Energy Disruption 2030

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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Keepout » Mo 2. Mär 2015, 09:18

Elektrolurch hat geschrieben:
EV werden dann disruptiv, wenn sie die 300 km Reichweite real knacken und preislich auf dem gleichen Niveau von Verbrennern der jeweiligen Fahrzeugklasse angelangt sind. Das hat Tony Seba doch gut herausgestellt. Denn dann hat es überhaupt keinen Sinn mehr, einen Verbrenner zu kaufen. Er bietet keinerlei Vorteile mehr gegenüber dem EV und ist teurer im Unterhalt. Wenn dieser Punkt erreicht ist, setzt die massenhafte Migration ein.


Besser kann man es gar nicht zusammenfassen - das ist in meinen Augen das Amen!
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Cavaron » Mo 2. Mär 2015, 10:13

Elektrolurch hat geschrieben:
Und 100% solare Energieversorgung bedeutet ja auch, dass das Speicherproblem gelöst sein muss. Jetzt liegt es im Kontext seines Vortrags nahe, zu vermuten, dass das auch alles mit Batterietechnologie abgedeckt werden soll. Aber können wir bis 2030 überhaupt so viel Batteriekapazität bereitstellen? Zusätzlich zu der, die für die ganzen EV benötigt wird?

Das Speicherproblem ist ja regional unterschiedlich ausgeprägt. In der Klimazone von Deutschland und nördlicher ist es im Winter drängender als z.B. in Kalifornien, wo sich mit der Sonne auch noch in den sogenannten Wintermonaten genug Strom für die Nacht erzeugen lässt.
Bei uns muss es andere Lösungen dafür geben als riesige Akkus. Einen Teil bekommt man sicher durch Windstrom hin, der im Winter reichlich vorhanden ist (dafür brauchen wir aber wieder das Stromnetz). Eine andere Möglichkeit wäre die Vorratsspeicherung über die Sommermonate in anderen Medien - z.B. irgendwas mit Brennstoffzellen, Redox Flow, Power2Gas oder direkte Wärmespeicherung...

In Akkus werden wir bald Schwimmen - mit NiMH, Zebra und LiIon sehe ich da auch Rohstoffseitig kein kurzfristiges Limit.
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Lenzano » Mo 2. Mär 2015, 10:52

Wo die Energie her kommt ist im Prinzip egal, Hauptsache es ist regenerative Energie.
Klar muss die auch gespeichert und vor allem transportiert werden. Gerade hier in Bayern wird gerade sehr viel Wind um die Nord-Süd Stromtrassen gemacht.
Hier muss sich geeinigt werden, wie der Strom in den Süden kommt. Im Norden haben wir dank Windparks zu viel davon. Hier im Süden wird der gebraucht, erst recht, wenn immer mehr EV's auf die Straße kommen und der Strom für Mobilität verbraucht werden soll. Wir stehen uns wahrscheinlich wieder selber im Weg. Der eine mag (verständlicherweise) keinen Strommast oder ein Windrad im Vorgarten haben. Andererseits sind Kabelagen in die Erde zu legen zu teuer. Einen Tod müssen wir sterben.
Seit 3.7.14 eine Import-Zoe Intens Q210
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon mutle » Mo 2. Mär 2015, 15:40

Elektrolurch hat geschrieben:
Und 100% solare Energieversorgung bedeutet ja auch, dass das Speicherproblem gelöst sein muss. Jetzt liegt es im Kontext seines Vortrags nahe, zu vermuten, dass das auch alles mit Batterietechnologie abgedeckt werden soll. Aber können wir bis 2030 überhaupt so viel Batteriekapazität bereitstellen? Zusätzlich zu der, die für die ganzen EV benötigt wird?

@mutle: Geht er darauf in seinem Buch noch näher ein?


Ich bin noch mitten im Solar Kapitel, aber Speicher und wie wichtig sie sind wurde schon mehrmals erwähnt, bspw. das Gemasolar Projekt nahe Seville in Spanien: http://www.torresolenergy.com/TORRESOL/ ... r-plant/en das Solar-Wärme in Salz speichert. Es müssen also nicht immer LiIon Akkus sein und die dort genutzten Salze gibt es in riesigen Mengen und sind günstiger, lassen sich aber nicht für EVs nutzen.

Ich habe laut Kindle jetzt die ersten 25% gelesen und kann das Buch nur empfehlen. Da es leider noch ein Nischenprodukt und kein Bestseller ist denke ich nicht dass es eine deutsche Übersetzung geben wird.
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon umberto » Mo 2. Mär 2015, 19:36

Elektrolurch hat geschrieben:
Diesen Stellenwert meine ich, diesen Overhead, der mit der Funktion eines Autos als Transportmittel nur sehr entfernt zu tun hat. Das wird sich verändern.


