Die Abzocke geht weiter

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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon Pianist » Mo 24. Apr 2017, 12:11

5412 hat geschrieben:
Zur Bahn sollte man wissen das sie nicht nur teuer ist. Oft auch schmutzig, unpünktlich und fast immer langsamer als die Pendler. Zudem sehr unsicher. Meine Schwester hat das mehr als einmal erfahren und Kolleginnen berichten davon auch und meiden als Konsequenz den ÖPNV immer mehr.

Mir geht dieses Bahn- und ÖPNV-Bashing wirklich auf den Keks. Erstaunlicherweise kommen solche Geschichten immer von Leuten, die selten oder nie die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Ich behaupte: Es gibt fast keinen Ort, der rund um die Uhr sicherer ist als ein öffentliches Verkehrsmittel. Und zwar ganz egal, ob man von "safety" oder von "security" ausgeht. Die Wahrscheinlichkeit, als Fahrgast Opfer eines Unfalles zu werden, läuft gegen Null. Selbst sowas wie Eschede oder Kolbermoor bleibt da im Bereich des Grundrauschens, so traurig jeder Einzelfall auch ist. Und selbst beim Aspekt "safety" ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass mich jemand auf einem Parkplatz beim Einsteigen ins Elektroauto überfällt, als dass mir als ÖPNV-Fahrgast etwas Böses passiert.

Ich fahre oft und gerne mit der Bahn, meine Züge sind in der Regel pünktlich und ich habe ganz gewiss sehr viel weniger Stillstandszeit in Zügen bei Störungen verbracht als bei Staus auf der Autobahn. Und meine Bahnfahrten kosten mich trotz 1. Klasse etwa die Hälfte dessen, was ich bei der Fahrt mit dem Auto ausgeben müsste. Und schneller bin ich auch noch. Viele meiner Einsätze könnte ich ohne ICE gar nicht an einem Tag abwickeln.

An sich antworte ich Leuten nicht, die nur eine Nummer tragen und mich siezen, aber das musste mal sein.

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Beitragvon Rudi L » Mo 24. Apr 2017, 12:17

Zu fein sind sich viele nicht nicht für ÖPNV, oft paßt es einfach nicht weil viele Strecken ausgedünnt sind und nur noch die Stadt zu Stadt Verbindungen wirklich attraktiv sind.

Hinzu kommt, die Bahn ist unflexibel, die Züge sind oft dreckig auch in der ersten Klasse und der Service wird immer schlechter.

Was die Sicherheit betrifft, es sind weniger die ICE mehr die Züge im Nahverkehr und deren bestimmte Passagiere. Nachts wollte ich da auch nicht unbedingt mit fahren, auch meine Frau nutzt dann lieber das Auto.
Zuletzt geändert von Rudi L am Mo 24. Apr 2017, 12:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon 5412 » Mo 24. Apr 2017, 12:17

Pianist hat geschrieben:
Mir geht dieses Bahn- und ÖPNV-Bashing wirklich auf den Keks. Erstaunlicherweise kommen solche Geschichten immer von Leuten, die selten oder nie die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Ich behaupte: Es gibt fast keinen Ort, der rund um die Uhr sicherer ist als ein öffentliches Verkehrsmittel. Und zwar ganz egal, ob man von "safety" oder von "security" ausgeht. Die Wahrscheinlichkeit, als Fahrgast Opfer eines Unfalles zu werden, läuft gegen Null. Selbst sowas wie Eschede oder Kolbermoor bleibt da im Bereich des Grundrauschens, so traurig jeder Einzelfall auch ist. Und selbst beim Aspekt "safety" ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass mich jemand auf einem Parkplatz beim Einsteigen ins Elektroauto überfällt, als dass mir als ÖPNV-Fahrgast etwas Böses passiert.

Ich fahre oft und gerne mit der Bahn, meine Züge sind in der Regel pünktlich und ich habe ganz gewiss sehr viel weniger Stillstandszeit in Zügen bei Störungen verbracht als bei Staus auf der Autobahn. Und meine Bahnfahrten kosten mich trotz 1. Klasse etwa die Hälfte dessen, was ich bei der Fahrt mit dem Auto ausgeben müsste. Und schneller bin ich auch noch.

An sich antworte ich Leuten nicht, die nur eine Nummer tragen und mich siezen, aber das musste mal sein.

Matthias


Nennen Sie es wie Sie wollen. Ich habe auch als Mann schon mehrere sehr unangenehme und teilweise auch gefährliche Situation im ÖPNV erlebt. Und die von meiner Schwester und Kolleginnen beobachteten Reaktionen kann ich nur bestätigen. Andere im übrigen auch. Es ist Ihnen natürlich überlassen das abzustreiten und als ÖPNV Bashing zu brandmarken.

Und die Erfahrung das die Bahn pünktlich und schneller als der Individualverkehr ist gönne ich Ihnen. Leider haben das nur Sie und einige wenige exklusiv. Meine Schwester lebt in einer Großstadt in der man annehmen möchte das der ÖPNV gut ausgebaut ist. Tatsächlich bräuchte sie mit ihm aber etwa doppelt so lange wie mit dem Auto. Von der Gefahr belästigt zu werden mal ganz ab. Warum sollte sie dann in Bus und Bahn steigen?

