ECHTER grüner Strom

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Re: ECHTER grüner Strom

Beitragvon dasAndy » Di 26. Aug 2014, 10:24

Wer echten grünen Strom möchte, sollte darauf achten, dass kein Strom aus Biogas-Anlagen im Mix enthalten ist. Nur Wasser, Sonne und Wind liefern echten Öko-Strom. Biogas-Anlangen hingegen schaden dem Klima enorm und sind weder "grün" noch klimaneutral.
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Re: ECHTER grüner Strom

Beitragvon bm3 » Di 26. Aug 2014, 10:38

Die nächste pauschale Aussage... :lol:
Biogas-Anlagen und generell die Strom- und Wärmegewinnung aus Biomasse ist im Prinzip klimaneutral und fällt ganz klar unter EE. Im Prinzip ist Biomasse auch nur langzeitgespeicherte Sonnenenergie die aber in der Regel schnell wieder nachwächst und dabei das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 wieder der Atmosphäre entnimmt. Das ist ja der Unterschied zu dem was wir aus der Erde holen und verbrennen. Natürlich dauert das Nachwachsen, bei Holz beispielsweise recht lange, es entsteht erstmal ein Defizit für die CO2-Bilanz, aber kein ewig langes wie bei den fossilen Brennstoffen.Jede neue Pflanze, jeder neue Baum reduziert das CO2 in der Atmossphäre. Leute, pflanzt ! ;)

Viele Grüße:

Klaus
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Re: ECHTER grüner Strom

Beitragvon dasAndy » Di 26. Aug 2014, 11:16

Nicht das Pflanzen ist das Problem, sondern das Roden und der Transport.

Biogas-Anlagen sind (zurecht vollkommen pauschalisiert) nicht klimaneutral. Gründe dafür gibt es viele, nur erzählt das niemand gerne. Weder die Betreiber noch die Investoren, die dahinter stehen. Und die Politik schon mal gar nicht. die fördert lieber weiterhin mit vielen Millionen Steuergeldern.

Ich hab keine Lust hier zwanzig Seiten Begründung zu schreiben, aber möchte dennoch ein paar Dinge zum Thema nennen. Alles weitere lässt sich recht leicht googlen.

Klar ist Biomasse auf den ersten Blick klimaneutral. Weil Mais und Raps zum Wachsen soviel CO2 aus der Luft ziehen, wie beim Umwandeln in Energie wieder frei gesetzt wird. Würden in den Anlagen nur (wie einst vorgesehen) nur landwirtschaftliche Abfälle verwertet werden, wäre das an sich auch eine feine Sache. Schaut man genauer hin, sieht die Bilanz nicht mehr so gut aus.
Biogas-Anlagen schießen wie die Pilze aus dem Boden. Zum Betreiben wird Mais und Raps von kilometerweit entfernt herangekarrt. Dabei entstehen Millionen Tonnen CO2. Zudem sorgen oft Schlupflöcher (undichte Stellen) an den Anlagen für Austritt von Mehtan, welches ca 20 mal klimaschädlicher ist als CO2.
Durch den Hohen bedarf an Biomasse werden immer mehr Flächen in Acker umgewandelt, zum großen Teilen auch Moore und Wälder. Bei der Umwandlung von Moor in Acker werden ebenfalls Millionen Tonnen CO2 freigesetzt. Gleiches gilt für Wälder die zu Gunsten von Ackerfläche abgeholzt werden. Aus dem ehemaligen Waldboden entweicht das dort gespeicherte CO2 durch Sonneneinstrahlung und Wind. Durch den Einsatz von Dünger und Pestiziden enstehen ebenfalls wesentlich mehr Treibhausgase, als die Pflanzen aufnehmen können.
Weil immer mehr Biomasse produziert wird, fehlt es den Viehbauern an Futtermittlen. Also wird Futtermittel aus Brasilien, Mexiko und Canada her gekarrt. Wieder enorme CO2 Belastung durch die ganzen Transporte. Um genug Futtermittel exportieren zu können, werden z.B. in Brasilien große Wälder abgefackelt. Dabei entstehen Milliarden Tonnen CO2. Auf den gerodeten Flächen entweichen dann im Laufe der Zeit weiterhin jede Menge CO2 (siehe oben).
Und es geht noch weiter.... Wie gesagt, wer mehr wissen möchte, einfach mal Google fragen.

