Die etwas andere Sicht auf die "böse" Automobilindustrie

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Re: Die etwas andere Sicht auf die "böse" Automobilindustrie

Beitragvon Fleckenmüller » Di 29. Aug 2017, 11:26

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Das sehe ich in dem Fall auch so. Strom mit miesem Wirkungsgrad in Form von Wasserstoff zu speichern kann man machen wenn man sonst absolut keinen Abnehmer für den Strom hat, im Fall der heimischen PV Anlage wird der Strom aber sofort vom Nachbar verbraucht wenn man den einspeist und wenn man wegen mangelnder Vergütung nicht einspeisen will kann man mit einem lokalen Speicher immer noch einen besseren Wirkungsgrad erzielen.

Solange man nicht komplett vom Netz abgekoppelt ist, macht eine Wasserstoff Speicherung aus meiner Sicht heute keinen Sinn.

Bei Grossanlagen sieht es vielleicht etwas anders aus.[/quote]

Überschüssiger Strom wird in Zukunft sicher noch häufiger vorkommen und neben der Speicherung in Batterien oder Pumpspeicherkraftwerken wird es meiner Meinung nach auch ein Bedarf saisonaler Speicherung (Sommer/Winter) brauchen und da sehe ich immer noch Wasserstoff als gute Lösung. Ob nun in Großanlagen (wie z.B. aktuelle Pilotanlagen bei Windstrom) oder kleineren Anlagen (die es im Moment noch nicht gibt) wird man sehen.
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Beitragvon Vanellus » Di 29. Aug 2017, 13:43

Toumal hat geschrieben:

Nein aber wir haben von der OMV die info dass typischerweise zwischen 1.4 und 1.6kWh Strom anteilsmaessig pro Liter Benzin fuer's Raffinieren verbraucht werden. (Ich weiss nicht wie die Zahl fuer Diesel aussieht)



Ist die OMV die Österreichische Mineralöl-Verwaltung? Ich würde gern mit der Zahl argumentieren und wäre für eine Quellenangabe dankbar.
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Re: Die etwas andere Sicht auf die "böse" Automobilindustrie

Beitragvon Elektrolurch » Di 29. Aug 2017, 14:16

Fleckenmüller hat geschrieben:
Überschüssiger Strom wird in Zukunft sicher noch häufiger vorkommen und neben der Speicherung in Batterien oder Pumpspeicherkraftwerken wird es meiner Meinung nach auch ein Bedarf saisonaler Speicherung (Sommer/Winter) brauchen und da sehe ich immer noch Wasserstoff als gute Lösung.

Ich nicht. Sobald die Produktionskapazitäten von Akkuspeichern richtig hochgefahren sind, wird das Speichern von Überschussstrom in ebendiesen zur preiswertesten Speichertechnologie. Dann können wir sogar die Kraftwerkskapazität abbauen, die derzeit nur zum Abdecken der Lastspitzen vorgehalten wird (werden muss). Akkus werden die gesamte Energiewirtschaft verändern. Auf rein betriebswirtschaftlicher Basis, einfach, weil sie billiger sind als alle anderen Lösungen.
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Re: Die etwas andere Sicht auf die "böse" Automobilindustrie

Beitragvon eDEVIL » Di 29. Aug 2017, 14:22

Fleckenmüller hat geschrieben:
... wird es meiner Meinung nach auch ein Bedarf saisonaler Speicherung (Sommer/Winter) brauchen und da sehe ich immer noch Wasserstoff als gute Lösung.

So ein Saison H2 Speicher muss aber extrem billig pro gespeicherter kwh sein, dass der sich bei 2 Zyklen pro jahr rechnet :mrgreen:
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Re: Die etwas andere Sicht auf die "böse" Automobilindustrie

Beitragvon Toumal » Di 29. Aug 2017, 14:23

Vanellus hat geschrieben:
Ist die OMV die Österreichische Mineralöl-Verwaltung? Ich würde gern mit der Zahl argumentieren und wäre für eine Quellenangabe dankbar.


Ja. Da das aber ein zwangloses Gespraech am Flughafen war glaube ich nicht dass derjenige gerne seinen Namen dran hat. Das sind ausserdem daumen mal Pi werte, allerdings nur fuer's Raffinieren - der Transport kommt noch oben drauf. Er meinte damals aber dass der Transport zum Endkunden bzw. zur Raffinierie selbst nicht so sehr ins Gewicht fallen wuerde. Das konnte ich aber nicht wirklich nachvollziehen, die ganzen LKW verbrauchen ja schliesslich auch Sprit.

Bei einer Sache gebe ich ihm aber Recht: Er meinte dass wir auch in hundert Jahren noch Oelprodukte verwenden. Dann allerdings sicher nur mehr zum produzieren von Werkstoffen anstatt es zu verbrennen. Sein outlook war diesbezueglich recht relaxed, er sieht auch in weiter Zukunft noch einen Markt - wohl aber mit kleineren Mengen und hoeheren Preisen.
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Re: Die etwas andere Sicht auf die "böse" Automobilindustrie