Vielleicht kommen Sie noch hinter den Sinn meiner Nummer. Ich sieze aber grundsätzlich das ist bei mir eine Frage der Erziehung.

Zu den anderen Punkten kam aber nicht viel von Ihnen. Ein kleiner und ehrlich gemeinter Ratschlag. Seien Sie etwas weniger dogmatisch. Genießen Sie ihre Freude mit dem ÖPNV und lassen Sie anderen ihre Freuden. Nennt sich leben und leben lassen.
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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon Pianist » Mo 24. Apr 2017, 12:25

Rudi L hat geschrieben:
Zu fein sind sich viele nicht nicht für ÖPNV, oft paßt es einfach nicht weil viele Strecken ausgedünnt sind und nur noch die Stadt zu Stadt Verbindungen wirklich attraktiv sind.

Wer mitten auf dem Land lebt und keinen Bahnhof weit und breit hat, der wird natürlich viel mehr auf das Auto angewiesen sein als jemand, der zum Beispiel im Berliner Speckgürtel lebt und auf der Schiene in Windeseile in der Innenstadt ist.

Ich kenne Leute, die wohnen mitten in Berlin, arbeiten mitten in Berlin, mieten sich einen Stellplatz am Wohnort und einen Stellplatz am Arbeitsort, obwohl sie eine sehr gute BVG-Verbindung hätten. Dafür habe ich dann relativ wenig Verständnis.

Meiner Meinung nach kann man auch nicht immer nach dem Motto "leben und leben lassen" verfahren, weil ja die Mitmenschen tatsächlich durch die unangemessene Verkehrsmittelwahl anderer Leute übermäßig belastet werden. Ich habe direkt an meinem Wohnsitz zum Beispiel eine ziemlich hohe Lärm- und Schadstoffbelastung, weil einfach zu viele Leute meinen, dass sie unbedingt mit dem eigenen Auto in die Stadt reinfahren müssen, und dann womöglich auch noch mit einem Verbrenner.

Ich stünde einer City-Maut sehr positiv gegenüber. Und ich bin wirklich kein Grüner.

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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon Rudi L » Mo 24. Apr 2017, 12:32

Ich hatte das Glück auch mal. Eine Wohnung in München mit Stellplatz in der TG und einen Arbeitsplatz in der Stadtmitte mit Stellplatz in der TG, den der Arbeitgeber bezahlt hat. Da bin ich natürlich mit dem Auto gefahren, weil ich trockenen Fußes von der Wohnung zur Arbeit und zurück kam. Zur Bahn hätte ich 10 Minuten laufen müssen, da war ich mit dem Auto schon fast am Büro. Das war der Bequemlichkeit geschuldet. Zumal ich auch mal zwischendurch weg mußte und es ganz praktisch war das Auto in der Nähe zu haben.

Heute mache ich es teilweise so, wenn es eine bekannte Staustrecke ist, daß ich vom Auto in den IC oder ICE umsteige. MIr geht es um zügiges reisen, das Verkehrsmittel ist da zweitrangig. Aber leider hat die Bahn auch die Städteverbindungen ausgedünnt, manchmal macht das einfach keinen Sinn mehr, sondern man kommt trotz hohem Verkehrsaufkommen mit dem Auto je nach Ziel früher als mit der Bahn an. Zumal die Bahn immer unpünktlicher wird.

Was ich als Fehler ansehe, daß der Transrapid beerdigt wurde, der könnte sogar innerdeutschen Flügen Konkurrenz machen, was die Schnelligkeit angeht. Mit dem Auto am Terminal parken, rein in den Transrapid, am Zielort mit dem Leihwagen oder Taxi weiter. Das ist bequemes und zügiges reisen mit weniger Schadstoffbelastung und weniger Autos von auswärts in den Ballungsgebieten.
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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon 5412 » Mo 24. Apr 2017, 12:39

Pianist hat geschrieben:
Ich kenne Leute, die wohnen mitten in Berlin, arbeiten mitten in Berlin, mieten sich einen Stellplatz am Wohnort und einen Stellplatz am Arbeitsort, obwohl sie eine sehr gute BVG-Verbindung hätten. Dafür habe ich dann relativ wenig Verständnis.


Ihr Verständnis in Ehren, aber das ist wirklich irrelevant. Regen Sie sich lieber weniger über Dinge auf die sie nicht ändern werden. 30 Millionen Pendler sind politisch nun mal eine relevante Größe. Und wie gesagt ich kenne viele Frauen, die den ÖPNV aus Gründen der persönlichen Sicherheit ablehnen. Wollen Sie die etwa zwingen?

