Die Abzocke geht weiter

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Die Abzocke geht weiter

Beitragvon Turbothomas » So 23. Apr 2017, 16:16

http://m.focus.de/auto/news/streckenabhaengige-abrechnung-geheime-mautplaene-autobahn-vilefahrer-sollen-zur-kasse-gebeten-werden_id_7012727.html

Zur Landtagswahl in BaWü standen 16 Parteien zur Wahl, die Nichtwahl der ersten vier ist alternativlos. Dumm nur das man jetzt Parteiprogramme lesen muss.. .
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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon Pianist » Mo 24. Apr 2017, 06:20

Ich verstehe nicht so ganz, worauf Du hinaus willst. Eine streckenabhängige präzise Abrechnung ist im Falle einer Autobahnmaut doch eine absolut sinnvolle Sache. Im Gegensatz dazu wäre eine Pauschalzahlung, also eine "Flatrate", ziemlich kontraproduktiv, weil sowas bei den Leuten wohl eher zu der Denkweise führen würde: "Wenn ich eh schon bezahlt habe, muss ich das auch nutzen, und prüfe keine Alternativen".

Meiner Meinung nach sollte man vor jeder Fahrt das jeweils geeignete Verkehrsmittel auswählen, und das ist in vielen Fällen die Bahn. Da muss man ja auch jede Fahrt streckenabhängig bezahlen. Eine "Flatrate", also eine Bahncard 100, haben nur sehr wenige, weil sie den meisten schlichtweg zu teuer ist. In der Schweiz sieht das vollkommen anders aus.

Wer viel auf der Autobahn fährt, und seine Mobilitätskosten zunächst mal selbst trägt, wird üblicherweise selbständig bzw. freiberuflich tätig sein, somit wird es meistens einen Auftraggeber geben, dem man dann die zusätzlichen Kosten in Rechnung stellt.

Den Sonderfall "Berufspendler" würde ich jetzt mal nicht in den Vordergrund stellen, weil es verkehrspolitisch nicht sinnvoll sein kann, Leute zu unterstützen, die täglich 200 km Arbeitsweg haben. Die belasten damit ihre Mitmenschen überproportional, zum Beispiel in den Außenbereichen von Städten, vor deren Haustür sie sich täglich in den Stau stellen. Dann sollen die Leute doch besser mit dem Fahrrad oder einem Kleinwagen zum nächsten Bahnhof fahren, und dann mit der Bahn pendeln.

Außerdem ist wissenschaftlich erwiesen, dass Pendeln unglücklich macht. Die Leute verbringen zu viel Zeit damit und stellen sich nicht wesentlich besser, als wenn sie einen etwas schlechter bezahlten Job annehmen, der für sie geografisch günstiger liegt.

Also: Als "Abzocke" würde ich das nicht bezeichnen, sondern eher als Lenkungsmittel. Es ist übrigens auch eine Frage der Gerechtigkeit, wenn jeder sich auch bewusst macht, dass für die Nutzung bestimmter Infrastruktur bestimmte Gelder zu entrichten sind.

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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon TomTomZoe » Mo 24. Apr 2017, 06:52

Gut daß ich mich mit meinen 83km einfacher Pendelstrecke nicht vor Deiner Haustüre in den Stau stellen muß ;)
Zu der Uhrzeit zu der ich in die Arbeit fahre gibt es selten schon einen Stau. Die Alternative Bahn als ist für mich keine, da die Fahrzeit täglich um 2 Stunden zunehmen würde.

Als Lenkungsmittel um der Autobahn fern zu bleiben? Dann wird mehr auf der Landstraße und durch die Ortschaften gefahren. Und vor der Haustüre sollen sie ja nicht rumkurven.

Zum eigentlichen Thema: Wäre schön wenn zum Ausgleich die Pendlerpauschale angepaßt wird. :|
Zuletzt geändert von TomTomZoe am Mo 24. Apr 2017, 06:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon Think » Mo 24. Apr 2017, 06:55

Den Sonderfall "Berufspendler" würde ich jetzt mal nicht in den Vordergrund stellen, weil es verkehrspolitisch nicht sinnvoll sein kann, Leute zu unterstützen, die täglich 200 km Arbeitsweg haben. Die belasten damit ihre Mitmenschen überproportional, zum Beispiel in den Außenbereichen von Städten, vor deren Haustür sie sich täglich in den Stau stellen. Dann sollen die Leute doch besser mit dem Fahrrad oder einem Kleinwagen zum nächsten Bahnhof fahren, und dann mit der Bahn pendeln.

