Der Kampf um die alternativen Antriebe ist entfacht

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Re: Der Kampf um die alternativen Antriebe ist entfacht

Beitragvon E-lmo » Fr 24. Nov 2017, 08:30

Auch wenn ich der Brennstoffzelle im PKW keine große Zukunftschancen einräume, so muss ich doch einen immer wieder hier auftauchenden Denkfehler korrigieren.
Konsens ist, dass über den Umweg Wasserstoff-Elektrolyse und Brennstoffzelle der Strombedarf zum Betrieb eines Fahrzeugs um den Faktor 2,5-4 höher ist.
Daraus wird im gleichen Atemzug gefolgert, dass die Fahrtkosten in dem selben Maße höher sein würden. Und darin liegt der Fehler!
Der Strom ist auch hier in Deutschland sehr billig, das teure sind die Steuern und Abgaben. Wenn der Betreiber diese sparen könnte, dann sieht die Rechnung schon ganz anders aus.
Hier mal 2 Szenarien, die mir in den Sinn kommen:
1: Das Ideale: Ein Windpark fällt 2021 nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung. Die Anlagen sind abgeschrieben. Der Betreiber wägt ab, ob dieser den Strom in Zukunft direkt vermarktet, oder sich eine Elektrolyse-Anlage anschafft und den produzierten Strom direkt damit verbraucht. Da der Strom nicht ins Netz geht, fallen darauf keine Steuern und Abgaben an. Der Betreiber setzt Stromgestehungskosten von 5ct/kWh an. Selbst bei 4-fachem Energiebedarf zum BEV müsste dies mit 20ct/kWh laden um gleich zu ziehen.
2: Das reale: Ein mittlerer Industriebetrieb hatte bisher durch seine große Stromabnahme schon einen recht günstigen Preis von 16ct/kwh. Um von der EEG-Umlage (6,88ct) befreit zu werden, müsste der Strombedarf nocheinmal 25% höher ausfallen.
Dreimal dürft Ihr raten, auf welche Idee ein findiger Unternehmer hier kommen könnte!
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Beitragvon eDEVIL » Fr 24. Nov 2017, 12:46

E-lmo hat geschrieben:
Der Strom ist auch hier in Deutschland sehr billig, das teure sind die Steuern und Abgaben. Wenn der Betreiber diese sparen könnte, dann sieht die Rechnung schon ganz anders aus.

Das wäre aber eine einseitige Bevorzugung. Gleiches Recht für alle d.h. der Faktor bleibt. Was man dagegen rechnen kann, sind Kosten für die "Lastspitzen", die bei H2 ja dann nicht anfallen.

Dreimal dürft Ihr raten, auf welche Idee ein findiger Unternehmer hier kommen könnte!

Letztendlich zahlen das dann aber wieder alle über die erhöhte EEG-Umlage. Sieht man zwar nicht direkt, aber dann fehlt das Geld wieder woanders und der Kita-Platz wird teurer o.ä.

Beim Faktor 2,5 bis 4 ist man halt auch schon in einem Segment, wo man mit Akkuspeichern die teuren Lastspitzen glatt bügeln kann und lokal vor Ort EE mit einbinden kann. An Autobahnen ist das vom Standort her auch ideal und vielerorts gibt es bereits große PV/WK-A

Technologien, wie Redox flow sind im Bereich stationäre Speicherung auf einem gute Weg kostengünstig zu werden.
Platz spielt an der Autobahn weniger eine Rolle.
Die 1 Mio EUR, die für dei h2 Tankstellen angeführt werden beziehen sich ja auf eine Säule
Bei den 350kW ist die Rede von 100 000 Euro pro Ladepunkt. Selbst wenn die h2 Tanke hochverfügbar ist und ohne Pause autos betanken kann, wird man den gleichen Durchsatz auf mit 4x350kW Säulen mpacken, die dann mit allem Drum und dran, wie Trafo dann eben etwas über eine halbe Million EUR kostet.
Enercon ist schon am Thema 350kW Lader dran
Da kann ein Windrad mit 2-3 MW dann einen 350er Lader ein Großteil des Jahres versorgen. Mit zwischenspeicherung kann man das noch optimieren.
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Re: Der Kampf um die alternativen Antriebe ist entfacht

Beitragvon Karlsson » Fr 24. Nov 2017, 14:03

E-lmo hat geschrieben:
Daraus wird im gleichen Atemzug gefolgert, dass die Fahrtkosten in dem selben Maße höher sein würden. Und darin liegt der Fehler!
Der Strom ist auch hier in Deutschland sehr billig, das teure sind die Steuern und Abgaben. Wenn der Betreiber diese sparen könnte, dann sieht die Rechnung schon ganz anders aus.

Staatlich geförderte Ineffizienz? Gehts noch?
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Re: Der Kampf um die alternativen Antriebe ist entfacht

Beitragvon Jossle » Fr 24. Nov 2017, 14:49

Wie wenig sinnvoll bzw. umweltfreundlich aktuell die Brennstoffzelle bzw. das Fahren mit Wasserstoff ist läßt sich an einem kleinen Beispiel zeigen. Aktuell wird davon ausgegangen, dass man mit 1kg Wasserstoff ca. 100km fahren kann.

