"Elektroautos sind keine Heilsbringer"

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"Elektroautos sind keine Heilsbringer"

Beitragvon motion » Mo 26. Feb 2018, 23:35

Ja, der Artikel wird einigen nicht passen. Aber er spricht aus was wahr ist.

http://www.zeit.de/mobilitaet/2018-02/e ... -interview

Mal sehen, wieviel Selbsreflexion hier einige mitbringen, Alex? :lol:

Hossiep: Der Mensch ist kein rationales Wesen, sondern ein rationalisierendes. Das heißt, jeder und jede von uns hat in der Regel gute Gründe für seine und ihre Entscheidungen und biegt sich die Dinge so zurecht, dass er und sie bei seinem Handeln ein gutes Gewissen hat. Der Mensch verhält sich weder ethisch noch ökologisch, sondern aus psychologischer Sicht so, wie es für ihn persönlich am stimmigsten ist. Dafür nutzt er die ihm passend erscheinenden Argumente. Da passt es prima, dass der Strom aus der Steckdose kommt.


Hossiep: Damit sucht jeder für sich Selbstwertdienliches – und wird fündig. Insofern ist das Elektroauto das neue Statussymbol, sich tatsächlich oder vermeintlich umweltgerecht zu verhalten


Hossiep: Wenn Sie einem Windenergie-Lobbyisten sagen, dass manche Windräder Tausende Vögel pro Jahr schreddern, dann hält der dagegen, dass ohnehin jede Menge Wildvögel gejagt und gegessen werden.


Ansonsten teile ich noch seine Ansicht, dass der Dieselkraftoff steuerlich an Benzin angeglichen werden sollte, von dem erwähnten E85 halte ich aber nichts.

Und wie seht ihr das?
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Beitragvon UliK-51 » Mo 26. Feb 2018, 23:43

...aber das Fahren damit macht mir Spaß.

Den Artikel habe ich übrigens nicht gelesen...
Ioniq electric.
Was ich heute kann besorgen, ...mach ich gar nicht oder morgen.
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Re: "Elektroautos sind keine Heilsbringer"

Beitragvon bm3 » Di 27. Feb 2018, 00:12

"...das manche Windenergieanlagen 1000 Vögel im Jahr schreddern..."

Das ist wohl auch ein ziemlicher Vogel :lol:

Sollte mal lieber in seinem Schrank zuhause nachschauen ob Tassen fehlen .
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Re: "Elektroautos sind keine Heilsbringer"

Beitragvon nr.21 » Di 27. Feb 2018, 00:13

er wirft Hybrid und Elektro in einen Topf, meint wahrscheinlich die SUV-fahrer mit Hybrid. Die brauchen auch wirklich kein gutes Gewissen zu haben.
Ansonsten wirft er auch sonst nicht gerade mit revolutionären Erkenntnissen um sich.
Dass er Feinstaub aus Kaminen mit dem Dreck aus Mogeldieseln gleichsetzt und für sich Bioethanol ausspricht, spricht auch für sich...
Er hat wohl Ahnung von Psychologie, aber das war´s denn auch schon.
Ja, und natürlich hat er recht damit, dass wir alle egoistische Sünder sind ;)
Sonst würden wir nämlich außer zu Fuß niemals unseren Standort wechseln
Auch Fahrräder werden mit erheblichem C02- Ausstoß hergestellt
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Re: "Elektroautos sind keine Heilsbringer"

Beitragvon AgV8DdmU » Di 27. Feb 2018, 01:27

nr.21 hat geschrieben:
[...]
Ja, und natürlich hat er recht damit, dass wir alle egoistische Sünder sind ;)
Sonst würden wir nämlich außer zu Fuß niemals unseren Standort wechseln
Auch Fahrräder werden mit erheblichem C02- Ausstoß hergestellt


Naja, der Verkehr ist ja eigentlich gar nicht soooo schlimm... außer Fernreisen mit Kreuzfahrer oder Flugzeuch.

