Endlich mal ein guter Vorschlag

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Re: Endlich mal ein guter Vorschlag

Beitragvon TeeKay » Sa 20. Dez 2014, 09:36

e-lectrified hat geschrieben:
Das sieht man ja wunderbar in Norwegen. Das ist voll schiefgegangen mit der Elektromobilität, die reinste Katastrophe... na ja, du kannst ja weiter auf die Wunder der Marktwirtschaft hoffen.

Belästige uns bitte mit ein paar Argumenten und Belegen für deine These.
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Re: Endlich mal ein guter Vorschlag

Beitragvon e-lectrified » Sa 20. Dez 2014, 11:51

Das war doch ironisch gemeint! Ich wollte sagen, die Elektromobilität funktioniert gerade wegen der Einmischung der Politik einwandfrei in Norwegen. Aber es gibt eben hier scheinbar immer noch welche, die an das Wunder der Marktwirtschaft glauben: Wenn der Markt in Deutschland bereit ist, dann werden auch viele Elektroautos gekauft - so ein Schwachsinn!
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Re: Endlich mal ein guter Vorschlag

Beitragvon graefe » Sa 20. Dez 2014, 16:44

e-lectrified hat geschrieben:
Das war doch ironisch gemeint! Ich wollte sagen, die Elektromobilität funktioniert gerade wegen der Einmischung der Politik einwandfrei in Norwegen.


Ja, ein Land wie Norwegen, das mit seinen Milliarden aus Öl (was für Ironie!) zu den reichsten Ländern der Welt gehört, kann natürlich den Strom inkl. Ladeinfrastruktur verschenken.

Aber es gibt eben hier scheinbar immer noch welche, die an das Wunder der Marktwirtschaft glauben: Wenn der Markt in Deutschland bereit ist, dann werden auch viele Elektroautos gekauft - so ein Schwachsinn!


Zunächst: Es ist schlechte Diskussionskultur, die Meinung anderer als Schwachsinn abzutun.
Ansonsten: Solange die Verbrenner nicht für die von Ihnen verursachten Emissionen bezahlen müssen, besteht natürlich Wettbewebsverzerrung zuungunsten des E-Autos. Also: City-Maut, Mineralölsteuer und Kfz-Steuer hoch. Für Elektroautofahrer wären natürlich so ein paar Tausend Euro Subvention eine feine Sache (wie alles, was man geschenkt bekommt). Aber Subvention aus öff. Geldern ist nie ein gutes Mittel. Als Konsequenz würden die Hersteller ihre E-Autos vermutlich einfach weniger scharf kalkulieren u d mehr verdienen. (Ist bei Immobilien ja auch nicht anders: je günstiger die Zinsen, desto teurer die Immobilien.) Was ist daran nachhaltig und wie soll das der Entwicklung konkurrenzfähiger Elektroautos helfen?? Und allen Bestandsfahrern muss auch klar sein: bei 5000€ Subvention wäre das eigene Elektroauto schlagartig 5000€ weniger wert auf dem Gebrauchtmarkt.

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Re: Endlich mal ein guter Vorschlag

Beitragvon e-lectrified » Sa 20. Dez 2014, 17:05

graefe hat geschrieben:
Ja, ein Land wie Norwegen, das mit seinen Milliarden aus Öl (was für Ironie!) zu den reichsten Ländern der Welt gehört, kann natürlich den Strom inkl. Ladeinfrastruktur verschenken.


Vergessen wir da nicht, dass in Norwegen Verbenner schärfer besteuert werden als Elektroautos (Mehrwertsteuer, City-Maut)?! Für mich ist das eine Einmischung der Politik, oder nicht?! Und ich bin es langsam leid, dass Norwegen die Finanzierung der Elektromobilität immer auf die Millarden aus dem Erdölgeschäft vorgeworfen werden. Wenn wir nach Deutschland schauen, könnten wir zig Dinge nennen, mit denen die Elektromobilität gefördert werden könnte, z.B. mit dem Waffenverkauf an Kriegsschauplätze in aller Welt. Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur und daran reibt sich keiner auf!

Fakt ist: Norwegen fördert die Elektromobilität und scheut sich nicht, das politisch durchzusetzen, Deutschland blockiert massiv die Elektromobilität, weil man sich nicht traut, den Lobbyisten der Auspuff-Inhalatoren die Stirn zu bieten!

graefe hat geschrieben:
Also: City-Maut, Mineralölsteuer und Kfz-Steuer hoch.