Alles in allem sind Biogas-Anlagen also (pauschal) NICHT klimaneutral. Man muss nur genauer hinschauen.

Gleiches gilt im Übrigen auch für den Biosprit-Anteil im Benzin, für Bio-Diesel oder Bio-Gas als Erdgasersatz. Auch Pellets zum Heizen werden gerne als klimaneutral verkauft. Fast alles oben beschriebene lässt sich darauf übertragen.
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Re: ECHTER grüner Strom

Beitragvon bm3 » Di 26. Aug 2014, 11:34

Somit was ?
was ist denn deine Alternative zur Zeit dazu wenn wir auf den Ersatz von fossilen Brennstoffen hinaus wollen ? Was ist das geringere Übel ?
Mit den von dir genannten "echten" EE alleine lässt sich das jedenfalls nur sehr schwer stemmen, wir müssen Energie speichern, ob nun in Biomasse, Akkus oder Speicherseen.
Du kommst mir vor wie die Grüppchen die hier bei uns in der Gegend Front gegen Windenergie machen ohne jedoch irgendwelche brauchbaren Alternativen aufzuzeigen, das haben die nicht nötig oder interessiert sie garnicht.
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Re: ECHTER grüner Strom

Beitragvon TJ0705 » Di 26. Aug 2014, 12:02

Hi dasAndy,

zum Teil stimme ich dem zu. Aber Du schließt die ganz falschen Dinge daraus. Meiner Meinung nach zeigt das Beispiel Biogas genau wie Biosprit nur einmal mehr wie eine grundsätzlich tolle Idee durch Gier, Lobbyarbeit, usw. ins komplette Gegenteil verdreht werden kann. Dafür kann die Technik an sich nichts, wenn die Rahmenbedingungen von der Politik so idiotisch gesetzt werden!

Diese Dinge sind, würden sie richtig angegangen, sehr zu begrüßen, imo. Und dann gäbe es auch die genannten Nebenwirkungen/Auswüchse nicht sondern stattdessen breite Unterstützung in der Bevölkerung.

Bei einigen Argumentationen schießt Du übers Ziel hinaus. Wer sich um Urwaldrodung usw. Sorgen macht - was ja grundsätzlich eine gute Idee ist… - der sollte nicht auf Biosprit zeigen oder angeblich hier fehlende Futtermittel, sondern z.B. mal seinen Fleischkonsum überdenken. Dann bräuchten die Futtermittel weder angebaut noch um die Welt verschifft werden. Stattdessen hätten alle was zu essen. Und Viecher, die es nicht gibt, pupsen auch nicht die Klimakatastrophe herbei. DAS wäre fürs Klima und so einige andere gute Sachen sehr viel zielführender. Aber das Thema ist ja heilig. Gehen wir doch lieber auf Biogas los… ;-)

Grüße Dirk
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Re: ECHTER grüner Strom

Beitragvon dasAndy » Di 26. Aug 2014, 13:46

@TJ0705: Du hast Recht Dirk! Was Fleisch und Pupsen angeht sowie die Tatsache, dass Politik und Wirtschaft ein tolles Prinzip zu Grunde raffen.

Ich habe ja auch geschrieben, dass die Idee mit Biogas-Anlagen grundsätzlich eine feine Sache ist. In der Praxis ist leider (mal wieder) alles anders. Nur erzählt das keiner der Verantwortlichen, und so glauben weiterhin alle an das Märchen von grüner Biogas Energie.

Über Themen wie Fleischkonsum, Massentierhaltung, Textilproduktion, Agrarindustrie und noch viele andere "unschöne" Themen habe ich ebenfalls einiges zu erzählen. Da das hier aber ein E-Auto Forum ist, habe ich mich fürs Erste auf die Lüge mit grünem Strom aus Biogas beschränkt. ;)
Und das hab ich auch überhaupt nur geschrieben, weil ich finde, dass die Themenüberschrift "ECHTER grüner Strom" diese Klarstellung verdient hat, und nicht weil ich auf Biogas "losgehen" möchte.