Die meiste Primärenergie hauen wir Durchschnitts-Deutschen beim Wohnen und Warmwasser raus. Und beim Wohnen zähle ich die Herstellung der Baumaterialien und den Bau mal mit dazu.
Konsequenterweise dürfte es keine Einfamilienhäuser mehr geben. Und jede Person kriegt max. 20qm Wohnfläche.

Tja, und unsere schöne Bio-Landwirtschaft haut den Diesel auch wunderbar raus. Wo der konventionelle Landwirt nur einmal oder zweimal spritzt, muss der Bio-Landwirt mit Bodenbearbeitungsgeräten oder "Flammenwerfern" mehrmals das Unkraut bekämpfen. Dazu noch Gewächshäuser und lange Lebensmitteltransporte.
Und dann noch das viele Fleisch ... :shock:
Ach ja, die Konsumgesellschaft haut auch richtig rein.

Willkommen in unseren schönen neuen Welt ... https://www.greenpeace.de/co2fussabdruck

Gruß
Kona #18
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Re: "Elektroautos sind keine Heilsbringer"

Beitragvon Frosch_1977 » Di 27. Feb 2018, 01:42

Hi
ich muss sagen den Artikel hab ich mir erlaubt lediglich Quer zu lesen.

Natürlich hat der Artikel nicht ganz unrecht was mich angeht.

Ich bin zwar an neuer Technik sehr interessiert, schaffe sie aber nur an wenn ich sie auch nutzen will, die Technologie grundsätzlich meine Erwartungen erfüllen kann und ich das "Stück Technik" auch benötige.

Ich persönlich habe mich für das eMobil entschieden weil es das was ich brauche erfüllt (weiters Firmenfahrzeug), meine Technik-Affinität "Befriedigt", die Elektrotechnik mir um Welten näher liegt als eine verbrennungsbasierende Technik und dabei das gebotene Preis-Leistungs-Verhältnis mir dafür OK erscheint.

Dass sich dabei die Umweltbilanz in ihrer Gesamtheit positiver zeigt als die eines Verbrennres ist dann noch ein angenehmes extra.

Ok, ich geb zu bei diversen Probefahrten von Elektrofahrzeugen habe ich mich noch mehr in diese Antriebsform "verliebt" als mich die Technik an sich schon begeistert hat. Es ist einfach angenehmer wenn man unterwegs ist und die Musik aus dem Radio die man sich ausgesucht hat zu hören ist ohne störende Motorgeräusche. Man morgens einsteigt und weis dass man sich den ganzen Tag nicht die Finger an einem Stinkenden Zapfhahn einsaut.
MfG
Frosch_1977

Technik: Renault ZOE INTENS - Z.E. 40 (2017-12-29) / CEE +JUICE BOOSTER 2

An die Rechtschreibpolizei: Bitte ignorieren Sie mich, da ich ihren Ansprüchen aufgrund meiner Lese-& Rechtschreibschwäche nicht gerecht werde.
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Re: "Elektroautos sind keine Heilsbringer"

Beitragvon Ecano » Di 27. Feb 2018, 09:13

Schade,

im Grundsatz hat er recht, aber die Schlüsse, die er zieht, zeugen von großer Unwissenheit oder gezielter Meinungsbildung.

-Soll ich meinen Verbrenner weiter fahren, weil wir in Deutschland eine starke Kohlelobby haben?

-Warum ist die EU schuld, wenn von den Automobilherstellern bewusst Gesetze gebrochen werden und Grenzwerte überschritten werden?

-Sind jetzt die Elektroautos zu verteufeln, weil die deutsche Industrie die Kernkompetenz der BEVs, die Akkuherstellung, schlicht verpennt hat? Halten wir deswegen am Verbrenner fest?

-Und weiter: Weil die Herstellung der Akkus momentan umweltschädigender ist als der eines Verbrennermotors, interessiert die Gesamtbilanz überhaupt nicht?

-Deswegen machen die BEVs die Umwelt auch nicht sauberer, aber belasten sie die Umwelt deshalb mehr als ein Verbrenner? Wie sieht die Umweltbilanz aus, wenn ich meinen Diesel gegen ein BEV eintausche?

