Bremsweg beim E-Auto vs. Verbrenner

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Re: Bremsweg beim E-Auto vs. Verbrenner

Beitragvon DeJay58 » Sa 24. Mär 2018, 22:39

So schnell setzt die Reku aber nicht ein wie man auf der Bremse ist (ca. 0,2s)
Video: i3 geht auch quer (neu 2018): https://youtu.be/yZzz71pzOQA


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Re: Bremsweg beim E-Auto vs. Verbrenner

Beitragvon AgV8DdmU » Sa 24. Mär 2018, 23:47

Bugs Bunny hat geschrieben:
Hallo an alle,

ich habe mir mal überlegt das der Bremsweg bei einem E-Auto im vergleich zu einem Verbrenner kürzer sein müsste weil das E-Auto zusätzlich zur Scheibenbremse rekuperiert. Natürlich müssen E-Auto und Verbrenner die gleiche Bauform, Masse und Bereifung haben. Wenn man sich überlegt das man nur durch die rekuperation schnell zum stehen kommt muss der unterschied zum Verbrenner enorm sein. Hat jemand Daten oder Erfahrung dazu?

Da es ein wichtiges Sicherheitsthema ist will ich es hier mal ansprechen.


Der Klassiker von 100km/h auf 0km/h ... in 3sek (ca. 9,26m/s² => gute heftige Bremsung)
Bremsweg wäre dann ca. 41,73m.
Ach ja, gesetzlich sind nur ca. 5m/s² vorgeschrieben...

Kinetische Energie: 0,5 * 1600kg * (27,8m/s)² => 617.284J => 617kWs => 3s => 206kW Bremsleistung!
Da kommt die Reku von aktuellen E-Autos nicht mit. Wahrscheinlich ist das System Motor - Umrichter - Akku auch etwas träge und kann nicht innerhalb von 1-2s die volle Reku-Leistung bereitstellen.

Der Bremsweg ist normalerweise nicht von der Fahrzeugmasse abhängig.
Entscheidung sind die Reifen und die Fahrbahnbeschaffenheit. Dazu muss dann noch die Bremsanlage passen.
Moderne LKWs bremsen ähnlich gut wie PKWs.

Gruß
Kona #18
Zuletzt geändert von AgV8DdmU am So 25. Mär 2018, 01:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bremsweg beim E-Auto vs. Verbrenner

Beitragvon DeJay58 » So 25. Mär 2018, 00:10

Deine Rechnung stimmt. Da habe ich mich ganz schön verschätzt vorher. Was ich im Kopf hatte, war war das war eine Bremsanlage leisten kann. Danke fürs Korrigieren!
So gesehen wäre das Teslabeispiel doch interessant. ;)
Nein, wäre es nicht. Der Motor leistet das ja nicht bei jeder Drehzahl.
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Re: Bremsweg beim E-Auto vs. Verbrenner

Beitragvon motion » So 25. Mär 2018, 00:29

Bugs Bunny hat geschrieben:
Hallo an alle,

ich habe mir mal überlegt das der Bremsweg bei einem E-Auto im vergleich zu einem Verbrenner kürzer sein müsste weil das E-Auto zusätzlich zur Scheibenbremse rekuperiert. Natürlich müssen E-Auto und Verbrenner die gleiche Bauform, Masse und Bereifung haben. Wenn man sich überlegt das man nur durch die rekuperation schnell zum stehen kommt muss der unterschied zum Verbrenner enorm sein. Hat jemand Daten oder Erfahrung dazu?

Da es ein wichtiges Sicherheitsthema ist will ich es hier mal ansprechen.


Der 918 Spyder (PlugInHybrid) verzögert am heftigsten.

Von 100-0 km/h: Unter 30m (13,13 m/s2)
Von 200-0 km/h:4,4 s

https://www.autozeitung.de/porsche-918- ... 80449.html
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Re: Bremsweg beim E-Auto vs. Verbrenner

Beitragvon mmm » So 25. Mär 2018, 04:05

Bremsweg: wird ziemlich ident sein, wie die Vorredner ausführlich beschrieben haben.

