BEV vs PHEV - Benötigen wir eine Ladeetikette?

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Re: BEV vs PHEV - Benötigen wir eine Ladeetikette?

Beitragvon hHoch3 » Sa 15. Jul 2017, 09:37

@Toumal
Wenn einer PHEV Fahrer täglich 2 Fahrten zur/von der Arbeit elektrisch zurücklegt sind das etwa 500 Fahrten im Jahr. Wenn er dann in dem Jahr 2 Fahrten als Verbrenner zur/von der Nordsee macht sind 99,4% der Fahrten elektrisch. Also wo ist denn dann der Fehler?

Ich finde die Diskussion sehr armselig. Sollten wir uns nicht freuen wenn jemand möglichst viel elektrisch zurück legt? Und dann soll er halt auch laden dürfen.

Und ob jemand laden muß oder nicht ist auch so eine grundlegende Frage, denn das gilt auch für BEV-Fahrer, Ich habe hier schon oft genug gelesen wenn ein BEV-Fahrer ganz stolz ist, das er ja für den Strom nichts bezahlt, weil er an der nahegelegenen (Schnell-)Ladesäule lädt und nicht Zuhause.
Wenn ich jetzt ganz fies wäre: Laden musste keiner! Mit 70%Soc hättest du auch noch die nächste und übernächste Ladesäule erreicht. Wegen dir mussten 2 warten. Wegen dem PHEV-Fahrer musste einer warten. Also wer ist jetzt der Böse?

Und was die Ladezeiten angeht: Also soll ein Zoe R400 Fahrer einen Zoe Q210 Fahrer vorlassen, weil der ja viel schneller lädt?

Im Grunde genommen gibt es die Diskussionen auch in einigen Verbrenner-Foren: Wenn jeman seinen BMW/Audi/Was-auch-immer nicht ausfahren kann weil irgend jemand die linke Spur mit 130 blockiert nur um ein Paar LKWs zu überholen.

Dann kommt man halt mal eine halbe-dreiviertel Stunde später ans Ziel. (länger wird der PHEV-Fahrer ja wohl kaum Pause machen)

Es ist schade das alle paar Monate so eine Schnarchlader-Diskussion aufkommt.
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Re: BEV vs PHEV - Benötigen wir eine Ladeetikette?

Beitragvon Helfried » Sa 15. Jul 2017, 09:42

hHoch3 hat geschrieben:
Es ist schade das(s) alle paar Monate so eine Schnarchlader-Diskussion aufkommt.


Ich denke schon, dass solche Diskussionen zumindest ein wenig helfen, den Hybrid-Fahrern zeigen, dass die Schnelllader mit Bedacht und Mitdenken benutzt werden sollten.
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Re: BEV vs PHEV - Benötigen wir eine Ladeetikette?

Beitragvon nono » Sa 15. Jul 2017, 10:03

hHoch3 hat geschrieben:
Wenn ich jetzt ganz fies wäre: Laden musste keiner! Mit 70%Soc hättest du auch noch die nächste und übernächste Ladesäule erreicht. Wegen dir mussten 2 warten. Wegen dem PHEV-Fahrer musste einer warten. Also wer ist jetzt der Böse?

Geht's noch?
Als ich am Lader mit 70% ankam, war ich alleine, nur der AC-Lader war vom VW Passat PHEV mit Schnarchladung belegt. Als der Outlander und der eGolf kamen, hatte ich noch 5 Minuten zu laden und war dann weg.
Wer bitte unterbricht bitte die letzten 5 Minuten des Ladevorgangs, die entscheidend sind, um ohne weitere Ladung ans Ziel zu kommen und läd dann nochmal, was deutlich mehr als 5 Minuten Zeit (Rüstzeit!) in Anspruch nimmt?
Sorry, aber diese Argumentation ist ja völlig daneben!
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Re: BEV vs PHEV - Benötigen wir eine Ladeetikette?

Beitragvon nono » Sa 15. Jul 2017, 10:12

hHoch3 hat geschrieben:
Dann kommt man halt mal eine halbe-dreiviertel Stunde später ans Ziel. (länger wird der PHEV-Fahrer ja wohl kaum Pause machen)

Es ist schade das alle paar Monate so eine Schnarchlader-Diskussion aufkommt.

Jetzt nochmal zum Nachrechnen:
Der VW Passat PHEV lädt in 45 min max. 2,7kW. Bei einem Verbrauch von ca. 18kWh/100km auf der Autobahn kann der Typ also max 15 Kilometer elektrisch fahren und spart sich dabei wahrscheinlich 1,25 Liter Benzin = 1,75 EUR.
Was ist an diesem Auto bitte ökonomisch oder ökologisch, wenn man es mit Schnarchladetempo an einem Schnelllader auf der Autobahn lädt?
Nichts! (Oder nur so lange, wie man halt gratis Laden kann und sich dabei 1,75 EUR sparen kann. Wow!)

