EV in der Familie

Alle Themen über Elektroautos, zu denen es kein eigenes Forum gibt

Re: EV in der Familie

Beitragvon Grana Padano » Mo 12. Mär 2018, 18:10

Trumpetzky hat geschrieben:
Ich bin im öffentlichen Dienst für eine Förderabteilung tätig und habe eine größere Anzahl von Gemeinden zu betreuen.
An manchen Tagen fahre ich bis zu 300km, und ich bin bisher NIE zum Stehen gekommen.


Gerade bei den dienstlich reisenden Leute verstehe ich ja die Zurückhaltung bzgl. EV und Reichweite. Schön zu lesen wie es bei Dir in der Realität aber doch funktioniert. :thumb:

Leute die den Dienstwagen gestellt bekommen, haben oft keine große Wahl. Vermutlich müsste man steuerliche und finanzielle Anreize für die Firmen schaffen, damit diese einen EV für die Mitarbeiter in Betracht ziehen.
An den Lieferzeiten kann es nicht liegen, die Kollegen und Bekannte die ich kenne warten auch gerne ein halbes Jahr auf den Dienstwagen.
Grana Padano
 
Beiträge: 76
Registriert: Mo 26. Feb 2018, 19:13

Anzeige

Re: EV in der Familie

Beitragvon orinoco » Mo 12. Mär 2018, 22:50

Am Thema "Elektromobilität und Familie" muss ich immer wieder feststellen wie tief der digitale Graben zwischen, denen die aus dem Internet wirklich aktiven n:1-Wissens- und Aufklärungsnutzen ziehen und denen, die es bestenfalls mal so nebenher verwenden (Kommunikation, Spielen, Einkaufen, Mainstreammedien). Das sind zwei verschiedene Welten zwischen denen eine fruchtbare Kommunikation nur sehr schwer möglich ist. Da kann man bestenfalls mal Andeutungen machen, aber wirklich durchdringen tut man nicht.
orinoco
 
Beiträge: 90
Registriert: So 28. Feb 2016, 23:28

Re: EV in der Familie

Beitragvon trekki1990 » Di 13. Mär 2018, 07:36

Schönes Thema hier :)

Ich (27) bin von Anfang an fasziniert von dem Thema E-mobilität. So wirklich gereift sind die Gedanken aber erst vor zwei Jahren. Der Wunsch ein E-Auto zu fahren war groß.

Dann kam der Twizy als Einstieg und ich dachte mir... Nie wieder Verbrenner. Wir hatten dann noch einen Caddy Maxi 2.0 TDI. Mich hat es dann jedes Mal geärgert da einzusteigen. Keine Frage praktisches Auto aber der Diesel... Dann wäre demnächst große Wartung dran gewesen 1000€. Dann Stand ja die Diskussion mit Fahrverboten im Raum.

Ab da war klar. Der muss weg. So viel die Entscheidung hin zum IONIQ.

Momentan nehme ich das Angebot eines Leih-Hybrids von Hyundai in Anspruch, da ich länger als 6 Monate warten muss.

Auch hier ärgert es mich jedes Mal wenn der Benziner losrattert.

Im Familienkreis wird's weitestgehend positiv aufgenommen. Meine Mutter (47) findet den Twizy schnuckelig und den IONIQ sehr schön. Aussage: Es muss nicht immer ein deutsches Auto sein. Man muss sagen sie fuhr schon immer Japaner.

Den Twizy würde sie gern geschenkt nehmen :D aber nur weil Sie noch Ihren kleinen Suzuki Alto (in Pink!) noch abzahlt.

Ihr Lebensgefährte (52) ist Kfz Meister mit eigener Werkstatt und ist generell sehr aufgeschlossen aber würde so etwas nie fahren. BMW Oldtimer in der Garage, Mercedes Coupe als Schönwetterwagen, großer Renault Espace als Alltagsauto. Aber zumindest kein Diesel.

Meine Oma (80) ist ganz fasziniert und stellt viele Fragen. Inzwischen bereut sie nie einen Führerschein gemacht zu haben.

Mein Bruder (20) ... brauchen wir nicht drüber reden... Audi Audi Audi... Am liebsten A8 und Diesel. Dass er aber gerade erst seine Lehre abgeschlossen hat vergisst er ...

