Elektroauto - für wen eigentlich?

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Elektroauto - für wen eigentlich?

Beitragvon Karlsson » Do 25. Jul 2013, 12:23

Mal provokant gefragt - wie soll es eigentlich einen richtigen Durchbruch geben wenn ganz viele Menschen zuhause überhaupt nicht laden können, weil sie in Etage X wohnen und überhaupt keinen eigenen Parkplatz - erst recht nicht mit Lademöglichkeit - haben?

Mit dem Tesla S kann ich mir das ja noch vorstellen - wenn Tesla beim Rewe um die Ecke einen Supercharger hinstellt, dann kaufe ich 30 Minuten in Ruhe ein und bin dann wieder 400km weiter.
Aber der Tesla Besitzer wird wahrscheinlich auch in keinem 12-Familienhaus wohnen. Für die Leute dort wäre wohl eher ein Zoe erschwinglich. Aber mit dem Zoe ohne eigene Lademöglichkeit.... :?:
Mit der Reichweite mag man im Alltag ja hinkommen - aber doch eher nur wenn die Kiste immer morgens voll ist. Klar kann man auf weiteren, gelegentlichen Fahrten auch mal woanders was nachladen - aber das kann doch wohl nicht die Lösung für den Alltag sein.

Der Trend geht aber nun wieder in Richtung Großstadt und da sind Mehrfamilienhäuser ohne eigenen Stellplatz nun eher der Normalfall. Plug-In Hybride helfen hier auch nicht weiter - die machen ja erst recht nur Sinn, wenn der Akku morgens voll ist.

Also wie sieht da die Zukunft aus?
E-Fahrzeuge zunächst ein Privileg reicher Hausbesitzer (ein popeliges Reihenhaus im guten Stadtteil kostet ja selbst in Hannover schon schnell über 300.000€ und hat dann noch nicht mal unbedingt einen Parkplatz vor der Tür. Von Frankfurt, München oder Hamburg braucht man gar nicht reden) und der wenigen Mieter mit eigenem Parplatz?

Ich denke so sieht das wohl erstmal aus - bis Akkus so billig sind, dass der normale Golf Fahrer auch 85kWh hat und es von funktionierenden Lademöglichkeiten ohne kompliziertes Abrechnungssystem nur so wimmelt.
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Re: Elektroauto - für wen eigentlich?

Beitragvon Guy » Do 25. Jul 2013, 13:00

Durchbruch? Na, das dauert aber noch ein wenig...

Ich weiß nicht mehr wo ich das gelesen habe, aber vor einiger Zeit gab es mal eine Studie, die den typischen Käufer gefunden hat: männlich, Mitte Vierzig, besser verdienend, Eigenheimbesitzer. Da hast du es. Preis, fehlende Infrastruktur etc machen das E-Auto aus den von dir genannten Gründen für die Masse uninteressant. Und das wird ganz sicher noch einige Jahre so bleiben.

Wie die Zukunft in den Großstädten aussieht?
Ohne Auto. Kann das im Bekanntenkreis ganz gut verfolgen. Ich selbst leben zwar auf dem Land, Freunde in Großstädten verzichten jedoch immer mehr komplett auf ein eigenes Fahrzeug - zu teuer, zu langsam im Vergleich zu den Öffentlichen, elendige allabendliche Parkplatzsuche entfällt, etc. Dieser Trend wird sich mit steigenden Spritpreisen meiner Meinung nach fortsetzen.

Also eher kein Auto als E-Auto.

Auf der anderen Seite wird die Infrastruktur zunehmend besser, die Reichweite ebenfalls. Tägliches Laden wäre damit nicht mehr Pflicht und gelegentliches Laden am Arbeitsplatz / Parkplatz / Ladesäule in der Straße zunehmend Alltag.
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Re: Elektroauto - für wen eigentlich?

Beitragvon ZoePionierin » Do 25. Jul 2013, 13:10

Heute möglich:
Laden am Arbeitsplatz
Laden in der Quartiersgarage
Laden an öffentlicher Infrastruktur

Morgen möglich
Mitdenken von Emobilität beim Bau neuer Wohnsiedlungen (hier müssen auch bei MFH in vielen Kommunen ausreichend Parkplätze mitgebaut werden, hier wären Anreize nötig, diese auch mit Strom zu versorgen). Selbst bei innerstädtischen Wohnneubauten ist die Tiefgarage heute oft obsolet.

