Gefährliche Elektroautos!

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Gefährliche Elektroautos!

Beitragvon graefe » Do 29. Okt 2015, 14:26

Hallo, ich wollte in meinen Smart die Heizelemente für eine Sitzheizung einbauen. Da ich keine Lust habe, die Sitzbezüge abzuziehen, war ich bei einem Sattler. Der fragt mich: "Hybrid oder Elektroauto?" Ich antworte: "Elektroauto." Sattler: "Dann kann ich das leider nur machen, wenn Sie die Sitze ausgebaut vorbeibringen. Ich habe nur eine Fortbildung für Hybridfahrzeuge. Diese Hochspannung ist lebensgefährlich. Nach dem Einbau muss die ganze Elektronik neu eingestellt werden. Und ich habe schließlich Verantwortung meinen Angestellten gegenüber." :?
Was soll man da noch sagen?!
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Beitragvon Mittelhesse » Do 29. Okt 2015, 14:43

im Fahrgastraum gibt es nur 12V :D
LG Stefan

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Re: Gefährliche Elektroautos!

Beitragvon graefe » Do 29. Okt 2015, 15:23

Das Problem ist, dass es gar nicht darum geht, was jeder weiss. Es gilt: "Mitarbeiter, die an Hochvolt-Fahrzeugen (HV-Fahrzeugen) nicht-elektrotechnische Arbeiten ausführen sollen, müssen grundsätzlich eine Unterweisung nach BGI/GUV-I 8686 vor Arbeitsaufnahme erhalten haben bzw. nachweisen." Und das gilt für alle Mitarbeiter - auch solche, die nichtelektrotechnische Arbeiten an Hochvolt-Fahrzeugen ausführen, wie z.B. Testfahrten, Karosseriearbeiten, Öl- und Radwechsel. Völlig verrückt. Warum gilt das nicht auch für Verbrenner, die mit gefährlichen, weil flüchtigen giftigen und brennbaren Kraftstoffen arbeiten?
Dieser Fortbildungs- und Zertifizierungswahnsinn findet kein Ende.

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Re: Gefährliche Elektroautos!

Beitragvon Greg68 » Do 29. Okt 2015, 15:34

So ist das in D (Ö? CH? auch so?) ! Da muss zu 110% AUSGESCHLOSSEN werden, dass irgendein Kfz-Hanswurst versehentlich die Abdeckung der HV-Batterie öffnet, von 12 V ausgeht und da dran langt... :o ich fasse es nicht!

Was mir unlogisch vorkommt? In Hybriden gibt es doch auch HV-Akkus > 60V Betriebsspannung. Warum bilden die da eine Ausnahme? Oder hab ich das falsch verstanden?!
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Re: Gefährliche Elektroautos!

Beitragvon TeeKay » Do 29. Okt 2015, 15:55

Diese Ausbildung ist ungemein wichtig. Nachdem man dann nämlich einen Tag wartete, bis ein spezieller für Elektroautos ausgebildeter Abschlepper kommt, der das Fahrzeug auflädt, wird man mit solch neckischen Fragen vom ausgebildeten Spezialisten konfrontiert wie "Sind die beiden Drähte da von der Hochvoltbatterie?", wobei mit dem Finger auf die beiden Klingeldrähtchen gezeigt wird, die den Nebelscheinwerfer vor dem Unfall mit üppigen 12V und 4,5A versorgten.

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Re: Gefährliche Elektroautos!

Beitragvon PowerTower » Do 29. Okt 2015, 15:57

Die Begründung bezüglich des Hybriden findest du hier.

Tatsächlich ist man beim Thema Strom sehr empfindlich in Deutschland. Ich gebe zu, dass ich beim Akkuwechsel schon etwas Respekt davor hatte. Da ist es nicht verkehrt ruhig zu arbeiten und jeden Schritt dreimal zu überlegen. Aber wenn selbst die Mitarbeiter der Werkstatt meines Vertrauens das Auto nicht mal für eine Inspektion auf die Hebebühne fahren dürfen ohne entsprechende Schulung, halte ich das für reine Schikane.

Ein Lampenwechsel im Haushalt ist gefährlicher.
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Re: Gefährliche Elektroautos!

Beitragvon jo.gi » Do 29. Okt 2015, 19:07

-PowerTower
Die Begründung bezüglich des Hybriden erschließt sich mir nicht ganz, die Dinger haben doch auch mehr als 60V, oder?
http://www.hv-fahrzeuge.de/hv-fahrzeuge/

Ich spiel jetzt mal Spaßbremse.
Weil, sooo unsinnig finde ich es nicht das die Leute, die am Auto arbeiten sollen, wenigstens in groben Zügen über die „neue“ Technik Bescheid wissen.

Den Umgang mit den gefährlichen Kraftstoffen lernt der KFZler eigentlich in der Ausbildung. Den mit Strom halt nur für`s 12V-Bordnetz.
Für den Räderwechsel ist das vermutlich unerheblich. Bei den angesprochenen Karosseriearbeiten liegt es schon eher im eigenen Interesse das man mit der Flex nicht nur bei Spritleitungen aufpaßt sondern auch besser einen Bogen um die lustigen dicken orangen Stromleitungen macht.