Außerdem ist wissenschaftlich erwiesen, dass Pendeln unglücklich macht. Die Leute verbringen zu viel Zeit damit und stellen sich nicht wesentlich besser, als wenn sie einen etwas schlechter bezahlten Job annehmen, der für sie geografisch günstiger liegt.

Also: Als "Abzocke" würde ich das nicht bezeichnen, sondern eher als Lenkungsmittel. Es ist übrigens auch eine Frage der Gerechtigkeit, wenn jeder sich auch bewusst macht, dass für die Nutzung bestimmter Infrastruktur bestimmte Gelder zu entrichten sind.


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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon me2 » Mo 24. Apr 2017, 06:57

Wow. Focus Online zitiert den Stern, der einen Satz vom Bundesrechnungshof aufgegriffen hat. Daraus wird dann die Abzocke. Klingt nach stille Post...


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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon Turbothomas » Mo 24. Apr 2017, 10:27

ÖPNV ist für mich keine Alternative. Dazu sind die Ausfälle bei der S-Bahn Stuttgart zu hoch. Außerdem müßte ich dann in einem Dieselbus mitfahren und dahin wäre es mit dem sauberen CO2-Fußabdruck (Ökostrom und PV im Haus). Dazu verlängerte Fahrzeit. Würden alle Pendler in die Städte ziehen würden die Mietpreise noch mehr explodieren, da der Wohnraum sich weiter verknappen würde.

Fahrrad ist ebenfalls keine Alternative bei 70km am Tag, außerdem erzeugen hier die Bremsen und der Reifengummi Feinstaub. Rekuperation bei fast allen Pedelcs = Fehlanzeige.

Es bleibt nur eins, die Fabriken müssen raus aus den Städten, dann können mehr Menschen im Umland arbeiten und die Wege zur Arbeit verkürzen sich.
Oder die Arbeitgeber stellen um auf HomeOffice, scheidet bei mir aus, habe ich schon gefragt.

Deswegen Abzocke. Gut dass der Beitrag vor der Bundestagswahl erschienen ist.

Der Bundesrechnungshof ist gegen einen Verkauf der Bundes-Verkehrswege. Somit sind das zwei Paar Stiefel und keine stille Post.
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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon bangser » Mo 24. Apr 2017, 10:32

Pianist hat geschrieben:
Ich verstehe nicht so ganz, worauf Du hinaus willst. Eine streckenabhängige präzise Abrechnung ist im Falle einer Autobahnmaut doch eine absolut sinnvolle Sache. Im Gegensatz dazu wäre eine Pauschalzahlung, also eine "Flatrate", ziemlich kontraproduktiv, weil sowas bei den Leuten wohl eher zu der Denkweise führen würde: "Wenn ich eh schon bezahlt habe, muss ich das auch nutzen, und prüfe keine Alternativen".

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Wie wäre es damit: Bei der BC100 ist die Autobahnflat mit dabei. Dann kann ich immer wählen, ob ich Bahn oder Autobahn fahre. Und 4´190,-€ sind schon ein ziemlicher Haps.
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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon Turbothomas » Mo 24. Apr 2017, 11:35

So billig wirst Du da nicht davonkommen. Das wird eher die Einstiegsgröße. Dazu noch eine Kreditwürdigkeit nach Basel III.

Nur wer stellt sich ein Auto als Dekoobjekt in die Garage? Niemand. Somit gibt es mehr Wohnraum und keine landschaftsverschandelnden Containerdörfer mehr.

