Energy Disruption 2030

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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Elektrolurch » So 1. Mär 2015, 14:48

Ich hab mal das Wesentliche des Vortrages ins Deutsche übersetzt, nachzulesen in meinem Blog.
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon ev4all » So 1. Mär 2015, 15:39

Ich habe mir gerade auf dem Tablet das Video angesehen. Musste 2x warmes Wasser nachlaufen lassen ;-). Wow! Da kommen sicher einschneidende Veränderungen auf uns zu. Es wird interessant zu sehen, wie und wie lange sich die heutigen Protagonisten der fossilen und nuklearen Art noch zur Wehr setzen können. Mit z.B. solchen bescheuerten Aktionen wie der Förderung des AKW-Neubaus im englischen Hinkley Point durch die britische Regierung.

@Elektrolurch: Sehr schön zusammengefasst und bebildert in deinem Blog. Danke. Das habe ich gleich mal geteilt in einem anderen Netzwerk.
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Robert » So 1. Mär 2015, 16:18

Danke für die sensationelle Zusammenfassung ! :danke:
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon umberto » So 1. Mär 2015, 18:50

Elektrolurch hat geschrieben:
@Umbi: Das wird unsere Gesellschaft umkrempeln, so oder so. Probleme sehe ich nur, wenn der neue Wein weiterhin in den alten Schläuchen ausgeschenkt werden soll. Die alten kapitalistischen Wirtschaftsmuster lassen sich mit den neuen Technologien nicht aufrecht erhalten. Nicht nur Autos werden ihren gesellschaftlichen Stellenwert verlieren,


Sorry, aber das sind doch Thesen von prekär beschäftigten Journalisten, die in der Großstadt leben. In Ostfriesland (und jeder anderen ländlichen Region) kann niemand auf sein Auto verzichten. Busse fahren selten bis nie, die Läden sind auch ewig weit weg. Ob die Experimente mit den Versorgungsbussen über das Versuchsstadium hinauskommen, bleibt abzuwarten.
Klar kannnst Du sagen, daß wir demnächst alle in der Stadt leben, aber das kann und will ich mir gar nicht vorstellen.

Und: seit ich vor vielen Jahren "Der Medicus" gelesen habe, ist mir klargeworden, daß wir Menschen in inhärentes Mobilitätsbedürfnis haben. Ob das die Gene unserer Vorfahren sind, die Jahrmillionen als Nomaden herumgezogen sind oder was anderes, kann ich nicht beurteilen. Das züchtet aber kein Zukunftsforscher in 30 Jahren raus.

Geld wird in Zukunft nicht mehr die alles dominierende Rolle spielen.


Schau mal 1000 Jahre zurück, dann weißt Du was es immer geben wird. Die Leute verlieben, sich, heiraten, bekommen Kinder, essen gemeinsam, schreiben Lieder und singen sie und sie müssen irgendwie ihren Lebensunterhalt verdienen. Was ist da praktischer als Geld?

Wir werden uns fragen müssen, wie und auf welcher Basis wir unsere Lebens- und Wirtschaftsweise organisieren wollen bzw. müssen, um zu überleben. Eine Gesellschaft, die auf Gier basiert, hat da schlechte Karten.


Eine schöne Vision, aber m.E. genau der falsche Trend. Der Kapitalismus hat den Kommunismus geschlagen, gerade weil er die Gier belohnt. Gier ist nicht unbedingt Ressourcenvernichtung, auch wenn das gerade gerne gleichgesetzt wird.

Gruss
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon umberto » So 1. Mär 2015, 18:56

Elektrolurch hat geschrieben:
Ich hab mal das Wesentliche des Vortrages ins Deutsche übersetzt.


Super danke, ich mag keine langen Videos. :-)

Das Problem ist, daß wir hier zwar alle E-Autos geil finden, aber das gerade KEINE disruptive Technologie ist. 100 km weit zu kommen und dann 30min + X nachladen zu müssen, ist eben gerade kein Fortschritt. Deswegen verkaufen sich die aktuellen E-Autos auch nur an Avantgardisten oder dort, wo die alte Technik massiv behindert wird. Und weil das so ist, wird sich die Technik langsam durchsetzen (weil uns die Energiewende keine andere Wahl läßt, das ist aber auch eher evolutionär als disruptiv).

Autonomes Fahren ist eine disruptive Technologie, weil sie dir soviel mehr Zeit verschafft. Das kommt ganz sicher ganz schnell, sobald es stabil funktioniert.

Gruss
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon p.hase » So 1. Mär 2015, 20:40

der gute mann spricht ja auch nicht vom leidmarkt deutschland...
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon midimal » So 1. Mär 2015, 22:29

Elektrolurch hat geschrieben:
Ich hab mal das Wesentliche des Vortrages ins Deutsche übersetzt, nachzulesen in meinem Blog.


