Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrswende

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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon eDEVIL » Do 9. Nov 2017, 09:45

Die breite Masse scheißt doch auf den Klimaschutz. Da wird gern mal so getan als ob, aber wirklich einschränken möchte sich doch kaum einer.

Im Pürinzip müsste jeder ein Kontigent habe und kann sich dann üebrölegen, wofür er das verwendet. Wer hat gern einen Hund haben möchte, muss Elektroauto fahren und nicht mehr fliegen oder alternativ Veganer werden :lol:

Ich kann also sagen, dass ich auf Hund Katze und Maus verzichte, mehrere Jahre nicht mehr geflogen bin und eAuto fahre.
Toll, oder? ;)
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon Rudi L » Do 9. Nov 2017, 09:58

Karlsson hat geschrieben:
Muss jeder selbst wissen, wie weit er das treiben will. Weniger Fleisch essen und weniger fliegen - klar. Ganz ohne - bin ich schon nicht mehr dabei. Auf einen Hund wegen dem Klima verzichten? Ne, sorry, da ist ne Grenze. Den echten Hardlinern müsste klar sein, dass es auch wahnsinnig gut fürs Klima wäre, auf Kinder zu verzichten und noch besser wäre es, selbst möglichst bald abzuleben. Und wenn alle das täten, wäre der Klimawandel ratzfatz vorbei.
Es hätte aber auch keiner mehr etwas davon. Da sollte man sich schon fragen, was eigentlich unser Ziel ist.


Das ist das Problem.

Der eine verzichtet nicht auf seinen Hund. Der andere will einen SUV fahren. Einem weiteren ist beides egal, dafür muß der Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff sein. Oder der Kurztrip mit dem Jet nach Malle. Der Gourmet wiederum schwört auf Rindfleisch aus Übersee. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Allen Beispielen gemein ist, nahezu jeder verlangt vom anderen, daß er seine Vorlieben einschränken soll weil ihn das nicht tangieren würde, man selber ist aber nicht bereit dazu selber was zu ändern. Drum erreichen wir die Klimaziele auch nicht.

Es wird je nach politischem Lager nach Symbolen gesucht. Findige Unternehmer, wie der abgebrochene Wirtschaftswissenschaftler Resch, verdienen mit Abmahnungen und Klagen im Segment Umweltschutz sogar Geld. Mehr passiert aber nicht.

Daher bin ich der Auffassung, wir sollten uns mit den Folgen auseinandersetzen und prüfen wie wir uns dagegen wappnen können. Dafür ist vermutlich genug Zeit.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon 150kW » Do 9. Nov 2017, 12:35

eDEVIL hat geschrieben:
Wer hat gern einen Hund haben möchte, muss Elektroauto fahren ...
Aber nur bis zu dem Zeitpunkt wo Elektroautos verpflichtend werden. Denn ab dann ist E-Auto fahren ja keine positive Leistung mehr, sondern Standard ;)
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon Rudi L » Do 9. Nov 2017, 16:34

Ich würde gerne wieder ein Elektroauto als Hauptfahrzeug fahren. Leider gibt es noch keins welches meinen Hauptwagen ersetzen kann. Ich hatte es schon versucht, jetzt nicht wegen dem Hund.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon AbRiNgOi » Do 9. Nov 2017, 16:54

Mal anders herum gelesen:

Rudi L hat geschrieben:
Ich würde gerne wieder ein Elektroauto als Hauptfahrzeug fahren. Leider gibt es noch keins welches meinen Hauptwagen ersetzen kann.


eDEVIL hat geschrieben:
Die breite Masse scheißt doch auf den Klimaschutz. Da wird gern mal so getan als ob, aber wirklich einschränken möchte sich doch kaum einer.


Nein es geht nicht darum, dass man unbedingt Elektrofahrzeug fahren muss um ein Klimaschützer zu sein. Wichtig ist das Gesamtpaket, also Dein Leben. Für mich gilt, wenn wir das Klimaziel erreichen wollen, und ich nicht dagegen arbeiten will, habe ich 5,6kg CO2 frei, jeden Tag. Es ist egal wie man diese einsetzt. Für das Steak, für den Hund, für den SUV, für die Heizung, für das T-Shirt, für die Amerika Reise. Egal, aber nur 5,6kg CO2 pro Tag.
Und glaube es mir, um dieses Ziel zu erreichen wirst Du Dich einschränken müssen, egal wo oder wie. Dort wo es Dir am wenigsten weh tut, Deine Entscheidung.

