Energy Disruption 2030

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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Elektrolurch » Di 3. Mär 2015, 06:58

umberto hat geschrieben:
Die Premium-(richtiges Premium, nicht das A1-GLA-1er-Klientel) wird sich nach wie vor absetzen wollen. Wenn alle das gleiche iPhone haben, klappt das mit dem Absetzen nicht.

Dann ordert die Premium-Klientel eben eine selbstfahrende Stretchlimo, um klein Siw-Kristin in die 200m entfernte Privatschule zu bringen. Wenn Statussymbole unverzichtbar sind, werden sich welche finden, da bin ich ganz zuversichtlich. Im Übrigen dürfte es aus Umweltsicht dann ziemlich egal sein, was die 1% Oberschicht noch fährt. Die Masse macht's.

umberto hat geschrieben:
Und wenn sich der Staat schon schwertut, ein Transportmittel mit 40 Plätzen zu subventionieren, wird er das bei einem mit 4 Plätzen auch nicht tun.

Subventionen werden nicht erforderlich sein. Wenn die Kosten für autonomes Fahren 10x geringer sind als die für Autobesitz, muss niemand irgend etwas subventionieren, das schafft dann jeder aus eigener Tasche zu zahlen. Vom Grundeinkommen. ;)

umberto hat geschrieben:
Wenn die Technik so disruptiv ist, wie Du prophezeist, fehlen hier ganz massiv Steuereinnahmen.

Nicht ich prophezeie das, sondern Tony Seba. Ich kann seiner Argumentation aber folgen. Das Problem mit den fehlenden Steuereinnahmen muss allerdings gelöst werden, da stimme ich dir zu. Aber wenn hier in Deutschland irgendwo Kreativität am Werk ist, dann beim Erfinden neuer Steuereinnahmequellen.

umberto hat geschrieben:
die philantropische Grundlage des BG sehe ich beim aktuellen Homo sapiens nicht.

Fang einfach bei dir an, anders funktioniert das nicht. ;)

umberto hat geschrieben:
Och, wenn ich auf meine Erfahrungen mit großen Konzernen oder dem Staatsapparat so zurückblicke, kommt man zum Eindruck, daß dort teilweise das bedingungslose Grundeinkommen schon eingeführt ist.... :D

:lol: :lol: :lol:

umberto hat geschrieben:
Kommunismus hätte funktioniert, wenn es keinen echten Wettbewerber gegeben hätte. Aber gegen den Veränderungsdruck eines kapitalistischen Systems hatte er keine Chance.

Hm. In meiner Wahrnehmung war der Ostblock längst pleite und wurde vom Westen mit Milliardenkrediten noch eine Weile künstlich am Leben erhalten, bevor auch das nichts mehr half.

Dem militärisch-industriellen Komplex des Westens war ein stabiles Feindbild im Osten doch die entscheidende Grundlage, um die irrsinnigen Rüstungsausgaben zu rechtfertigen. Wir erleben ja gerade, wie das wieder etabliert wird. Und wir werden mit Guck-mal-wie-schlecht-es-der-Bundeswehr-geht auch bereits wieder auf höhere Rüstungsausgaben eingestimmt. Anscheinend ist der "Terrorismus" nach nunmehr über einem Jahrzehnt Drohkulisse bereits so ausgelutscht, dass er allein nicht mehr ausreichend Angst erzeugt. Na gut, ich lasse mich hier hinreißen, sorry wg. OT.

umberto hat geschrieben:
Ich kenne einige Leute, die schütteln bei dem Gedanken, eine halbe Stunde auf ihr Auto verzichten zu MÜSSEN nur mit dem Kopf (und schon das setzt bei einem 50 kWh-E-Mobil einen 100 kW-Lader voraus...ich habe noch keinen gesehen). Die haben einfach keinen Bock auf die Planerei, die uns E-Mobil-Freaks nichts ausmacht oder sportlich gesehen wird.

Vielleicht kriegt man diese Leute ja mit der Porsche-Performance in der Golfklasse geködert? ;) Und wenn 300km Reichweite sicher möglich sind, fallen die allermeisten Unterwegs-Ladepausen, die längere Strecken heute noch so umständlich machen, weg. 300km sind ohnehin hauptsächlich psychologisch wichtig. Schon jetzt fahren die wenigsten mehr als 150km am Tag. 300km reduziert die Gruppe, die das braucht, noch weiter.

umberto hat geschrieben:
Auf welche Fahrzeuge? Wer stellt die her? Tesla investiert 5 Mrd$ für 300000 Akkus im Jahr. Das bauen sie bei Volkswagen nur auf dem Golf-Band in 3 Monaten. So schnell können die Stückzahlen gar nicht steigen, weil der Kapitaleinsatz bei der Autoherstellung mehere Größenordnungen höher wie bei Unterhaltungselektronik ist.

