Bedroht die Elektrorevolution die deutsche Autom.industrie?

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Bedroht die Elektrorevolution die deutsche Autom.industrie?

Beitragvon Gauss » Di 30. Mai 2017, 13:54

https://think-beyondtheobvious.com/stel ... dustrie-i/

Interessante Prognose zur weiteren Entwicklung der Elektromobiliät, die viel früher als gedacht die klassische Automobilindustrie ersetzen könnte (falls das schon woanders im Forum verlinkt ist: Mea Culpa).

Beste Grüsse,

Gauss
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Re: Bedroht die Elektrorevolution die deutsche Autom.industr

Beitragvon Rudi L » Di 30. Mai 2017, 14:06

Zitat:
"Ich habe mir daraufhin mal das Chassis eines Tesla angeschaut. Es ist schon sehr simpel: im Boden die Batterie, vorne und hinten je ein Elektromotor. Kein Getriebe, kein Tank, keine Leitungen für Flüssigkeiten, kein Auspuff. Es ist eine radikale Komplexitätsreduktion, die als solche schon Kosten senken muss"



Und wieso erhöht Tesla innerhalb von zwei Jahren mehrfach die Preise?
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Re: Bedroht die Elektrorevolution die deutsche Autom.industr

Beitragvon Zoegling » Di 30. Mai 2017, 14:49

Es ist so wie es schon immer war.

Survival of the fittest.

Wer sich nicht anpassen kann wird sterben. Das ist normal in der Natur und eben auch in der Wirtschaftsgeschichte.

Ich würde mein Geld in die Batterieforschung stecken, wenn ich eine Autofirma hätte. Man kann aber auch nochmal 1,2% Effizienz aus dem Diesel rausholen, wenn man die Milliarden gerade nicht anderweitig braucht....
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Re: Bedroht die Elektrorevolution die deutsche Autom.industr

Beitragvon JuergenII » Di 30. Mai 2017, 19:22

Rudi L hat geschrieben:
Und wieso erhöht Tesla innerhalb von zwei Jahren mehrfach die Preise?

Damit Du - sofern Du willst - ab 2018 das Model 3 für rund 40.000 Euro kaufen kannst. Und das wiederum wird die Einnahmebasis für das nächste kleinere Modell.

Das Glück der Hersteller ist heute - und ich gehe noch bis fast Mitte des nächsten Jahrzehnts davon aus - dass die Produktauswahl sehr bescheiden bleibt, und sich alle Hersteller zwischen 30 und 40.000 Euro einpendeln wollen - zumindest die Fossilen.

Um das ganze auch noch zu verzögern wird man wohl bei den ganzen DC Schnellladern utopische Strompreise verlangen und die lamen AC Lader werden mit hohen Minutenpreisen veranschlagt. Solange das Öl billig ist - und das wird es noch lange - eine nicht zu unterschätzende Verzögerungstaktik.

Der Optimist in mir sagt aber den baldigen Umschwung voraus, denn Millionen Einfamilienhäuser können bequem und billig Strom beziehen. Denn wer eine Lademöglichkeit zu Hause hat, braucht kaum fremde Ladestationen. Und das Vorbild Aldi wird sicher auch bei den andern Märkten Einzug halten. Denn der kostenlose Ladekunde ist sehr gefragt.....
i3 REX - der einzige BEV Ableger ohne Reichweitenangst und Ladestress
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Re: Bedroht die Elektrorevolution die deutsche Autom.industr

Beitragvon stevelectric » Di 30. Mai 2017, 21:41

Gar so simpel sind die Elektoautos aber doch nicht. Ich glaube das Thema wird von besorgten Kreisen etwas aufgeputscht um den Wandel zu behindern.

Tatsächlich hat mein Tesla eine aufwendige Flüssigkeitskühlung für Batterie und Elektronik, elektrische Servolenkung und Bremsanlage von Bosch, elektrische Klimaanlage, dazu klassische Fahrzeugtechnik wie Licht, Antriebswellen, Federn und Dämpfer. Dann der ganze Innenraum mit Elektrik auf 12V Basis. Von Karosserie, Leder, Sitzen, Scheiben usw ganz schweigen...

Das Auto kommt zwar durchaus ein wenig daher wie ein Raumschiff, aber es steht auf einem soliden Fundament, gebaut von vielen Zulieferern. Also müssen sich unsere deutschen Zulieferer, Hersteller und Werkstätten nicht so sehr ins Hemd machen.
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Re: Bedroht die Elektrorevolution die deutsche Autom.industr

Beitragvon midimal » Di 30. Mai 2017, 22:08

Zoegling hat geschrieben:
Es ist so wie es schon immer war.

Survival of the fittest.

Wer sich nicht anpassen kann wird sterben. Das ist normal in der Natur und eben auch in der Wirtschaftsgeschichte.

Ich würde mein Geld in die Batterieforschung stecken, wenn ich eine Autofirma hätte. Man kann aber auch nochmal 1,2% Effizienz aus dem Diesel rausholen, wenn man die Milliarden gerade nicht anderweitig braucht....