Beitragvon Wiese » Di 29. Aug 2017, 14:57

Hallo zusammen

zur bösen Autoindustrie:
In den 70er Jahren gab es die Ölkrise. Die ölfördernden Länder wollten die Industriestaten erpressen und haben den Ölhahn zugedreht. Das Wasserstoffauto von BMW war damals lediglich der Versuch die Autos vom Öl unabhängiger zu machen. Mit Umweltschutz oder ähnlichem hatte das absolut nichts zu tun.
Dass es später noch Versuche gab Erdgas und Wasserstoff zu nutzen ist ja nicht verkehrt, aber die "Zeit war einfach nicht reif dafür". Wasserstoff herzustellen und Tankstellen dafür zu bauen ist wirtschaftlicher Wahnsinn, und Erdgasautos sind zwar besser als Benziner, aber auch Erdgas kommt aus dem Ausland und muss importiert werden. Vor 20 Jahren war die Brennstoffzelle auch noch nicht so weit, dass sie in einen PKW gepasst hätte, man wollte den Wasserstoff im Verbrennungsmotor verbrennen; also ein noch größerer Wahnsinn als die Brennstoffzelle.

Der große Vorteil des Elektroautos, ausgenommen vom abgasfreien Betrieb, ist, dass der Strom hier im Land mit Sonne und Wind erzeugt werden kann. Was klar ist, ist die Tatsache, dass es logischerweise Zeiten gibt, in denen der Strom aus Wind und Sonne nicht direkt verbraucht werden kann. Was aber falsch gesehen wird, ist, dass diese Überproduktion unbedingt fürs Autofahren aufbewahrt werden muss. Batteriespeicher werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, aber übertreiben muss man das auch nicht. Wasserstoff zu lagern ist genau so unnötig und unproduktiv wie wiele andere Ideen. Wir müssen doch nur darüber nachdenken, welche Energieform auch in Zukunft für viele Jahrzehnte noch genutzt werden wird. Und das ist das Erdgas. Erdgas wird in ganz Europa verwendet, es wird in den meisten Haushalten und Industriebetrieben gebraucht, und wir haben riesige Erdgaslagerstätten, in denen wir Notreserven horten. Hier kann ohne zusätzliche Investitionen Wasserstoff bis zu einer gewissen Obergrenze eingelagert werden, und wenn es zu viel sein sollte kann man aus dem Wasserstoff der bei der Stromumwandlung gewonnen wird auch Erdgas herstellen und ins Netz einspeisen. Warum also Wasserstoffautos bauen, wenn es mit Akkus viel einfacher ist? Warum Wasserstofflagerstätten bauen, wenn man einfach mit Power to Gas das Erdgasnetz nutzen kann.

Die Wasserstofffetischisten denken viel zu kompliziert. Es könnte alles so einfach sein.
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Re: Die etwas andere Sicht auf die "böse" Automobilindustrie

Beitragvon nr.21 » Mi 30. Aug 2017, 00:15

Toumal hat geschrieben:
Immer wieder spannend wie hier User Sachen besser wissen als die Leute die selbst dran arbeiten. Selbiges beim Thema Wettbewerbsspionage, da werden auch alle ploetzlich zum Anwalt. :roll:


Ja, das Thema ist wirklich spannend. Und hier ist die Materie wohl nicht so einfach - wie immer.
Ich weiß nix besser, möchte aber davor warnen, Infos aus irgendwelchen "zwanglosen Gesprächen" als unbestreitbare Tatsachen anzusehen. Gut möglich, dass hier der Eine Strom und der Andere Energie allgemein im Sinn hatte.

allgemeine-themen/wieviel-strom-braucht-sprit-wirklich-t24455.html der Link zum Thread, wo auch seriöse Quellen genannt werden -viel Spaß beim Durchfräsen
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Re: Die etwas andere Sicht auf die "böse" Automobilindustrie

Beitragvon J_W » Sa 2. Sep 2017, 11:35

Wiese hat geschrieben:
Warum also Wasserstoffautos bauen, wenn es mit Akkus viel einfacher ist? Warum Wasserstofflagerstätten bauen, wenn man einfach mit Power to Gas das Erdgasnetz nutzen kann.


Ich denke auch,das vorhandene Gasnetz & Power2Gas wird ein wichtiger Bestandteil sein.

Ich habe mir gerade so eine Bluegen BZ in den Keller gestellt. Der Zukauf ist auf unter 1kwh/d gesunken, nachts geht´s mit 5A in den E-Up. Im März kommt noch ein Smart 44 dazu, die können sich dann erstmal abwechseln. Und dann wird noch ein Fzg mit grösserer Reichweite benötigt. Dann werde ich das System wohl noch mit einem Quattroporte von e3dc ergänzen um tagsüber den Überschuss zu sammeln. (Die PV kommt erst in 10 Jahren aus der Volleinspeisung dazu)

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Schönes WE
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Zuletzt geändert von J_W am Sa 2. Sep 2017, 12:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die etwas andere Sicht auf die "böse" Automobilindustrie

Beitragvon Toumal » Sa 2. Sep 2017, 12:19

Joerg, kannst du evtl einen Thread mit mehr Details machen? Wuerde mich sehr interessieren!
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Re: Die etwas andere Sicht auf die "böse" Automobilindustrie

Beitragvon J_W » Sa 2. Sep 2017, 12:30

Toumal hat geschrieben:
Joerg, kannst du evtl einen Thread mit mehr Details machen? Wuerde mich sehr interessieren!


private-ladeinfrastruktur/eigener-strom-t21398.html?hilit=bluegen#p459592

Welche Details möchtest du?
Gruß Jörg
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