BMW - Vom Vorreiter zum Nachzügler in Europa

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Re: BMW - Vom Vorreiter zum Nachzügler in Europa

Beitragvon Poolcrack » Mo 27. Mär 2017, 12:01

Wiese hat geschrieben:
Richtig! Wenn man aber die Enwicklungskosten auf 10.000 Fahrzeuge und nicht auf eine Million Fahrzeuge verteilt, ist die preiswertere Produktion am Ende wieder teurer.
Man könnte die Carbon- Karosse preiswerter herstellen, man will aber nicht.

Ganz so schlecht verkauft sich der i3 auch wieder nicht. Noch 2016 wurde der 50.000ste verkauft bzw. angemeldet (Quelle: EV Sales Blog, mir ist nicht klar, ob das Verkaufszahlen oder Zulassungszahlen sind). Seit dem 4. Quartal 2016 sind die Zahlen wieder stark nach oben gegangen. Außerdem profitieren auch andere Fahrzeuge von den sehr hohen Fortschritten in der Carbonherstellungsart.
i3 BEV (SW: I001-17-07-500), BJ 04/2014, LL >85.000 km, Gesamtdurchschnitt 12,8 kWh/100 km im BC (=netto)
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Beitragvon Wiese » Mo 27. Mär 2017, 12:05

didi007 hat geschrieben:
...zurück zum Titel.
Der Motor hat in einigen Lastbereichen einen Wirkungsgrad von 97%!
Der Motor verwendet KEINE „seltenen Erden“!


... in einigen Lastbereichen ...
Und genau deshalb lohnt der Aufwand nicht. Ein Asynconmotor schafft 95%. Und meines bescheidenen Wissens nach ist der Asyncronmotor im unteren Leistungsbereich sogar besser als der Syncronmotor. BMW hat mit dem Hybridmotor die Vor- und Nachteile der beiden Motoren angeglichen, was natürlich nicht dumm ist. Diese Mischung bringt aber nur den Vorteil einer größeren Bandbreite des Wirkungsgrads. Ob ein Tesla bei 200 km/h 95 oder 97% Wirkungsgrad hat ist nicht wirklich relevant. Bei 50 ist der Unterschied so gut wie nicht vorhanden.

Unter den Syncronmotoren braucht nur der fremderregter Syncronmotor keine Magnete.
Der Hybrid-Elektro-Motor des i3 ist eine Mischung aus normalem Syncronmotor mit großen Permanentmagneten und einem fremderregten Syncronmotor. Deshalb auch Hybrid. Er hat also kleinere Permanantmagnete als normale Synconmotoren die etwa 1,5 kg Neodym pro 100 kW Leistung benötigen.
Solte das nicht stimmen, dann füge bitte einen link ein, der das widerlegt. Ich wäre sehr interessiert und lerne gerne was dazu.
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Re: BMW - Vom Vorreiter zum Nachzügler in Europa

Beitragvon Poolcrack » Mo 27. Mär 2017, 12:17

Genau genommen ist der i3 Motor ein Hybrid-Reluktanzmotor, wobei der Reluktanzmotor natürlich auch wieder ein Synchronmotor ist. Und das mit den Permanentmagneten stimmt auch. Aber die Synchronmotoren habe bei hoher Leistung ein Problem weniger: die Abführung der Wärme. Deshalb hat auch der kleine i3 Motor mehr Dauerleistung als der Tesla Model S 60. Nicht dass das bei den kleinen Akkus und der Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h des i3 von Belang wäre, aber Porsche weiß schon wieso der Mission E zwei Synchronmotoren erhält, sie wollen keine Einschränkung der Leistung auch bei mehreren Beschleunigungsvorgängen hintereinander akzeptieren.
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Re: BMW - Vom Vorreiter zum Nachzügler in Europa