@bm3: Nein, ich möchte nicht, dass lieber fossile Brennstoffe zur Energiegewinnung genutzt werden. Ich möchte, dass die Regierung endlich im Interesse der Menschen handelt und nicht im Interesse der Konzerne, Aktionäre und Lobbyisten. Und dass der Bürger nicht mit "Etikettenschwindel" und anderen Tricks für dumm verkauft wird. Denn genau das passiert hier. Genauso wie an vielen anderen Stellen. Ich wollte daher ein bisschen zur Aufklärung beitragen, wie oben schon geschrieben wenigstens in diesem einen zum Forum passenden Thema.

Deinen Vergleich mit Windkraftgegnern finde ich unangebracht. Ich erkläre hier, warum Biogas-Anlagen schlecht für die Umwelt sind (im Gegensatz zu dem was auf dem Werbeprospekten steht). Muss ich, um das zu bekräftigen, einen voll ausgereiften Plan als Alternativ-Wundermittel präsentieren?!? Es gibt mehrere Alternativen. Einige hast du selbst genannt. Die eine wird vielleicht aus bestimmten Gründen besser sein als die andere. Sicherlich gibt es sogar richtig gute Technologien dazu. Biogas-Anlagen wie sie heute betrieben werden sind es auf jeden Fall nicht. Mehr wollte ich nicht zum Ausdruck bringen.
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Re: ECHTER grüner Strom

Beitragvon TwiceT » Di 26. Aug 2014, 14:30

wp-qwertz hat geschrieben:
Bei welchem Anbieter seid ihr?


http://www.oekostrom.at in Österreich 8-)
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Re: ECHTER grüner Strom

Beitragvon Wolfram » Di 26. Aug 2014, 19:40

Biogas ist nicht gleich Biogas!

Wir beziehen unseren Strom von der Fa. Naturstrom. Der Strom kommt aus Wasser-Sonnen- und Windkraftanlagen. Laut Homepage werden außerdem 2 Biogas Anlagen zum Verkauf von Bio-Gas genützt. Da fällt mir jetzt nichts Negatives dazu ein!
Zitat"
Woher kommt das Biogas?

Unser Biogas beziehen wir aus einer Klärgasanlage in Hamburg sowie aus einer Biogasanlage im brandenburgischen Alteno. In beiden Anlagen wird aus ohnehin anfallenden Rest- und Abfallstoffen Energie gewonnen – das ist besonders nachhaltig.

Biogas aus Abfallstoffen

Hauptlieferant ist das Klärwerk in Hamburg. In dieser Kläranlage wird das bei der Ausfaulung des Klärschlamms entstehende Gas zu Erdgasqualität aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist.

In der Biogasanlage Alteno werden vor allem Abfälle aus Pflanzengewebe und organische Reststoffe aus der Landwirtschaft sowie Lebensmittelabfälle vergoren.

naturstrom biogas-Lieferant Klärwerk Köhlbrandhöft
"Zitat Ende
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Re: ECHTER grüner Strom

Beitragvon Kelomat » Di 26. Aug 2014, 20:00

TwiceT hat geschrieben:
wp-qwertz hat geschrieben:
Bei welchem Anbieter seid ihr?


http://www.oekostrom.at in Österreich 8-)


AAE Naturenergie (Österreich)
http://www.aae-energy.com
Die zahlen auch gut für meinen PV Überschuss
Hauptauto: Nissan Leaf 2012er mit isolierter Heizung
Zweitauto (Von meiner Frau): Citroen Saxo Elektro mit Lithiumakkus
Sonst keine fossile Dreckschleuder zur Fortbewegung ;)

Strom kommt von der PV-Anlage ca. 15kW mit Speicher im Keller
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Re: ECHTER grüner Strom

Beitragvon Starmanager » Di 26. Aug 2014, 20:19

dasAndy hat geschrieben:
Nicht das Pflanzen ist das Problem, sondern das Roden und der Transport.

