E-Auto-Hype gefährdet Krankenhäuser...

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Re: E-Auto-Hype gefährdet Krankenhäuser...

Beitragvon Blue shadow » Di 18. Jul 2017, 07:46

Bin gespannt, wie sich die ladungen im tagesverlauf verteilen...

Kann bequem über nacht....ja wo ist sie denn...die sonne....erdball andere seite....hilft nix ...ich brauch ein zweites e-mobil

Siehe stromspitzen oder toilettenwasser halbzeitpause fussball...
ExKonsul leaf blau winterpack ca 34.000 km Spannung und Spass mit Akku und Golfball punktierter Oberfläche zur cw reduzierung....brusa booster in arbeit...in warteschleife auf upgrade 40 kwh in 24 monaten
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Re: E-Auto-Hype gefährdet Krankenhäuser...

Beitragvon Alex1 » Mi 19. Jul 2017, 19:40

WENN es dereinst mal nennenswerte Zahlen von eAutos geben wird, werden die Ladestationen so weit verbreitet sein, dass durch die Fahrzeuge (die ja zu 90% der Zeit Stehzeuge sind) das Netz allein schon durch gesteuerte Ladung stabilisiert wird. Z.B. nachts, wenn "zu viel" Wind weht und niemand Strom will.

Und da sind die Effekte durch V2G noch gar nicht berücksichtigt. Dann werden Erzeugungs- und Verbrauchsspitzen ganz elegant abgepuffert.

Jedes Krankenhaus hat doch eh ein Notstromaggregat, das monatlich eine Stunde laufen muss und das bei Vielen schon heute dafür genutzt wird, Verbrauchsspitzen abzupuffern. Und Geld zu verdienen... :mrgreen:
Herzliche Grüße
Alex
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Re: E-Auto-Hype gefährdet Krankenhäuser...

Beitragvon iOnier » Mi 19. Jul 2017, 20:18

kub0815 hat geschrieben:
40 Millionen Autos die 15000km im Jahr fahren mit 15kwh Verbrauch kamen bei mir 90 terrwattstunden raus. Grob überschlagen.

Vorab eine kleine Korrektur: das korrekte Einheitenpräfix lautet "Tera". Also Terawattstunden.

Ich hab's letztens gerade für jemand anders nachgerechnet, der behauptete, man bräuchte 50 KKW um den elektrischen Strom zu erzeugen, den eine komplett elektrifizierte PKW-Flotte in Deutschland benötigen würde (ich habe 20 kWh /100 km angesetzt, was mir als Flottenmittel plausibler vorkommt als die von Dir angenommenen 15kWh /100 km ):

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Pkw-Bestand in Deutschland am 1. Januar 2017: 45,8 Millionen (Quelle: KBA)
Jeder Pkw fuhr in 2016 durchschnittlich 14.015 Kilometer (Quelle: KBA)
=> PKW-Gesamtfahrleistung: 641.887 Millionen Kilometer

Angenommen ein E-Auto verbraucht im Mittel 20 kWh /100 km (plausibel geschätzt), macht 0,2 kWh /km, also 128.377,4 Millionen kWh = 128.377,4 GWh = rund 130 TWh

Ein KKW wie Biblis A leistet etwa 1,1 TW (Quelle: Wikipedia), im Jahr also ca. 10 TWh => wären rechnerisch 13 KKW, nicht 50. Wer also die Zahl 50 ins Spiel gebracht hat, konnte nicht rechnen. Oder: wollte fake news verbreiten. Oder: hat fehlerhaft mit dem Brutto-Energiegehalt von Kraftstoff gerechnet, aber übersehen, dass ein Verbrennungsmotor davon nur einen Bruchteil nutzt, den Rest sinnlos verheizt.

Aber rechnen wir noch mal anders:

Die Stromerzeugung in D 2016 lag bei 648 TWh (Quelle). Die zusätzlich nötige Stromerzeugung läge somit bei rund 20% der aktuellen Menge. Wie schon gesagt, abzüglich der Menge die nicht mehr erzeugt werden muss, weil die Raffinerien ihre Produktion 'runterfahren (müssen) und entsprechend weniger Strom verbrauchen. Die Stromerzeugung in den nächsten 20-30 Jahren(!) um etwas weniger als 20% zu steigern sollte auch ohne Neubau von KKW machbar sein. Wie bereits gesagt, mit den erneuerbaren Energiequellen" sind wir noch lange nicht am Ende der Fahnenstange.
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Und weiter:

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Der Gesamtverbrauch an fossilen Rohstoffen würde sogar dann noch absinken, wenn wir einen Teil dieser elektrischen Energie in den nächsten Jahren mit Dieselkraftwerken bereitstellen würden - falls es nicht schnell genug gelingen sollte, die "Erneuerbaren" auszubauen.

Und dieser Dieselkraftstoff würde außerhalb der Innenstädte verbrannt werden => ein gewaltiger volkswirtschaftlicher Vorteil (Folgekosten Gesundheit, Umwelt).