D'accord. Das wird aber wieder mal nur die Mittelschicht treffen. Die Premium-(richtiges Premium, nicht das A1-GLA-1er-Klientel) wird sich nach wie vor absetzen wollen. Wenn alle das gleiche iPhone haben, klappt das mit dem Absetzen nicht.
Und Geiz ist geil/notwendig wird auch einen Markt bilden. Und wie schon bei anderen Dingen (HiFi usw.) wird sich dazwischen eine Lücke auftun...

Niemand soll dabei auf Mobilität verzichten müssen. Ich glaube, wenn sich autonome Fahrzeuge in der Stadt zurecht finden, schaffen sie es auch raus aufs Land. ;) Und zwar besser und schneller als jeder heutige Bus.


Nee, das rechnet sich genausowenig wie heute schon der Bus dort. Und wenn sich der Staat schon schwertut, ein Transportmittel mit 40 Plätzen zu subventionieren, wird er das bei einem mit 4 Plätzen auch nicht tun. Übrigens: wovon denn? Wenn die Technik so disruptiv ist, wie Du prophezeist, fehlen hier ganz massiv Steuereinnahmen.

Der Wert von Geld existiert nur als Übereinkunft und Akzeptanz in unserem Kopf.


Richtig. Und das schon seit meheren tausend Jahren.

Geld als Motivator, um noch mehr Geld zu machen. Und genau das ist es, was unsere westliche Gesellschaft ausmacht. Geld als Fetisch, Geld als Gierverstärker. Ein an sich leeres, abstraktes "Ding" ohne Wert wird zum alles bestimmenden Wert. Da ist doch grundsätzlich was faul.
Deutschland hat gerade ein Rekordplus gemacht, zweistelliger Milliardenbetrag. Gleichzeitig gab es noch nie so viel Armut hierzulande. Was stimmt da nicht?


Jein. Wenn der Druck, das eigenen Überleben zu sichern fehlt, brauchst Du schon was anderes. Ganz ohne Ziel rumdümpeln hat noch keiner Gesellschaft gut getan. Vielleicht gibt es Auswüchse a la Bankster, aber das ist doch nicht die Regel.
Die sich öffnende Schere zwischen arm und reich kriegst Du aber nur mit Leuten wieder zu, die sich für die Schwachen in der Gesellschaft einsetzen. Da braucht es auch mal sture Gewerkschaftsbosse a la Weselsky. Das Kämpfen ist den Gewerkschaften doch irgendwie abhanden gekommen.

Es ist systembedingt: Geld bringt Geld. Wer viel hat, kriegt schnell immer mehr, alle anderen fallen hinten runter. Zinseszins, ein fatales Instrument.


Angesichts negativer Zinsquoten für große Vermögen ein Argument dem gerade etwas die Basis fehlt. Aber jeder, der schon mal mit Exponential-Funktonen gespielt hat, muß Dir natürlich grundsätzlich Recht geben. Die Grenzen des Wachstums, ein sehr gutes Buch zum Thema. Aber glaubst Du echt, das kann man mit Vernunft eindämmen? Ich ehrlich gesagt nicht. Das geht nur mit Katastrophen, leider.

bedingungsloses Grundeinkommen


Dir ist aber schon klar, daß dass nur einer Gesellschaft funktioniert, wo die, die dieses Einkommen erwirtschaften, dafür auch einen Mehrwert bekommen. Sonst schmeißen die nach kurzer Zeit die Drohnen aus dem Bau....die philantropische Grundlage des BG sehe ich beim aktuellen Homo sapiens nicht.

Ein Aufblühen von Sport, Kunst, Kultur. Endlich Zeit für kreative Betätigungen! Oder? Versumpfen wir dann alle vor Dschungelcamp, DSDS, GNTM & Co? Darüber müssen wir doch mal nachdenken.


Och, wenn ich auf meine Erfahrungen mit großen Konzernen oder dem Staatsapparat so zurückblicke, kommt man zum Eindruck, daß dort teilweise das bedingungslose Grundeinkommen schon eingeführt ist.... :D

kapitalistischen Wirtschaftssysteme sind einfach übriggeblieben, als die kommunistischen Systeme implodiert sind.


Nope. Kommunismus hätte funktioniert, wenn es keinen echten Wettbewerber gegeben hätte. Aber gegen den Veränderungsdruck eines kapitalistischen Systems hatte er keine Chance.

Das ist so wie Brennstoffzelle. An sich eine prima Idee, aber der Wirkungsgrad ist im Vergleich zu "Strom im Akku speichern" einfach zu schlecht. :-)

EV werden dann disruptiv, wenn sie die 300 km Reichweite real knacken und preislich auf dem gleichen Niveau von Verbrennern der jeweiligen Fahrzeugklasse angelangt sind. Das hat Tony Seba doch gut herausgestellt.


