Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Basslo » Do 22. Jun 2017, 11:24

Super-E hat geschrieben:
Das ich nicht ganz spinne zeigt Nissan:

https://www.heise.de/autos/artikel/Niss ... 89620.html

Nachtrag. Die 5kw sind natürlich etwas wenig. Es gibt Studien die gehen von 50 Dollar pro kW für eine Brennstoffzelle bei Stückzahlen von tesla m3 dimensionen aus. Eine 20kW Brennstoffzelle sollte bei einem 30kWh akku ausreichend sein und dann 1000 Dollar kosten. Ein 70kWh Akku würde bei sagenhaft günstigen 50 Dollar pro kWh, den Tesla noch lange nicht erreicht hingegen 3500 Dollar kosten. Da wäre also schon was drin...



Naja, nur die Brennstoffzelle allein, aber man braucht ja noch ne Menge andere Teile für so ein System.
Glaub nicht dass es in Zukunft bei den fallenden Akkupreisen billiger ist ein ganzes Wasserstoff-Brennstoffzellen System einzubauen als paar Akkupacks dazu zu schrauben. Bei den Preisen pro kg Wasserstoff wird man in den meisten Fällen wahrscheinlich eher den Akku an der Schnellladesäule aufladen wollen und den Zeitverlust in Kauf nehmen.
Solang man die Mengen Platin für ne Brennstoffzelle braucht ist es nicht wirtschaftlich um in die breite Masse zu gehen.

Wenn es einen Fuel Cell REX mal geben sollte, dann ist das sicher mit einem Aufpreis behaftet im Vergleich zu einem größerem Akku.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon panoptikum » Do 22. Jun 2017, 11:53

e_el hat geschrieben:
Wie ist das eigentlich mit dem Diffundieren in der Praxis? Wenn der Wagen z.B. 1 Woche steht ist dann der Tankinhalt verschwunden od. ist das eine veraltete/falsch Info?

Dichtigkeit sollte heutzutage kein Problem mehr sein. War es früher einmal.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon motion » Mi 5. Jul 2017, 13:30

Es ist nicht verkehrt die Brennstoffzelle und die H2-Infrastruktur weiter zu entwickeln. Es gibt viele Anwendungsbereiche, abseits des PKW.
Zuletzt geändert von motion am Do 6. Jul 2017, 13:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon phonehoppy » Do 6. Jul 2017, 12:08

Natürlich kann die Brennstoffzelle irgendwann auch praxistauglich sein.
Aber die ganze Diskussion um den H2-Antrieb dient momentan doch eher dazu, die Abkehr vom Verbrenner auf den für die Automobilindustrie so begehrten Sankt Nimmerleinstag zu verschieben. So kann man vortäuschen, die Ersatztechnologie für den Verbrennungsmotor stecke noch in den Kinderschuhen und es sei noch jahrelange Forschungsarbeit notwendig, bis das massentauglich wird.

Wir haben aber bereits heute eine lokal emissionsfreie, effiziente, funktionierende, und für die meisten Einsatzbereiche ideale Technologie, bei der das einzige Problem der hohe Preis wegen zu kleiner Stückzahlen ist: Das BEV.
Anstatt jetzt noch Verunsicherung zu verbreiten, indem auf erst zukünftig verfügbare Technik verwiesen wird, die dann aber angeblich alles besser können soll, würde sich die Autoindustrie bei echtem Interesse am Thema darum kümmern, BEVs einfach nur in größeren Stückzahlen zu bauen und anzubieten. Aber genau das will man nicht, weil man mit dem Verbrennungsmotor immer noch viel größere Gewinne einfährt, und diese Phase so lange wie möglich ausdehnen will.

Die Politik arbeitet leider - zumindest in Deutschland - da auch noch kräftig mit. Die 2000 Euro, die es hier maximal als Anreiz vom Staat gibt, sind lächerlich und werden nie dazu führen, dass BEVs im größeren Stil verkauft werden und damit bestimmte kritische Produktionszahlen überschritten werden, die Batterien und Fahrzeuge letztendlich auch preislich konkurrenzfähig machen. Richtig wären Förderungen, die auch heute schon ein EV auch bei einer kurzfristigen TCO-Betrachtung oder sogar rein beim Kaufpreis kostengünstiger macht, als ein in Größe und Leistung vergleichbares Verbrennerauto. Geld dafür wäre momentan genug da. Aber der politische Wille fehlt völlig.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon motion » Do 6. Jul 2017, 13:50

Die Brennstoffzelle ist für Antrieben in Schiffen, Flugzeugen, Bahnen und Bussen sehr interessant.
Für die Energiewende kann sie auch als BackUp in Gebäuden verwendet werden.