Beitragvon graefe » Di 28. Mär 2017, 06:23

geko hat geschrieben:
BMW ist kein Start-Up. Das hat Vor- und Nachteile. Vor allem aber ist BMW ein Konzern inmitten einer gravierenden Transformation. Die rund 125.000 Mitarbeiter erleben zu großen Teilen die Digitalisierung und Elektrifizierung nun direkt an ihren Arbeitsplätzen. Dies ist ein nicht zu unterschätzender Change Prozess. Diesen sparen sich Start-Ups wie Tesla natürlich und gewinnen dadurch Freiheiten und Zeit. Ein Konzern wie BMW kann nicht von heute auf morgen alles auf "E" schwenken. Hierzu fehlt es schlicht an Mitarbeitern und auch an Geldgebern, die dahinter stehen.

Auf der anderen Seite dürfen wir hier alle nicht vergessen: BMW verdient zur Zeit prima Geld mit leicht zu verkaufenden Verbrennerfahrzeugen. Selbst wenn der Diesel nun (zurecht) zunehmend Absatzprobleme bekommt, wird hier von den Konsumenten mehrheitlich auf Benzin und nicht auf Elektro umgeschwenkt. Es ist clever von BMW (und in Hinblick auf die Sicherung der Arbeitsplätze auch alternativlos) hier soviel mitzunehmen wie möglich....

Endlich mal ein vernünftiges Posting. Genau so ist es, und so hat sich BMW auch selber auf der Hauptversammlung geäußert (ja, auch ein CEO wie Herr Krueger muss sich rechtfertigen): http://finance.yahoo.com/news/bmw-aims- ... 31524.html. Ist natürlich nicht annähernd so spannend wie die Tesla-Story und für uns Elektroauto-Fanboys irgendwie enttäuschend.

Sehr traurig auch die Aussage: Electric car production will now be integrated into BMW's main production system, rather than relying on a separate, low-volume electric car factory in the eastern German city of Leipzig, the carmaker said.
Das bedeutet m.E. keine Zukunft für den i3 (oder einen i5). BMW will stattdessen die konventionellen Modelle elektrifizieren. Auch hier bleibt die Revolution aus. :cry:
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Re: BMW - Vom Vorreiter zum Nachzügler in Europa

Beitragvon Wiese » So 9. Apr 2017, 09:23

Hallo zusammen

BMW macht, wie auch alle Anderen, das was ihre Struktur verlangt. Alleine schon der Name 'Bayrische Motorenwerke' sagt was BMW ist, nämlich ein exzellenter Motorenbauer. Das Blech drum herum ist nur Mittel zum Zweck.
Der Verbrennungsmotor ist das technische Herz des Automobils, so wie wir es schon immer kennen. Die ganze Struktur der Autoindustrie ist auf diese Maschine aufgebaut, und das wird dieser Industrie in den nächsten 20 Jahren zum Verhängnis.
Schmerzhaft aber klug wäre es, Stück für Stück umzurüsten. Bei fallenden Stückzahlen im Verbrennungsmotorenbau steigen automatisch die Kosten, dafür fallen die Kosen für Akkus und Elektromotoren wenn dort die Stückzahlen ansteigen. Diesen sich selbst tragenden Prozess müssten die Autobauer nutzen und könnten so eine gleitende, und vor allem auch arbeitsplatzerhaltende Umstrukturierung vornehen. Stattdessen wird zusätzlich zum Verbrenner noch die Elektroautotechnik eingebaut. Das System 'Auto' wird noch komplexer, die Anforderungen noch größer. Man kann also nicht die Abteilung Motorenbau reduzieren um die elektrischen Komponenten aufzubauen, nein, man hat am Ende, wenn der Verbrenner dann doch irgendwann nicht mehr gewollt oder gebraucht wird, immer noch den dicken Klotz des Motorenbaus am Bein.
Unsere Autoindustrie wird diesen Irrweg nicht unbeschadet überstehen. 10.000de Arbeitsplätze werden sinnlos geopfert, weil die Politik nicht kappiert was vorgeht, und die Autoindustrie bis zun bitteren Ende an ihrem Weg festhält.
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BMW - Vom Vorreiter zum Nachzügler in Europa

Beitragvon phonehoppy » So 9. Apr 2017, 17:16

Wiese hat geschrieben:
Unsere Autoindustrie wird diesen Irrweg nicht unbeschadet überstehen. 10.000de Arbeitsplätze werden sinnlos geopfert, weil die Politik nicht kappiert was vorgeht, und die Autoindustrie bis zun bitteren Ende an ihrem Weg festhält.