Klingt schlüssig. Das wird spannend zu beobachten sein. Let's wait and see.

umberto hat geschrieben:
Ich kann mir übrigens auch noch nicht vorstellen, wie die Ladesituation in D aussehen muß, wenn hier statt 15000 1.5 Mio E-Fahrzeuge rumfahren würden

Wenn der Bedarf da ist, wird auch das Angebot stimmen. So funktioniert doch Kapitalismus, oder? ;)
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Jack76 » Di 3. Mär 2015, 09:02

Elektrolurch hat geschrieben:
...Wenn der Bedarf da ist, wird auch das Angebot stimmen. So funktioniert doch Kapitalismus, oder? ;)


Naja, und nach Apple-Prinzip: schafft man Bedarf durch ein Angebot an "will-haben"... ;-)
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon umberto » Di 3. Mär 2015, 21:19

Elektrolurch hat geschrieben:
Dann ordert die Premium-Klientel eben eine selbstfahrende Stretchlimo, um klein Siw-Kristin in die 200m entfernte Privatschule zu bringen.


Und wenn keine da ist, macht klein Siv-Kristin mächtig Terror...

Wenn Statussymbole unverzichtbar sind, werden sich welche finden, da bin ich ganz zuversichtlich. Im Übrigen dürfte es aus Umweltsicht dann ziemlich egal sein, was die 1% Oberschicht noch fährt. Die Masse macht's.


Sag ich doch. In der Klein- und billig-Liga wird's genug Angebot geben. Und in autonomen Autos, die die von der Masse regelmäßig benutzt werden, willst Du nicht einsteigen. Reicht doch, wie die Bahnhöfe aussehen. :-(

Subventionen werden nicht erforderlich sein. Wenn die Kosten für autonomes Fahren 10x geringer sind als die für Autobesitz, muss niemand irgend etwas subventionieren


Ich geb Dir mal ein Beispiel. Car2Go Stuttgart ist quasi autonomes E-Auto-Fahren (ich fahre nämlich selber, kostet also nichts) und E-Autos sind es auch. 29 ct/min. Wenn idie Autos in der Lage wären, meinen Transportbedarf zu decken (geht nicht, wegen 2 Kindern), aber wenn, dann würde mich alleine das im Monat ca. 212 Euro kosten. M.W. verdient Car2Go Stuttgart noch kein Geld. Einen Faktor 10 zu meinem Privatauto sehe ich da nicht mal im Ansatz....

Nicht ich prophezeie das, sondern Tony Seba. Ich kann seiner Argumentation aber folgen. Das Problem mit den fehlenden Steuereinnahmen muss allerdings gelöst werden, da stimme ich dir zu. Aber wenn hier in Deutschland irgendwo Kreativität am Werk ist, dann beim Erfinden neuer Steuereinnahmequellen.


Von nichts kommt aber nichts. Wenn angeblich 2 bis 5 Millionen Arbeitsplätze an der dt. Autoindustrie hängen, wird dieses Loch auch mit Kreativität nicht zu stopfen sein. Ok, wir könnten die Griechen fragen, denen fällt bestimmt was ein. Kreativ sind die. :-)

Fang einfach bei dir an, anders funktioniert das nicht. ;)


"Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht" kommt der Wahrheit leider näher. :-(

Hm. In meiner Wahrnehmung war der Ostblock längst pleite und wurde vom Westen mit Milliardenkrediten noch eine Weile künstlich am Leben erhalten, bevor auch das nichts mehr half.


Ja, aber die Systeme haben ja immer konkurriert. Und die Amis haben hier in West-D auch viele Milliarden versenkt, um das hier nicht den Kommis anheimfallen zu lassen. Meine Annahme, daß Kommunismus ohne Kapitalismus funktioniert ist auch mehr ein Bauchgefühl als eine belegbare Tatsache. Da spielt auch mein Lieblingswitzrein

Dem militärisch-industriellen Komplex des Westens


Wenn Du das streichst und "neoliberale Thinktanks der amerikanischen Elite" einsetzt, bin ich sofort bei Dir.

Na gut, ich lasse mich hier hinreißen, sorry wg. OT.


Ist ja auch zum Kotzen wie das läuft. Man schaue sich mal die BBC-Doku "The power of nightmares" an. Da wird mir schlecht.

Vielleicht kriegt man diese Leute ja mit der Porsche-Performance in der Golfklasse geködert? ;)


Nö, das haben deren getunte Teile schon. Und die machen auch so richtig schön Krach.