Warum nicht gleich die Mehrwertsteuer? Sprich: Verbrenner zahlen doppelt (38%), Elektroautos nicht.

graefe hat geschrieben:
Aber Subvention aus öff. Geldern ist nie ein gutes Mittel. Als Konsequenz würden die Hersteller ihre E-Autos vermutlich einfach weniger scharf kalkulieren u d mehr verdienen.


Also ich sehe keine Unterschiede in der Preisgestaltung in Ländern mit Förderung zu Ländern ohne, wenn man die Subvention abzieht. Wenn du mir ein Beispiel nennst, können wir gerne darüber diskutieren. Und, wenn das nur in Deutschland zu befürchten ist, dann ist das doch ein Grund mehr, die Politik damit zu konfrontieren, denn dafür wählen wir unsere Vertreter ja wohl nicht.
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Re: Endlich mal ein guter Vorschlag

Beitragvon odyssey » Sa 20. Dez 2014, 17:34

Auch wenn der "Spruch" schon gestern gerissen wurde, hier noch mein Kommentar:
graefe hat geschrieben:
Mir ist das übrigens Wurscht, ob sich das Elektroauto in der Breite durchsetzt oder nicht. Der Exoten-Status gefällt mir sogar ganz gut.

In Meerbusch ein Exot in Sachen Elektromobilität? - Ja paßt mit dem Smart ED, denn die Telsa-Dichte ist hier besonders hoch. Und wenn sich die E-Mobilität dann flächendeckend durchgesetzt hat, kannst Du gerne wieder mit einem Verbrenner zum Exoten werden. Info's zur antimissionarischen Anleitung erhältst Du von "Geri Weibel", über den Martin Suter so gerne berichtet...

Grüße von einem "Nachbarn"

P.S.: Mission E-Mobilität hin oder her - der breiten Öffentlichkeit muß man E-Moblität vorleben, sonst wird es nichts!
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Re: Endlich mal ein guter Vorschlag

Beitragvon Alex1 » Sa 20. Dez 2014, 18:02

Oh graefe! Wo hast Du das denn her?
Aber Subvention aus öff. Geldern ist nie ein gutes Mittel.

Das kommt doch ganz tief aus der Mottenkiste des Haifischkapitalismus.

Die, die am meisten gegen Steuerung durch die öffentliche Hand wettern, sind meistens die, die am meisten davon protestieren. Wie zB die FDP (kann sich da noch einer dran erinnern?): Meckern gegen jede Subvention, streichen aber gerne die Millionen zB für die Gastwirte oder die Abschreibungsschwindler von Klarsee (Biogas-Schwindel).

Strafzahlungen für Stinker oder Erleichterungen für die Sauberen, das kommt doch völlig auf Dasselbe raus. Nur aus einer in eine andere Tasche. Ob Du aus ideologischen oder Glaubensgründen keine Förderung magst und lieber ein Strafgericht forderst, ist hier völlig zweitrangig.

PS: Ohne öffentliche Förderung wäre es nie was mit den Regenerativen geworden. Rücksichtslosigkeit ist immer billiger als Achtsamkeit.

PPS: Wenn Du schon so gegen Förderungen bist, dann mach doch mal die EU an, dass sie ein mehr als 4-Faches an Subventionen für die Fossilen ausgibt wie für die Regenerativen (130 zu 30 Mrd€). Wer das sagt? Oettinger!
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Endlich mal ein guter Vorschlag

Beitragvon i300 » Sa 20. Dez 2014, 22:17

Meiner Meinung nach macht es durchaus einen Unterschied ob man subventioniert oder sinnvolle Steuern oder Mautgebühren verlangt. Es ist doch eine recht grobe Einteilung, wenn man nur nach EV (incl.Hybrid) und Verbrennern unterscheidet.
Z.B. schadet ein Porsche-Besitzer die Umwelt nicht mehr als wir, wenn er den 1959er 911 in der Garage mit Fenster zum Wohnzimmer (Vitrine) stehen hat und 1-2 mal im Jahr damit an einer Oldtimer-Ralley teilnimmt... die Gelegenheits-Cabriofahrerin, die im Sommer... usw.
Die KFZ-Steuer unterscheidet kaum zwischen kleinen, relativ sauberen Kleinwagen mit 10T Jahreskilometern und Diesel-SUV-Panzern die täglich 200km schrubben. Mit einer höheren Abgabe auf Kraftstoff anstelle von KFZ-Steuer wären sinnvolle und gerechtere Lenkungsmaßnahmen möglich ohne das EVs zusätzlich subventioniert werden müssten.
Eine Maut, die sowohl die Größe, Gewicht des Fahrzeugs als auch Fahrstrecke und auch Tageszeit (Städtemaut) berücksichtigt, könnte besonders belastete Regionen tageszeitabhängig entlasten und natürlich EVs differenziert (SUV-Hybrid, BEV) bevorzugen.
Sicher müssten Datenschutz-Belange beachtet werden, aber schließlich soll ja nicht Fahrer/in sondern das Gefährt registriert und dessen Halter belastet werden..
Aber Politiker/innen die sowas fordern werden nicht gewählt, bzw. nicht wiedergewählt. Und bisher gibt es immer mind. eine Volkspartei, die die Autofahrer/innen hätschelt.. und solange die meisten lieber Gas geben als Strom... :roll:
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Re: Endlich mal ein guter Vorschlag