Grundsätzlich finde ich, dass PHEV durchaus ihre Berechtigung haben. Wir häufig kurze Strecken fährt und zu Hause über Nacht laden kann, ist damit gut bedient, wenn er eben ab und zu die Reichweite des Verbrenners noch braucht.
Gilt letzteres nicht oder nur noch sehr selten, dann ist der PHEV die falsche Wahl. Hier reicht ein BEV und ab und zu ein Mietwagen.
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Re: BEV vs PHEV - Benötigen wir eine Ladeetikette?

Beitragvon acurus » Sa 15. Jul 2017, 10:24

Helfried hat geschrieben:
hHoch3 hat geschrieben:
Es ist schade das(s) alle paar Monate so eine Schnarchlader-Diskussion aufkommt.


Ich denke schon, dass solche Diskussionen zumindest ein wenig helfen, den Hybrid-Fahrern zeigen, dass die Schnelllader mit Bedacht und Mitdenken benutzt werden sollten.


Wobei meine Frage immer noch nicht beantwortet wurde: Hat jemand den "boesen" Passat-Fahrer aktiv angesprochen? Von endlosen und sich wiederholenden Debatten hier im Forum (Stichwort Filterblase) wird der eher nichts mitbekommen. Wenn man ihn in der Situation angesprochen hat, ohne Aggression, höflich und ruhig, wie hat er dann reagiert? DAS ist die entscheidende Frage.

Nicht jeder ist "freak" wie die Leute hier im Forum. Vielleicht weiss der Mensch nichts über grossartig verschiedene Ladegeschwindigkeiten? Oder das er ein "Problem" für andere ist? Nur weil sich Leute zwei Autos weiter unterhalten krieg ich das in meinem Auto nicht zwingend mit. Er war ja zu zweit, vielleicht haben sie sich unterhalten und nicht den anderen E-Fahrern zugehört?

Der Passat-Fahrer wird ja nicht morgens aufgestanden sein und sich gesagt haben: heut zeig ichs allen und blockiere mal die Ladesäule und ruiniere allen anderen den Tag! Von daher: auch wenn es einen ärgert, erstmal durchatmen, und mit den Leuten reden. Und das nach Möglichkeit ruhig und sachlich, und nicht mit einer "BOAH MEIN PULS IS AUF HUNDERTACHZICH SCHEISS PHEV MIT SEINEM SCHNARCHLADER" Haltung.
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Re: BEV vs PHEV - Benötigen wir eine Ladeetikette?

Beitragvon nono » Sa 15. Jul 2017, 10:36

acurus hat geschrieben:
Wobei meine Frage immer noch nicht beantwortet wurde: Hat jemand den "boesen" Passat-Fahrer aktiv angesprochen? (...)
Der Passat-Fahrer wird ja nicht morgens aufgestanden sein und sich gesagt haben: heut zeig ichs allen und blockiere mal die Ladesäule und ruiniere allen anderen den Tag! Von daher: auch wenn es einen ärgert, erstmal durchatmen, und mit den Leuten reden. Und das nach Möglichkeit ruhig und sachlich, und nicht mit einer "BOAH MEIN PULS IS AUF HUNDERTACHZICH SCHEISS PHEV MIT SEINEM SCHNARCHLADER" Haltung.

Keine Ahnung, ob er noch angesprochen wurde. Wie bereits gesagt, habe ich das Ganze eher passiv beobachtet, da ich nach 5 Minuten weiterfahren konnte und mich der VW Passat PHEV nicht behindert hat.
Wie sich die Situation im Nachhinein noch entwickelt hat, kann ich dir nicht sagen.

Den Hinweis bezüglich des Ansprechens ist durchaus richtig ...

Allerdings war ja meine Eingangsfrage, ob es einer Ladeetikette bedarf? Denn ich bin der Meinung, dass der VW Passat PHEV auch selbst hätte fragen, ob jemand dringend an die Säule möchte, statt sich ein Pfeifchen anzuzünden und dann spazieren zu gehen.
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Re: BEV vs PHEV - Benötigen wir eine Ladeetikette?

Beitragvon acurus » Sa 15. Jul 2017, 10:47

Wie gesagt: nicht jeder ist ein Experte. Vielleicht, wenn man nicht immer gleich das schlechteste von den Menschen denkt, weiss er nicht das eine Zoe 10 oder 20 mal schneller laden kann als er? Oder hat nie gerechnet wie effektiv das ist was er da tut, sondern hat einfach seine Pause eingelegt, die freie Ladestation gesehen und sich angesteckt.

Ich würde das ganze dann eher als "Bringschuld" eines später ankommenden Fahrers sehen, sprich dieser muss fragen ob er vorgelassen wird. Wenn der PHEV Fahrer das von sich aus bemerkt und anbietet - perfekt, aber nicht zwingend finde ich.

Und zur "Ladeetikette" nochmal der Hinweis auf die schöne Filterblase - woher sollen die Menschen die nicht im Forum sind davon erfahren? Ich würde da eher auf den gesunden Menschenverstand setzen... Und der war dann vermutlich in diesem speziellen Fall von keiner Seite dabei :-)
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Re: BEV vs PHEV - Benötigen wir eine Ladeetikette?

