Der Ölpreis kennt nur eine Richtung - nach unten

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Re: Der Ölpreis kennt nur eine Richtung - nach unten

Beitragvon Klebaer » Mo 18. Jan 2016, 11:42

Der billige Ölpreis kann aber auch ein Zeichen von Wandel hin zu Erneuerbaren sein.

Irgendwo gelesen, dass die ganzen Länder mit Ölreserven jetzt noch ihr restliches Öl verkaufen wollen/müssen.
Denn in wenigen Jahren ist es nichts mehr wert.

Deswegen wird jetzt so ein Preisdumping veranstaltet.
Jedes Land will unbedingt sein Öl noch los werden.
Jeder Tropfen Öl der in der Erde bleibt ist für sie ein Tropfen an dem sie nichts verdienen.
Daraus folgt doch, dass der Ölpreis bis auf die Produktionskosten vom billigstens Ölförderungsland (saudi?) fällt.
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Beitragvon AbRiNgOi » Mo 18. Jan 2016, 11:47

Das würde bedeuten, das Umweltschutz und die Rettung vor der Klimakatastrophe keinen Sinn hat. Egal wie, das Öl wird verbrannt, komme was da wolle!! Ich will doch keinen Verlust haben!
Schade, das es eine Investition in die Zukunft wäre, Erdöl zu haben für Kunststoffe, Medizin etz...
NEIN: Jetzt verbrennen, sonst bleib ich wo möglich darauf sitzen!

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Re: Der Ölpreis kennt nur eine Richtung - nach unten

Beitragvon Klebaer » Mo 18. Jan 2016, 16:18

Nein. Je teurer das Öl desto mehr wird aus dem Boden geholt.

Bei 150€ / Barrel lohnt es sich tiefer und weniger ertragreiche Gebiete zu bearbeiten (Teersand / Fracking / Alaska).
Aber bei 40€ / Barrel lohnt es sich halt nur noch für wenige Staaten.
Neue Ölfelder sind für den Preis überhaupt nicht mehr zu erschließen.

Vielleicht so besser zu verstehen:
Mit Öl will man natürlich Geld verdienen. Wenn also der Ölpreis bei 40$ liegt, wird nur noch dort gefördert wo die Produktionskosten geringer sind.
Siehe USA. Fracking kostet 60$ pro Barrel. Also würde eine Firma pro Barrel 20$ minus machen. Das kann ein Unternehmen nicht auf dauert duchhalten. Es wird also die Produktions zurückgefahren und ggf das Unternehmen (Vorkommen) geschlossen.

Da aber die Saudis für 20$ Produzieren können, machen sie immernoch 20$ gewinn. Natürlich lang nicht so viel wie sonds, aber die Saudis sagen sich, lieber jetzt 20$ pro Barrel verdient, als in 5 Jahren nichts mehr dafür bekommen.

Hoffe ich konnte meine Gedanken einigermaßen erläutern.

Gruß
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Re: Der Ölpreis kennt nur eine Richtung - nach unten

Beitragvon ammersee-wolf » Di 19. Jan 2016, 12:23

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bild-1072677-945544.html


Ich finde das im Moment etwas surreal. Hätte das jemand vor 1 Jahr gesagt, er wäre in der Klapse gelandet.

Das Bild habe ich mir ausgedruckt. Wer weiß, wann ich es mal brauche. Auf jeden Fall ein historischer Preis.

LG
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Re: Der Ölpreis kennt nur eine Richtung - nach unten

Beitragvon Klebaer » Di 19. Jan 2016, 12:47

Gestern auf DLF kam, dass in den USA bereits 2/3 aller Bohrlöcher stillgelegt wurden.
Bislang fördern die restlichen 1/3 dafür mehr.

Mal schauen wie lang die noch wirtschaftlich arbeiten können.
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Re: Der Ölpreis kennt nur eine Richtung - nach unten

Beitragvon volker » Di 19. Jan 2016, 15:38

Klebaer hat geschrieben:
Vielleicht so besser zu verstehen:
Mit Öl will man natürlich Geld verdienen. Wenn also der Ölpreis bei 40$ liegt, wird nur noch dort gefördert wo die Produktionskosten geringer sind.
Siehe USA. Fracking kostet 60$ pro Barrel. Also würde eine Firma pro Barrel 20$ minus machen. Das kann ein Unternehmen nicht auf dauert duchhalten. Es wird also die Produktions zurückgefahren und ggf das Unternehmen (Vorkommen) geschlossen.