Auch ich gebe zu bei der Konvertierung dreimal hingeschaut und zweimal drüber geschlafen habe bevor die Akkus zusammen geschlossen wurden. Und ich hatte Angst.
Und wenn der Chef jetzt sagt „Fasse ich nicht an“ ist das für einen selbst natürlich erstmal ärgerlich, weil mit Mehraufwand verbunden. Aber immerhin zeigt es das Chef sich damit befasst hat, aber für den Moment beschlossen hat solche Aufträge abzulehnen. Ob oder wie lange er diese Einstellung durchhält liegt schlicht an der Verbreitung von E-Autos. Falls er in Zukunft jeden zweiten Tag einen potentiellen Kunden deswegen wegschicken muß wird er die Sache mit der Fortbildung wohl nochmal überlegen.

Bezogen auf den Eröffnungsbeitrag:
Bau die Sitze halt raus. So dramatisch wird das beim Smartie doch nicht sein, oder?
Ob tatsächlich was mit der „Elektronik“ dabei passiert kann ich allerdings nicht sagen. Bei diesem modernen Kram weiß man nie… . :mrgreen:
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Re: Gefährliche Elektroautos!

Beitragvon novalek » Do 29. Okt 2015, 20:17

Zunächst paßt der Stil des Betreffs als Behauptung nicht.
Desweiteren kann man bei der heutigen Kfz-Technik in wirklich keinem Fahrzeug einen Verbraucher mit 20 - 30 Ampere so einfach irgenwo an Klemme 30 anbinden. Die Zeiten von Zündungsplus sind seit Jahren leider vorbei.
Die Technik ist komplexer geworden, Großverbraucher werden gezielt geschaltet.
Will man eine Sitz-Heizung installieren - fliegende Sicherung, Stromdieb, Boden aufbohren (man merkt ja, wenn man den Fahrakku anbohrt), Motorraum durchbrechen und an die 12Volt-Batterie ranknibbeln.

Aber dann bitte keine Proteste abladen, daß die 12 Volt-Batterie (wie z.B. beim ZOE) die während der Fahrt nicht geladen wird, nicht mal Fahrlicht mehr liefert und nix richtig läuft. Nach meinem Verständnis wurde die 12V-Blei-Akkukapazität so ausgelegt, daß Licht und übliche Verbraucher in Etwa für eine Ladeperiode ohne Tiefentladung ausreichen.

Es mag aus Bastler geben, die suchen nach Zündungsplus indem sie alle Kabel der Kabelbäume anpieken und messen.
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Re: Gefährliche Elektroautos!

Beitragvon graefe » Do 29. Okt 2015, 20:39

novalek hat geschrieben:
Zunächst paßt der Stil des Betreffs als Behauptung nicht.

Häh?

Desweiteren kann man bei der heutigen Kfz-Technik in wirklich keinem Fahrzeug einen Verbraucher mit 20 - 30 Ampere so einfach irgenwo an Klemme 30 anbinden. Die Zeiten von Zündungsplus sind seit Jahren leider vorbei.
Die Technik ist komplexer geworden, Großverbraucher werden gezielt geschaltet.
Will man eine Sitz-Heizung installieren - fliegende Sicherung, Stromdieb, Boden aufbohren (man merkt ja, wenn man den Fahrakku anbohrt), Motorraum durchbrechen und an die 12Volt-Batterie ranknibbeln.

Aber dann bitte keine Proteste abladen, daß die 12 Volt-Batterie (wie z.B. beim ZOE) die während der Fahrt nicht geladen wird, nicht mal Fahrlicht mehr liefert und nix richtig läuft. Nach meinem Verständnis wurde die 12V-Blei-Akkukapazität so ausgelegt, daß Licht und übliche Verbraucher in Etwa für eine Ladeperiode ohne Tiefentladung ausreichen.

Es mag aus Bastler geben, die suchen nach Zündungsplus indem sie alle Kabel der Kabelbäume anpieken und messen.


Du erzählst hier von Sachen, ohne die geringste Ahnung vom konkreten Fall zu haben. Beim Smart ED ist die Sitzheizung bereits kabelmäßig alles vorbereitet. Es ging nur um das Einkleben der Heizelemente.
Und es ging dem Sattler auch überhaupt nicht um die Bordelektronik, sondern um die HV-Batterie!
Wegen der "hochkomplexen Technik" darf ein Elektroauto nicht zum Reifen-Fritzen um der Ecke, nicht zum Autoradio-Einbauservice und nicht zum Lackierer zur Spot-Repair oder zur Folierung - wenn mal wieder eine Fortbildung beim TÜV fehlt. Was soll das?

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Re: Gefährliche Elektroautos!

Beitragvon rolandk » Do 29. Okt 2015, 20:56

Puh, da hatte ich aber Glück das mein Reifenservice nichts davon wußte.... und auch der Folierer war darüber wahrscheinlich nicht informiert... Aber was da alles hätte passieren können.....

Jetzt wo ich das weiß, mache ich mir Sorgen darum wie ich die Sommerreifen nächstes Jahr wieder auf den Wagen bekomme.

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