Beitragvon mobafan » Sa 15. Jul 2017, 13:41

Gerne mal aus der umgekehrten Sicht:
Mancher (wie ich) hat sich ein PHEV gekauft, weil er gern im Nahverkehr lokal emmissionsfrei fahren möchte, es für die Langstrecke aber kein "großes" BEV mit hinreichender Reichweite gibt. Mir wäre z. B. kein Auto bekannt, dass rein elektrisch ist, aber von der Ausstattung, Komfort und Größe einem Passat Variant entspricht und in der Praxis mindestens 400km (bei Vmax 160km/h) schafft, ohne nachgeladen zu werden. Denn das ist eine Strecke, die ich brauche - daher ist es der Passat GTE geworden, auch wenn es für mich nur ein Kompromiss ist und ich viel lieber rein elektrisch gefahren wäre. Meine Frau wird ihr Auto noch einige Jahre fahren, dann wird er durch einen reinen Elektrischen ersetzt werden, das ist uns jetzt schon klar.

Nun zur Problematik mit dem Tanken: Ihr mit Euren BEV solltet froh sein, dass die meisten PHEV solche "Schnarchlader" sind. Wenn wir nämlich für einen Toilettengang an den Rasthof fahren oder schnell mal zum Edeka zum einkaufen, schließen wir nämlich unsere Autos nicht an die wenigen vorhandenen Säulen an, weil sich der Aufwand für den einen oder zwei zu gewinnenden Kilometer gar nicht lohnt. Könnten wir mit 11 oder gar 22 kW laden, sähe das ganz anders aus - einmal Pipi und 20km gewonnen. Die Konkurrenz um die Ladesäulen wäre also viel größer als jetzt.

Durch den kleinen Akku bin ich aber auch anderweitig fair - wenn ich weiß, dass mein Aufenthalt länger dauert, schließe ich mein Auto auch mal an Schuko statt Typ2 an. Was bringt es mir, wenn er in 2,5h voll ist statt in 4h, wenn ich sowieso 6h auf der Messe rumlaufe? Sollte natürlich mal jemand meinen Ladevorgang vorzeitig durch ziehen des Schukosteckers abbrechen, würde ich diese Strategie ändern und auf den gesicherten Typ2 wechseln. Bis das zum ersten Mal passiert, gehe ich dieses Risiko ein.

Ich gehe davon aus, dass die meisten PHEV-Fahrer so denken und bei freundlicher Ansprache ggf. auch Platz machen, wenn jemand wirklich drauf angewiesen ist und man freundlich gefragt wird. Klar, Ausnahmen gibt es überall, aber eben auch bei BEVs. Ich gehe sogar so weit, dass ich eine Ladescheibe mit Telefonnummr auslege, wenn ich öffentlich nachlade. Wobei ich das von anderen nicht erwarte.
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Re: BEV vs PHEV - Benötigen wir eine Ladeetikette?

Beitragvon nono » Sa 15. Jul 2017, 14:28

mobafan hat geschrieben:
Gerne mal aus der umgekehrten Sicht:
Mancher (wie ich) hat sich ein PHEV gekauft, weil er gern im Nahverkehr lokal emmissionsfrei fahren möchte, es für die Langstrecke aber kein "großes" BEV mit hinreichender Reichweite gibt.

Meine Rede... Wenn es der Anwendungsfall erfordert, dann ist ein PHEV durchaus eine sinnvolle Brückentechnologie.

mobafan hat geschrieben:
Könnten wir mit 11 oder gar 22 kW laden, sähe das ganz anders aus - einmal Pipi und 20km gewonnen. Die Konkurrenz um die Ladesäulen wäre also viel größer als jetzt.

Naja, dann wärst du aber auch wieder schnell weg und damit wäre das eigentlich auch kein Thema.

mobafan hat geschrieben:
Durch den kleinen Akku bin ich aber auch anderweitig fair - wenn ich weiß, dass mein Aufenthalt länger dauert, schließe ich mein Auto auch mal an Schuko statt Typ2 an.

Super!

mobafan hat geschrieben:
ch gehe sogar so weit, dass ich eine Ladescheibe mit Telefonnummr auslege, wenn ich öffentlich nachlade. Wobei ich das von anderen nicht erwarte.

Und das ist vorbildlich und würde ich unter eine gute Ladeetikette verstehen. Ich nutze beispielsweise eine physische Ladescheibe und den Unplugsticker im Tankdeckel...

Fazit: Rücksichtnahme und Kommunikation sind das Wesentliche. Und die Nutzung einer Ladescheibe ermöglicht sogar die Kommunikation, wenn man mal nicht vor Ort ist.
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Re: BEV vs PHEV - Benötigen wir eine Ladeetikette?

Beitragvon kub0815 » Sa 15. Jul 2017, 15:39

Ich denke hier wird viel Wind um nichts gemacht. Was ist den schlimmes passierte das ein Zoe vielleicht 15 min warten müssen weil ein phev während einer Vesperpause geladen hat. Zum laden sind Ladesäulen nunmal da. Alles andere diese polemische eingedersche auf phev Fahrer finde ich total daneben.

Was man Anprangern kann warum wurde da nur eine Säule hingemacht mit einem auf dauer fragwürdigen Geschäftsmodelle.
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