Für mich gilt: Die Kurzstrecke optimiert, 95% aller Fahrten. Und die Langstrecke dauert ein wenig länger. Ich muss mich da bei gar nicht richtig einschränken, einfach nur warten, und schon wir CO2 gespart :)

Und Vorsicht: ein Elektrofahrzeug verursacht 1,3 Tonnen CO2 pro Fahrzeug in der Produktion, wenn das Fahrzeug nur herumsteht und nicht als Hauptfahrzeug wirklich dauernd gefahren wird, rechnet sich das Fahrzeug gar nicht. Wer viel mit dem Zug unterwegs ist und nur hin und wieder das Auto braucht ist mit einen Elektrofahrzeug falsch beraten. Man sieht schon, ein Elektrofahrzeug ist nicht für jeden die beste Lösung, auch wenn man ein echter Klimaschützer, also Bahnfahrer ist.

Zuerst muss die Entscheidung sein, ja ich verbrauche nicht mehr als meine 5,6kg und dann einfach checken wie man das persönlich am besten erreicht, kann auch die Fotovoltaik sein, oder die Wärmepumpe statt Gasheizung, oder die Ernährung, vollkommen egal. Nur immer zu sagen : "das geht bei mir nicht" ist zu wenig. Irgendeine Lösung gibt es für jeden. Jetzt und heute. Die Wirtschaft wird uns in Zukunft die Produkte mit immer weniger CO2 in Produktion und Betrieb liefern, und es wird für jeden immer einfacher die Ziele ein zu halten. Wenn wir aber nicht jetzt schon unsere Ziele, jeder für sich, einhalten, Produkte die weniger CO2 in Produktion und/oder Betrieb verursachen kaufen und nutzen, wird die Wirtschaft diese auch nicht liefern und nicht entwickeln. Wir könen nur mit unserem Kaufverhalten abstimmen und die Möglichkeiten die mir heute geboten werden schon heute nutzen.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon EVduck » Do 9. Nov 2017, 17:15

Und schaffst du es deine 5,6kg einzuhalten? Ich glaube ich nicht, jedenfalls wenn ich meine Dienstreisen mit berücksichtige.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon AbRiNgOi » Do 9. Nov 2017, 17:41

Dienstreisen sind ein sehr wichtiges Thema, ich selber bin hier sehr unsicher, wie ich das einordnen soll.

Eine Frage eines Kollegen in einen TOP Projekt in Stuttgart lässt mich hier seit Jahren nicht mehr in Ruhe, 14-tägig habe ich die Kollegen in Stuttgart von Wien aus besucht um Techniken zu erarbeiten, Fahrzeuge effizienter zu machen. Wir haben alles beleuchtet, Thermalsystem, Hybridstrategie, Heizsysteme.... die Farge war, zwar nicht ganz ernst gemeint, aber bei mir ist es an eine gewissen Punkt gelandet: "Wird unsere Arbeiten gesamt, multipliziert mit allen verkauften Fahrzeugen, jemals so viel CO2 einsparen wie ihr mit den Flügen Wien - Stuttgart - Wien in die Atmosphäre bläst?"

Das hat mir seither keine Ruhe gelassen. Rein Rechnerisch ist es halt so: Das was eine Fabrik in Fertigung und Entwicklung für ein Produkt an CO2 produziert wird dem Produkt aufgelastet. Das würde bedeuten, meine Stuttgart Flüge werden durch die Käufer der Fahrzeuge in deren CO2 Bilanz anteilig mit aufgenommen.

Damit könnte ich nun zufrieden sein und wieder ruhig schlafen. Ist aber leider nicht so. Ich habe erkannt, auch wenn es pro verkauften Fahrzeug nur wenige g CO2 sind, dass ich sehr wohl für den Einsatz der Energie verantwortlich bin. Ich muss mich immer fragen ob der Einsatz von CO2 erzeugender Energie gerechtfertigt ist. Jede Besprechung ist zu hinterfragen, jeder Flug muss geprüft werden, ob ich nicht mit der Bahn fahren kann und in den 2 Stunden die dies länger dauert im RailJet und Wlan nicht genauso produktiv arbeiten kann wie am Schreibtisch in Wien.