So ähnlich sehe ich das auch, aber ich sehe auch, dass momentan eine stärkere Ausrichtung auf den Elektroantrieb auch aus anderen Gründen von den großen Herstellern bewusst abgelehnt und verzögert wird.
Nicht, dass sie nicht auch daran glauben würden, dass das die Zukunft ist. Aber für ein Großunternehmen zählt in erster Linie die Gewinnabschöpfung. Die ist momentan mit den in vielen Jahrzehnten optimierten und in Masse hergestellten Verbrennungsmotoren noch am besten. Darum will man auch bewusst keine allzu große Nachfrage nach alternativen Fahrzeugen generieren und hält die Preise künstlich hoch.
Ein Fahrzeug wie der i3 kann sowohl umweltfreundlicher als auch kostengünstiger hergestellt und betrieben werden als alles andere, was BMW zur Zeit im Programm hat, vorausgesetzt man erreicht vergleichbare Stückzahlen. Das gilt auch für die Zuliefererindustrie.
Für solche Stückzahlen sind die Hersteller aber noch nicht bereit. Die Kosten wären immens, die gesamte Produktion auf die neue Technik umzustellen. Also versucht BMW im Grunde das gleiche, was Tesla gemacht hat: Erst mit kleinen Stückzahlen und hohen Preisen auf den Markt kommen, und dann später in die Masse gehen. Dagegen wäre im Grunde nichts einzuwenden, wenn BMW im Gegensatz zu Tesla hier nicht bewusst bremsen würde. Der technologische Abstand zwischen den Start-ups und den etablierten Herstellern vergrößert sich so immer mehr, und irgendwann gucken die in die Röhre, wenn z.B. auch Tesla große Stückzahlen zu günstigen Preisen liefern kann. Dann kommt wieder das große Jammern, Arbeitsplatz- und Sozialabbau und der Ruf nach steuerfinanzierten Hilfen...

Edit: Und ich prophezeie, für den Fall, dass die Nachfrage nach dem i3 plötzlich stark ansteigen würde, sofort eine saftige Preiserhöhung folgen wird, selbst wenn die Poduktionskapazitäten noch längst nicht ausgelastet sind. Man will einfach keine höhere Nachfrage, man will nur zeigen, dass man es auch kann...
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Re: BMW - Vom Vorreiter zum Nachzügler in Europa

Beitragvon Parklückenzähler » Mo 10. Apr 2017, 17:56

Ich verstehe den Quatsch nicht.
Alle jubeln, wenn ein Hersteller den Prototypen von einer Automobilausstellung tatsächlich baut...
Das Ding funktioniert allen medialen Unkenrufen zum Trotz auch noch anstandslos im Alltag,hält sich wacker am Markt, wird sogar verbessert. (I3)
Die Technik findet Stück für Stück Einzug in die (Groß-)Serie.
Nebenbei erleben einige zig tausend Leute, dass sie tatsächlich (und nicht nur statistisch) mit 100 bis 120 km Reichweite auskommen. Einige denken sogar um.
Was will man denn mehr? Natürlich muss auch Geld verdient werden. Natürlich werden Vorsprünge wieder eingeholt. Natürlich werden auch wieder neue Innovationen kommen.
Natürlich können auch andere Hersteller Autos bauen. Auch die Chinesen.
Man kann nicht nur Revolution machen. Hin und wieder muss man realistisch und wirtschaftlich handeln.
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Re: BMW - Vom Vorreiter zum Nachzügler in Europa

