Erfahrungen mit minus 10 - 15 - 20 Grad

Alle Themen über Elektroautos, zu denen es kein eigenes Forum gibt

Re: Erfahrungen mit minus 10 - 15 - 20 Grad

Beitragvon Mikele416 » Sa 7. Jan 2017, 17:23

Wenn man ohne Heizung fährt und stattdessen die Sitzheizung anmacht, spart man Strom, richtig? In meinem i3 laufen aber - zumindest nachts - bei Temps unter Null nach wenigen Kilometern die Scheiben an, so dass ich allein deshalb heizen muss, um etwas zu sehen zu können. Wie macht ihr denn das?
Und noch eine Frage: Wenn ich eine Abfahrtszeit einstelle inklusive Vorheizen (Auto hängt z.B. an einer Haushaltssteckdose) und dann aber erst 15 Minuten später losfahre, läuft die Fahrzeugheizung immer noch. Wie lange tut sie das denn nach einer programmierten Abfahrtszeit?


Gesendet von iPad mit Tapatalk
Viele Grüße, Michael
Benutzeravatar
Mikele416
 
Beiträge: 306
Registriert: Mo 1. Dez 2014, 11:23
Wohnort: Marktoberdorf

Anzeige

Re: Erfahrungen mit minus 10 - 15 - 20 Grad

Beitragvon Majaleia » Sa 7. Jan 2017, 18:25

Zu Norwegen nochmal: viele haben ja ein E-Auto als Zweitwagen und lassen es dann bei ganz extremen Temperaturen zu Hause stehen. ;)
Benutzeravatar
Majaleia
 
Beiträge: 741
Registriert: Di 19. Mai 2015, 16:20

Re: Erfahrungen mit minus 10 - 15 - 20 Grad

Beitragvon iOnier » Sa 7. Jan 2017, 18:36

Mikele416 hat geschrieben:
Wenn man ohne Heizung fährt und stattdessen die Sitzheizung anmacht, spart man Strom, richtig? In meinem i3 laufen aber - zumindest nachts - bei Temps unter Null nach wenigen Kilometern die Scheiben an, so dass ich allein deshalb heizen muss, um etwas zu sehen zu können. Wie macht ihr denn das?

Heizung und Sitzheizung an. Die Heizung kann man dann so niedrig einstellen, dass es gerade zum beschlagfreihalten reicht. Mit Sitzheizung sind halt niedrigere Raumtemperaturen noch erträglich. Das spart Strom.

Zu Deiner Frage bezüglich des Vorheizens und dem Nachlauf nach programmierter Abfahrtszeit kann ich nix sagen, kenne den i3 nicht näher.
Gruß
Werner
Benutzeravatar
iOnier
 
Beiträge: 1462
Registriert: Mi 23. Dez 2015, 00:53

Re: Erfahrungen mit minus 10 - 15 - 20 Grad

Beitragvon Vanellus » Sa 7. Jan 2017, 18:52

Horse hat geschrieben:
(Dumme Frage, aber da ich leider noch keine Praxis damit habe: Ist bei den Temperaturen vom Schnellladen abzuraten?)


Nein, du kannst bedenkenlos schnellladen. Wenn der Akku kalt ist, und das fängt schon bei 5-10° plus an, macht das Batteriemanagement dir allerdings einen Strich durch die Rechnung. Es regelt den Ladestrom deutlich runter. Da können dann aus 50 kW CCS schnell mal 10 kW oder weniger werden. Ist bei AC nicht anders. Deshalb sollte man im Winter nicht den Wagen nach kalter Nacht laden, sondern gleich nach dem Fahren abends. Dann ist er - je nach Fahrstrecke - etwas bis deutlich wärmer. Das Temperaturverhalten des Akkus ist recht träge. 10 oder 20 km fahren ändern nicht viel an der Akku-Temperatur.

Unsere Zoe steht immer draußen und zeigt jetzt bei 96% 111 km Reichweite an (er lädt gerade). Das wird bei 100% so bei 117 km liegen. Lufttemperatur aktuell bei +1°, aber der Akku wird noch unter Null Grad liegen, zu mal der Boden gefroren ist.
Zoe Zen seit 10.7.2013, perlmuttweiß
Benutzeravatar
Vanellus
 
Beiträge: 1335
Registriert: So 30. Jun 2013, 09:42
Wohnort: Schleswig-Holstein

Re: Erfahrungen mit minus 10 - 15 - 20 Grad

Beitragvon AndiH » Sa 7. Jan 2017, 23:51

Horse hat geschrieben:
Danke für die Infos! Hört sich wirklich etwas ungemütlich an.
- Bin ja am Überlegen zu einem e-Up; der müßte dann auch immer draußen stehen. Normalerweise fahre ich eher Kurzstrecken, vielleicht ab und zu am Wochenende mal 150 km (auf 2 bis 3 Tage verteilt) - wobei's in der Gegend eine erreichbare Schnellladesäule gibt. (Dumme Frage, aber da ich leider noch keine Praxis damit habe: Ist bei den Temperaturen vom Schnellladen abzuraten?)


