Drei wesentliche Nachteile der Elektroautos

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Drei wesentliche Nachteile der Elektroautos

Beitragvon AndreasDEG » Fr 20. Nov 2015, 13:57

Hallo,

Nachdem ich mir in diesem Monat die Eintrittskarte in dieses Forum gebucht habe in Form eines BMW i3 möchte ich drei wesentliche Nachteile hier aufzählen, die in meinen Augen hier noch nicht genügend thematisiert wurden.

1. Datenschutz:
Es gibt keine Möglichkeit, anonym, also mit Bargeld, sein Auto an öffentlichen Ladesäulen zu laden. Bei den öffentlichen Diskussionen über Datenschutz (Speicherdauer, Vorratsdatenspeicherung etc ....) geht es vor allem um die Telekommunikationsdaten etc; mit Hilfe der Ladedaten von Elektroautos lassen sich aber auch einfach Bewegungsprofile erstellen und müssten besonders geschützt werden.

2. Gebrauchtwagenpreise
Im Moment ist der Markt für E-Autos überschaubar und die Gebrauchtwagenpreise unauffällig. Die nächste Autogeneration werden aber durch bessere Akkutechnik wesentlich größere Reichweiten erlauben. Der Wertverlust der Altautos wird also überproportional steigen.

3. Dauerhaltbarkeit
Ein Verbrenner erreicht heute eine Lebensdauer von durchschnittlich 18 Jahren. Beim E-Auto ist sicher der Akku die kritische Komponente. Zukünftige E-Autos werden mit Akkus ausgestattet werden mit verbesserter Zellenchemie; diese kann man aber in den heutigen Autos nur nutzen, wenn die Hersteller die dafür notwendigen Änderungen im Batteriemanagementsystem noch vornimmt. Ob das erfolgen wird, ist ungewiss - kein Hersteller garantiert das. Durch Einlagern von "Alt-Akkus" als Ersatzteil lässt sich das Problem auch nicht lösen, da LiIonen-Akkus auch bei der Lagerung altern.

Noch kritischer ist das Problem bei den Autos mit Mietakku, z.B. Zoe . Diese werden nur auf Zeit geschlossen und kein Mensch garantiert, dass Renault für einen 15 Jahre alten Zoe einen solchen Mietvertrag noch anbietet.



Gruß
Andreas
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Re: Drei wesentliche Nachteile der Elektroautos

Beitragvon prophyta » Fr 20. Nov 2015, 14:02

zu 1. Wer nimmt noch Bargeld ? :o

zu 2. So wird es sein, deshalb geleast. ;)

zu 3. warten wir es ab. :|
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Re: Drei wesentliche Nachteile der Elektroautos

Beitragvon MarkusD » Fr 20. Nov 2015, 15:02

AndreasDEG hat geschrieben:
1. Datenschutz:
Es gibt keine Möglichkeit, anonym, also mit Bargeld, sein Auto an öffentlichen Ladesäulen zu laden. Bei den öffentlichen Diskussionen über Datenschutz (Speicherdauer, Vorratsdatenspeicherung etc ....) geht es vor allem um die Telekommunikationsdaten etc; mit Hilfe der Ladedaten von Elektroautos lassen sich aber auch einfach Bewegungsprofile erstellen und müssten besonders geschützt werden.
Doch, geht, erfordert aber zusätzliche Planung.
Z.B. nur DSN, Park&Charge und weitere E-Tankstellen ohne Authentifizierung nutzen.

