E-Linienbus "darf" nur 15% seiner Batteriekapazität nutzen?

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Re: E-Linienbus "darf" nur 15% seiner Batteriekapazität nutz

Beitragvon Isomeer » Di 5. Sep 2017, 22:47

wnjwd hat geschrieben:
Die Hannöverschen Busse haben LTO Zellen, da habe ich bisher auch noch nie was von gehört.

Ich bis gerade auch nicht, aber die Erleuchteten hier ;)
http://www.goingelectric.de/forum/batterien/lto-und-lsp-die-lithiumspeicher-der-nahen-zukunft-t643.html
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Beitragvon 150kW » Mi 6. Sep 2017, 05:54

Blue shadow hat geschrieben:
...sollten besser bei tesla die technik einkaufen...mit Suc funktion....warum macht das keiner?
Was gäbe es da was interessant ist? Tesla hat eine nette Kapazitätsdichte, aber eher geringe Ladeleistung. Bauraum ist in einem Bus aber eher viel vorhanden, da muss man wohl weniger drauf achten. Des weiteren hat der SuC "nur" 140kW, bei CCS hätte man schon 350kW zur Verfügung.
Dann lieber i3 Akkus :) Mit 6 der 33kWh Akkus hat man dann ~200kWh die theoretisch mit 300kW geladen werden können.

Isomeer hat geschrieben:
Und noch einmal an alle - bitte differenzieren: In Bussen werden keine Li-Polymer-Akkus eingesetzt, sondern LiFePo4-Akkus.
Ist somit nicht mit Tesla vergleichbar. Und wenn sich nicht nur geTÜVte und geDINte deutsche Hersteller sowas ausdenken, sondern auch z.B. Chinas BYD (größter Hersteller von E-Bussen), dann wir das schon Gründe haben.
In China geht es aber auch darum die staatliche Förderung zu bekommen. Und die gibt es nur wenn chinesische Akkus verbaut sind. Da ist man also darauf angewiesen was es in China gibt.
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Re: E-Linienbus "darf" nur 15% seiner Batteriekapazität nutz

Beitragvon mobafan » Mi 6. Sep 2017, 08:46

Isomeer hat geschrieben:
wnjwd hat geschrieben:
Die Hannöverschen Busse haben LTO Zellen, da habe ich bisher auch noch nie was von gehört.

Ich bis gerade auch nicht, aber die Erleuchteten hier ;)
http://www.goingelectric.de/forum/batterien/lto-und-lsp-die-lithiumspeicher-der-nahen-zukunft-t643.html


Vor allem eine Ladefestigkeit von 8C bei 6000 85%-Zyklen. Das nenne ich schonmal eine Hausnummer. Aktuell sind wir ja bei <= 2C, und vielleicht wird die LTO-Technik zukünftig auch bei Porsche genutzt, die nach Ankündigungen mit bis zu 4C laden wollen?
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Re: E-Linienbus "darf" nur 15% seiner Batteriekapazität nutz

Beitragvon Isomeer » Mi 6. Sep 2017, 09:26

150kW hat geschrieben:
In China geht es aber auch darum die staatliche Förderung zu bekommen. Und die gibt es nur wenn chinesische Akkus verbaut sind. Da ist man also darauf angewiesen was es in China gibt.

China dürfte der größte Produzent von LiFePo4 sein, da es für diese Technologie ja keinen Elon Musk gibt ;)

Aber die Gründe für deren Einsatz dürften primär in der Eigensicherheit liegen. Sehr oft und gerade dann, wenn man keine Samsung-Brände gebrauchen kann -aber Li-Technolgie gebraucht wird (Bergbau/Ex-Schutz, Luft-/Raumfahrt, gewerbliche Gebäude etc)- wird LiFePo4 genutzt.
Nur dort wird vermutlich nicht auf max. 15% Entladung geplant. Nur eben in den Garantiebedingungen der Bus-Akkus.
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Re: E-Linienbus "darf" nur 15% seiner Batteriekapazität nutz

Beitragvon zitic » Mi 6. Sep 2017, 09:45

Hast du da irgendwelche Informationen zu Porsche? Habe das nur mal in Zusammenhang zu Starterbatterien gehört. LTO ist halt schön teuer. Das lohnt sich halt im E-PKW nicht. Da werden keine 6000 Ladezyklen gebraucht.

Ja, bei Bussen ist LTO durchaus im Einsatz. Da spielen ja Erwägungen wie dauerndes Schnellladen eine Rolle. Dass Busse pauschal LiFePO4 nutzen ist natürlich auch quatsch. Das ist halt eine alte bewährte Technik um die man auf Modulebene kaum kümmern muss. Für die ersten Prototypen natürlich ideal. Darum wird die ja auch gerne in privaten PKW-Umbauten genutzt, weil man da nicht viel falsch machen kann. Problematisch ist halt die geringe Energiedichte und letztlich damit auch der Preis. Bei Bussen wiegen die Nachteile von LiFePo4 auch nicht ganz so schwer. Die oft benötigte hohe Leistungsdichte spricht dann (ggü. NMC) auch für LiFePO4. Und bei den Bussen bewegen wir uns halt aktuell noch auf einem Niveau, dass man noch nicht wirklich Serienproduktion nennen kann. Da machen die Nachteile den Kohl noch nicht fett.