Der Großteil der Menschen lebt nicht in der Innenstadt, sondern in den Vororten und im Speckgürtel. Wenn alleine diese Wohlstandsmittelschicht auf Elektromobilität umsteigen würde, kämen schnell viel mehr als 1 Mio. E-Autos zusammen. Deutschland ist ein sehr reiches Land. Du sagst ja auch nicht, wozu BMWs bauen, die kann sich doch eh keiner leisten.

Neue Technik bei Kfz setzt sich immer von oben nach unten durch. Airbags gab es zunächst auch nur in der S-Klasse. Daher auch der Weg den Tesla und BMW geht. Premiumkunden sind auch Meinungsmacht.

Wer in der Innenstadt wohnt, wird immer mehr auf das eigene Auto verzichten können, dank besserem ÖPNV und Carsharing.

Man muss das Thema als ganzes denken und nicht gleich wieder beim ersten Hinderniss das Ladekabel ins Korn werfen.
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Re: Elektroauto - für wen eigentlich?

Beitragvon Twizyflu » Do 25. Jul 2013, 16:34

Es wird sicher intensiv an neuen Akkutechnologien geforscht, aber das dauert eben.
Meine Befürchtung ist, dass zwar die aktuellen E-Fahrzeuge durchaus für ein breiteres Nutzerspektrum zugänglich ist, also sie fangen was damit an, weil die Reichweiten "besser" wurden und auch (siehe Zoe) die Lademöglichkeiten besser geworden sind, aber - wenn es zu lange dauert - das ganze wieder aus dem öffentlichen Interesse gedrängt wird und damit auch die Bemühungen jener Hersteller, die es durchziehen wollten, zunichte gemacht wird. Das erlebten wir ja schon in der Vergangenheit auch in ähnlicher Form. Der Durchbruch kann dauern ja, aber die Grundsteine dafür MÜSSEN jetzt gesetzt werden. Meiner Meinung nach muss das Thema AKKU bald einen Meilenstein hervorbringen, dann bleibt das Thema längerfristig interessant.

ABER: Es fehlt noch immer an der Infrastruktur in vielen Regionen, die Menschen haben scheinbar noch immer Angst oder einfach kein Wissen darüber, was ein E-Auto kann und was nicht.
Vielen ist es wohl auch noch zu teuer. Auch dieses Bewusstsein muss erstmal "beseitigt" werden.
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Re: Elektroauto - für wen eigentlich?

Beitragvon agentsmith1612 » Do 25. Jul 2013, 17:25

Für mich ganz einfach ein Grund nicht in der Stadt wohnen zu wollen, allein schon wegen dem Preis.

Aber eigentlich ist das doch ein Dilemma, die Leute wollen in der Stadt wohnen weil man alles da hat und nur kurze Wege hat zusätzlich noch gute öffentlichen Verkehrsmittel, beschweren sich dann aber wieso man keinen Parkplatz hat und erst recht keine Lademöglichkeit vor der Tür.
Man wohnt doch in der Stadt weil man dann kein Auto braucht, oder verstehe ich das falsch ?

Von daher ist das irgendwie ein Dilemma in sich.

Stadt - EV - Lademöglichkeit - Parkplatz wird einfach niemals so richtig kompatibel sein, es sei den die Neubauten verfügen über Tiefgaragen, was ja öfter der Fall ist. Der Preis steigt dadurch aber nochmal weiter.

Ich mein ich seh das ja bei meinen Kommilitonen wer in Münster ein WG Zimmer möchte (meitens so 10-18 m²) für 300 - 350 € kann man das vergessen.
Ich hab das mal ein paar Bekannten erzählt die wollten das nicht glauben.
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Re: Elektroauto - für wen eigentlich?

Beitragvon Efan » Do 25. Jul 2013, 18:11

agentsmith1612 hat geschrieben:
...
Man wohnt doch in der Stadt weil man dann kein Auto braucht, oder verstehe ich das falsch ?
...


Die Gründe, in der Stadt zu wohnen, sind wohl so unterschiedlich wie die Leute, die da wohnen. ;-)

Ich zum Beispiel mag es am Wochenende in der Stadt zu saufen und dann nur 5 Euro fürs Taxi nach Hause bezahlen zu müssen. Ich mag die Nähe zu meiner Firma und ich mag es, daß viele Geschäfte vorhanden sind. Aber ganz sicher wollte ich niemals auf mein Auto verzichten. Im Gegenteil, eine conditio sine qua non war der Stellplatz bei der Wohnung. Ohne Stellplatz wäre ich niemals in die Stadt gezogen, weiß man doch seit frühester Kindheit, daß Parkplätze in Städten Mangelware sind.

