Die Gewöhnung an die "Automatik" ist schwer...

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Die Gewöhnung an die "Automatik" ist schwer...

Beitragvon flow2702 » Fr 11. Dez 2015, 18:31

Oh diese Automatik... für einen Schaltgetriebefahrer eine echte Umstellung.
Ich bin zwar ab und an schon mal ein Automatikauto gefahren, aber so dauerhaft ist das echt was anderes. Ich sehe schon, dass mir da irgendwann ein Unglück passiert.

Gestern wars schon fast soweit: Ich wollte aus einem Grundstück auf die Straße fahren, die Ausfahrt ging dabei bergauf.
Ich stand schon halb auf dem Gehweg, als auf dem Radweg von links ein Radfahrer ankam. Ich wollte ihm etwas Platz machen und geh so in alter Gewohnheit von der Bremse, um das Auto durch das Gefälle etwas zurückrollen zu lassen... Wahlhebel war natürlich noch auf D.
Ich sag mal so. Es war knapp :shock:


Was meine intuitiv gesteuerten Reflexe auch noch nicht so recht auf die Reihe bekommen: Dass man den ollen Wahlhebel zum Rückwärtsfahren nach vorne und zum Vorwärtsfahren nach hinten schieben muss :roll: :roll: :roll:
Wer denkt sich sowas aus?
Auch da seh ich mich bei irgendeiner Rangierfahrt, wo ich nicht ganz bei der Sache bin, mal energisch in eine Mauer brettern.
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Beitragvon PowerTower » Fr 11. Dez 2015, 18:59

Dein Erlebnis ist nur so knapp geworden wegen der Programmierung der ZOE. Das ist kein zwingendes Merkmal der E-Autos, es gibt auch welche die stehen bleiben (bzw. an bei Steigung / Gefälle in die entsprechende Richtung rollen), wenn man in D vom Strompedal geht. Mir ist letzteres auch lieber, aber einige Hersteller können sich offenbar nicht von ihrer geliebten Kriechfunktion lösen. :roll:
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Re: Die Gewöhnung an die "Automatik" ist schwer...

Beitragvon dervorausschaut » Fr 11. Dez 2015, 19:04

da gerade hier und da weihnachtsmärkte stattfinden und manches mal auch autoscooter mit dabei sind...

also strom umd bremse. 'berganfahrhilfe' inklusive.

zu D und R:
stell dir vor du sitzt im flugzeug-cockpit. steuerhebel nach hinten ziehen, um die maschine hochzureißen
und nach vorn bewegen zur landung. :thumb:
"Die Nutzung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu!"

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ZOE ist da!(seit 18.10.13 >30 Tsd. km abgasfrei) >Reichweiten'erfahrung' ca. 110-190km
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Re: Die Gewöhnung an die "Automatik" ist schwer...

Beitragvon m.k » Fr 11. Dez 2015, 19:26

Ich finde das creepen auch extremst ärgerlich. Bei einer Wandlerautomatik versteh ich das schon, da ist das funktionsbedingt (allerdings auch oft feiner und gut zu steuern). Nur warum muss man das unbedingt emulieren? Für mich neben der schwachen Reku (auch in "B") echt ein Grund keine Zoe oder Leaf zu kaufen. Beim e-up ist das auch sehr ärgerlich, der macht das manchmal schon und manchmal nicht (beim e-Golf kann mans ja ausschalten). Warum macht man nicht das Beste, was mit elektrischem Antrieb möglich ist und bietet 1 Pedal fahren wie beim i3 oder beim Model S?

Ist nicht nur ein EV Problem, ich bin erst einmal in meinem Leben Doppelkupplungsgetriebe gefahren und das war in nem T5. Der ist auch immer losgeschossen wie blöd, störte bei der Fahrt nicht nur mich, sondern auch einen Kollegen der ebenfalls gefahren ist..
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Re: Die Gewöhnung an die "Automatik" ist schwer...