Biogas-Anlagen sind (zurecht vollkommen pauschalisiert) nicht klimaneutral. Gründe dafür gibt es viele, nur erzählt das niemand gerne. Weder die Betreiber noch die Investoren, die dahinter stehen. Und die Politik schon mal gar nicht. die fördert lieber weiterhin mit vielen Millionen Steuergeldern.

Ich hab keine Lust hier zwanzig Seiten Begründung zu schreiben, aber möchte dennoch ein paar Dinge zum Thema nennen. Alles weitere lässt sich recht leicht googlen.

Klar ist Biomasse auf den ersten Blick klimaneutral. Weil Mais und Raps zum Wachsen soviel CO2 aus der Luft ziehen, wie beim Umwandeln in Energie wieder frei gesetzt wird. Würden in den Anlagen nur (wie einst vorgesehen) nur landwirtschaftliche Abfälle verwertet werden, wäre das an sich auch eine feine Sache. Schaut man genauer hin, sieht die Bilanz nicht mehr so gut aus.
Biogas-Anlagen schießen wie die Pilze aus dem Boden. Zum Betreiben wird Mais und Raps von kilometerweit entfernt herangekarrt. Dabei entstehen Millionen Tonnen CO2. Zudem sorgen oft Schlupflöcher (undichte Stellen) an den Anlagen für Austritt von Mehtan, welches ca 20 mal klimaschädlicher ist als CO2.
Durch den Hohen bedarf an Biomasse werden immer mehr Flächen in Acker umgewandelt, zum großen Teilen auch Moore und Wälder. Bei der Umwandlung von Moor in Acker werden ebenfalls Millionen Tonnen CO2 freigesetzt. Gleiches gilt für Wälder die zu Gunsten von Ackerfläche abgeholzt werden. Aus dem ehemaligen Waldboden entweicht das dort gespeicherte CO2 durch Sonneneinstrahlung und Wind. Durch den Einsatz von Dünger und Pestiziden enstehen ebenfalls wesentlich mehr Treibhausgase, als die Pflanzen aufnehmen können.
Weil immer mehr Biomasse produziert wird, fehlt es den Viehbauern an Futtermittlen. Also wird Futtermittel aus Brasilien, Mexiko und Canada her gekarrt. Wieder enorme CO2 Belastung durch die ganzen Transporte. Um genug Futtermittel exportieren zu können, werden z.B. in Brasilien große Wälder abgefackelt. Dabei entstehen Milliarden Tonnen CO2. Auf den gerodeten Flächen entweichen dann im Laufe der Zeit weiterhin jede Menge CO2 (siehe oben).
Und es geht noch weiter.... Wie gesagt, wer mehr wissen möchte, einfach mal Google fragen.

Alles in allem sind Biogas-Anlagen also (pauschal) NICHT klimaneutral. Man muss nur genauer hinschauen.

Gleiches gilt im Übrigen auch für den Biosprit-Anteil im Benzin, für Bio-Diesel oder Bio-Gas als Erdgasersatz. Auch Pellets zum Heizen werden gerne als klimaneutral verkauft. Fast alles oben beschriebene lässt sich darauf übertragen.


Schon komisch dass die Biogas Anlagen schlecht sein sollen. man verwendet nachwachsende Rohstoffe und gibt so den Mittelstandbauern die Moeglichkeit die Guelle und den Mist der Kuehe und Schweine in das gleiche Gas umzuwandeln wo auch auf dem Misthaufen entsteht und dort sowieso in die Luft abgegeben wird.

Undichte Anlagen sind nur bei Defekten die jeder natuerlich beheben tut da das Gas wenn es ausstroemt kein Geld bringt.

Das grosse Problem ist dass die Menschen in den Gemeinden immer denken dass die Anlagen stinken ... daher muessen die Anlagen weit weg von bebauten Ortschaften betrieben werden. Dann ist es leider unmoeglich preiswert die Waerme zu verwenden ohne dass man dabei riesige Klimmzuege machen muss um das heisse Wasser das zur Genuege produziert wird an die Haushalte zu transportieren (Leitungen oder Speichercontainer).

Und dann faehrt der Buergermeister zum Schein ein Elektroauto. HoHo.

Armes Deutschland wenn man immer nur den Fachleuten Glauben schenkt.
MFG

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