Beitragvon Greenhorn » So 21. Dez 2014, 08:29

Das was Du schreibst, kann aber ganz leicht über eine entsprechende Besteuerung bei der Kfz Steuer, Geschäftsfahrzeugen, Pendlerpauschale, Spritsteuer.... geregelt werden. Dafür benötigt man kein extra Verwaltungskonstruckt, das 2,5 Milliarden Kostet um eventuell 250 Millionen Überschüsse zu erzielen. Das ganze auch nur, weil eine kleine Splitterpartei bei Mutti böse mit den Füßen gestampft und ihren Willen bekommen hat.
Gruß Bernd
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Re: Endlich mal ein guter Vorschlag

Beitragvon Alex1 » So 21. Dez 2014, 16:38

@i300:
Eine Maut, die sowohl die Größe, Gewicht des Fahrzeugs als auch Fahrstrecke und auch Tageszeit (Städtemaut) berücksichtigt, könnte besonders belastete Regionen tageszeitabhängig entlasten und natürlich EVs differenziert (SUV-Hybrid, BEV) bevorzugen.

Ein bürokratisches Monstrum!

Es ist doch sooo einfach: Den Verbrauch besteuern, also Spritpreis hoch!
- DAS ist gerecht,
- DAS ist sozial,
- DAS ist völlig ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand machbar,
- DAS belastet den SUFF-Vielfahrer,
- DAS ENTlastet den "kleinen Mann" mit dem kleinen Auto,
- DAS entlastet den armen Oldtimerstinkerfahrer.

Aber das ist den Liegengelassenen von Hannibals Alpenzug viel zu einfach und gerecht.

Außerdem machen die Pkw nicht einmal 1% der Straßenabnutzung aus. Eine Phantomdebatte, aufgeworfen von der "Schwarzen Null" aka A. Dobrindt.
Herzliche Grüße
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Re: Endlich mal ein guter Vorschlag

Beitragvon Wackelstein » Mo 22. Dez 2014, 07:15

Es ist doch sooo einfach: Den Verbrauch besteuern, also Spritpreis hoch!

Ich bin prinzipiell auch dafür. Prinzipiell... ABER: Wenn man das macht wie beim EEG, dann wird das Ergebnis folgendes sein:
Der Staat erhöht den Spritpreis um z.B. 1Cent pro Liter.
Die Boulvard-Medien schreiben sofort als Schlagzeile "Reiche E-Auto-Besitzer schröpfen arme Autofahrer"
... und schon hassen alle, wirklich ALLE uns/euch, die sich ein E-Auto gekauft haben.
Und das obwohl 1Cent pro Liter bei einer 50l-Tankladung gerade mal 50Cent ausmacht, also gar nix.

Beim EEG ist es ja ähnlich: Alle schimpfen auf den "gierigen" Nachbarn, der sich eine PV-Anlage geleistet hat und jetzt den anderen (Nicht-PV-Besitzern) "das Geld aus der Tasche nimmt". Dabei ist das EEG fair, weil es seine Kosten transparent macht.
Was den Strompreis hochtreibt sind die vielen (gut versteckten) Ausnahmen für die Großindustrie und die (ebenfalls gut versteckten) Förderungen für Kohle und Atom. Aber darüber regt sich kaum jemand auf.

Besser wär's wohl die ganzen unnötigen "Förderungen" für E-Pilotprojekte zu streichen, wo irgendwelche Unternehmen ein paar nicht funktionsfähige Ladestationen hinsetzen und dafür Millionen einsacken.
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