ElektroWende ist nicht mehr aufzuhalten-außer in Deutschland

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Re: ElektroWende ist nicht mehr aufzuhalten-außer in Deutsch

Beitragvon wrzlpfrmft » Fr 3. Mär 2017, 11:39

phonehoppy hat geschrieben:
Besser "laufen lernen" müssen die aktuellen E-Autos kaum noch, die meisten erfüllen schon jetzt das, was man unter Vernunft- und auch unter den meisten vertretbaren Spaßgesichtspunkten verlangen kann. Es sind eher die Erwartungen der deutschen Autofahrer, die im Durchschnitt überzogen und unrealistisch sind. Man rechnet mit 1000km-Fahrten, die in der Praxis selten sind, und ebenso selten erreichbaren Höchstgeschwindigkeiten. Preis und mangelhafte Förderung geben dann ein Übriges, denn es ist schlicht und einfach eine öffentliche Förderung notwendig, um eine gewisse kritische Masse zu schaffen, bis die Stückzahlen erreicht sind, bei denen sich E-Mobile zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten lassen. Und auch dieser Punkt ist leider in Deutschland halbherzig umgesetzt.


Fast volle Zustimmung. Aber ich glaube nicht, dass der Preis eine soo große Rolle spielt wenn ich mir angucke, was bei uns auf den Straßen unterwegs ist: zu einem Drittel Premiummarken-KFZs (mehr und mehr SUVs) kommt ein Drittel Schuhschachteln (Zweitfahrzeuge; aber kann jemand, der sich 2 Autos leistet, arm sein?).

Martin
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Beitragvon AndiH » Fr 3. Mär 2017, 13:46

wrzlpfrmft hat geschrieben:
Fast volle Zustimmung. Aber ich glaube nicht, dass der Preis eine soo große Rolle spielt wenn ich mir angucke, was bei uns auf den Straßen unterwegs ist: zu einem Drittel Premiummarken-KFZs (mehr und mehr SUVs) kommt ein Drittel Schuhschachteln (Zweitfahrzeuge; aber kann jemand, der sich 2 Autos leistet, arm sein?).
Martin


Der Markt ist zweigeteilt. Bei der einen Gruppe ist es die "Freude am fahren" und am Prestige, da wird die Austattungsliste hoch und runter bestellt und der Firmenwagen muss natürlich auch die Position im Unternehmen unterstreichen. Bei den anderen ist das Auto Mittel zum Zweck, muss zuverlässig funktionieren und soll nichts kosten ohne das man es auf den ersten Blick sieht.
Bei der ersten Gruppe ist fast nur Tesla tragbar, alles andere hat keinen Prestige Gewinn im Sinne von Neidfaktor. Bei der zweiten Gruppe ist fast nur der Preis wichtig, das sind oft die notwendigen Schuhschachteln oder die billig SUVs, dort gibt es elektrisch gar nichts vergleichbares.
Dann gibt es noch ein paar wenige die finanziell gut ausgestattet sind und denen die Umwelt wichtiger ist als Prestige, die leisten sich dann ein E-Auto meist als Zweitwagen, das sind wir.

Für E-Autos als Massenprodukt ist also zumindest in der Hälfte der Fälle der (Kauf)Preis entscheidend, für die andere Hälfte (vor allem Firmenwagen) sollte es Obere Mitteklasse mit fettem Akku und Prestige sein, da fehlt noch das Angebot.

Gruß

Andi
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Re: ElektroWende ist nicht mehr aufzuhalten-außer in Deutsch

Beitragvon iOnier » Fr 3. Mär 2017, 20:03

wrzlpfrmft hat geschrieben:
(Zweitfahrzeuge; aber kann jemand, der sich 2 Autos leistet, arm sein?).

Kommt drauf an. Wenn "jemand" eine Einzelperson ist: gebe ich Dir Recht. Eine Familie auf dem Land aber ist auf 2 Fahrzeuge oft angewiesen: eins für den Verdiener, der damit den ganzen Tag weg ist und eins für den Partner, der Hauptberuflich Chauffeur des Nachwuchses, Einkäufer und Leiter des Kleinunternehmens "Familie" ist. Das 2. Auto ist da eine schmerzhaft teure Sache, aber eben Notwendigkeit.

Zum Pendeln ist das dann die "notwendige Schuhschachtel", genau, und ich finde, die gibt es doch. Ein Drilling ist genau das und eine Zoe IMO auch nicht viel mehr. Was den Preis angeht: ist eine Zoe sicher zu teuer (kann aber auch mehr, als für diesen Zweck unerlässlich wäre, für viele taugt sie sogar als allein-Auto), ein Drilling tritt doch aber schon fast auch preislich in Verbrenner-Konkurrenz (nach Abzug der Förderung). Wenn man jetzt den Mehrwert sieht (die auch objektivierbaren Vorteile elektrischen Fahrens brauche ich hier nicht weiter auszubreiten) und die sowohl geringeren Betriebs- als auch Wartungskosten gegenrechnet wird er in der TCO je nach Anwendungsfall kaum teurer oder sogar etwas günstiger sein als ein "vergleichbarer" Verbrenner.