Pianist hat geschrieben:
Meiner Meinung nach kann man auch nicht immer nach dem Motto "leben und leben lassen" verfahren, weil ja die Mitmenschen tatsächlich durch die unangemessene Verkehrsmittelwahl anderer Leute übermäßig belastet werden. Ich habe direkt an meinem Wohnsitz zum Beispiel eine ziemlich hohe Lärm- und Schadstoffbelastung, weil einfach zu viele Leute meinen, dass sie unbedingt mit dem eigenen Auto in die Stadt reinfahren müssen, und dann womöglich auch noch mit einem Verbrenner.

Ich stünde einer City-Maut sehr positiv gegenüber. Und ich bin wirklich kein Grüner.

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Schon mal einen Umzug in Erwägung gezogen? Positiv stehen Sie der City-Maut auch nur aus egoistischen Motiven gegenüber. Am Ende wird das gemacht was die Mehrheit will und ihre Position sehe ich nicht mal ansatzweise als mehrheitsfähig. Also schalten Sie lieber einen Gang runter. Ist gesünder und lohnt wirklich nicht. Ich fahre auch noch regelmäßig mit einem Verbrenner in die Stadt und das wird wohl in der Masse auch noch ein paar Jahrzehnte so bleiben.
Sollte ich ein E-Auto finden das mir gefällt und ich haben will wird sich das ändern. Aber das bedeutet nicht das alle anderen auch gleichzeitig mit mir umdenken werden. Das mache ich mir immer klar.
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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon Pianist » Mo 24. Apr 2017, 12:52

5412 hat geschrieben:
Schon mal einen Umzug in Erwägung gezogen?

Das fällt leider komplett aus, aber das werde ich hier nicht auswalzen.

Und zur Zahl der Pendler: Diese Statistik ist leider vollkommen wertlos. Beispiel: Wer in Falkensee wohnt und in Berlin-Spandau arbeitet, hat im besten Fall einen Arbeitsweg von fünf bis zehn Minuten, gilt aber als Pendler. Wer in Spandau wohnt und in Köpenick arbeitet, hat einen Arbeitsweg von 90 Minuten pro Strecke, gilt aber nicht als Pendler.

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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon Rudi L » Mo 24. Apr 2017, 12:55

Pianist hat geschrieben:
Wer in Falkensee wohnt und in Berlin-Spandau arbeitet, hat im besten Fall einen Arbeitsweg von fünf bis zehn Minuten, gilt aber als Pendler. Wer in Spandau wohnt und in Köpenick arbeitet, hat einen Arbeitsweg von 90 Minuten pro Strecke, gilt aber nicht als Pendler.

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Warum? Kannst Du das erklären?
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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon SL4E » Mo 24. Apr 2017, 12:55

Rudi L hat geschrieben:
Zu fein sind sich viele nicht nicht für ÖPNV, oft paßt es einfach nicht weil viele Strecken ausgedünnt sind und nur noch die Stadt zu Stadt Verbindungen wirklich attraktiv sind.

Hinzu kommt, die Bahn ist unflexibel, die Züge sind oft dreckig auch in der ersten Klasse und der Service wird immer schlechter.

Was die Sicherheit betrifft, es sind weniger die ICE mehr die Züge im Nahverkehr und deren bestimmte Passagiere. Nachts wollte ich da auch nicht unbedingt mit fahren, auch meine Frau nutzt dann lieber das Auto.


+1 Ich war jahrelang Pendler mit der Bahn, einfach aus kostengründen. Oft genug bin ich am Bahnhof in der Pampa ausgesetzt worden im Winter, weil Streckensperrung wegen Ausrede a, b, c oder aber mit massiven Verspätungen in der Arbeit eingetroffen. Und wenn man dann einen Arbeitgeber hat der sowas nicht duldet (...)
Bei der Bahn sind Nahverkehrszüge ganz hinten in der Rangliste, hauptsache die ICE's sind pünktlich, da werden komplette Züge einfach ohne Vorwarnung gestrichen. Mit Monatskarte gibt es nicht mal eine Entschädigung.

Nach einem Arbeitsplatzwechsel war es einfach mehr als unattraktiv mit dem ÖPNV zu fahren. 3x Umsteigen mit einer Fahrzeit pro Strecke von 1,5h, also 3h täglich. Mit dem Auto spare ich 2h Fahrzeit pro Tag. Dazu kommt das ich eh 8km bis zum Bahnhof fahren muss, da es keine Busverbindungen gibt.
ÖPNV kann funktionieren, genau wie BEV's. Es gibt aber immer einen Anteil X für den es einfach nicht passt.
Lieber jetzt elektrisch fahren, als noch länger warten!
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Re: Die Abzocke geht weiter

Beitragvon bangser » Mo 24. Apr 2017, 13:03

Das zeigt wie unterschiedlich die Befindlichkeiten sind. Ich hatte das Glück, dass ich drei Jahre mit der S-Bahn pendeln konnte. Zu der Zeit hatte ich gar kein eigenes Auto, sondern ÖPVN, Carsharing und Mietauto. Es waren sehr sorgenfreie und sehr günstige Jahre. Mittlerweile pendle ich fünf Jahre mit dem Auto und es kotzt mich jeden Tag mehr an. Das Elektroauto ist da nur ein kleiner Trost.
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