okt 2017, 14:38


"Ein Industrieverbund aus Firmen wie Daimler, Linde und Shell will 100 Stationen bis zum Jahr 2018 und 400 bis 2023 aufbauen."

Für 400 Mio € könnte man 80.000 Ladestationen à 5.000,- € errichten. Feine, kleine Ladeanschlüsse überall, wo man sein BEV abstellt. Geringe Ladeleistungen reichen hierfür aus. Just saying.

"Erzeugung: Unternehmen wie BP und Uniper hoffen auf eine Privilegierung von grünem Strom zur Wasserstoffproduktion in Elektrolyseuren durch die nächste Bundesregierung sowie die EU. Dann könnte Ökowasserstoff für die Mobilität an klassischen Raffinerien erzeugt werden."

Nachtigall, ick hör dir trapsen... Das hätten sie gern. Den schönen Grünstrom für ihre Wasserstoff-ABM zu ver(sch)wenden. Mit der gleichen Energiemenge fahren BEV dreimal so weit wie H2-Brennstoffzellen-Autos. Das bedeutet für letztere: zwei Drittel aller dafür eingesetzten Kraftwerke machen dann nichts anderes, als die Energieverluste der Wasserstoffwirtschaft zu kompensieren. Mir wäre es lieber, wenn mit dieser Kapazität der Kohlestromanteil am Strommix schneller reduziert werden würde.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon E-lmo » Mo 16. Okt 2017, 15:38

Die Brennstoffzellenheizung für's Haus - mit Erdgas betrieben sieht für mich schon interessanter aus.
private-ladeinfrastruktur/eigener-strom-t21398.html
Auch die macht über einen Zwischenschritt aus Erdgas Wasserstoff. Warum kann ein Mirai das nicht?

Ich glaube ein großer Teil der Energie wird für die Verdichtung des leichten Wasserstoff-Gases auf den hohen Druck für die Speicherung im Fahrzeugtank aufgewendet. Da fällt viel Wärme an. Wenn man die Vorort nur sinnvoll nutzen könnte?
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Karlsson » Mo 16. Okt 2017, 17:21

KyRo hat geschrieben:
aber die Energiedichte ist sehr hoch (ca. 0.9l/kWh)

Bei 15kWh/100km also 16,7l/100km.
Ich denke in einem Verbrennungsmotor kommst Du mit weniger hin und der ist billig verfügbar.
Man muss doch nicht mit Krampf versuchen, etwas anders zu machen, es wäre doch sinnvoller, zu versuchen, es besser zu machen.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon zitic » Mo 16. Okt 2017, 17:44

E-lmo hat geschrieben:
Die Brennstoffzellenheizung für's Haus - mit Erdgas betrieben sieht für mich schon interessanter aus.
private-ladeinfrastruktur/eigener-strom-t21398.html
Auch die macht über einen Zwischenschritt aus Erdgas Wasserstoff. Warum kann ein Mirai das nicht?

Das ist Festoxid-Brennstoffzelle (SOFC). Die ist CO-toleranter als PEMFC, die man für Autos nimmt. Das macht die ganze Reformierung viel einfacher. Allerdings läuft das ganze System bei 800-1000° ggü. max. 160°. Die SOFC haben erst mal den höheren Wirkungsgrad, sind dann aber auch nicht so flexibel und müssen quasi durchlaufen. Darum hat man stationär dann ~1 kW-Systeme die komplett durchlaufen. Das ist halt grundsätzlich nicht so geeignet für Autos. Die 1,5 kW kosten in dem Beispiel dann auch 25.000 € + gut 1000 €/h Wartung. Außerdem brauchst du für die Reformierung noch einen Wasseranschluss(bzw. Wassertank). Der Wirkungsgradgewinn lohnt sich stationär eigentlich schon nie. Da ist der Erdgas-Verbrenner deutlich besser. Und wie willst du das Erdgas produzieren? Wenn das nicht aus konventionellen Quellen kommen soll, musst du es aus Wasserstoff gewinnen. Das verbessert den Wirkungsgrad auch nicht.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon E-lmo » Mo 16. Okt 2017, 18:05

Ein Tankstellen-Netz für Erdgas existiert schon. (wenn auch klein) Hätte gedacht, dass damit auch ein Brennstoffzellenfahrzeug zu betreiben geht. Wenn die SOFC's quasi durchlaufen müssen, dann wäre es doch etwas für den LKW-Verkehr. In den USA soll es ja üblich sein, dass sich zwei Fahrer abwechseln!
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