Was hält die Leute also ab? Ich denke, FUD. Reichweitenangst (die man als Pendler auf bekannter Strecke gar nicht haben muss), Unsicherheit bezüglich möglicher Folgekosten (Akkudegradation, "kennt man doch schon vom Laptop und vom Smartphone da wird ja die gleiche Li-Ionentechnologie verwendet"), Zweifel betreffend die Unterstützung durch Händler und (freie) Werkstätten, ...
Gruß
Werner
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Re: ElektroWende ist nicht mehr aufzuhalten-außer in Deutsch

Beitragvon Mei » Fr 3. Mär 2017, 21:25

wrzlpfrmft hat geschrieben:
... aber kann jemand, der sich 2 Autos leistet, arm sein?..


hm..
hab noch 2 Motorräder dazu ;)
Ich finde aber, bin trotzdem nicht reich.....
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Re: ElektroWende ist nicht mehr aufzuhalten-außer in Deutsch

Beitragvon just_cruise » Fr 3. Mär 2017, 23:32

AndiH hat geschrieben:
...das Lithium interessiert keinen...

Kommt noch. Im Gegensatz zu Kobalt ist Lithium bei ALLEN Akkutypen mit hoher Energiedichte erforderlich. Auch bei künftigen Li-Schwefel und Li-O2 Akkus.
Wer heute auf die richtigen Lithium-Aktien setzt, kann seinen Einsatz in den nächsten Jahren vervielfachen...
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Re: ElektroWende ist nicht mehr aufzuhalten-außer in Deutsch

Beitragvon Alex1 » Fr 3. Mär 2017, 23:39

just_cruise hat geschrieben:
Im Gegensatz zu Kobalt ist Lithium bei ALLEN Akkutypen mit hoher Energiedichte erforderlich. Auch bei künftigen Li-Schwefel und Li-O2 Akkus.
Wer heute auf die richtigen Lithium-Aktien setzt, kann seinen Einsatz in den nächsten Jahren vervielfachen...
Nö. Natrium wird gerade mit Hochdruck erforscht. Z.B. mit Na-Schwefel-Akkus.
Herzliche Grüße
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Re: ElektroWende ist nicht mehr aufzuhalten-außer in Deutsch

Beitragvon just_cruise » Sa 4. Mär 2017, 00:14

Alex1 hat geschrieben:
just_cruise hat geschrieben:
Im Gegensatz zu Kobalt ist Lithium bei ALLEN Akkutypen mit hoher Energiedichte erforderlich. Auch bei künftigen Li-Schwefel und Li-O2 Akkus.
Wer heute auf die richtigen Lithium-Aktien setzt, kann seinen Einsatz in den nächsten Jahren vervielfachen...
Nö. Natrium wird gerade mit Hochdruck erforscht. Z.B. mit Na-Schwefel-Akkus.

Geforscht wird viel, Aber Li ist für Akkus hoher Energiedichte aufgrund der Kombination der folgenden 2 Eigenschaften extrem gut brauchbar:
a) Li besitzt die geringste Dichte der unter Standardbedingungen festen Elemente.
b) Li besitzt ein sehr geringes Standardelektrodenpotential, siehe Tabelle https://de.wikipedia.org/wiki/Elektroch ... nungsreihe
bzw. https://en.wikipedia.org/wiki/Standard_ ... (data_page)

Kein anderes Element kann diese Kombination von Eigenschaften bieten.
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Re: ElektroWende ist nicht mehr aufzuhalten-außer in Deutsch

Beitragvon Alex1 » Sa 4. Mär 2017, 00:56

Schon klar, aber es ist wohl so, dass auch mit der etwas schlechteren Elektronegativität was geht. Der kleine Abschlag bei der Effizienz könnte große Vorteile beim Handling bringen.

Es wird noch eine ganze Menge gehen, was wir heute noch nicht ahnen können :D
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Re: ElektroWende ist nicht mehr aufzuhalten-außer in Deutsch

Beitragvon xpop » Sa 4. Mär 2017, 09:23

Dazu passend hab ich gestern was im Radio gehört und dacht mir ziehts die Schuhe aus... Brandenburg soll nach Beschluss führend im Bereich der Elektromobilität werden. Dann kam ein Satz wegen Landtag-BlaBla und der nächste Satz lautete "Die Bahn wird aufgefordert mehr Strecken zu elektrifizieren". Supi! So ist das also mit der Vorreiterrolle gemeint :-))
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Re: ElektroWende ist nicht mehr aufzuhalten-außer in Deutsch

Beitragvon Alex1 » Sa 4. Mär 2017, 14:34

xpop hat geschrieben:
Dazu passend hab ich gestern was im Radio gehört und dacht mir ziehts die Schuhe aus... Brandenburg soll nach Beschluss führend im Bereich der Elektromobilität werden. Dann kam ein Satz wegen Landtag-BlaBla und der nächste Satz lautete "Die Bahn wird aufgefordert mehr Strecken zu elektrifizieren". Supi! So ist das also mit der Vorreiterrolle gemeint :-))
Der war gut :lol:
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