Zudem in Kraftwerken, bei denen eine effiziente Abgasnachbehandlung a) viel besser machbar ist als in einem PKW und b) besser kontrollierbar ...

Diesen unbestreitbaren (weil überwiegend nachzurechnenden, soweit nicht evidenten) Vorteilen eines Umstiegs auf E-Mobilität im MIV stehen ein paar Nachteile gegenüber, die nicht unerwähnt bleiben sollen:

- Rohstoffbeschaffung (und nein, das Lithium für die Akkus ist *nicht* das Problem, eher schon die "Seltenerdmetalle", die für die Magnete permanenterregter Drehstrommotoren benötigt werden; diesen Motortyp braucht man aber auf aktuellem Entwicklungsstand der Effizienz wegen) ... allerdings benötigen auch die Katalysatoren und andere Bestandteile moderner Verbrennungsmotoren seltene und teure Rohstoffe

- Umweltschädigung durch die Rohstoffbeschaffung (aber: weniger Umweltschädigung durch Erdölgewinnung , -transport und -raffinierung!)

- Umstellung eines ganzen Industriezweiges (aber machbar; in der Tat müsste man u.a. Akkuzellen vor Ort produzieren um Arbeitsplätze im Land zu halten, da sind die Konzernmanager gefragt)

- Errichtung einer effizienten Recyclingindustrie zur Rückgewinnung der Rohstoffe aus verbrauchten Akkuzellen (auch hier könnte sich die Automobilindustrie engagieren, um Erträge und Arbeitsplätze zu sichern)

- das Ganze braucht Zeit; Produktionskapazitäten für die nötige Zahl an Akkuzellen der nächsten E-Auto-Generation mit ausreichender Reichweite für "Alltagstauglichkeit für jedermann" lassen sich nicht "mal eben so" aus dem Boden stampfen.
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Gruß
Werner
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Re: E-Auto-Hype gefährdet Krankenhäuser...

Beitragvon iOnier » Mi 19. Jul 2017, 20:25

Blue shadow hat geschrieben:
Bin gespannt, wie sich die ladungen im tagesverlauf verteilen...

Kann bequem über nacht....ja wo ist sie denn...die sonne....erdball andere seite....hilft nix ...ich brauch ein zweites e-mobil

Siehe stromspitzen oder toilettenwasser halbzeitpause fussball...

Und? Wind-/ Wasserkraft und andere "erneuerbare" funktionieren auch im Dunkeln. Außerdem ist nachts eh das Verbrauchsminimum => Grundlastkraftwerke kaum auszulasten => ladende E-Autos stabilisieren das Netz!

Wo zum Geier ist Dein Problem?
Gruß
Werner
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Re: E-Auto-Hype gefährdet Krankenhäuser...

Beitragvon tommy_z » Mi 19. Jul 2017, 21:24

kub0815 hat geschrieben:
40 Millionen Autos die 15000km im Jahr fahren mit 15kwh Verbrauch kamen bei mir 90 terrwattstunden raus. Grob überschlagen.

Deine 90 TWh scheinen realistisch zu sein.
Habe mal eben mit den KBA-Zahlen nachgerechnet:

Fahrzeugart: Personenkraftwagen
Verbrauch: 20 kWh/100 km
Durchschnittl. jährl. Fahrleistung: 14.015 km/Jahr
Fahrzeuge: 44.633.222
Durchschnittl. jährl. Gesamtfahrleistung: 625.534.604.000 km/Jahr
Verbrauch: 125,11 TWh/Jahr

Ich habe den Verbrauch hochgesetzt, weil Teslas & Co. und weitere BEVs mit künftig kräftigeren Elektromotoren und höherem Fahrzeuggewicht den Stromverbrauch steigen lassen werden - der Deutsche an sich liebt's groß und kräftig (siehe SUV-Hype). Lupos und andere Kleinwägen mag der Deutsche nicht. Wenn also diese Mentalität 1:1 auf Elektroautos übertragen werden würde, kämen wir mit 15 kWh/100 km nicht hin (schaffe ich in meiner hügeligen Heimat auch mit meiner kleinen Zoe nicht).

Noch nicht berücksichtigt wären dann lt. KBA 100.289.301.000 km/Jahr, die von Krafträdern, Lastkraftwagen bis 3,5 Tonnen/ 3,5 bis 6 Tonnen / über 6 Tonnen, Land-/forstwirtschaftlichen Zugmaschinen, Sattelzugmaschinen, sonstigen Zugmaschinen, Omnibussen und sonstigen Kraftfahrzeugen gefahren werden.

Nachdem lt. Eurotransport 35 L Diesel/100 km ein guter Wert sein soll, befürchte ich, dass Elektro-Lkws beim Stromverbrauch auch ganz schön zulangen werden. Ich könnte mir unter diesen Voraussetzungen einen hochgerechneten Jahresverbrauch von 200 TWh/Jahr für Kraftverkehr vorstellen. Jetzt ganz grob überschlagen, und selbstverständlich ohne Berücksichtigung von Einsparungen an anderer Stelle. ;)

Übrigens Krankenhäuser: Mein Krankenhaus, an dem ich arbeite, hat Notstromversorgung (selbstverständlich) und dicke Fotovoltaik auf dem Dach. Da brennt nix an, wenn plötzlich alle Stadtbewohner Elektroauto laden (würden :roll: ). Wenn zuletzt der Notstrom angeworfen werden musste, war's meist ein Bagger ...
Beste Grüße, Thomas
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Re: E-Auto-Hype gefährdet Krankenhäuser...

Beitragvon iOnier » Mi 19. Jul 2017, 22:13

tommy_z hat geschrieben:
Fahrzeugart: Personenkraftwagen
Verbrauch: 20 kWh/100 km
Durchschnittl. jährl. Fahrleistung: 14.015 km/Jahr
Fahrzeuge: 44.633.222
Durchschnittl. jährl. Gesamtfahrleistung: 625.534.604.000 km/Jahr
Verbrauch: 125,11 TWh/Jahr
Ich hab' die angemeldeten PKW vom 1.1.17 genommen, weil mir die Zahl realistischer vorkam für aktuelle Verhältnisse ...
Ich habe den Verbrauch hochgesetzt, weil Teslas & Co. und weitere BEVs mit künftig kräftigeren Elektromotoren und höherem Fahrzeuggewicht den Stromverbrauch steigen lassen werden

Jupp, genau so habe ich auch geschätzt. Soll ja auch eine Prognose sein und Otto Normalverbraucher wird nicht so sparsam fahren wie der geübte (und eher öfter auch umweltbewegte) E-Mobilist von heute. Wegen der etwas höheren Zahl an zugelassenen PKW liegt dann auch die von mir errechnete Gesamtsumme an TWh etwas über Deinem Ergebnis. Aber die Größenordnung passt allemal.
Noch nicht berücksichtigt wären dann lt. KBA 100.289.301.000 km/Jahr, die von Krafträdern, Lastkraftwagen bis 3,5 Tonnen/ 3,5 bis 6 Tonnen / über 6 Tonnen, Land-/forstwirtschaftlichen Zugmaschinen, Sattelzugmaschinen, sonstigen Zugmaschinen, Omnibussen und sonstigen Kraftfahrzeugen gefahren werden.

Geht ja auch erst mal nur um PKW.
Gruß
Werner
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Re: E-Auto-Hype gefährdet Krankenhäuser...

Beitragvon kub0815 » Mi 19. Jul 2017, 22:58

Diese Zahl die am Ende rauskommt ist nur eine grobe Schätzung....da muss man keine. Nachkommastellen ausrechnen.
Effizienzhaus Plus, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3l/100km, nächste Projekte Batteriespeicher
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Re: E-Auto-Hype gefährdet Krankenhäuser...

Beitragvon iOnier » Mi 19. Jul 2017, 23:49

Eh. Warum hab' ich wohl auf "rund 130 TWh" aufgerundet?

Innerhalb der Rechnung habe ich bewusst die Zahlen der Quellen stehen gelassen, damit die Rechnung nachvollziehbar wird. Außerdem hält es Rundungsfehler klein, wenn man erst zuletzt rundet.
Gruß
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Re: E-Auto-Hype gefährdet Krankenhäuser...

Beitragvon Schüddi » Do 20. Jul 2017, 06:37

Spannend. Ein Mathetread. Mir kam nur eben der Gedanke was denn in einem Kopf eines wie dem, der diesen Artikel geschrieben hat passiert, wenn der auf die Idee kommen würde, das alle Handys in Deutschland, pünktlich zum Spielfilm um 20:15 zum Laden eingesteckt würden...
Klar zieht ein Handy nicht so viel Strom wie ein Auto aber in Zeiten wo der Trend zum dritthandy geht macht es die Masse.
Nicht nur die Krankenhäuser sondern ganz Deutschland würde unter einer Feuerwalze, die wie eine laolawelle über uns hinwegfegt untergehen :lol:
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Re: E-Auto-Hype gefährdet Krankenhäuser...

Beitragvon Schwani » Do 20. Jul 2017, 07:24

Kann mir bitte mal einer das erklären:

Ein KKW wie Biblis A leistet etwa 1,1 TW (Quelle: Wikipedia), im Jahr also ca. 10 TWh


Wenn ein Generator 1,1kW hat, leistet er doch in 10h 11kWh?!
26kWp PV im Eigenverbrauch; Solarthermie: 6qm Flach-, 12qm Röhrenkollektor; WW-Luftwärmepumpe; KWL mit Wärmerückgewinnung; Holzvergaser HDG; 130m3 Regenwasser; Outlander PHEV seit 06.17, 08.17 e-load up! bestellt, Kona reserviert - Sangl Nr. 20
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