Hier ist BYD natürlich ein spezielles Thema. Die haben aktuell selbst halt nur LiFePO4 im Angebot. Damit hängen sie, jedenfalls öffentlich bekannt, auch aus chinesischer Sicht etwas hinterher. CATL etc. sind da schon auf dem Sprung zu NMC. Der chinesischen Regierung ist das nämlich auch ein Dorn im Auge, dass in China noch die alte Technik vorherrscht und macht jetzt Druck auch auf NMC zu wechseln. Beim PKW hat BYD auch in China mit der Technik nicht viel Glück. Entsprechend fokussiert man sich auf Busse. Und da läuft es ja auch dank der staatlichen Lenkung in China blendend.

Die Stückzahlen sind bei Bussen natürlich noch mal viel kleiner als im PKW-Bereich. Hinzu kommt dann noch die Ausrichtung auf unterschiedliche Ladekonzepte(Stecker, induktiv, Lademasten... - schnelle Ladung an vielen Stationen, an Endstationen, viel Akku und Ladung am Ende des Tages etc.). Die Urbinos stellen wohl die größte Serie in EU dar. Aber selbst da gibt es dann 100 Tests mit unterschiedlichen Akkus und Ladesystemen. Das ist halt alles noch relativ klein, klein. Kein Wunder, dass das alles noch sehr teuer ist, obwohl man den Antrieb(ohne Akku, Ladung) schon in größerer Serie von Zulieferern wie Kiepe und ZF bekommt.
Zuletzt geändert von zitic am Mi 6. Sep 2017, 09:47, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: E-Linienbus "darf" nur 15% seiner Batteriekapazität nutz

Beitragvon Isomeer » Mi 6. Sep 2017, 12:06

zitic hat geschrieben:
Hast du da irgendwelche Informationen zu Porsche?

0,0 ;)
Habe zwar Erfahrungen mit Headway-LiFePo4 im Eigenbau-Pedelec aber dann hört es auch schon auf.
In den Bussen (bei BYD vermutlich und beim Urbino e ganz sicher) werden ja auch unterschiedliche, vielleicht sogar kundenspezifische Akku-Technologien eingesetzt.
Im Fall des Busses im ersten posting ist es aber ganz sicher "Lithium-Eisenphosphat".

Und meine kleine Frage war eigentlich nur, warum der Bus-Hersteller "seiner" Batterie nur bei max. 15%iger Entladung ein 5jähriges Leben garantieren will :roll:
Man stelle sich sowas beim Diesel vor: 5 Jahre Garantie, aber nur bei Drehzahl-Obergrenze 15% der max-Drehzahl. Oder so ähnlich ;)
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Re: E-Linienbus "darf" nur 15% seiner Batteriekapazität nutz

Beitragvon mobafan » Mi 6. Sep 2017, 12:25

zitic hat geschrieben:
Hast du da irgendwelche Informationen zu Porsche?


Die in Pressemitteilungen immer wieder genannten 15 Minuten für einen Ladevorgang von 0-80% entsprechen im Schnitt 3,2C, dürften aufgrund der Ladekurve aber Spitzenwerte von ca. 4C haben.
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Re: E-Linienbus "darf" nur 15% seiner Batteriekapazität nutz

Beitragvon Jack.GeR » Mi 6. Sep 2017, 16:05

Toll, mein erster Post wird leicht off-Topic sein, aber leider kann ich keine persönlichen Nachrichten verschicken und das umgehen. Entschuldigt bitte!

@isomeer: Ja, jetzt weiß ich wo die Infos unter dem Artikel der Zeitung herkommen ;-) Es würde mich sehr freuen, wenn wir hier via persönlicher Nachrichten etwas kommunizieren können auch um ggf. mal Aktionen in der Stadt zu koordinieren und uns einfacher auszutauschen, falls mal etwas ansteht. Wir sollten den Zufall nutzen, dass wir uns in der Kommentarfunktion der Zeitung "gefunden" haben, so viele E-Mobilisten sind mir hier nämlich noch nicht aufgefallen. Ich würde mich über eine persönliche Nachricht freuen, auf die ich hoffentlich dann auch antworten kann.

@Topic: ich bin immer noch über diese Bedingungen der Nutzung schockiert...
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Re: E-Linienbus "darf" nur 15% seiner Batteriekapazität nutz

Beitragvon flow2702 » Do 7. Sep 2017, 14:08

Ähm, eine Frage an die Bescheidwisser:
Warum wird denn überhaupt ein 200kWh-Akku eingebaut, wenn dann nur 30kWh genutzt werden dürfen?
Abgesehen von den Vertragsbedingungen: Wenn ich sowas will, warum dann kein 50-60kWh-Akku?
Das spart doch allen Beteiligten Geld?
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Re: E-Linienbus "darf" nur 15% seiner Batteriekapazität nutz

Beitragvon 150kW » Do 7. Sep 2017, 14:29

Es wird schon der ganze Akku, also alle Zellen benutzt, nur eben weniger stark.
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