Also das draußen stehen ist kein Problem und der e-Up! fährt und lädt auch problemfrei AC bei <-10°C. Das Schnellladen ist nur deshalb ein Problem weil es bei richtig kaltem Akku nicht mehr schnell ist, im Extremfall bist du nicht wirklich schneller als mit dem AC Lader. Wenn es sich einrichten lässt am Standplatz zu laden ist es am einfachsten einen Timer auf die Abfahrtszeit zu setzen, dann ist auch der Akku gemütlich angewärmt bis die Fahrt losgeht. Generell ist es von Vorteil den Akku immer nur so schnell zu laden wie notwendig, das erhöht die Lebensdauer.

Gruß

Andi
Seit 02/2016 über 1.200 Liter Diesel NICHT verbrannt...
AndiH
 
Beiträge: 1146
Registriert: Mo 22. Feb 2016, 21:49

Re: Erfahrungen mit minus 10 - 15 - 20 Grad

Beitragvon Horse » So 8. Jan 2017, 21:51

twizyfan hat geschrieben:
@Horse: Wenn du eine Weile gefahren bist, steigt Reichweite und Ladegeschwindigkeit wieder, die Elektronik regelt automatisch die Ladegeschwindigkeit auch am Schnelllader stark runter, wenn Akku zu kalt ist.

Vanellus hat geschrieben:
Nein, du kannst bedenkenlos schnellladen. Wenn der Akku kalt ist, und das fängt schon bei 5-10° plus an, macht das Batteriemanagement dir allerdings einen Strich durch die Rechnung. Es regelt den Ladestrom deutlich runter. Da können dann aus 50 kW CCS schnell mal 10 kW oder weniger werden. Ist bei AC nicht anders. Deshalb sollte man im Winter nicht den Wagen nach kalter Nacht laden, sondern gleich nach dem Fahren abends. Dann ist er - je nach Fahrstrecke - etwas bis deutlich wärmer. Das Temperaturverhalten des Akkus ist recht träge. 10 oder 20 km fahren ändern nicht viel an der Akku-Temperatur.
Unsere Zoe steht immer draußen und zeigt jetzt bei 96% 111 km Reichweite an (er lädt gerade). Das wird bei 100% so bei 117 km liegen. Lufttemperatur aktuell bei +1°, aber der Akku wird noch unter Null Grad liegen, zu mal der Boden gefroren ist.

AndiH hat geschrieben:
Also das draußen stehen ist kein Problem und der e-Up! fährt und lädt auch problemfrei AC bei <-10°C. Das Schnellladen ist nur deshalb ein Problem weil es bei richtig kaltem Akku nicht mehr schnell ist, im Extremfall bist du nicht wirklich schneller als mit dem AC Lader. Wenn es sich einrichten lässt am Standplatz zu laden ist es am einfachsten einen Timer auf die Abfahrtszeit zu setzen, dann ist auch der Akku gemütlich angewärmt bis die Fahrt losgeht. Generell ist es von Vorteil den Akku immer nur so schnell zu laden wie notwendig, das erhöht die Lebensdauer.

Gruß
Andi

Besten Dank für Eure Antworten! - Jetzt sehe ich klarer, und überlege, wie sich es sich dann am besten organisieren ließe (zu dem einen Schnelllader ist es etwas über 20 km - ob das reicht, damit der Akku aufgewärmt ist?)
Horse
 
Beiträge: 235
Registriert: Do 20. Okt 2016, 19:38

Re: Erfahrungen mit minus 10 - 15 - 20 Grad

Beitragvon iOnier » So 8. Jan 2017, 22:11

Das ist sehr von der jeweils aktuellen Situation abhängig. Der eUP hat ja nun keinen so riesigen Akku, der hat also relativ wenig Wärmekapazität und erwärmt sich daher eher etwas schneller (allerdings fließen bei dem kleinen Auto auch niedrigere Ströme ...).

Bei meinem iOn (der Akku ist zwar nochmal etwas kleiner als der vom eUP, aber grob könnte das vergleichbar sein) steigt die Akkutemperatur je nach Belastung (Fahrweise, Innenraumheizung) so um 1-2 °C auf 10 km an, wären also nach 20 km bei kaltem Wetter und Heizungsnutzung über den Daumen etwa 3-4 Grad mehr als bei Abfahrt.

Darüber hinaus hängt die Ladegeschwindigkeit aber auch am aktuellen Ladezustand, je voller der Akku, um so langsamer wird geladen: bei 80% SoC (State of Charge, Ladezustand) wird bei weitem nicht so schnell geladen wie bei 20% SoC ... es würde also z.B. gar keinen Sinn machen, auf längeren Strecken alle 20 km an den Schnellader zu gehen (wenn es denn in dieser Dichte Schnelllader gäbe :roll:), um den Akku wieder voll zu haben. Kostet in Summe ein Mehrfaches der Ladezeit, die Du investieren musst, wenn Du den Akku immer möglichst weit leerfährst und viel seltener (dann zwar jeweils länger, aber eben mit im Durchschnitt viel höherer Ladegeschwindigkeit) lädst.