In den letzten Jahren bin ich nun sehr oft, eigentlich fast immer, mit der Bahn gefahren, oder mit meiner ZOE. Arbeiten im Zug ist für mich sehr selbstverständlich geworden.

Fast eine Katastrophe ist es für mich aber nun, was die Deutsche Bahn mit dem EC390 gerade aufführt, die erste Verbindung ab Salzburg nach Stattgart die man mit dem ersten Railjet erreichen kann. Ausfälle, Verspätungen und Streckensperren über Monate. Und nun, ab Fahrplanwechsel 2018 bleibt der Railjet in Wels stehen. Bitte, Wels, wozu? und ich erreiche den EC390 nicht mehr. Wie doof ist das denn?

Keine Ahnung wie ich nächstes Jahr nach Stuttgart komme, ich kann ja nicht von Salzbur zu Fuß nach München gehen (wo viele schöne ICEs auf mich warten würden.....
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon Rudi L » Do 9. Nov 2017, 17:44

Man könnte auch einen Kuhhandel machen und bei Atmosfair alles kompensieren. Dann könnte jeder so weiter machen wie bisher. Der Chef der DUH macht diesen Ablaßhandel und fliegt fleißig mit dem Flugzeug durch die Gegend um anderen Vorschriften zu machen bzw. sie abzumahnen oder gleich zu verklagen.

Aber nun zur tatsächlichen CO2 Vermeidung. Ich habe meine Emission beim UBA Rechner ermittelt, die meisten Emissionen entstehen bei mir bei Strom (trotz Solaranlage*) und persönlicher Konsum. Persönliche Ernährung und private Mobilität am wenigsten.

*der hohe Stromverbrauch liegt natürlich auch darin begründe weil ich Elektroautos auflade. Das bekomme ich jetzt nicht auf so schnell auseinandergezogen.

Heizung
CO2 1,43 t 'Vermeidung 1,23 t
Strom
CO2 4,30 t Vermeidung 1,38 t
(private) Mobilität
CO2 1,26 t Vermeidung 0,00 t
Ernährung
2,07 t Vermeidung 0,06 t
Sonstiger Konsum
6,39 t Vermeidung 0,00 t
Öffentliche Emissionen
0,73 t

Ergebnis
16,19 t Vermeidung 2,67 t

Der Durchschnitt in der EU liegt bei 11,2 to


Wenn ich mein Leben so ändern sollte um auf 2to im Jahr zu kommen ginge das wenn ich ziemlich alles sein lasse, nur noch das Notwendigste mache und wenig esse. Hut ab wer das schafft.
Zuletzt geändert von Rudi L am Do 9. Nov 2017, 18:26, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon AbRiNgOi » Do 9. Nov 2017, 17:50

EVduck hat geschrieben:
Und schaffst du es deine 5,6kg einzuhalten? Ich glaube ich nicht, jedenfalls wenn ich meine Dienstreisen mit berücksichtige.


Ach, da war ja noch eine Frage, die Antwort: auch wenn ich die Diesntreisen nicht berücksichtige schaffe ich es noch nicht. Unser Haus, ausgelegt für 5 Personen ist hat eben nur mehr mit 4 Personen belegt, also 25% der Energiebilanz für mich. Dazu eine zwar effiziente Gasheizung, aber eben eine Gasheizung. Damit kann ich das Ziel nicht mehr erreichen. Aber ich bin knapp drann.

Sicher habe ich es in Österreich leichter als in Deutschland: Der Strom hat pro kWh weniger CO2 (Mehr Wasserkraft), die Bahn in Österreich hat weniger CO2/km (mehr elektrifizierte Strecken, bessere Auslastung der Züge) aber auch der Gemeinumsatz jedes Österreichers ist geringer, also der Gemein Anteil für Krankenhäuser, Ämter, Schulen...
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon Rudi L » Do 9. Nov 2017, 17:58

Wenn ich die Dienstreisen mit einbeziehe dann steigt der CO2 Ausstoß im Bereich Mobilität um einen erheblichen Faktor. Ich hatte es jetzt nur auf den privaten Bereich bezogen
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