AndreasDEG hat geschrieben:
3. Dauerhaltbarkeit
Ein Verbrenner erreicht heute eine Lebensdauer von durchschnittlich 18 Jahren. Beim E-Auto ist sicher der Akku die kritische Komponente. Zukünftige E-Autos werden mit Akkus ausgestattet werden mit verbesserter Zellenchemie;...
Ein Verbrenner hält durchschnittlich 18 Jahre? Wenn er nur in der Garage steht, dann kann ich mir das vorstellen.
Selbst bei guter Pflege hat bei mir noch kein Auto, das auch als solches benutzt wird, seinen 18. Geburtstag erlebt - noch lange nicht. Da wären dann immer Arbeiten notwendig gewesen, die soviel gekostet hätten, daß sie den Restwert des Fahrzeugs erheblich überschritten hätten ... und dann geht das nächste Teil kaputt ... bei meinem letzten Auto, Großraumvan, 15 Jahre alt, knapp 300000km, Restwert unter 1000 Euro, wäre ein ATM oder eine Grundüberholung des Motors notwendig gewesen, der war einfach runter. Nebst einigen anderen zwingend notwendigen Reparaturen ...
Wenn man selbst schrauben kann, sieht es möglicherweise etwas anders aus, aber die große Masse an Autofahreren wird wohl kaum selbst schrauben.

Wo du recht hat, das ist der Akku als kritische Komponente. Aber ich denke, daß sich hier Dritthersteller in Zukunft einen Markt schaffen werden.
Bei den Drillingen hat schon jemand bewiesen, daß man auf Akkuebene einiges machen kann. Das größte Problem war eher, ein Ersatzmodul zu bekommen.
Beim Ampera kann man auch einzelne Akkumodule tauschen.
Ich kann mir vorstellen, daß das bei den Tesla Model S und X genau so ist. Zumindest die Bauweise des Akkus legt das nahe.

Gruß
Markus
MarkusD
 

Re: Drei wesentliche Nachteile der Elektroautos

Beitragvon Elektrolurch » Fr 20. Nov 2015, 15:05

zu 1. Jedes Fahrzeug wird bereits jetzt im öffentlichen Raum überall von Kameras erfasst und kann anhand seines Kennzeichens automatisch identifiziert werden. Was braucht es da noch das mühsame Zusammenstoppeln von Bezahldaten zu einem Bewegungsprofil? Und ein Handy hinterlässt auch eine sehr schöne Datenspur... Ich finde das alles gar nicht gut, aber mag andererseits auch nicht zu Fuß gehen. Datenschutz ist längst eine Farce. Ich bemühe mich trotzdem, so wenig wie möglich "sichtbar" zu sein, aber weiß auch, wie illusorisch das letztlich ist.

zu 2. Ja und? Mein 286er von 1990 ist heute auch nix mehr wert... Hab ihn mir damals trotzdem gekauft. ;)

zu 3. Darüber mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Das Nachrüsten wird doch ein riesiger Markt. Da wird sich schon jemand finden, der neue Akkus in alte Fahrzeuge baut und das BMS entsprechend anpasst.

Edith sagt: Den 286er hast du dir schon 1990 gekauft.
Zuletzt geändert von Elektrolurch am Fr 20. Nov 2015, 15:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Drei wesentliche Nachteile der Elektroautos

Beitragvon Rudi L. » Fr 20. Nov 2015, 15:08

@ AndreasDEG wer bezahlt Dich?
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Re: Drei wesentliche Nachteile der Elektroautos

Beitragvon PowerTower » Fr 20. Nov 2015, 15:11

AndreasDEG hat geschrieben:
2. Gebrauchtwagenpreise
Im Moment ist der Markt für E-Autos überschaubar und die Gebrauchtwagenpreise unauffällig. Die nächste Autogeneration werden aber durch bessere Akkutechnik wesentlich größere Reichweiten erlauben. Der Wertverlust der Altautos wird also überproportional steigen.

Das wird nur der Fall sein, wenn es das Auto mit dem größeren Akku zum gleichen Preis gibt. Beispiel Leaf zeigt, dass mehr Akkukapazität zu einem höheren Kaufpreis geführt hat. Damit bleiben die Gebrauchtwagenpreise stabil.

Die Marktgröße für Fahrzeuge mit 100-150 km Reichweite liegt allein in Deutschland bei mehreren Millionen Stück. Es werden also noch genug Leute zugreifen, wenn ein gebrauchter i3 mal 20.000 Euro kostet und die nächste Generation i3 mit 300 km Reichweite für 40.000 Euro zu haben sein wird. Das ist für diese Käufer dann uninteressant, weil der größere Akku nicht für das eigene Fahrprofil benötigt wird.

