Deutsche Autohersteller haben es verpennt!

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Deutsche Autohersteller haben es verpennt!

Beitragvon Robert28 » Do 10. Nov 2016, 05:26

Gerade ist in der Presse zu lesen, dass VW nun doch eine Batterie Fabrik bauen will!?

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/v ... -1.3241880

Wie bitte?

Hatte dieser HOCHBEZAHLTE Manager vor 2 Monaten nicht gesagt, dass das eine eigene Batteriefertigung ein Witz wäre!?

http://www.automobilwoche.de/article/20 ... e-ein-witz

Es greift wohl Torschlusspanik um sich.

Was haben die anderen zu bieten?
BMW, hier wander die Entwickler zur Konkurrenz nach China ab.
Daimler, hier rüstet man mit Tesla Technik aus.
Also NIX zukunftssicher.schade, armes Autodeutschland.
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Beitragvon eve » Do 10. Nov 2016, 05:33

Verpennt wurde nix."Sehendes Auges" ist hier eher zutreffend.
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Re: Deutsche Autohersteller haben es verpennt!

Beitragvon PowerTower » Do 10. Nov 2016, 05:40

Es ist ein Unterschied, ob man von einer Fabrik zur Herstellung von Zellen redet oder von einer Fabrik für die Batterieherstellung aus zugelieferten Zellen. Das ist das kleine aber wichtige Detail, welches die beiden Artikel voneinander unterscheidet.

Und da vertreten alle einheimischen Hersteller die gleiche Meinung:
- eigene Zellfertigung in Deutschland lohnt nicht
- Batteriefertigung für BEV, PHEV und stationäre Speicher ist sinnvoll und benötigt viel know-how

Genau das hat übrigens auch Daimler so gemacht. Der Smart ED III läuft mit eigenproduzierten Zellen aus Kamenz (Li-Tec), die im Batteriewerk nebenan (Deutsche Accumotive) zum einsatzbereiten Paket zusammengebaut wurden. Man hat aber relativ schnell festgestellt, dass die Zellfertigung nicht rentabel ist und diesen Geschäftszweig fallen gelassen. Nun lässt man sich von LG beliefern und baut mit einem Invest von 500 Millionen Euro eine zweite Batteriefabrik in Kamenz für weitere 700 Mitarbeiter. Das ist schon etwas mehr als nur Tesla Technik, die ausschließlich in der ersten Generation der elektrischen B-Klasse zum Einsatz kommt und sicher bald ersetzt wird.
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Re: Deutsche Autohersteller haben es verpennt!

Beitragvon mustanse » Do 10. Nov 2016, 06:50

Interessant wird, wenn die Elektromobilität richtig zündet und sich die Verkäufe vervielfachen - wodurch, sei mal offen gelassen. Welche Strategie wird dann die bessere sein:
- Sich bei den großen Produzenten LG, Panasonic... hinter Nissan/Renault anstellen, die schon länger gute Kunden sind und hoffen, dass die ihre Produktion mal eben verfünf -zehn oder mehrfachen und nicht an der Preisschraube drehen?

- Zeitig Mittel in eine eigene Zellfertigung gesteckt haben wie Tesla und Preis und Verteilung selbst in der Hand haben; evtl. bei womöglich wegen Knappheit steigender Preise sogar noch profitieren?

Man kann kaum erwarten, dass in einem Unternehmen, wo fehlende Sitzbezüge zu Produktionsstops führen, jemand erkennt, dass Kontrolle über die Zellfertigung vielleicht ein entscheidender Vorteil sein kann.
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Re: Deutsche Autohersteller haben es verpennt!

Beitragvon eve » Do 10. Nov 2016, 08:00

PowerTower hat geschrieben:
Genau das hat übrigens auch Daimler so gemacht. Der Smart ED III läuft mit eigenproduzierten Zellen aus Kamenz (Li-Tec), die im Batteriewerk nebenan (Deutsche Accumotive) zum einsatzbereiten Paket zusammengebaut wurden. Man hat aber relativ schnell festgestellt, dass die Zellfertigung nicht rentabel ist und diesen Geschäftszweig fallen gelassen. Nun lässt man sich von LG beliefern und baut mit einem Invest von 500 Millionen Euro eine zweite Batteriefabrik in Kamenz für weitere 700 Mitarbeiter.

Aus der Wikipedia, Li-Tec Battery:
Die Fertigung der Batteriezellen sei für Elektro- und Hybridautos – wie den Smart – auf absehbare Zeit nicht wirtschaftlich. Das Produkt werde nicht in ausreichend großer Stückzahl nachgefragt, damit sich die Produktion rechne.

Ob man Zellen für ein paar tausend Smarts und e-Wölfe oder viele hundertausend E-Fahrzeuge mit im Schnitt sicherlich doppelt so großem Akku fertigt macht ganz sicher ein Unterschied.
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Re: Deutsche Autohersteller haben es verpennt!

Beitragvon Schneemann » Do 10. Nov 2016, 11:56

Weniger technisch, eher zum Beitragstitel: Wie sehr sie es verpennt haben, zeigt doch wunderbar das Beispiel VW. Lass die anderen mal machen, wir schauen uns das an. Und dann plötzlich kamen die Modelle mit Reichweite und VW hatte nichts. Also stürzt man sich auf Studien und Visionen.

