Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrswende

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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon harlem24 » So 5. Nov 2017, 10:30

Wenn man sich das originale Schreiben durchliest, dann merkt man dass die Leute nicht umsonst nicht mehr lehren sondern erimitiert sind...;)
Eher vergangenheitsbehaftet als zukunftszugewand. Aber weil es Professoren sind, bekommen sie nochmal die Aufmerksamkeit der Medien...
Gruß

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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon zoppotrump » So 5. Nov 2017, 10:48

Helfried hat geschrieben:
tatsächlich koste hohe Beschleunigung aber viel Energie


Das ist aber ein Irrglaube und stimmt nicht. Es gibt schon einige Threads, die das widerlegen.


Fairerweise muss man sagen, dass dies die Professoren in ihrem PDF so gar nicht sagen. Das hat die ZEIT dazu geschrieben und die ursprüngliche Aussage damit verdreht.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon zoppotrump » So 5. Nov 2017, 10:49

harlem24 hat geschrieben:
Wenn man sich das originale Schreiben durchliest, dann merkt man dass die Leute nicht umsonst nicht mehr lehren sondern erimitiert sind...;)
Eher vergangenheitsbehaftet als zukunftszugewand. Aber weil es Professoren sind, bekommen sie nochmal die Aufmerksamkeit der Medien...

Kannst Du das mal inhaltlich begründen?
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon Ruhr_Atoll » So 5. Nov 2017, 10:56

Ah. Den Artikel hatte ich auch gesehen, bei der Überschrift aber erst gar nicht angeklickt. Der Artikel ist genauso schlecht wie die Überschrift, aber immerhin bringt mich das zu einer Frage:

Wir wissen ja, dass Elektroauto zwar besser als Verbrennerauto ist, aber ÖPNV und nicht-motorisierte Fortbewegung noch besser wäre.
Wie bekäme man es hin, dass mehr Leute ÖPNV und Fahrrad nutzen?

Ich nutze beides gar nicht, dabei wohne ich in einer Großstadt. Der ÖPNV ist aber so gestaltet, dass die Wege täglich 1,5-2 Stunden länger wären. Dann könnte ich ja fast schon wirklich direkt ins Bett, wenn ich von der Arbeit heim käme... dazu fallen die Verkehrsmittel auch noch deutlich häufiger aus als das eigene Auto... da müsste man wohl deutlich mehr in den ÖPNV investieren, aber keine Kommune im Ruhrgebeit hat Geld.

Das Fahrrad wäre für eines meiner regelmäßigen Ziele eine Option. Aber ich müsste größtenteils auf einer Schnellstraße fahren, wo die Autos 80km/h fahren. Mit dem Auto bin ich bisher in meinem Leben locker 100x so viel gefahren wie mit dem Rad. Trotzdem habe ich mit dem Rad deutlich mehr Unfälle und Beinahe-Unfälle erlebt als mit dem Auto. Ich vermeide Straßen, auf denen viel Verkehr ist oder nutze gleich ehem. Bahntrasse o.ä., wo kein motorisierter Verkehr ist. Wäre aber hier für den Arbeitsweg keine Option bzw. würde die Strake verdoppeln durch Umwege. Dauert mir wieder zu lang.

Hier wüsste ich aber auch nicht großartig, was Städte besser machen können für den Radverkehr. Sie wurden halt nach dem Vorbild der autogerechten Stadt gebaut, in der keine Fahrräder vorgesehen waren. Die Häuser, die jetzt stehen, kann man nicht verrücken, also nur den Fußgängern Bürgersteig oder den Autofahrern eine Spur je Fahrtrichtung wegnehmen für den Radverkehr. Bürgersteig ist aber keine Lösung, sorgt nur für Gefahr des Fußgängers - es sei denn man fährt entsprechend langsam mit dem Rad, dann ist es aber wiederum nur ein Verkehrsmittel für die Freizeit. Und das jemand die Fahrspuren für Autos in Innenstädten so verkleinert, glaube ich nicht. Da ist jetzt schon Stau. Da müssten viele aufs Rad umsteigen, damit es keinen Kollaps gibt. Ginge wohl nur in Verbindung mit verbessertem ÖPNV.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon flechtlicht » So 5. Nov 2017, 11:01

Klar doch, nur ein Elektroauto das gar nicht gebaut wird ist ein gutes Elektroauto und das zweitbeste ist eins, das so intelligent beschränkt und reglementiert ist, daß es jedem vergeht sich in so ein Gefährt auch nur reinzusetzen oder es gar zu kaufen.