Die CEP gibt auf ihrer Homepage unter den FAQ an, das 55kWh und 9 Liter Wasser zur Herstellung (kein Transport/Lagerung etc.) eines Kilo Wasserstoff notwendig ist, sofern die Effizienz der Herstellung >60% ist.

https://cleanenergypartnership.de/faq/wasserstoffproduktion-und-speicherung/?scroll=true

Mit der Energie können Akku betrieben Elektroautos aber locker mithalten :D . Auch interessant in diesem Zusammenhang ist auch das 1 Ladesäule für Wasserstoff in unserer Nähe mit 900.000,-€ öffentlicher Mittel gefördert wurde. Da hätte man einige Ladestationen einrichten können und mehr Nutzer erreicht....

Die Cep (Die Clean Energy Partnership (CEP) ist nach eigenen Angaben, ein Zusammenschluss führender Technologie-, Mineralöl- und Energiekonzernen sowie der Mehrzahl der größten Automobilhersteller, arbeitet an der Vision, Wasserstoff als Schlüsselelement der Verkehrs- und Energiewende zu etablieren. 13 Industriepartner – Air Liquide, Audi, BMW, Daimler, H2 Mobility, Honda, Hyundai, Linde, OMV, Shell, Total, Toyota und Westfalen – beteiligen sich an der CEP.

https://cleanenergypartnership.de/clean-energy-partnership/wer-ist-die-cep/?scroll=true
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Re: Der Kampf um die alternativen Antriebe ist entfacht

Beitragvon nr.21 » Fr 24. Nov 2017, 15:04

Die Horrorvorstellung dieser Industrie ist wahrscheinlich der sich autonom versorgende E-Autobesitzer der mit Solardach und BHKW seinen Strombedarf selber deckt.
Wie soll man da noch Märkte beherrschen und Gewinne einfahren ?
Ein Grund mehr das E-Auto voranzubringen...
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Re: Der Kampf um die alternativen Antriebe ist entfacht

Beitragvon Karlsson » Fr 24. Nov 2017, 15:40

Jossle hat geschrieben:
Auch interessant in diesem Zusammenhang ist auch das 1 Ladesäule für Wasserstoff in unserer Nähe mit 900.000,-€ öffentlicher Mittel gefördert wurde. Da hätte man einige Ladestationen einrichten können und mehr Nutzer erreicht....

Das Problem ist vor allem auch, dass die H2 Autos diese teure Infrastruktur immer brauchen, während E-Auto Fahrer mit halbwegs großen Akkus zu 95% einfach zuhause laden können und nur für gelengtliche längere Strecken eine neue Infrastruktur brauchen. Die Investitionen sind hier deswegen eigentlich recht gering.
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Re: Der Kampf um die alternativen Antriebe ist entfacht

Beitragvon eDEVIL » Fr 24. Nov 2017, 15:50

Das ist nicht prinzipbedingt, aber zeigt sehr deutlich, wo die Reise bei H2 hin gehen soll: Abhängigkeit.

Einen kleinen 20kwh Akku könnte man ja fürs tägliche zu Hause oder an Typ2 laden.

Problem sind halt die kosten.

Als reiner REX wären die h2 kosten ja noch akzeptabel, wenn die AHrdware nicht so groß und teuer wäre.
Wenn der H2 REX 5k EUR aufpreis kostet, nimmt man den gern zum 40 kwh Akku und akzeptiert dann für die wenigen Kilometer den mehrpreis.

Bleiebn halt erstmal Anwendungen, wo größe, gewicht und Preis nicht ganz so wichtig sind:
Schifffahrt auf Übersee und sehr lange Strecken. Mit einem entpsrechende Akku kombiniert muss die Brennstoffzelle nur das abdecken, was dann bei konstanter Fahrt nötig ist.
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Re: Der Kampf um die alternativen Antriebe ist entfacht

Beitragvon Karlsson » Fr 24. Nov 2017, 16:19

Der RE ist aber für mich ein pragmatischer Übergang zum reinen BEV als Erstwagen.
Der soll einfach funktionieren und auf eine erprobte und perfekt ausgebaute Infrastruktur zurückgreifen können. Hierfür ist Benzin hervorragend geeignet.
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Re: Der Kampf um die alternativen Antriebe ist entfacht

Beitragvon eDEVIL » Fr 24. Nov 2017, 16:31

Mag sein, aber ich finde Benzin/Diesel-Tanken mittlerweile wiederlich. Dann eher noch Erdgas
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Re: Der Kampf um die alternativen Antriebe ist entfacht

Beitragvon Karlsson » Fr 24. Nov 2017, 17:14

Ist auch nur ein Verbrenner und das mit deutlich schlechterer Abdeckung. Ne, für den RE bitte einfach Benzin.
Und bitte sofort. 2025 braucht man das nicht mehr.
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