Das ist leider zu einfach dargestellt. Produktionskosten für Fracking von 60$ sind eine Rechengröße. Tatsächlich investiert das Fracking-Unternehmen anfangs einen hohen Betrag in die Lizenz und dann in die Niederbringung einer Bohrung. Öl rauszupumpen ist dann relativ billig. Aber das Geld für den anfänglichen Invest ist GELIEHEN. Wenn man also bereits gebohrt hat, muss man auf Teufel komm raus weiter pumpen, um den Kredit zu bedienen. Bei einem Verkaufspreis von 60$ hat man für die Zeit, die das Bohrloch Öl liefert (etwa 3 Jahre), seinen Kredit bedient und ein paar Kröten verdient.

Der fallende Ölpreis hat dazu geführt, dass keine neuen Bohrungen mehr in Angriff genommen werden. Hier ist ein extremer Rückgang zu verzeichnen. Das hilft aber den gerade Öl fördernden Fracking-Unternehmen kein bisschen aus der Klemme!

Sinngemäß gilt das für alle anderen Förderprojekte mit hohen Erschließungskosten: Ölsand, Bohrinseln, Polargebiete. Keiner geht mehr dort hin, aber wer schon drin steckt, wünscht sich mittlerweile, dass er es nie begonnen hätte.
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Re: Der Ölpreis kennt nur eine Richtung - nach unten

Beitragvon Klebaer » Di 19. Jan 2016, 16:37

Die Preise waren zum Veranschauen.

Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit. Ölfirmen ziehen sich aus den teuren Projekten zurück und schreiben sie ab. Erleiden zwar Verluste, aber lieber blaues Auge als Kopf ab.
Bei den kleineren Frackingunternehmen wird es wohl zur Insolvens kommen, wenn der Ölpreis nicht in den nächsten Monaten steigt.

Nicht ohne Grund haben mitlerweile viele US-Banken bedenken und erhöhen ihre Einlagen weil sie (zu) viel Kredite an Frackingunternehmen ausgegeben haben.
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Re: Der Ölpreis kennt nur eine Richtung - nach unten

Beitragvon steuerzahler » Di 19. Jan 2016, 19:37

Hallo
Eigentlich müsste bei diesen Erdölpreisen nach Expertenmeinung die Weltwirtschaft so richtig brummen.
Tut sie aber nicht, weil das Geld nur in eine Richtung fliesst, zu denen die schon genug davon haben.
Allen Erdölexporteuren laufen die Staatshaushalte aus dem Ruder:
http://www.welt.de/wirtschaft/article15 ... fizit.html

Meiner Meinung nach kann die Wirtschaft nur verbessert werden, wenn dieselbige umstrukturiert wird.
Hin zu erneuerbaren Energien, die zuerst in den Industrieländern eingeführt werden.

Da war mal die Rede von Desertec, die wollten doch Strom in der Sahara erzeugen und nach Europa transportieren.
Was bringt das wenn die Strompreise an der europäischen Strombörse auf unter Null sinkt und die Afrikaner zur
gleichen Zeit tägliche Stromausfälle hat die ihre Wirtschaft lahmlegen.
Die Idee eines Stromverbunds mit Afrika wäre schon richtig, nur müsste der Strom in die andere Richtung fliessen.

Ich würde da auch gerne als Europäer meinen Beitrag dazu zahlen, zum Beispiel in Form einer griffigen CO2-Abgabe.
Das gäbe einen Mehrwert für alle, wir liefern das Nowhow und Afrika bekommt Arbeit und Ausbildungsplätze.

Wenn nicht jetzt eine CO2-Steuer und Verbot von Subventionen in fossile Energieträger wann dann?
Gruss Urs
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Re: Der Ölpreis kennt nur eine Richtung - nach unten

Beitragvon Klebaer » Mi 20. Jan 2016, 09:55

Der Strompreis an der deutschen Börse ist schon nah an der Null.

Man hätte Desertec als vorzeige Modell hernehmen können.
Wenn die Energiegewinnung aus einer Wüste für ein industrie Nation (Europa) funktioniert hätte, hätte man einfach die Struckturen vergrößern können und damit auch Afrika mit Energie versorgen können.

Besonders da die Grundinvestionen von Europa aufgebracht würden und eine Erweiterung wäre dann nicht mehr so aufwändig/teuer.
Oder auch in anderen Teilen der Welt. Australien, China, Indian, USA.

Und bezüglich den Reichen 1%. Es gibt bestimmt unter ihnen einige Ölbarone.
Für die wird der billige Ölpreis schon ärgerlich sein, aber die haben sich doch schon so breit eingekauft, dass das nur geringe auswirkungen auf die Verteilung des Weltvermögen haben wird.
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Re: Der Ölpreis kennt nur eine Richtung - nach unten

Beitragvon wp-qwertz » Do 21. Jan 2016, 22:09

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