Jetzt geht es mit den Windrädern weiter: Wie viele Vögel sterben durch die Windräder? Wie viel Umweltschaden richten die Kohle- oder Kernkraftwerke an? Oder vielleicht zurück zur Steinzeit?

-Und die Solaranlage ist auch schlecht, weil sie subventioniert wurde? Wie sieht denn das aktuell aus? Oder soll ich vielleicht den Strom doch nur aus Kohlekraftwerken kaufen?

Und dann zum Bioethanol: Wurde hier der Anbau mit in die Umweltbilanz eingerechnet? Wie viel Fläche wird benötigt? Beeinträchtigt das keine Lebensräume, werden damit keine Lebewesen vertrieben?

Leider werden hier wieder persönliche Meinungen wiedergegeben, ohne diese auch nur im Ansatz zu begründen oder zu belegen. Daher hat dieser Artikel für mich niedrigste Niveau.

Dem Schlusssatz kann ich hingegen vollumfänglich zustimmen.
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Re: "Elektroautos sind keine Heilsbringer"

Beitragvon geko » Di 27. Feb 2018, 09:42

Der Verzicht auf individuell besessene Mobilität ist der bessere Weg. Ausschließlich geteilte elektrische Fahrzeuge, sowohl Pkw als auch Eisenbahn. Alle mit echtem Ökostrom gespeist. Es ist rational betrachtet doch Quatsch, dass man sich individuell Kfz kauft, die idR zu mehr als 50% der Zeit ungenutzt stehen. Das ist eine dermaßen schlechte Investitionsnutzung, dass es kracht.

Ich würde gern meine zwei Wagen sofort zum "sharen" bereitstellen, wenn ich eine geeignete technische Möglichkeit fände. Wieso das bei Tesla nicht von Werk aus ein per Software aktivierbares Feature ist, verstehe ich nicht. Analog zum "Valet Mode" könnte man einen "Car Sharing" Modus implementieren.
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Re: "Elektroautos sind keine Heilsbringer"

Beitragvon ensoniq2k » Di 27. Feb 2018, 09:49

Ich habe vor kurzem eine nicht ganz ernst gemeinte Liste "Gründe gegen Elektroautos" gefunden. Ein Satz darin bringt es auf den Punkt:

"Ein Elektroauto ist immernoch ein Auto und hat daher weiterhin Probleme wie Energieverschwendung, Platzbedarf, Fettpolster beim Fahrer. Es wäre besser Fahrrad zu fahren. Darum fahre ich weiter Verbrenner."

Natürlich ist ein E-Auto immer noch ein Auto, nur leider wird der Mensch sich der Mensch nicht von seiner Bequemlichkeit befreien und weiterhin Auto fahren. Also sollte man doch wenigstens den Umstieg auf die bessere Technologie wählen.

Mein Nachbar hat derzeit einen Pappkarton unter dem Verbrenner liegen, weil er ordentlich Öl verliert. Solche Umweltsauereien werden gar nicht erst beachtet beim Vergleich.
Nissan Leaf Acenta 30kWh seit 09/2017
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Re: "Elektroautos sind keine Heilsbringer"

Beitragvon Ecano » Di 27. Feb 2018, 10:25

Genau das ist ja das Miese an solchen Aussagen. Klar ist ein Elektroauto umweltschädlicher als darauf komplett zu verzichten. Klar würde ein nicht gebautes Windrad eine bessere Umweltbilanz haben als ein fertiggestelltes.

Ich darf in solchen Aussagen aber nicht die Alternativen außer acht lassen: Würde der Autofahrer zu Fuß gehen, wenn er sich kein BEV kauft oder würde er weiter sein SUV fahren?
Würde mit dem nicht gebauten Windrad auch gleichzeitig das Kohlekraftwerk abgeschaltet und wir im Dunkeln sitzen?

Sicher nein. Also muss ich bei solchen Aussagen immer die Alternativen betrachten. Und das geschieht meistens in unserer Qualitätspresse nicht. Daher gehen solche Berichte oft in Richtung Fake-News oder bewusster Meinungsbeeinflussung.
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