Nein, weil sie immer noch zu langsam laden. Ich kenne einige Leute, die schütteln bei dem Gedanken, eine halbe Stunde auf ihr Auto verzichten zu MÜSSEN nur mit dem Kopf (und schon das setzt bei einem 50 kWh-E-Mobil einen 100 kW-Lader voraus...ich habe noch keinen gesehen). Die haben einfach keinen Bock auf die Planerei, die uns E-Mobil-Freaks nichts ausmacht oder sportlich gesehen wird.

Disruptiv werden die EV dann, wenn Nunzio seine Nasszellen-Batterie hinbekommt oder BetterPlace aus der Gruft steigt. Das dauert aber noch und ist dann eher evolutionär als disruptiv. Die nächsten 10 Jahre werden wir davor noch ganz viele Hybride sehen.

Denn dann hat es überhaupt keinen Sinn mehr, einen Verbrenner zu kaufen. Er bietet keinerlei Vorteile mehr gegenüber dem EV und ist teurer im Unterhalt. Wenn dieser Punkt erreicht ist, setzt die massenhafte Migration ein.


Auf welche Fahrzeuge? Wer stellt die her? Das ist eben kein Smartphone. Tesla investiert 5 Mrd$ für 300000 Akkus im Jahr. Das bauen sie bei Volkswagen nur auf dem Golf-Band in 3 Monaten. So schnell können die Stückzahlen gar nicht steigen, weil der Kapitaleinsatz bei der Autoherstellung mehere Größenordnungen höher wie bei Unterhaltungselektronik ist. Wenn das nämlich so einfach wäre, wäre die deutsche Autoindustrie schon lange tot.

Ich kann mir übrigens auch noch nicht vorstellen, wie die Ladesituation in D aussehen muß, wenn hier statt 15000 1.5 Mio E-Fahrzeuge rumfahren würden (das wären dann ca. 3% des Bestandes). Schon beim aktuellen Stand der Dinge findest Du keine funktionierende Ladesäule. Also auch das ist nichts, was sich bei üblicher Bürokratie binnen 5 Jahren ändert...vielleicht binnen 25.

Gruss
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Cavaron » Mo 2. Mär 2015, 23:12

@Umbi: du hast noch nie einen Tesla Supercharger gesehen? :D
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon umberto » Mo 2. Mär 2015, 23:17

Cavaron hat geschrieben:
@Umbi: du hast noch nie einen Tesla Supercharger gesehen? :D


Ich habe ihn sogar schon benutzt. Aber dafür, daß es in D vielleicht 2000 Model S gibt (damals eher 1000), fand ich die 3 Autos gleichzeitig an den 8 Ladepunkten schon bedenklich viel...was ist bei 200000 Model S?

Gruss
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Cavaron » Mo 2. Mär 2015, 23:25

Supercharger werden durch Tesla-Verkäufe bezahlt. Mehr Teslas = mehr Geld für Supercharger. Aber wie oft muss man denn laden, wenn man 500km im Akku hat? Ich lade mit meinen 150km im Schnitt nur zwei mal die Woche. Hat ja nicht jeder ein Fahrprofil wie Bøjrn. Könnte mir maximal Stoßzeiten am WE vorstellen - aber das sind Luxusprobleme, die ich unserem Land wünsche!
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon umberto » Mo 2. Mär 2015, 23:33

Cavaron hat geschrieben:
Aber wie oft muss man denn laden, wenn man 500km im Akku hat?


Auf der Autobahn alle 350 km, oder so. Je nach Stromfuß halt. :-)

Könnte mir maximal Stoßzeiten am WE vorstellen - aber das sind Luxusprobleme, die ich unserem Land wünsche!


Luxus ist eher die aktuelle Ausbaustufe von 1 Ladepunkt pro 10 Model S in D (grob überschlagen, man möge mich korrigieren)....und der Platz ist momentan für andere E-Autos verbrannt. Das wird noch Verteilungskämpfe geben....

Gruss
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Snuups » Di 3. Mär 2015, 00:52

Verteilungskämpfe? An Autobahnraststätten vielleicht. überall sonst ist massig Platz für neue Infrastruktur. 'Normalladestationen könnten an jedem Parkplatz montiert werden. Bei den enormen Standzeiten von Fahrzeugen ist es egal wie schnell ich laden kann, wenn ich überall laden kann.

Jede Parkuhr kann auch eine Ladestelle sein. Jeder Tiefgaragenplatz ebenfalls. Die Zentrale Parkuhr verschwindet halt wieder. Ist eh lästig das Scheissteil zu suchen. Im Grunde kann jeder Parkplatz eine Ladestation haben.
Liebe Grüsse
Snuups

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