La Bomba! Vielen Dank für Deine Arbeit!!!!!
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Elektrolurch » Mo 2. Mär 2015, 06:22

Gern geschehen. Ist ja schon traurig, dass man bei allem, was mit innovativer Technologie zu tun hat, ohne Englischkenntnisse ziemlich aufgeschmissen ist und u.U. jahrelang warten muss, ehe entsprechende Übersetzungen vorliegen. Na immerhin haben "wir hier" mit Lars Thomsen wenigstens einen deutsch sprechenden Visionär. ;)
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Elektrolurch » Mo 2. Mär 2015, 07:03

@Umbi: Mit dem sich ändernden gesellschaftlichen Stellenwert von Autos meine ich nicht ihren sinnvollen Einsatzzweck, nämlich das Transportieren, sondern ihren Status als Fetisch und Besitzobjekt. Autos sind ja sehr häufig sowas wie unsere Avatare in der Öffentlichkeit. Sie sollen ein bestimmtes Bild von uns als Außendarstellung repräsentieren, andere beeindrucken und unseren Platz in der gesellschaftlichen Rangordnung kenntlich machen. (Die wiederum oft am Geld hängt, darauf komme ich gleich nochmal extra.) Oder unseren Style unterstreichen, unsere Hipness verstärken oder andere einschüchtern (dröööhn...). Diesen Stellenwert meine ich, diesen Overhead, der mit der Funktion eines Autos als Transportmittel nur sehr entfernt zu tun hat. Das wird sich verändern.

Niemand soll dabei auf Mobilität verzichten müssen. Ich glaube, wenn sich autonome Fahrzeuge in der Stadt zurecht finden, schaffen sie es auch raus aufs Land. ;) Und zwar besser und schneller als jeder heutige Bus.

Geld: eine der nützlichsten Erfindungen überhaupt! Wozu ist es gedacht - um den Austausch von Waren und Dienstleistungen zu vereinfachen. Geld an sich ist ja nix. Zahlen auf Papier, Zahlen im Kopf. Kannste nicht essen, kannste nicht anziehen, kannste vielleicht verheizen, wenn es Papiergeld ist, aber das wärmt nur ganz kurz. ;) Geld hat keinen inhärenten Wert. Der Wert von Geld existiert nur als Übereinkunft und Akzeptanz in unserem Kopf. Wenn ich beschließe, dass für mich ab heute Geld keinen Wert mehr hat, kannst du mir eine Mio auf den Tisch legen, da lache ich drüber. (Also rein theoretisch jetzt. ;) )

Geld wird problematisch, wenn es zum Wert an sich mutiert. Geld als Ziel allen materiellen Strebens. Geld als Motivator, um noch mehr Geld zu machen. Und genau das ist es, was unsere westliche Gesellschaft ausmacht. Geld als Fetisch, Geld als Gierverstärker. Ein an sich leeres, abstraktes "Ding" ohne Wert wird zum alles bestimmenden Wert. Da ist doch grundsätzlich was faul.

Deutschland hat gerade ein Rekordplus gemacht, zweistelliger Milliardenbetrag. Gleichzeitig gab es noch nie so viel Armut hierzulande. Was stimmt da nicht? Es ist systembedingt: Geld bringt Geld. Wer viel hat, kriegt schnell immer mehr, alle anderen fallen hinten runter. Zinseszins, ein fatales Instrument.

Es ginge ja vielleicht auch anders: Geld und Arbeit können entkoppelt werden, Stichwort bedingungsloses Grundeinkommen. Dann muss bei disruptiven wirtschaftlichen Veränderungen auch niemand Angst haben, seine Familie nicht mehr ernähren zu können. Immer mehr Arbeit wird doch von automatisierten Maschinen übernommen, was machen wir dann, was fangen wir an, womit beschäftigen wir uns, wenn wir nicht mehr arbeiten müssen/können/dürfen? Das kann eine wunderbare Chance sein. Ein Aufblühen von Sport, Kunst, Kultur. Endlich Zeit für kreative Betätigungen! Oder? Versumpfen wir dann alle vor Dschungelcamp, DSDS, GNTM & Co? Darüber müssen wir doch mal nachdenken.

Kapitalismus: Meiner Ansicht nach hat der Kapitalismus den Kommunismus nicht geschlagen, sondern die kapitalistischen Wirtschaftssysteme sind einfach übriggeblieben, als die kommunistischen Systeme implodiert sind. Die übrigens mit Kommunismus etwa so viel zu tun gehabt haben wie die CDU/CSU mit der Bergpredigt. ;)

Back to topic: EV werden dann disruptiv, wenn sie die 300 km Reichweite real knacken und preislich auf dem gleichen Niveau von Verbrennern der jeweiligen Fahrzeugklasse angelangt sind. Das hat Tony Seba doch gut herausgestellt. Denn dann hat es überhaupt keinen Sinn mehr, einen Verbrenner zu kaufen. Er bietet keinerlei Vorteile mehr gegenüber dem EV und ist teurer im Unterhalt. Wenn dieser Punkt erreicht ist, setzt die massenhafte Migration ein.
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Re: Energy Disruption 2030

Beitragvon Elektrolurch » Mo 2. Mär 2015, 07:13

Ah, einen hab ich noch heute morgen: Vortragskritik.

Hat Tony Seba bei seinen Solarkalkulationen die installierte Kapazität oder den tatsächlichen Ertrag zu Grunde gelegt? Das ist ja dann doch nochmal ein erheblicher Unterschied.

Und 100% solare Energieversorgung bedeutet ja auch, dass das Speicherproblem gelöst sein muss. Jetzt liegt es im Kontext seines Vortrags nahe, zu vermuten, dass das auch alles mit Batterietechnologie abgedeckt werden soll. Aber können wir bis 2030 überhaupt so viel Batteriekapazität bereitstellen? Zusätzlich zu der, die für die ganzen EV benötigt wird?

@mutle: Geht er darauf in seinem Buch noch näher ein?
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