Beitragvon Chauswe » Fr 11. Dez 2015, 19:39

Wahrscheinlich stehe ich gerade heftigst auf dem Schlauch, aber was meinst Du mit
- "Reku (auch in "B")" und
- "bietet 1 Pedal fahren wie beim i3 oder Model S"?
Die letzteren beiden bin ich noch nie gefahren.
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Re: Die Gewöhnung an die "Automatik" ist schwer...

Beitragvon energieingenieur » Fr 11. Dez 2015, 19:45

Ich möchte ganz kurz mal etwas "klugscheißen".
Der ZOE hat kein Automatik-Getriebe. Dies würde bedeuten, dass das Fahrzeug selbsttätig verschiedene Gänge mit unterschiedlichen Übersetzungen schaltet. Das ist aber nicht der Fall. Der ZOE hat nur einen Gang und nur eine feste Untersetzung. Der kann eigentlich nur "vorwärts" und "rückwärts". Renault hat den "Schalthebel" vermutlich verbaut, um den Fahrern den Umstieg bei der Bedienung zu erleichtern. Eigentlich hätten 2 Knöpfe "vorwärts" und "rückwärts" auch ausgereicht (wie im Twizy oder im Tesla Roadster). Nissan war da mit seinem LEAF etwas pragmatischer und hat den Wählhebel bewußt anders gestaltet, als üblich.

Ich kann nach nunmehr 45.000km ZOE berichten: Der Umstieg nach 250.000km Schaltwagen auf ZOE war nicht schwer. Aber wenn ich jetzt mal wieder einen Schalter fahren muss... Ich sags euch... am Anfang wirds laut und die ersten 50km meist ruppig ;-)
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Re: Die Gewöhnung an die "Automatik" ist schwer...

Beitragvon umberto » Fr 11. Dez 2015, 19:46

m.k hat geschrieben:
Warum macht man nicht das Beste, was mit elektrischem Antrieb möglich ist und bietet 1 Pedal fahren wie beim i3 oder beim Model S?


Für wen das beste?
Für mich ist das Kriechen der Zoe total ok. Wenn man noch andere Autos fährt, ist es gut, wenn man sich nicht ständig umgewöhnen muß.
Die Kriechfunktion der Zoe finde ich zum Parken sehr gut abgestimmt. Da gibt es noch ganz andere Automatik-Fahrzeuge.

Und wenn der TE mal richtig auf die Bremse gelatscht wäre, wäre die Zoe gar nicht losgerollt, die hat einen Hill-Holder, d.h. hat man den durch genug Bremsdruck aktiviert und geht an einer Steigung vom Pedal, passiert ein, zwei Sekunden erstmal gar nichts und dann krabbelt sie ganz langsam los. Das genieße ich jeden Morgen auf der Rampe im Parkhaus.

Abschaltbar wäre eine Option, aber die Funktion finden 95% der Kunden wahrscheinlich nicht. :-(

Wo der TE allerdings recht hat, warum P und R vorne und D hinten ist, ist nicht zwingend logisch (der Hebel zeigt in die Richtung, in die man fliegt, wenn man beim EV voll draufdrückt. :-) ). Aber das war bei Automatikfahrzeugen schon vor 50 Jahren so...never change a working system.

Gruss
Umbi
Zoe seit 2013 - Verbrauch ab Zähler mit allem (Ladeverluste) und scharf (Vorheizen) Bild
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Re: Die Gewöhnung an die "Automatik" ist schwer...

Beitragvon Vanellus » Fr 11. Dez 2015, 19:51

Wieso ist die Reku bei der Zoe schwach?
Abhängig von der Geschwindigkeit variiert die Rekuperation. Und wenn du das Bremspedal betätigst steigt sie bis auf 43 kW. Wenn du stärker bremst greifen die Bremsbeläge.
Zoe Zen seit 10.7.2013, perlmuttweiß
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Re: Die Gewöhnung an die "Automatik" ist schwer...