Sorry, mein Sarkasmus schweift mit mir ab.
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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon 5412 » Mo 24. Apr 2017, 11:41

Pianist hat geschrieben:
Meiner Meinung nach sollte man vor jeder Fahrt das jeweils geeignete Verkehrsmittel auswählen, und das ist in vielen Fällen die Bahn. Da muss man ja auch jede Fahrt streckenabhängig bezahlen. Eine "Flatrate", also eine Bahncard 100, haben nur sehr wenige, weil sie den meisten schlichtweg zu teuer ist. In der Schweiz sieht das vollkommen anders aus.


Zur Bahn sollte man wissen das sie nicht nur teuer ist. Oft auch schmutzig, unpünktlich und fast immer langsamer als die Pendler. Zudem sehr unsicher. Meine Schwester hat das mehr als einmal erfahren und Kolleginnen berichten davon auch und meiden als Konsequenz den ÖPNV immer mehr. Wollen sie die dann dazu zwingen? Geholfen hat den Betroffenen übrigens niemand. Teils aus Angst teils aus mangelndem Interesse.


Pianist hat geschrieben:
Den Sonderfall "Berufspendler" würde ich jetzt mal nicht in den Vordergrund stellen, weil es verkehrspolitisch nicht sinnvoll sein kann, Leute zu unterstützen, die täglich 200 km Arbeitsweg haben. Die belasten damit ihre Mitmenschen überproportional, zum Beispiel in den Außenbereichen von Städten, vor deren Haustür sie sich täglich in den Stau stellen. Dann sollen die Leute doch besser mit dem Fahrrad oder einem Kleinwagen zum nächsten Bahnhof fahren, und dann mit der Bahn pendeln.


Es sind 30 Millionen. Gerne zu vernachlässigen, aber bei der nächsten Wahl dann auch nicht jammern. Natürlich wäre es schön in der Nähe arbeiten zu können. Es gibt Arbeitgeber, die wollen keine Angestellten die einen sehr kurzen Weg haben, weil sie und halten sie sich fest denen unterstellen bequem zu sein. Und das sind gar nicht so wenige. Meine Frau hat sich erfolglos bei Firmen beworben, die <3km (also zu Fuß zu erreichen wären) beworben. Mit zunehmender Entfernung gab es leider auch eine zunehmend positivere Resonanz. Wie wollen Sie das ändern? Jedes mal umziehen? Bei der Wohnungssituation. Und wir sind Eigenheimbesitzer.

Pianist hat geschrieben:
Außerdem ist wissenschaftlich erwiesen, dass Pendeln unglücklich macht. Die Leute verbringen zu viel Zeit damit und stellen sich nicht wesentlich besser, als wenn sie einen etwas schlechter bezahlten Job annehmen, der für sie geografisch günstiger liegt.

Etwas schlechter bezahlt? Ich denke von der Realität haben Sie keine Vorstellung. Sie glauben ernsthaft das die Leute gerne und nur so zum Spaß pendeln.

Pianist hat geschrieben:
Es ist übrigens auch eine Frage der Gerechtigkeit, wenn jeder sich auch bewusst macht, dass für die Nutzung bestimmter Infrastruktur bestimmte Gelder zu entrichten sind.

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Mwst. auf PKW, Mineralölsteuer und Kfz-Steuer reichen also noch nicht, die schon mehrfach bezahlte und trotz dieser Gelder vernachlässigte Infrastruktur zu nutzen? Das sind fundamentalistisch grüne Ansichten und die werden wenn sie nicht einlenken sollten im kommenden Herbst dahin geschickt werden wo sie hin gehören. In die politische Bedeutungslosigkeit. Aktuell liegen sie bei knapp über 5%. Immer noch zu viel, aber wenn der Trend weiter geht. Andererseits rudern auch schon Grüne zurück falls Ihnen das nicht entgangen ist.
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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon mweisEl » Mo 24. Apr 2017, 12:06

5412 hat geschrieben:
Zudem sehr unsicher. Meine Schwester hat das mehr als einmal erfahren und Kolleginnen berichten davon auch und meiden als Konsequenz den ÖPNV immer mehr.

Die meisten Autofahrer sind sich nur zu fein, ÖPNV oder Bahn zu benutzen und erfinden Schutzbehauptungen. Dass das Unfallsrisiko als PKW-Insasse pro Personenkilometer 125 mal höher ist als bei der Bahn, ist für sie zu abstrakt.
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