Ich sehe den Preis eher dann stürzen, wenn ganze geleaste Fahrzeugflotten den Gebrauchtwagenmarkt überschwemmen. So z.B. die Leaf Botschafter oder die Carsharing Flotte von Multicity. Müsste ja bald soweit sein.
Zuletzt geändert von PowerTower am Fr 20. Nov 2015, 15:31, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Drei wesentliche Nachteile der Elektroautos

Beitragvon mlie » Fr 20. Nov 2015, 15:28

Datenschutz gilt doch nur, wenn der Bürger etwas will, andersrum gibt es den praktisch nicht.

Die 10 Leute, die deutschlandweit da noch wert drauf legen, können ja an CEE Dosen laden, ein aufzählenswerter Nachteil eines Elektroautos ist das jedenfalls nicht. Beim Verbrennertanken ist IMMER eine Kamera dabei, das Elektroauto kann ich wie oben aufgeführt auvh anonym laden. Also ein Vorteil gegenüber den Verbrennern, kein Nachteil.

3. Haltbarkeit 18 Jahre? Bei VW maximal 100.000km, dann ist der Motor hin. Und das Fahrwerk ist nach spätestens 12 Jahren hin, da ist die Überholung teurer als der Restwert. Also wieder kein vom Trötersteller auf biegen und brechen hinkonstruierter Nachteil...
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Bevor man den 200. Tröt zu einem längst ausdiskutierten Sachverhalt aufmacht, IMMER erstmal die Suche benutzen. Es gibt in diesem Forum KEIN Elektroautothema, welches nicht schon längst abschliessend diskutiert wurde!
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Re: Drei wesentliche Nachteile der Elektroautos

Beitragvon AbRiNgOi » Fr 20. Nov 2015, 15:44

Das Renault den größeren Austauschakku verspricht (nicht nur andeutet) war für mich wichtig. So gehe ich davon aus, dass mein Fahrzeug an Wert behält. Natürlich hat jeder ZOE Fahrer nix schriftliches, aber wir glauben alle fest daran. 8-)

Und genau das Leasingmodell hat den Vorteil, das die kaputte Batterie niemals den Wert des Fahrzeuges beeinflusst.

Das Problem am ZOE ist dann wohl eher die zwar heute Sinnvolle Ladetechnik mit 43kW AC, die aber bald einfach überholt ist. In 10 Jahren möge eine bessere Batterie im ZOE sein, aber mit 43kW AC Laden wird man niemanden mehr vom Ofen hervorholen.

Ob die 50kW DC Lademöglichkeiten in 10 Jahren noch Stand der Technik sind, bleibt ab zu warten. Wenn überall 400kW DC Ladesäulen herumstehen, bei den man den 100kWh Akku in 15 Minuten voll hat, ja dann sind unsere Fahrzeug Museumsreif und auch Dein neues Fohlen ein alter Gaul. Funktionierender Akku hin oder her.

Ich finde, (bevor es jemand schreibt) 400kW nicht soooo weit her geholt. Das sind bei 1000V Akkuspannung gerade mal 400A, das geht auch ohne Wasserkühlung und Unterarm dickem Kabel. Also Stecker und Kabel sind mal nicht das Problem, aber die Säule sollte wohl an das 10kV Netz angeschlossen werden, umspannen mit eigenem Trafo macht da keinen Sinn mehr...

Wie schon vorher geschrieben wurde: Nach dieser Umbruchzeit ist ein 286er wertlos, mein Pentium aber noch brauchbar, obwohl doch fast genauso alt, oder? Das Problem ist halt, das die Technologie immer besser geworden ist, aber die Verbesserung irgendwann nur mehr wenige brauchen. Eine Verbesserung des 286er hat jeder benötigt und alle 2 Jahre einen neuen Rechner gekauft. (386SX, 386, 486...) Wer aber einmal bei 1GHz Rechner angelangt ist, der hat heute noch genug für die tägliche Arbeit und dem Inetrnet (Vielleicht den Monitor gegen einen flachen ausgetauscht). Genauso wird es mit dem Akku sein, 20kWh ist der 286er. Geht so. 100kWh Akku ist der 1Ghz Rechner. Das Tesla schon bei 90kWh angekommen ist, ist schön aber (noch) unbezahlbar.