Bei meinem Arbeitskollegen (35+ bis 60) herrscht Einigkeit. Alles Diesel Fahrer außer ich. Und die E-Autos ... Da werden Witze drüber gemacht und der eine ist überzeugt das synthetische Kraftstoffe die Zukunft sind. Der andere die üblichen Argumente... 1000km Reichweite, Anhängerkupplung und der Italienurlaub? Geht nicht? Mh. Schade. Fährt aber jeden Tag allein im Ford Mondeo Diesel ca. 50km auf Arbeit und zurück.

Jedwede Argumentation meinerseits oder Berichten aus eigener Erfahrung werden als Nonsens abgetan. Ist ja alles nicht so weit und wird sich nicht durchsetzen und wieder verschwinden.

Ich nehme es denen nicht für Übel. Ich denke es ist die Angst vor Veränderung.

Der eine zumindest hat sich letztens wegen seinem Diesel und Fahrverboten schon langsam Gedanken gemacht um den Restwert seines Fahrzeugs nach Finanzierungsende. Aber wenn dann würde eher auf Benziner umsteigen.

Der Andere könnte sich zumindest mit einem Hybrid anfreunden aber er kann noch warten.

Tja und so lange ich noch auf meinen Hyundai warte wird sich natürlich auch darüber amüsiert.

Ach und PS: Meiner Frau (27) ist es egal. Sie hat mir sämtliche Dinge was Technik betrifft übertragen. Solange sie auf Arbeit und zurück kommt ist alles gut. Selbst den Twizy fährt sie ab und zu :)

VG
trekki

Gesendet von meinem SM-G950F mit Tapatalk
Gruß
trekki

Citroen C-Zero (2013) | IONIQ Premium Blau (2018) | 4,9 kwp PV
trekki1990
 
Beiträge: 198
Registriert: Mi 12. Okt 2016, 20:12

Re: EV in der Familie

Beitragvon nr.21 » Di 13. Mär 2018, 08:58

Sehr schön beschrieben !
Es ist ja wie mit allem Anderen: am meisten redet man über Dinge oder Personen, die man nicht kennt. So etwas kann sogar eine ganze Gesellschaft aus den Fugen bringen...

wenn Du den Ioniq hast versuche doch mal den einen oder anderen Arbeitskollegen zu einer kleinen Probefahrt zu bewegen...
Das dürfte Wunder wirken.
nr.21
 
Beiträge: 521
Registriert: Sa 3. Dez 2016, 20:55

Re: EV in der Familie

Beitragvon OlafSt » Di 13. Mär 2018, 09:31

Als bei mir im Januar ein Neukauf anstand, war Elektro überhaupt nicht im Gespräch. Viel zu teuer, Akku geht kaputt und kostet dann 3k Reparatur... Also war ich in der Verbrenner-Szene unterwegs, bis ich durch einige Gespräche zu Kia kam und den Niro probiert habe (PHEV). Da ich 99% in der Stadt unterwegs bin, eine Tour knapp 8km Arbeitsweg habe und es hier eine ganze Reihe kostenloser Ladestationen gibt, war ich sofort Feuer und Flamme. Denn ein PHEV paßt ideal zu meinem Fahrprofil.

So kam ich zum Elektro. Mein Vater (68) war auf der Probefahrt dabei und von den Socken. Sollte er sich noch einmal ein Auto zulegen, wird es sicher ein günstiger Elektro-Karren, aber bis dahin muß der Mazda (Benzin) erstmal seinen Dienst tun. Den habe ich überzeugt - und meine Mutter (mit 84 verstorben) wäre auf sicher auch beeindruckt, aber sie überließ sowas immer meinem Vater und bestimmte nur die Farbe :D. Mit dem Rest der Familie habe ich wenig zu tun, glaube aber nicht, das die genug im Kopf haben, um vom Verbrenner weg zu kommen bzw. haben gar keinen Führerschein.

Mein Nachbar (70), seines Zeichens Zweiradmechaniker mit eigener Roller-Werkstatt kommt noch immer mit den uralten Geschichten "Da hat mal einer versucht, elektrisch in Urlaub zu fahren und mußte dann alle 100km abgeschleppt werden, weil es keine Ladestationen gab"... Das das (1) komplett falsch, (2) schon ewig her ist und (3) derweil die Lade-Dichte drastisch zugenommen hat, geht links rein und rechts wieder raus. Soll er seinen Mercedes CLK fahren - schade, so bekomme ich leider keine Lademöglichkeit am Haus :(
OlafSt
 
Beiträge: 94
Registriert: Mo 11. Dez 2017, 23:49

Re: EV in der Familie

Beitragvon Grana Padano » Mi 14. Mär 2018, 01:50

trekki1990 hat geschrieben:
Ich nehme es denen nicht für Übel. Ich denke es ist die Angst vor Veränderung.


