Wirtschaftlichkeitsberechnung Firmenwagen Unternehmer Excel

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Wirtschaftlichkeitsberechnung Firmenwagen Unternehmer Excel

Beitragvon 1fcb » Di 10. Jan 2017, 15:45

Ich gönne mir als Selbständiger im März einen Renault Zoe als Firmenwagen. So weit... so gut.

Die ertrags- und umsatzsteuerliche Behandlung der Akkumiete ist mir trotz aller (Teil-)Informationen des Internets immer noch ein Rätsel.

Ich interpretiere es wie folgt und würde mich über Bestätigung oder Korrektur freuen:

Fakten:
1. Wagen ist gewillkürtes Betriebsvermögen (privater Nutzungsanteil > 50%)
2. Berechnung der privaten Nutzungsanteile erfolgt per Fahrtenbuch (hatte auf Schätzmethode gehofft, wurde aber auf meine Anfrage vom FA abgelehnt)

Fragen:
1. Der Netto-Anteil der Akkumiete kann laut E-Fördergesetz komplett (100%) als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Ein privater Nutzungsanteil wird nicht erhoben (das ist der ertragssteuerliche Teil)?
2. Der MWst-Anteil der Akkumiete muss gleich wie der Vorsteuer-Anteil des Autokaufs und Reparaturen etc entsprechend der privaten Nutzungsentnahme am Jahresende als Einnahme verbucht werden?
Bsp: 75% private Nutzung. Sämtliche gezahlte USt von MWSt-behafteten Kosten (AfA, Reparaturen, Strom UND Akkumiete) wird zunächst komplett als Vorsteuer geltend gemacht. Am Jahresende wird 75% der geltend gemachten Vorsteuer (also Auch der Akkumiete) wieder als Einnahme (auf ein USt-Konto oder Konto Private Nutzungsentnahme) verbucht und erhöht damit den Betriebsgewinn entsprechend? Das Beispiel besteht eigentlich aus 2 Fragen. Zum einen: Ist die Annahme korrekt, dass bei der Umsatzsteuer-Betrachtung der Privatanteil der Akkumiete nicht ignoriert werden kann wie bei der Ertrags-Betrachtung? Und zum zweiten falls ja, ob die 75% der Vorsteuer dann auf ein USt-Konto oder das Konto Private Nutzungsentnahme gebucht werden muss?

Wäre toll, wenn mir ein Selbständiger Akkumieter mitteilen würde, wie er oder sein Steuerberater das gelöst hat.
Zuletzt geändert von 1fcb am Fr 13. Jan 2017, 10:07, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: E-Auto als Firmenwagen für Unternehmer

Beitragvon TeeKay » Mi 11. Jan 2017, 10:19

Bin selbständig und hab wegen dem ganzen Quatsch das Auto lieber privat gekauft. Am Ende hast du ne Betriebsprüfung und der Prüfer findet garantiert irgendwas, das falsch gemacht wurde. Außerdem erhöht sich bei steigendem Aufwand auch der Kostenanteil für den Steuerberater. :)

Wenn du berufliche Fahrten mit dem Auto machst, berechnest du dem Unternehmen einfach einen Kilometersatz. Im Tesla Forum machen das wohl auch einige so mit ihrem Tesla.
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Re: E-Auto als Firmenwagen für Unternehmer

Beitragvon 1fcb » Mi 11. Jan 2017, 12:06

TeeKay hat geschrieben:
Bin selbständig und hab wegen dem ganzen Quatsch das Auto lieber privat gekauft. Am Ende hast du ne Betriebsprüfung und der Prüfer findet garantiert irgendwas, das falsch gemacht wurde. Außerdem erhöht sich bei steigendem Aufwand auch der Kostenanteil für den Steuerberater. :)

Wenn du berufliche Fahrten mit dem Auto machst, berechnest du dem Unternehmen einfach einen Kilometersatz. Im Tesla Forum machen das wohl auch einige so mit ihrem Tesla.


So habe ich es bisher beim Verbrenner gehandhabt. Habe einfach die geschäftlichen Fahrten als gewinnmindernde Privateinlage zu 0,30€/km gerechnet. Beim E-Auto wird es aber dadurch interessanter, dass anscheinend der Nettoanteil der Batteriemiete voll als Betriebsausgabe geltend gemacht werden kann. Das sind dann bei 79 € brutto pro Monat gleich mal 800€/Jahr Gewinnminderung. Vereinfacht also 400€/Jahr mehr nach Einkommensteuer.

Um auf die 800/Jahr bei privatem PKW zu kommen, muss ich 2700 km a 0,30€ fahren. Sonst kann ich aber beim Privatwagen nichts absetzen. Ist der Wagen aber im Betriebsvermögen, kann ich (bei 25% gesch. Nutzung) noch anteilig pro Jahr 25% Vorsteuer, 25% Stromkosten, 25% Wartung, 25% Versicherung, 25% eines Sechstel des Kaufpreises laut AfA=Anschaffungskosten geltend machen. Da komme ich locker noch mal auf 1000€ Gewinnminderung pro Jahr, also 500€/Jahr nach EK-Steuer. Der große Nachteil neben zusätzlichem bürokratischen Aufwand, dass der Wiederverkauf komplett als Betriebseinnahme verbucht werden muss.

Steuerberater habe ich nicht... bin ich zu geizig dafür, wird also nicht teurer. Buchführung ist mein Hobby :cry:
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Re: E-Auto als Firmenwagen für Unternehmer

Beitragvon 1fcb » Do 12. Jan 2017, 13:57

Habe nach bestem steuerlichen Wissen ein Excel-Sheet für meinen Zoe-Kauf erstellt, mit dem sich jeder Unternehmer einfach ausrechnen kann, ob es sich lohnt ein Elektroauto ins Firmenvermögen aufzunehmen oder einen Privatwagen zu verwenden:

Falls gewünscht, kann ich die Excel-File (ohne jede Garantie auf Richtigkeit) zur Verfügung stehen. Das ganze ist parametrisiert, d.h. Fahrleistung, Nutzungsdauer, Privatnutzungsanteil, Weiderverkaufsannahme, Kaufpreis etc können in den gelb unterlegten Eingabefeldern verändert werden. Ausgespuckt wird dann der Unterschied zwischen beiden Varianten in €. (Für Fahrzeuge ohne Batteriemiete muss das Spreadsheet angepasst werden. Kann ich machen, falls wirklich jemand Interesse an dem Spreadsheet hat).

Die augenfälligste Beobachtung: Ein Firmenwagen lohnt sich trotz des Ausschlusses der Akkumiete aus der Privatanteilsberechnung nur bei geringer Fahrleistung und hohem Firmenanteil. Ich hatte das ursprünglich komplett anders eingeschätzt.

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