Andersherum: wenn es tatsächlich alle 20 km Schnelllader gäbe könnte man versuchen, beim ersten so mit 20% SoC anzukommen und bei jedem weiteren immer nur so viel nachzuladen, dass es (sicher) bis zum nächsten reicht. Man wäre dann immer in einem SoC-Fenster, das eine hohe Ladegeschwindigkeit bietet. Allerdings kostet jedes Abbiegen / anschließen usw. ja auch immer Zeit, fraglich, ob sich mit diesem Prozedere wirklich Geschwindigkeitsrekorde einfahren ließen :-)
Gruß
Werner
Benutzeravatar
iOnier
 
Beiträge: 1462
Registriert: Mi 23. Dez 2015, 00:53

Re: Erfahrungen mit minus 10 - 15 - 20 Grad

Beitragvon kramer » So 8. Jan 2017, 22:42

Ich hab mit dem eNV 200 gestern bei -11°C 85 km geschafft, davon 45 km AB und habe die Geschwindigkeit auf 90 km/h gedrosselt, damit sich das ausgeht.
Ansonsten bin ich vom E-Auto begeistert, schnelles Ansprechen der Heizung, das Vorklimatisieren und die Lenkradheizung. Da wird man gleich zum Warmduscher ;-).
Hyundai Ioniq Elektro. Zuvor Nissan e-NV200 Evalia
http://www.yousoom.com - solutions for e-mobility
Benutzeravatar
kramer
 
Beiträge: 46
Registriert: Do 3. Sep 2015, 14:27
Wohnort: Gmunden - Österreich

Re: Erfahrungen mit minus 10 - 15 - 20 Grad

Beitragvon SL4E » So 8. Jan 2017, 23:03

-19°C Eis und Schnee und die Reichweite schrumpfte auf 67km im e-Golf trotz Vorklimatisieren an der Wallbox. Auto stand zuvor 4 Tage in der Kälte im Carport.
Lieber jetzt elektrisch fahren, als noch länger warten!
SL4E
 
Beiträge: 2027
Registriert: Do 3. Mär 2016, 12:51

Re: Erfahrungen mit minus 10 - 15 - 20 Grad

Beitragvon TeeKay » Mo 9. Jan 2017, 12:42

Mich wundern manche Kommentare, aus denen Enttäuschung spricht. Oder dass das Elektroauto im Sommer mehr Spaß mache. Ich sehe es genau umgekehrt. Ja, die Reichweite sinkt im Winter. Aber das wussten wohl fast alle vorher. Darum kalkuliert man ja auch die Mindestreichweite konservativ für den Winterfall und geht nicht vom Sommer aus. Für mich überwiegen die Vorteile des Elektroautos im Winter die Nachteile ganz klar.

Das Auto wird wesentlich schneller warm. Mit der Zoe krieg ich heiße Luft an der Tiefgaragenausfahrt. Mit dem 550i dauerte es mindestens die fast 2km bis zur ersten Ampel. Das Auto stinkt nicht bestialisch wie alle Verbrenner bei tiefen Temperaturen. Es ist eine Qual im Winter durch die Städte zu gehen. Ich kann problemlos das Auto vorheizen lassen, ohne zu ersticken oder meine Mitmenschen mit Abgasen zu belästigen. Als ich nach ungeplantem Stau wegen Übermüdung mal notgedrungen im 3.0l TDI auf dem Feld übernachten musste, war der trotz durchgelaufenem Motor am Morgen nicht wirklich warm und der Motor kalt. Die Zoe würde auch die ganze Nacht durchrödeln und heizen.

Als wir letzte Woche mit der Zoe im Mittelgebirge waren, sahen wir 2 liegen gebliebene Verbrenner mit offener Motorhaube am Straßenrand. Keine Uralt-Möhren, sondern Durchschnitt. Auch in Belarus bei -22°C gabs etliche liegen gebliebene Verbrenner, während wir mit dem Tesla problemlos durchs ganze Land fuhren. Winter ist also für die Verbrenner alles andere als Spaß. Ich erinnere mich auch noch an die Trägheit des V8 Benziners im Winter nach dem Start. Da sprach schon aus dem Klang der Unwille zur Leistung. Die Zoe zieht aber auch bei tiefen Temperaturen weg wie im Sommer.

Also ich freu mich auf jeden kalten Tag und bin meistens enttäuscht, wenn mir die Zoe in der Wettervorhersage wieder nur 2°C oder -3°C anzeigt. :)

Im Berliner Stadtverkehr bei -6°C übrigens 90km Reichweite bei 81% SOH. Bei einer intakten Batterie wären es also 110km.
https://www.facebook.com/ElektroautoImAlltag/
Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
Benutzeravatar
TeeKay
 
Beiträge: 10831
Registriert: Di 15. Okt 2013, 10:40
Wohnort: Berlin und Frankfurt

Anzeige

VorherigeNächste

Zurück zu Allgemeine Themen

 
  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
  • Ähnliche Artikel im Blog

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste