Der Weg zur Elektromobilität - ein mögliches Szenario

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Re: Der Weg zur Elektromobilität - ein mögliches Szenario

Beitragvon secuder » Do 11. Mai 2017, 14:46

Ausgangspunkt war die Behauptung von @Alex1, dass die Kette Öl-/Kohlekraftwerk-Elektroauto wesentlich effizienter wäre als ein Verbrenner (auch wenn er sich nun davon vorsichtig absetzt und den Energiemix ins Spiel bringt) - das ist sie aber eben nicht.

...und ich finde meine Frau sehr repräsentativ :D
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Beitragvon Alex1 » Do 11. Mai 2017, 14:47

Karlsson hat geschrieben:
Wer sparsam fährt, kriegt übers Jahr mit dem Zoe wohl 15kWh hin. Im Winter 2,5 mehr und im Sommer 2,5 weniger.
Da kommen allerdings noch Ladeverluste dazu - dann komme ich mit 500g/kWh auf ca 83g/km.
Ein sparsam gefahrener Eco Diesel kommt übers Jahr vielleicht mit 4,5 Litern hin, das wären 116g/km.
Sprich das E-Auto liegt hier noch 40% niedriger.

Und bei schmutzigem 820g/kWh Strom wären es mit 136g/km für das E-Auto tatsächlich etwas mehr als beim 4,5l/100km Diesel.
Wer sparsam fährt, kriegt mit der Zoe auch im Winter unter 15, sogar unter 14 kWh/100 km, und im Sommer 11-12. Da sind wir dann schon wieder um die 100 g CO2/km, die man mit dem Verpester praktisch nicht schafft.

AutoBILD hat die Zoe in Praxi mit 13,7 kWh/100 km gefahren, sind 112 g CO2/km mit reinem Kohlestrom.

Dazu kommt noch etwa eine kWh pro erzeugtem Liter Sprit. Das macht die Rechnung nochmal besser für das eAutos.

Aber warum Ölzerknalltreiblinge mit Kohlekraft vergleichen? Wir haben keinen 100% Kohlestrom! Der Strommix liegt m.W. in D bei ca. 535 g CO2/kwh.
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Der Weg zur Elektromobilität - ein mögliches Szenario

Beitragvon Alex1 » Do 11. Mai 2017, 14:48

secuder hat geschrieben:
...und ich finde meine Frau sehr repräsentativ :D
Tun wir das nicht alle :D
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Der Weg zur Elektromobilität - ein mögliches Szenario

Beitragvon secuder » Do 11. Mai 2017, 14:48

Alex1 hat geschrieben:
Aber warum Ölzerknalltreiblinge mit Kohlekraft vergleichen?

Keine Ahnung. War deine Idee... :D
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Re: Der Weg zur Elektromobilität - ein mögliches Szenario

Beitragvon Alex1 » Do 11. Mai 2017, 14:54

secuder hat geschrieben:
Alex1 hat geschrieben:
Aber warum Ölzerknalltreiblinge mit Kohlekraft vergleichen?
Keine Ahnung. War deine Idee... :D
Man könnte Motoren prinzipiell auch mit Kohlestaub betreiben, dann würde das eAuto wieder besser dastehen. Wahrscheinlich käme auch Dasselbe raus, wenn man die Kohle verflüssigte, aber wir haben so viel Öl auf dem Markt, dass das für die nächsten 30 Jahre nicht "bezahlbar" sein wird.

War ja nur ein Gedankenspiel. Eine stationäre Großturbine, am besten noch GuD mit verschiedenen Druckstufen ist immer um Klassen besser als ein kleines mobiles Aggregat, das auf extreme Lastwechsel konzipiert ist.
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Der Weg zur Elektromobilität - ein mögliches Szenario

Beitragvon AbRiNgOi » Do 11. Mai 2017, 15:15

Wir nähern uns der Wahrheit.

Wichtig ist mir, das wir uns nicht selber in die Tasche lügen und vor allem nicht, dass man eine zu rosaroten Brille des Elektromobilisten enttarnt und dann alle unisono als unglaubwürdig da stehen lassen.

Ich finde die Aussage: Mit reinem Kohlestrom fährt mein Auto verglichen mit einem Verbrenner genauso effizient, es gibt keinen einzigen Fall, in dem das Elektrofahrzeug schlechter ist. In der Realität aber, ist der EV viel besser weil...
Und dann kann man zum Aufzählen anfangen...(Strom Mix, Photovoltaik, Lokale Emissionen, NOX, CO, Feinstaub...)
So kann man überzeugen, nicht mit einer Lüge anfangen.
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Re: Der Weg zur Elektromobilität - ein mögliches Szenario

Beitragvon Karlsson » Do 11. Mai 2017, 20:55

AbRiNgOi hat geschrieben:
Wichtig ist mir, das wir uns nicht selber in die Tasche lügen und vor allem nicht, dass man eine zu rosaroten Brille des Elektromobilisten enttarnt und dann alle unisono als unglaubwürdig da stehen lassen.

+1
Du sprichst mir da ja sowas von aus dem Herzen! Und diese Sorge sehe ich gerade hier definitiv als berechtigt!

AbRiNgOi hat geschrieben:
So kann man überzeugen, nicht mit einer Lüge anfangen.

Die Lügen lassen wir mal bitte ganz weg - und zwar sowohl gegen Verbrenner wie auch für E-Autos. Es ist traurig, dass man so etwas extra erwähnen muss.

umrath hat geschrieben:
CO2 ist sowieso der falsche Benchmark. Stickoxide sind viel relevanter. Und ich kenne niemanden, der einen Touran mit 5,5 Litern in der Stadt bewegt. Überland mag das gehen - aber auch das ist nicht repräsentativ.

Hab am 7.4. bei Sprimontor 90 Skoda Octavia 1.2TSI ab 2013 mit 105 PS gefunden, die im Mittel bei 5,98 Litern lagen. Und das ist ein Auto mit ziemlich viel Nutzwert - Kofferraum ist dann in Richtung Ioniq BEV x 2.
Als Erdgasversion ist der Kofferraum leider etwas kleiner, aber dafür lässt er sich wohl reell mit 4kg CNG bewegen und die Abgase sind recht sauber.
Der Auris Hybrid lag am 7.4. bei Spritmonitor bei 5,33 Litern (ab bj 2013, 1113 Fahrzeuge), das Abgas ist da ebenfalls recht sauber.
Also es gibt auch Verbrenner, die nicht ganz so schlimm dastehen.
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Re: Der Weg zur Elektromobilität - ein mögliches Szenario

Beitragvon Langsam aber stetig » Do 11. Mai 2017, 21:08

Um ehrlich zu sein, ist es aufgrund der geringen Anzahl von Elektroautos recht irrelevant, wieviel die genau verbrauchen unter welchen Bedingungen (außer für das Gewissen der Fahrer). Viel wichtiger ist das letztendliche Ziel: Eine Wirtschaft, die zu einem Großteil auf das Verbrennen von Kohle, Gas und Öl verzichten kann und hauptsächlich erneuerbare Energien nutzt (in manchen Ländern gilt Kernenergie auch als Lösung, in Deutschland nicht). Auf den Verkehr bezogen müssen daher entweder Verbrenner mit Brennstoff aus nachwachsenden Rohstoffen (Biogas, etc) oder Elektroautos (eventuell mit Wasserstoffbrennstoffzelle als Energiespeicher) eingesetzt werden. Ich denke, dass den meisten hier klar ist, dass normale Elektroautos ohne Wasserstoffbrennstoffzelle die beste Lösung sind. Es ist daher wichtig, dass der Anteil der Elektroautos jetzt schon langsam ansteigt, dass, wenn ein Großteil der Elektrizität aus erneuerbaren Quellen kommt, es dann genug Elektroautos gibt, die diese auch nützen können.
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Re: Der Weg zur Elektromobilität - ein mögliches Szenario

Beitragvon wrzlpfrmft » Fr 12. Mai 2017, 11:18

umrath hat geschrieben:
Ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht, was man machen könnte, um der Elektromobilität zum Erfolg zu verhelfen, ohne Jahrzehnte darauf warten zu müssen...


Ich habe zugegebenermaßen noch nicht alle Beiträge dieses Themas gelesen, darum weiß ich nicht, ob ein Anderer dieses Thema nicht auch schon aufgegriffen hat: das jetzige Konzept mit den Tankstellen beruht auf dem Problem, dass Benzin/Diesel ein Gefahrgut sind. D.h. Transport, Lagerung und Abgabe an den Endverbraucher stellen ein größeres Sicherheitsproblem dar. Aus diesem Grund werden heutige Tankstellen dezentral eingesetzt.

Mit EV ändert sich dieses Problem grundlegend. In jeder Straße von Städten/Gemeinden verlaufen über die gesamte Länge Stromkabel. Warum sollte man also nicht alle 10 m eine Ladesäule aufstellen? Innerorts müssen die ja keine 50 kW bereitstehen, also könnten die Ladesäulen wesentlich einfacher gebaut sein als die großen Schnellladesäulen an den Autobahnen.
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Re: Der Weg zur Elektromobilität - ein mögliches Szenario

Beitragvon 5412 » Mo 15. Mai 2017, 08:02

umrath hat geschrieben:
5412 hat geschrieben:
Das gelobte Norwegen bestreitet den größten Teil seiner Einnahmen mit der nennen wir es mal nett Vermarktung seiner fossilen Ressourcen und finanziert damit vielleicht das aktuell größte Greenwashing überhaupt.
Darauf in diesem Zusammenhang zu verweisen ist schon sehr kurzfristig gedacht. Nicht mal bis zur nächsten Ecke :lol:


Das ist schlicht falsch.
Den allergrößten Teil der Einnahmen aus dem Öl investiert Norwegen über einen Fond, der die Zukunft absichern soll. Lediglich etwa 5 % der Einnahmen (variiert leicht) werden zur Deckung der aktuellen Ausgaben verwendet.


Nein das ist richtig. Norwegen bestreitet den größten Teil seines Haushaltes mit dem Verkauf von "dreckigen Energieträgern" um mal im Jargon einiger Hardliner hier im Forum zu bleiben. Das ist nun mal Fakt. In Skandinavien gelten die Norweger als die mit dem Geld wegen des Öls und Gas. :mrgreen:

Und das bleibt sehr wohl zynisch und heuchlerisch. Damit Geld verdienen und zu Hause die Elektro Mobilität voran bringen. Wenn Norwegen kosnequent wäre würden sie kein Öl und kein Gas mehr verkaufen. Damit aber die Elektro-Mobilität finanzieren bleibt doppelbödig! Und hier wird das auch noch bejubelt. Denk das mal konsequent zu Ende!
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