Ich bezweifle sehr, daß auch nur einer der Professoren tatsächlich ein Elektro sein Eigen nennt, denn dann hätte er seinen Kollegen begeistert mitgeteilt wie sehr elektrisch Fahren an sich zum Schweben, Energiesparen und Entspannen verführt. Außerdem wüssten sie dann auch, daß E Autos sowieso schon nach Gewicht besteuert werden.

Die Entwicklung der Fotovoltaik scheint vollends an den gebildeten Herren vorbeizulaufen, mittlerweile ist es möglich, bereits rund ein Drittel der durchschnittlichen Jahres Fahrleistung durch den Wagen selbst zu erzeugen. Daneben ist das kwp für 400.- Euros für jedermann erschwinglich als Zubehör erhältlich, mit dem man quasi für lau und emissionsfrei sein Auto betreibt und zwar lebenslänglich und vererbbar.

Inzwischen lässt sich auch auf ungeeigneten (Dach)Flächen preiswert und unendlich viel Strom produzieren, bei gleichzeitig rapid fallenden Speicherkosten. Darin steckt mehr Potential und Sprengkraft für unser Dasein in den nächsten zehn Jahren, als in allen gelehrten Erörterungen geahnt wird.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon PowerTower » So 5. Nov 2017, 11:02

Bernd_1967 hat geschrieben:
Manche e-Auto-Fahrer meinen, wenn sie echten Ökostrom (vom Netz) ziehen, dass sie dann ökologisch handeln. Aber ist es nicht so, dass dann andere, denen es eh egal ist, den nicht ökologisch erzeugten Strom verbrauchen?
In der Summe ist dann nichts gewonnen.

So würde ich das nicht sehen. Klar ist, dass ein Ökostromvertrag nicht bedeutet, dass ich immer und jederzeit mit erneuerbaren Energien versorgt werde. Er sagt lediglich aus, dass mein Strombedarf in der Summe regenerativ erzeugt werden muss. Solange man keinen Anbieter mit Zertifikatsschwindel wählt, sind dafür Investitionen notwendig. Positiv möchte ich die verschiedenen Bürgerenergiegenossenschaften hervorheben, die z.B. über die Errichtung einer neuen PV Anlage in den sozialen Medien berichten. Die hast du dann mit deinem Ökostromtarif mitfinanziert. Wenn jetzt das Auto nachts lädt, hat man davon keinen Vorteil, aber irgend jemand wird tagsüber den Solarstrom bekommen. Natürlich würde das noch besser funktionieren, wenn alle einen Ökostromtarif hätten und sich dadurch jeder Bürger mit 10-20 Euro jährlich am Ausbau der erneuerbaren Energien beteiligt. Obwohl viele das Geld übrig hätten, scheuen sie die Mehrkosten. "Ist doch eh alles Schwindel" und "Strom lässt sich nicht einfärben". Hier wird eindeutig mehr Aufklârung benötigt.

Um das weiter zu optimieren, brauchen wir möglichst viele E-Autos. Denn diese sind in etwa 10 Jahren wichtige Lieferanten für stationäre Speicher. Daher finde ich es auch nicht so dramatisch, wenn der Akku ein paar Pfunde und kWh zuviel auf den Rippen hat. Fur das zweite Leben ist die höhere Kapazität umso besser. Mit der Verkehrswende zu warten, bis die Energiewende in Schwung kommt, ist der falsche Ansatz. Energiewende und Verkehrswende sind untrennbar miteinander verbunden. Leider wollen uns Professoren, Politiker und Medien lieber glauben lassen, dass das Laden des E-Autos mit Kohlestrom in Stein gemeißelt ist und wir auch gar keine Möglichkeit haben, dies zu ändern. Für mich nicht nachvollziehbar.