Beitragvon flow2702 » Fr 11. Dez 2015, 19:54

energieingenieur hat geschrieben:
Ich möchte ganz kurz mal etwas "klugscheißen".
Der ZOE hat kein Automatik-Getriebe. Dies würde bedeuten, dass das Fahrzeug selbsttätig verschiedene Gänge mit unterschiedlichen Übersetzungen schaltet. Das ist aber nicht der Fall. Der ZOE hat nur einen Gang und nur eine feste Untersetzung.
Das ist mir schon klar, deswegen ja auch die Anführungszeichen. Ich weiß nur nicht, wie ich es sinnvoller nennen soll ;)
energieingenieur hat geschrieben:
Der kann eigentlich nur "vorwärts" und "rückwärts". Renault hat den "Schalthebel" vermutlich verbaut, um den Fahrern den Umstieg bei der Bedienung zu erleichtern.
Dann hätte man ja wirklich mal Vorwärts vorn und Rückwärts hinten machen können. Naja, der Flugzeugvergleich gefällt mir, aber wie bring ich das meinen Reflexen bei?
energieingenieur hat geschrieben:
Ich kann nach nunmehr 45.000km ZOE berichten: Der Umstieg nach 250.000km Schaltwagen auf ZOE war nicht schwer. Aber wenn ich jetzt mal wieder einen Schalter fahren muss... Ich sags euch... am Anfang wirds laut und die ersten 50km meist ruppig ;-)
Jupp, kenn ich - geht mir nach vier Wochen schon so. Wenn ich Frauchens Auto sitze, oh weh oh weh. Geht meist schon damit los, dass ich beim Starten mit dem rechten Fuß die Kupplung trete ;-)
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Re: Die Gewöhnung an die "Automatik" ist schwer...

Beitragvon m.k » Fr 11. Dez 2015, 20:07

Chauswe hat geschrieben:
Wahrscheinlich stehe ich gerade heftigst auf dem Schlauch, aber was meinst Du mit
- "Reku (auch in "B")" und
- "bietet 1 Pedal fahren wie beim i3 oder Model S"?
Die letzteren beiden bin ich noch nie gefahren.


Beim i3 und Model S (und bis wenige km/h runter auch bei e-Golf & und e-up mit "B" recht weitgehend) ist wenn man das Gaspedal loslässt die volle Reku da. Beim i3 braucht man bei normaler Fahrweise nicht auf die Bremse steigen, man hat einfach immer "maximale Motorbremswirkung" wenn man das Gefühl mit dem Verbrennerfahren vergleichen will - allerdings bis zum Stillstand. (Beim Model S kann man die starke Reku ausschalten und Creepen einschalten wenn man mag. Ich bin aber noch nie Model S gefahren und vermute daher nur von Videos und Berichten, dass es dem Fahren vom i3 sehr ähnlich ist). Bei Leaf und Zoe muss man immer so halb auf der Bremse oben stehen um die maximale Reku auszunutzen. Wenn ichs mir aussuchen kann (VW) nehme ich automatisch immer maximal mögliche Reku. Ich finde das 1-Pedal Feeling einfach nur Klasse und finde es einfach so schade wenn man es zugunsten von "Damals war das halt so weils nicht anders ging und wir wollen das iwie emulieren damit es nicht bei der ersten Fahrt fremd ist" nicht einmal auf Knopfdruck anbietet.

Das mit dem Umgewöhnen kann ich nicht verstehen. Ich fahre persönlich einen Schalter und es ist für mich nicht schlimm mit nem Automatikauto zu fahren. Genauso wenig mit einem Elektroauto, egal ob mit oder ohne Creepen. Nur i3 mit sehr starker Reku bis zum Stillstand (was ja nur Software wäre) ist definitiv mein Favorit. :)
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