Ich habe wohl noch nie so viel Öffentlichkeitsarbeit eines deutschen Autoherstellers mit fiktiven Produkten erlebt, wie derzeit. Zig neue E-Modelle bis 2020. Werbung mit Fahrzeugen, die es noch gar nicht gibt, um eine Vorreiterrolle vorzugaukeln, die es ebenso nicht gibt.

Aber warten wir es ab. Ich kann mir vorstellen, dass sie die Marktführerschaft in dem Bereich in den nächsten 5 Jahren erreichen. Dann haben sie alles richtig gemacht.
Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität auf Kennzeichen E

In the year 5555
Your arms hanging limp at your sides
Your legs got nothing to do
Some machine’s doing that for you
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Re: Deutsche Autohersteller haben es verpennt!

Beitragvon brushless » Do 10. Nov 2016, 22:58

@Robert 28 "Es greift wohl Torschlusspanik um sich"

Elon sucht gerade einen Ort für die Gigafactory 2 in Europa, wo allerdings auch Autos assembliert werden sollen. Ich denke, dass wenn er noch ein wenig zuwartet, die eine oder andere Fabrik eines deutschen Herstellers günstig erwerben kann; so wie seinerzeit in USA, als er für ein Kleingeld eine stillgelegte Toyota Fabrik gekauft hatte.
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Re: Deutsche Autohersteller haben es verpennt!

Beitragvon Karlsson » Do 10. Nov 2016, 23:21

Bitte ein bisschen sachlicher, auch wenn für Euch VW den Klassenfeind darstellt.

Müller hatte sich damals auf eine Zellproduktion bezogen und bei den aktuellen Meldungen habe ich auch noch nichts von einer Zellfertigung gelesen. Gut möglich, dass es rein um Konfektionierung geht.
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Re: Deutsche Autohersteller haben es verpennt!

Beitragvon motoqtreiber » Do 10. Nov 2016, 23:53

"Deutsche Autohersteller haben es verpennt!"
Sorry, dieses einseitige Gejammer geht mir auf die Nerven.

Die "fiktiven" Produkte fahren auf der Straße.
Was ist bitte schlecht an einer Batteriefabrik in D?
Ciao,
motoqtreiber

(Dieses Jahr wird es ein VW e-up, Golf GTE, i3Rex oder ...) -> Es wurde ein etron!
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Re: Deutsche Autohersteller haben es verpennt!

Beitragvon AbRiNgOi » Fr 11. Nov 2016, 08:27

Das Thema ist zu komplex, als das man in einem Satz eine Aussage schafft. Ich denke, wenn auch sehr vereinfacht aber doch der Realität sehr nahe hat es Ferdinad Dudenhöffer in seiner im September erschienenen Publikation "Wer kriegt die Kurve" auf 267 Seiten zusammengefasst. Wer sich eine Meinung bildn möchte, dem sei das Buch empfohlen. Einige Argumente allerdings sind weit hergeholt, aber für die Meinungsbildung genügt das Buch.

Das Buch beschreibt alle Probleme der Fahrzeughersteller von Morgen, Elektromobilität ist da nur einer der TOP3, die Weiteren: Autonomes Fahren und Mietmodelle statt kaufen. Es stellt dar, wie sich die Fahrzeughersteller darauf einstellen, und stellt den Europäischen Herstellern ein relativ gutes Zeugnis aus. Er geht sehr genau auf die Internen Probleme von VW ein (Betriebsrat im Vorstand, Landesregierung mit eigenem Landesgesetz im Vorstand, Kosten pro Mitarbeiter zu Hoch, zu wenige Fahrzeuge pro Mitarbeiter pro Tag.... (Wobei ich hier einen Fehler orte: Er schreibt das VW sehr viele Teile selber herstellt mit seinen 600000 Mitarbeitern also Sitze, Gussteile... und Japanische Firmen diese Einkaufen. Es ist daher nicht verwunderlich dass die 270000 Mitarbeiter von Toyota pro Kopf mehr Fahrzeuge pro Tag herstellen als die VW Mitarbeiter weil ja die Mitarbeiter der Zulieferer nicht mt gezählt werden....)

Er beschreibt auch die Probleme der deutschen Regierung und der Verpatzte Start bei den Ladesäulen. Aber er stellt einigen Japanern ein viel schlechteres Zeugnis aus, weil die Firmenkultur mit der Schnelligkeit des heutigen Marktes nicht mit kommen wird. Er beschriebt Google und iCar... aber lest selber. Ein Flug Wien - Stuttgart - Wien reicht aus um es durch zu lesen. (Ja, ich bin wieder einmal geflogen, es ging sich nicht anders aus, aber von den 20 mal die ich dieses Jahr in Stuttgart war, bin ich 17 mal mit der Bahn gefahren und nur drei mal geflogen, und die beiden nächsten Termine wieder mit dr Bahn, da wäre das Buch allerdings zu wenig gewesen...)

Zu guter letzt zeichnet er ein Bild von 2030, einmal ohne deutscher Autoindustrie und einmal mit einer profitablen deutschen Autoindustrie. Sicher sehr polemisch, aber es gibt zum Nachdenken welche dieser Zukünfte eintreten wird und vor allem wie ein Deutschland ohne Autoindustrie aussehen würde....

Und nebenbei, aber hier offTopic, stellt er der deutschen Bahn ein schreckliches Zeugnis aus, die ist aus Sicht des "Auto-Papst" Dudenhöffer schon so gut wie Tod... Da bin ich optimistischer, das die Bahn noch eine Chance hat und auch die die Kurve kratzt, wenn es auch in London mal nicht so ganz geklappt hat...
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