Und wenn wir diese 1GHz Hürde genommen haben, also das leistbare Elektrofahrzeug mit 100kWh Batterie, 1000V Zellen, einer Ladeinfrastruktur von 400kW DC Schnellladeren, dann brauchen wir nix extrem besseres mehr, nur mehr die Freaks oder Rennfahrer. Und unsere 20kWh Geräte ab in das Museum. (ups, da steht die ZOE ja schon: http://www.technischesmuseum.at/mobilitaet/themeninsel-konkurrieren )
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Re: Drei wesentliche Nachteile der Elektroautos

Beitragvon Cavaron » Fr 20. Nov 2015, 16:37

Ich geb auch mal meinen Senf dazu.

1. Datenschutz
Handy-Bewegungsdaten und Kammeras mit Gesichtserkennung - mehr braucht kein Geheimdienst.

2. Gebrauchtwagenpreise
2010 kostete der i-MiEV noch 40.000 Euro neu, heute 20.000 Euro neu und vielleicht noch 10.000 gebraucht. Hört sich viel an, aber 75% Wertverlust nach 5 Jahren ist für ein Auto auch nicht extrem. Bei anderen E-Autos sieht es anders aus - meinen 2013 Zoe habe ich 2014 für 11.500 Euro als Jahreswagen gekauft - dürfte heute nicht viel weniger wert sein. Gibt ja andererseits auch noch nicht so viele.

3. Akkus
Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Ein BMS arbeitet meist nach Spannung, d.h. man kann die Amperestunden ohne weiteres hoch schrauben - muss halt nur von Gewicht und Größe halbwegs passen. Ein BMS lässt sich zur Not auch austricksen, wie wir von den alten PSA Elektroautos (Peugeot 106 Electrique usw.) schon wissen, falls sich durch andere Zellchemie auch die Spannungswerte ändern sollten.

Und man sollte nicht immer gleich Verschwörungstheorien um neue User spinnen (Big Oil bezahlt ihn dafür, dass er das schreibt!!!11), nur weil sie hier kritische Fragen/Ansichten posten. Also ein herzliches willkommen von mir im Forum Andreas!
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Re: Drei wesentliche Nachteile der Elektroautos

Beitragvon PowerTower » Fr 20. Nov 2015, 16:38

@AbRiNgOi, beim Auto gilt das gleiche wie bei der Rechenleistung: das eigene Bedürfnis hat Grenzen. Während ich früher den PC gern aufgerüstet habe, ist mein jetziges Modell im technischen Stand von 2008 stehen geblieben, abgesehen von der SSD. Der ist heute immer noch flott genug für alles was ich brauche. Sicher wird es irgendwann nochmal einen neuen Rechner in meinem Haushalt geben, das heißt aber nicht, dass ich mich durch den jetzigen Rechner in irgend einer Form eingeschränkt fühle. Das hast du ja auch schön umschrieben.

Genau so ist es beim E-Auto. Das Mobilitätsbedürfnis der Menschen kennt Grenzen. Mit 43 kWh Akku + 43 kW Lademöglichkeit zu bezahlbaren Kosten spricht man schon sehr viele Autofahrer an. Nicht jeder muss das Auto in fünf Minuten laden oder 1.000 km an einem Tag abspulen. Alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sind dazu in der Lage, aber wie groß ist der Anteil der Nutzer, die diese Eigenschaften tatsächlich regelmäßig in der Praxis ausreizen?

Wenn ein Auto mit 5.000 km Reichweite am Markt existieren würde, würden sich die Fahrprofile nicht ändern. Die Leute würden deswegen nicht anfangen mit dem Auto nach China zu fahren.

Da jede Standzeit zum laden genutzt werden kann, sehe ich keinen echten Bedarf für 400 kW Ladestationen. Man sollte dabei auch nicht vergessen, dass die Grundreichweiten in den nächsten Jahren vermutlich nicht kleiner werden. Es wird in Zukunft immer schwerer werden, den Akku mutwillig leer zu bekommen.
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