Das wird es wohl sein. Die meisten Menschen sind so gestrickt. :(
Grana Padano
 
Beiträge: 76
Registriert: Mo 26. Feb 2018, 19:13

Re: EV in der Familie

Beitragvon Rainbow » Mi 14. Mär 2018, 02:10

Bislang habe ich die Erfahrung gemacht,
dass nach einer Probefahrt alle Feuer und Flamme waren.
Sowas will ich auch mal haben, war der Kommentar zusammen gefasst.
Meine Tochter, um auf die Fam zu kommen, schaut schon sehr aktiv nach einem passenden Stromer.
Ein Verbrenner kommt ihr nicht mehr vor die Tür.
Rainbow
 
Beiträge: 97
Registriert: Mo 12. Mär 2018, 20:56

Re: EV in der Familie

Beitragvon Trumpetzky » Mi 14. Mär 2018, 08:12

Rainbow hat geschrieben:
Meine Tochter, um auf die Fam zu kommen, schaut schon sehr aktiv nach einem passenden Stromer.


Gebrauchte Zoe´s mit kleinem Akku (Mietsystem) sind mittlerweile schon sehr günstig zu bekommen.
https://www.autoscout24.de/angebote/ren ... ?cldtidx=2

Ich bin hier durchs Forum auf den Kia Niro Plug-In-Hybriden aufmerksam geworden, der wohl bis zu 50km rein elektrisch fahren können soll, was künftig als Ersatz für unseren Verbrenner interessant wäre, da die Ultra-Kurzstrecke damit bewältigt werden könnte, und die Reichweite durch Benziner sichergestellt ist.

...ist zwar für uns als "reine" Strom-Fans sicher wieder ein Kompromiss, aber die perfekte Lösung gibt's halt so ganz 100%ig noch nicht :)
Trumpetzky
 
Beiträge: 66
Registriert: Mo 5. Mär 2018, 16:11

Re: EV in der Familie

Beitragvon OlafSt » Mi 14. Mär 2018, 09:21

Nicht nur soll. Macht er tatsächlich, nur im Winter wirds naturgemäß weniger. E-Autos verlieren Reichweite, Verbrenner haben einen höheren Verbrauch (und somit auch weniger Reichweite ;)). Der PHEV war auch für mich ein Kompromiss, eben wegen des Risikos, eventuell mal keine Ladestation zu finden. Allerdings ist die Dichte hier recht angenehm und über weite Strecken kann man auch kostenlos laden.
OlafSt
 
Beiträge: 94
Registriert: Mo 11. Dez 2017, 23:49

Re: EV in der Familie

Beitragvon fifi78 » Sa 17. Mär 2018, 11:59

Moin,

vor über 3 Jahren habe ich meinen Wagen mit über 200.000 Kilometer verkauft. Es war ein Colt mit Autogas. Damals eine recht günstige Art zu pendeln.
Mein Händler hatte zufällig einen I-Miev stehen gehabt und den sind wir dann probegefahren. Tja zum pendeln reicht es dachten wir. Auch der rest der Familie. Ich fing dann an auch längere Strecken mit dem Drilling zu fahren. Und wurde somit zum Sonderling. Auch im Dorf bin ich der "Elektroauto Spinner". Als dann unser Van kaputt ging und wir uns einen Outlander Phev holten, war es dann ganz vorbei. Auch meine Eltern sind sehr gegen Elektro eingestellt. Besonders mein Vater. Der fährt so gut wie nie damit. Nur wenn es nicht anders geht. Von der Familie meiner Frau mal ganz zu schweigen. Da darf ich unter umständen noch nicht mal laden. Ist Tagesform abhängig.

Tja und nun tauschen wir den Outlander gegen einen Soul EV ein. Sind damit ohne Sicherheitsnetz unterwegs. Damit werden wir nun endgültig in die Kategorie der SPINNER einziehen.
Gruß fifi78

seit 02/2015 Mitsubishi I-Miev
seit 05/2016 Mitsubishi Outlander PHEV (Familienkutsche) :D bis 03/2018
seit 03/2018 Kia Soul EV als Familienkutschen Ersatz
fifi78
 
Beiträge: 167
Registriert: So 22. Nov 2015, 00:21

Anzeige

VorherigeNächste

Zurück zu Allgemeine Themen

 
  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
  • Ähnliche Artikel im Blog

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: arthur.s und 5 Gäste