Was das Argument schwere E-Autos betrifft, so wird die Kfz-Steuer nach Ablauf der 10 Jahre nach Gewicht ermittelt. Der Besitzer des elektrischen SUV wird demnach mehr bezahlen müssen, als der Halter eines Kleinstwagens. Somit wird dieser Umstand bereits berücksichtigt, wenn vielleicht auch nicht in dem Ausmaß, als dass es einen Einfluss auf die Kaufentscheidung hätte. Und das schwere Autos nicht zwangsläufig Energiefresser sein müssen, ist spätestens seit dem Ioniq bekannt.
Zuletzt geändert von PowerTower am So 5. Nov 2017, 11:11, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon Karlsson » So 5. Nov 2017, 11:10

Ruhr_Atoll hat geschrieben:
Wie bekäme man es hin, dass mehr Leute ÖPNV und Fahrrad nutzen?

Ich nutze beides gar nicht, dabei wohne ich in einer Großstadt. Der ÖPNV ist aber so gestaltet, dass die Wege täglich 1,5-2 Stunden länger wären

Bei mir auch, der ÖPNV ist für unsere Strecken zur Arbeit unattraktiv. Dauert lang und ist auf den Kilometer gesehen auch sehr teuer, da wir kurze Strecken haben. Fahrrad fahre ich schon und dafür gibt es auch einen ordentlichen Radweg, das ist bei mir schon ganz gut.
Da die Stadt aber so extrem teuer ist wenn es mehr als eine Wohnung sein soll, ziehen wir auch raus und dann hat sich das mit dem Rad ganz erledigt. Dann ist allerdings die ÖPNV Verbindung preislich interessant, dauert nur leider auch hier wieder wegen 2x umsteigen deutlich länger.

Es ist natürlich richtig, dass es einen Anreiz geben sollte, sparsame E-Autos anzubieten. Das ist IMHO aber schon dadurch gegeben, dass man dann mit dem gleichen Akku weiter kommt, bzw für die gleiche Strecke weniger Akku braucht. Also Vorteile bei Preis und Reichweite - das ist doch ein echt guter Anreiz.

Und es ist schon gut, dass die E-Autos so in den Verbrauch eingerechnet werden, sonst würden die Hersteller ja noch weniger machen.
Bzw sonst hätten sie in 2020ern auch einfach ein massives Problem, mit dem Verbrenner stehen sie da bzgl Flottenverbrauch einfach mit dem Rücken an der Wand, der Spielraum ist aufgebraucht.
Insbesondere wenn der WLTP statt NEFZ greift.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon zoppotrump » So 5. Nov 2017, 11:28

Karlsson hat geschrieben:

Es ist natürlich richtig, dass es einen Anreiz geben sollte, sparsame E-Autos anzubieten. Das ist IMHO aber schon dadurch gegeben, dass man dann mit dem gleichen Akku weiter kommt, bzw für die gleiche Strecke weniger Akku braucht. Also Vorteile bei Preis und Reichweite - das ist doch ein echt guter Anreiz.

Ich sehe diesen Anreiz für die Automobilindustrie derzeit nicht gegeben. Beisipiel:
Kleinwagen BEV mit 1,2 Tonnen Gewicht um die Kids in die Schule zu fahren darf 0g CO2 ausweisen.
Großraum BEV mit 2,2 Tonnen Gewicht um die Kids in die Schule zu fahren darf ebenso 0g CO2 ausweisen.
Wo soll da der Anreiz sein, wenn beide schon auf Null ausgewiesen sind?
Unstrittig ist ja wohl, dass das 2,2 T Auto mehr Energie benötigt und daher umweltschädlicher ist.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon Elektrolurch » So 5. Nov 2017, 12:43

Wieso soll es ökostrommäßig ungünstig sein, E-Autos nachts zu laden? Gerade nachts scheint doch der Anteil erneuerbarer Energie im Netz am höchsten zu sein, wenn ich dem Grünstromindex glauben darf, Photovoltaik hin oder her...

Edit: Ach und übrigens: Reifenverschleiß und Fahrbahnverschleiß sichern Arbeitsplätze! ;)
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon Karlsson » So 5. Nov 2017, 13:42

zoppotrump hat geschrieben:
Wo soll da der Anreiz sein, wenn beide schon auf Null ausgewiesen sind?

Um es für den Kunden attraktiv zu machen, muss man ihm einen akzeptablen Preis anbieten und trotzdem richtig viel Reichweite.
So eine Monsterkiste braucht aber erheblich mehr Akku für diese Reichweite und das kostet in der Produktion viel Geld. Und alles was man an Ausgaben hat, fehlt als Gewinn.
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