Und ein Elektrouto ist für mich "perfekt", da ich die Technik an und für sich toll finde, und weil mein Fahrprofil wie fürs E-Auto gemacht ist, da meine Kunden in 70km Umkreis sitzen, und ich nur äußerst selten weiter als 150km fahre.
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Re: Elektroauto - für wen eigentlich?

Beitragvon eDEVIL » Do 25. Jul 2013, 18:27

ZoePionierin hat geschrieben:
Wer in der Innenstadt wohnt, wird immer mehr auf das eigene Auto verzichten können, dank besserem ÖPNV und Carsharing.

In Berlin habe ich davon nichts mit bekommen. Car Sharing sehe ich auch als zukunftsträchtige Lösung in Innenstadbereichen von Großstädten.
In Kombination mit dem ÖPNV und entsprechenden Tarifen bzw. gebündelten flexiblen Buchungsmöglichkeiten sollte das für viele Ausreichen.
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Re: Elektroauto - für wen eigentlich?

Beitragvon Twizyflu » Do 25. Jul 2013, 18:33

agentsmith1612 hat geschrieben:
...
Man wohnt doch in der Stadt weil man dann kein Auto braucht, oder verstehe ich das falsch ?
...



Ich wohne in der Stadt, weil ich es berufsbedingt MUSS (nicht will, aber ich will den Beruf, darum nehm ich das in Kauf).
Aber ich pendle am Wochenende nachhause (350 km eine Richtung) und dort ist auch mein Auto (es wäre auch das E-Auto dann dort fürs Wochenende!).
Ich sehe die o.g. Vorteile auch (alles in der Nähe, man hats nicht weit und die Öffis sind auch immer da), aber ich mag einfach das Land mehr. Mehr grüne Flächen, mehr Freiheit, Heimat... aber jeder ist da anders.

Kleine E-Autos gehören in die Stadt, aber Fahrzeuge von der Größe eines Leaf, Fluence oder Zoe finde ich, können auch am Land gut einsetzbar sein (vorallem eben wenn man ein Haus hat mit einer eigenen PV usw.).
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Re: Elektroauto - für wen eigentlich?

Beitragvon Efan » Do 25. Jul 2013, 18:36

ÖPNV lehne ich grundsätzlich ab, ich bin ein Verfechter des Individualverkehrs, es ist halt ein Ausdruck von Freiheit und Bequemlichkeit.

Aber Carsharing habe ich im letzten Monat ausprobiert, da ich dadurch die Möglichkeit hatte, viele verschiedene Elektroautos auszuprobieren. Naja, für jemanden, der jede Autoreise planen kann und möchte, mag das eine Alternative sein, aber durch die festen Abstellplätze ist es halt recht unflexibel. Und für mich keine wirkliche Alternative zum Auto.

Aber ich werde dabei bleiben, falls ich doch mal 500km weit fahren möchte, das werde ich auch planen können und zum Stellplatz des Carsharers gehen und einen unbequemen Ampera ausleihen ;-)
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Re: Elektroauto - für wen eigentlich?

Beitragvon Twizyflu » Do 25. Jul 2013, 18:39

Efan hat geschrieben:
ÖPNV lehne ich grundsätzlich ab, ich bin ein Verfechter des Individualverkehrs, es ist halt ein Ausdruck von Freiheit und Bequemlichkeit.

Aber Carsharing habe ich im letzten Monat ausprobiert, da ich dadurch die Möglichkeit hatte, viele verschiedene Elektroautos auszuprobieren. Naja, für jemanden, der jede Autoreise planen kann und möchte, mag das eine Alternative sein, aber durch die festen Abstellplätze ist es halt recht unflexibel. Und für mich keine wirkliche Alternative zum Auto.

Aber ich werde dabei bleiben, falls ich doch mal 500km weit fahren möchte, das werde ich auch planen können und zum Stellplatz des Carsharers gehen und einen unbequemen Ampera ausleihen ;-)


Ja, das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Ich benutze es deshalb, WEIL ich damit mein Auto nicht hier brauche und es daheim bleiben kann.
Es erspart mir Kosten und Risiko. Flexibilität habe ich auch so.
Aber es kommt halt drauf an. Ich lebe eben zwei "Leben". Eines dort wo ich arbeite unter der Woche, und eines am WE daheim.
Das ist ja nicht bei jedem so.

LG
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