Und wenn 300km Reichweite sicher möglich sind, fallen die allermeisten Unterwegs-Ladepausen, die längere Strecken heute noch so umständlich machen, weg.


Daheim laden geht nicht, wegen 24er-Wohnblock.

Klingt schlüssig. Das wird spannend zu beobachten sein. Let's wait and see.


Das kommt schon mit der E-Mobility. Nur nicht so schnell wie hier manche sagen. 2030 prognostiziere ich ca. 30%-50% des Auto-Bestandes elektrifziert - und das ist auch schon was tolles.

umberto hat geschrieben:
Wenn der Bedarf da ist, wird auch das Angebot stimmen. So funktioniert doch Kapitalismus, oder? ;)


Oh ja, sieht man z.B. in der Altenpflege, in der Kinderbetreuung und bei der Energiewende...aber jetzt fange ich an, abzuschweifen und mich aufzuregen.

Gruss
Umbi
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Elektrolurch » Mi 4. Mär 2015, 09:30

Umbi, wir haben interessante Themen, und die Diskussion mit dir ist mir sehr angenehm! Danke dafür. Vielleicht können wir das ja irgendwann vertiefen, wenn wir uns mal bei irgendeinem EV-Event sehen. Würde mich freuen. Ich steige hier erstmal wieder aus, sonst wird's zu sehr OT.
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon umberto » Mi 4. Mär 2015, 19:46

Gebe das Kompliment zurück! Ja, wäre toll, wenn das mal klappt.

Gruss
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon jumparound246 » Mi 4. Mär 2015, 21:34

Lenzano hat geschrieben:
Wo die Energie her kommt ist im Prinzip egal, Hauptsache es ist regenerative Energie.
Klar muss die auch gespeichert und vor allem transportiert werden. Gerade hier in Bayern wird gerade sehr viel Wind um die Nord-Süd Stromtrassen gemacht.
Hier muss sich geeinigt werden, wie der Strom in den Süden kommt. Im Norden haben wir dank Windparks zu viel davon. Hier im Süden wird der gebraucht, erst recht, wenn immer mehr EV's auf die Straße kommen und der Strom für Mobilität verbraucht werden soll. Wir stehen uns wahrscheinlich wieder selber im Weg. Der eine mag (verständlicherweise) keinen Strommast oder ein Windrad im Vorgarten haben. Andererseits sind Kabelagen in die Erde zu legen zu teuer. Einen Tod müssen wir sterben.


Energie gespeichert muss auf jeden Fall werden. Beim Transportieren bin ich anderer Meinung. Wir sollten die Energie da erzeugen wo sie auch gebraucht wird. Dezentral. Ich frage mich warum die Überkapazitäten dort überhaupt entstanden sind...?!

Die Energie im Erdkabel zu transportieren ist unmöglich. Die Kapazitäten würden die Energie verbrauchen und nach ner bestimmten Strecke würde nichts mehr raus kommen. Man müsste die jetzigen Gebilde, wie sie vorhanden sind, so unter die Erde bringen, dann würde es technisch funktionieren. Sorry für OT.
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon umberto » Mi 4. Mär 2015, 21:38

jumparound246 hat geschrieben:
Die Energie im Erdkabel zu transportieren ist unmöglich.


Und wie macht das ein HGÜ-Seekabel?

Gruss
Umbi
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon jumparound246 » Mi 4. Mär 2015, 21:52

umberto hat geschrieben:
jumparound246 hat geschrieben:
Die Energie im Erdkabel zu transportieren ist unmöglich.


Und wie macht das ein HGÜ-Seekabel?

Gruss
Umbi


Das kann zaubern!

Geplant ist für den Nord Süd Link Wechsel - Hochspannung...da hat mein beschränktes Hirn wohl die Gleichspannung "vergessen". Warum is dann eigentlich keine HGÜ angedacht dafür?

Edit: Das Magnetfeld will dann wohl auch keiner vor der Tür haben...
Die Katze beißt sich in den Schwanz
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon umberto » Mi 4. Mär 2015, 21:58

Das ist ne HGÜ. Lenzano hatte im Prinzip schon recht. Ein Erdkabel ginge u.U. auch, ist aber deutlich teurer.

Gruss
Umbi
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon jumparound246 » Mi 4. Mär 2015, 22:12

umberto hat geschrieben:
Das ist ne HGÜ. Lenzano hatte im Prinzip schon recht. Ein Erdkabel ginge u.U. auch, ist aber deutlich teurer.

Gruss
Umbi


Was meinst du mit "Das ist ne HGÜ?"

Egal welche Technik möglich wäre, es sollte dezentral werden und nicht in Abhängigkeit von Links und den großen Versorgern.
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