Beitragvon Wiese » Di 11. Apr 2017, 16:08

Parklückenzähler hat geschrieben:
Ich verstehe den Quatsch nicht.
Alle jubeln, wenn ein Hersteller den Prototypen von einer Automobilausstellung tatsächlich baut...
Das Ding funktioniert allen medialen Unkenrufen zum Trotz auch noch anstandslos im Alltag,hält sich wacker am Markt, wird sogar verbessert. (I3)
Die Technik findet Stück für Stück Einzug in die (Groß-)Serie.


Sorry, aber ich kann da nicht erkennen was vom i3 in der Großserie umgesetzt wird.
Aber egal, es geht darum, dass seit Jahren nichts Neues, z. B.ein i5 kommt. BMW baut kein Elektroauto das mit dem 3er, 5er oder 7er vergleichbar ist, weil sie damit ihre Verbrennerabsätze gefährden. Das überlassen sie Tesla. Im Moment noch ohne Gefahr für den eigenen Absatz, aber wie lange noch?
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Re: BMW - Vom Vorreiter zum Nachzügler in Europa

Beitragvon Helfried » Di 11. Apr 2017, 16:16

Manchmal glaube ich, BMW setzt vielleicht auf den "Alles oder nichts"-Effekt, mit anderen Worten, sie hoffen, dass Tesla eingeht und danach auf dem Markt wieder Ruhe ist für eine Weile. Diese Wahrscheinlichkeit ist nicht ganz weit weg, auch wenn ich nicht darauf setzen würde. Da könnten ihnen aber dann die Chinesen einen Strick durch die Rechnung machen, denn auch von dort könnte jederzeit eine neue "Tesla" auferstehen. Oder China schließt den Markt für europäische Verbrenner, wenn die Ignoranz "unserer" Hersteller zu groß wird.

Leider sind in der Autobranche die Börsenkurse kein guter Indikator für Trends, denn es steigen immer noch die Kurse vieler Autofirmen (na ok, Hyundai hat sich grad halbiert), das heißt, irgendwie hat keiner eine Ahnung, wie es die nächsten Jahre weiter gehen wird und welche Technik sich durchsetzen wird.
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Re: BMW - Vom Vorreiter zum Nachzügler in Europa

Beitragvon pbda » Di 11. Apr 2017, 23:24

Sorry Leute, aber vielleicht lese ich die Aussagen von Herr Krueger auch nur anders. Aber ich kann eure negative Sicht nicht wirklich nachvollziehen.

Für mich sagt er nichts darüber, ob nun keine reinen Elektro-Autos mehr gebaut werden oder ob das Projekt-i weiter besteht.
Er sprach lediglich davon, dass die Produktion von Elektrischer Antriebstechnik nun in die Massenproduktion übergeht, was ja durchaus positiv zu sehen ist. Das bedeutet doch, dass Elektrofahrzeuge so langsam Massentauglich werden und das ist ja wohl an der Zeit. Und Massenproduktion der Antriebstechnik ist nunmal Grundvoraussetzung. Das kann man nicht in einer kleinen Spezialfabrik machen (da kriegt man ja schonmal nicht die Stückzahlen die man braucht)
Zusätzlich will er die bestehenden Marken (vermutlich Mini sowie einige der BMW Serien) mit elektrischen Antrieben ausstatten. Auch das macht m.E. Sinn. Es gibt schlichtweg Menschen, die wollen einen 3er BMW oder einen Mini kaufen. Wenn es den dann mit Elektroantrieb gibt, umso besser?

Zusammenfassend senden BMW also m.E. hier genau die richtigen Signale wenn sie sagen, dass sie nun quasi ihre ganze Produktion umkrempeln werden. Bitte einfach nochmal die Quellen lesen, bevor man sich hier über "die bösen großen Hersteller" echauffiert.
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