Nur, wie die meisten sehe ich den Erfolg mittelfristig nicht im PKW, da die Technik dafür zu teuer ist.
Auch die H2-Infrastuktur ist sehr kostspielig.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Basslo » Di 22. Aug 2017, 11:29

Was glaub ich noch viele übersehen haben ist dass ein Wasserstoffauto nicht in allen Tiefgaragen oder geschlossenen Parkhäusern rein darf. Bei uns sind, soweit ich gesehen habe, alle mir bekannten Tiefgaragen mit dem Schild versehen "Einfahrt für Gasbetriebene Fahrzeuge verboten, Ausnahme CNG Fahrzeuge"

Das wird abgesehen von Kosten sich so schnell nicht ändern und allein das reicht schon um die Technik nicht durchsetzungsfähig zu machen.
Du hast auch in so einem Auto Sensoren im Innenraum die Wasserstoff detektieren, falls irgendwo was undicht werden sollte. Sicher ein tolles Gefühl in so ein Auto zu steigen und sowas immer im Hinterkopf zu haben dass was explodieren könnte.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon zitic » Di 22. Aug 2017, 12:44

An Wasserstoff im PKW glauben wohl die wenigsten. Das ist so wie bei BEV vor einigen Jahren, nur das heute dank der BEV gar kein Bedarf für FCEV besteht. Im Bereich schwerer LKW, etc. wie motion schon schreibt sehe ich schon Bedarf. Da ist der Akku auf mittelfristig noch keine Alternative. Den Markt muss man auch nicht überschätzen. Insgesamt kann die Entwicklung(gerade der PEM-Technik, die in Autos verwendet wird) im Rahmen der erneuerbaren Energien nicht schaden. Wenn Toyota und Co. das dann weiterbringen, ist das doch gar nicht schlecht auch wenn sich das dann für Mirai und Co. wahrscheinlich dann nicht rechnet. Wirklich ausbremsen wird das BEV nicht.

Wichtiger wäre aber gerade die PEM-Elektrolyse und weniger die PEM-Brennstoffzelle. s wird ja allein schon eine große Menge an Wasserstoff für andere Prozesse gebraucht. Angeblich gibt es da viele Synergien, aber vielleicht kann da einer näheres zu sagen. Im Bereich Mobilität spielt die Elektrolyse aber anscheinend kaum eine Rolle. Wenn ich das richtig verstanden habe, setzen die Tankstellenprojekte zu einem Großteil auf zentrale Dampfreformation. Da kann man nur den Kopf schütteln. Aber wahrscheinlich auch ein Problem, da das Gase-Oligopol um Linde und Air Liquide da ihre Anlagen natürlich auslasten will und das Elektrolysegas dann noch viel teurer würde.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Flünz » Di 22. Aug 2017, 12:55

Nordstromer hat geschrieben:
...Nur der Lollinist real :roll: :lol:

Wer ist hier ein Lollinist?? :-x

:lol: :lol:
120 Kühe weniger ergeben 120 Kilometer mehr Reichweite :D
(Q210 -> Q90 = 135km -> 255km)
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Hamburger » Di 22. Aug 2017, 13:43

Solange H2 nicht tatsächlich regenerativ erzeugt, sondern meist aus Erdgas gewonnen wird, ist H2 auch nicht wirklich umweltfreundlich.

Bei den Preisen die für Wasserstoff an der Tankstelle aufgerufen werden, kann ich mir eine rasche Verbreitung von Wasserstofffahrzeugen nicht wirklich vorstellen. Mal abgesehen von den Baukosten für eine sichere H2-Tankstelle, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eher nicht mitten in Wohngebieten als freundlicher Nachbar aufgenommen werden würde.
Hier aus einem Bericht über eine Probefahrt mit dem Hyundai ix35 Fuelcell:
Nach 259 Kilometern Fahrstrecke zeigt die Reichweitenanzeige noch 168 Kilometer an. 600 Kilometer, wie es der Prospekt verspricht, wären nicht drin gewesen. Heizung, Licht, Radio und viel Stadtverkehr machen die Illusion zunichte. ... Und was hat er verbraucht? Der zweite Tankstopp in der Hamburger HafenCity bringt Klarheit: 3,46 Kilogramm H₂ passen jetzt rein, macht 1,3 Kilo auf 100 Kilometer. Bei einem Kilopreis von 9,50 Euro sind das genau 32,87 Euro.

http://www.zeit.de/2016/20/wasserstoffauto-brennstoffzellen-antrieb-test-hyundai-ix35-fuel-cell/seite-2

Für LKW im Fernverkehr kann es wohl eher zu einem vermehrten Einsatz von LNG (Liquified Natural Gas) kommen.
Dies möglicherweise zukünftig auch erzeugt aus regenerativen Wasserstoff.
http://bizzenergytoday.com/lng_lkw_nehmen_deutschland_fahrt_auf

Wenn sich der Electric Highway bewährt, dürften auf Langstrecke auch die Oberleitungs-LKW im Konvoibetrieb und Akku oder Verbrenner für den Verkehr abseits der Autobahnen häufiger sichtbar werden.

Wobei eigentlich gehören Güter ja auf die Schiene. Früher hatte fast jede Kreisstadt ihren Güterbahnhof mit LKW-Rampen, fast jeder größere Industriebetrieb seinen Gleisanschluss. Heute wäre es durch die Containerisierung der Waren sogar noch einfacher... aber die Bahn hat im Bundesverkehrsministerium nicht wirklich Fürsprecher. Hoffe das ändert sich mal.... :roll:

Im Nah- und Zulieferverkehr wird auch bei LKW und Bussen der Akku vielleicht in Kombi mit SuperCaps das Rennen machen.
Im Busverkehr könnte ich mir vorstellen, dass die Betriebshöfe für den Pannenfall eventuell einige REX-Anhänger vorhalten.
:ugeek: :ugeek: :ugeek:
seit 16.09.16 : i3 94Ah :)
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon zitic » Di 22. Aug 2017, 21:43

Naja, den Bericht mit der Reichweite kannst ja genauso für EV finden . Macht das FCEV auch nicht attraktiver :)
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