Da die Frage nach dem "Sicherheitsthema" war, meine ich könnten leichte Vorteile fürs E-Auto sein, da der Schwerpunkt in der Regel niedriger ist (Fahrzeug nickt etwas weniger ein).
In der Praxis zählt jedoch der Anhalteweg (Bremsweg+Reaktionsweg), hier sehe ich leichte Vorteile, wenn das Fahrzeug beim abrupten Fuß-vom-Gas nehmen schon orgentlich verzögert - zumindest beim Tesla geht das schnell.
Die Reaktionszeit wird jedoch weitgehend vom Fahrer beeinflusst - also wenns um Sicherheit geht, muss der Fahrer das Können haben.

Da fällt mir doch noch ein Nachteil fürs E-Auto ein: zumindest ich benutzte die Reibungsbremse so selten, dass ich mich bemühen muss, die Bremsen sauber und trocken zu halten (z. B. trockenbremsen). Lässt sich vom Fahrersitz aus beheben.

Aus meiner Erfahrung hat der Bremsweg recht wenig mit der Bremsleistung zu tun, da die Bremsen sowieso ausreichend dimensioniert sind.
OK - es gibt Bremsen, die erst warm werden müssen, damit sie richtig greifen - aber das betrifft eher das Top-Segment.
Und es gibt Reifen, die wenn sie warm sind, mehr Haftung haben als die Bremse hergibt - aber Semislicks werden wohl bei E-Autos selten verwendet.

Ganz anders die Bereifung: hier gibt es sehr große Unterschiede! Je nach Reifenlabel kann man einiges ablesen, meist sind es die teuren Reifen bzw. Sportreifen, die wirklich guten Grip haben.
Manche sind jedoch so weich, dass sie auch bald abgefahren sind.

Früher stand ich auf die Pirelli P Zero Rosso, hervorragender Grip, aber auch schnell erledigt.
Im Moment ist mein Favorit der Michelin Pilot Sport, so ziemlich der teuerste Reifen, aber auch recht langlebig.

Dann wäre da noch die Abstimmung - sportlich oder komfortabel. Geringer (aber nicht zu extremer) Reifenquerschnitt, Fahrwerk sportlicher bzw. gripoptimierte Spur / Sturzeinstellung.
Ein gut eingestelltes Fahrwerk ist nicht wiederzuerkennen in den Fahrleistungen. Hoher, aber kleiner Grenzbereich. Für geübte Fahrer hervorragend, für Anfänger nicht unbedingt.
Also es liegt wieder am Fahrer. Ich habe meinen Tesla entsprechend optimiert, das Ding hält wirklich...

Mein Fazit: Nicht E-Auto oder Verbrenner, sondern der Fahrer und Bereifung / Fahrwerk machen den Unterschied in der Sicherheit.

Grüße,

mmm
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Re: Bremsweg beim E-Auto vs. Verbrenner

Beitragvon mobafan » Mo 26. Mär 2018, 08:07

Ich weiß nicht, wie das bei anderen Fahrzeugen ist, aber beim Passat GTE wird bei einer Notbremsung gar nicht mehr Rekuperiert, sondern die Energie vollständig über die Scheibenbremsen abgebaut.

Und bei halbwegs normalen Bremsungen habe ich eher den Eindruck, dass der Bremsweg beim reinen Verbrenner kürzer ist - zum einen wohl wegen der erhöhten Gewichts des Fahrzeugs durch die Akkus usw., zum anderen aber auch daher, weil beim GTE die Bremsen insgesamt weniger benutzt werden und somit auch die Bremswirkung später oder weniger kraftvoll einsetzt (wenn nicht regelmäßig die Betriebsbremse verwendet wird, werden Feuchtigkeit, Staub, Rostpartikel usw. auch nicht oder zumindest weniger abgerieben).
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