DU meinst wohl 0,2%? :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
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Re: Bedroht die Elektrorevolution die deutsche Autom.industr

Beitragvon meikel66 » Di 30. Mai 2017, 22:40

Sie müssen sich nicht ins Hemd machen, weil es (leider) noch recht lange dauern dürfte, bis E-Autos einen relevanten Marktanteil (oberhalb von 10%) erreichen werden. So lange sind die Arbeitsplätze sicher. Da dürfte die Einführung der Industrie 4.0 wohl eher eine Gefahr für die Industrie-Arbeiter sein ...
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Re: Bedroht die Elektrorevolution die deutsche Autom.industr

Beitragvon Apollo » Mi 31. Mai 2017, 00:28

stevelectric hat geschrieben:
Gar so simpel sind die Elektoautos aber doch nicht. Ich glaube das Thema wird von besorgten Kreisen etwas aufgeputscht um den Wandel zu behindern.

Tatsächlich hat mein Tesla eine aufwendige Flüssigkeitskühlung für Batterie und Elektronik, elektrische Servolenkung und Bremsanlage von Bosch, elektrische Klimaanlage, dazu klassische Fahrzeugtechnik wie Licht, Antriebswellen, Federn und Dämpfer. Dann der ganze Innenraum mit Elektrik auf 12V Basis. Von Karosserie, Leder, Sitzen, Scheiben usw ganz schweigen...

Das Auto kommt zwar durchaus ein wenig daher wie ein Raumschiff, aber es steht auf einem soliden Fundament, gebaut von vielen Zulieferern. Also müssen sich unsere deutschen Zulieferer, Hersteller und Werkstätten nicht so sehr ins Hemd machen.
n
Sehr schöne Ausführung. Dieses ganze Gerede von "E-Autos sind weniger komplex, weil sie weniger mechanische Teile haben und gehen daher auch weniger kaputt." geht mir sowas von auf den ********. Das ein neues Produkt, welches mit Software und Elektronik vollgestopft wird, weniger fehleranfällig ist und eine längere Lebensdauer hat sehe ich sehr skeptisch. Aber es gibt sicher einige, die mir da ein paar gute Beispiele aufführen können.
Im Moment mögen die E-Autos noch gut dastehen, was bei Neuwagen ja zu erwarten ist, aber lasst sie erst einmal einige Jahre auf dem Buckel haben, dann wird abgerechnet. Wenn ich an Straße und Vibrationen denke, dann habe ich in "solide" Mechanik im Moment noch mehr Vertrauen als in elektrische Kontaktierungen und Leiterplatten. Ud sind Smartphones etwa langlebiger und stabiler geworden als ihre Vorgänger, die normale Handies zum Telefonieren?
ÖPNV Monatsabo, seit 02/2011 // alter rostiger Drahtesel aus den 70ern, seit ca. 08/1997 // Tesla M3, 3 Stück reserviert, werden aber noch storniert.
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Re: Bedroht die Elektrorevolution die deutsche Autom.industr

Beitragvon Wengerter » Mi 31. Mai 2017, 04:20

Ich sage nur Kodak.
Das war mal ein wunderbares Unternehmen in der Analogfotographie.
Und Erfinder der Digitalkamera. Die erste kommerzielle Digitalkamera,
die man kaufen konnte, kam auch von Kodak.
Zu der Zeit, dar analogen Technik noch nicht ganz ebenbürtig.
Auf welche Technologie man dann setzte und wie das ausging ist bekannt :(

"Es war einer der fatalsten Fehler der Wirtschaftsgeschichte, der dazu beitrug, dass
der weltgrößte US-Fotokonzern von der technologischen Revolution überrollt wurde.
"

Quelle:
http://www.spiegel.de/einestages/digitalkamera-erfinder-steve-sasson-ueber-kodaks-pleite-a-1057653.html
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Re: Bedroht die Elektrorevolution die deutsche Autom.industr

Beitragvon PowerTower » Mi 31. Mai 2017, 06:08

Apollo hat geschrieben:
Im Moment mögen die E-Autos noch gut dastehen, was bei Neuwagen ja zu erwarten ist, aber lasst sie erst einmal einige Jahre auf dem Buckel haben, dann wird abgerechnet.

Es ist ja nicht so, als seien Elektroautos eine Erfindung der Neuzeit. Es gibt genug Erfahrungen mit der Haltbarkeit der Elektronik bei den Elektroautos aus den 90er Jahren. Hier und da ist mal ein Inverter gestorben oder ein Ladegerät abgeraucht, aber der Großteil der Fahrzeuge fährt immer noch mit der werkseitig eingebauten Elektronik herum. Mein mittlerweile 16 Jahre alter Ex-Think gehört dazu *dreimal klopf auf Holz*. ;) Problematisch sind bei dem Alter eher Fahrwerk und Akkus. Natürlich gibt es keine Garantie, dass Elektronik nicht kaputt gehen kann und dann wird es teuer, aber die Ausfallquote ist bisher überschaubar. Ausnahmen wie die erste Charge des Conti-Antriebsstrangs im ZOE mag es sicher geben, aber das Problem wurde bereits erkannt und abgestellt.

Die deutsche Automobilindustrie sehe ich nicht bedroht. Es ist ja nicht so, als würden BMW, VW, Mercedes und Co. mit beiden Händen in der Hosentasche zusehen, wie sie von allen Seiten abgehängt werden. Das ist nur das Bild, welches hier im Forum gern verbreitet wird. Tatsächlich haben die Firmen aber im Gegensatz zu Kodak, Nokia und Co. schon bewiesen, dass sie die Technik beherrschen und liefern können und auch weitere Entwicklungen diesbezüglich anstellen. Sicher kann man Fahrzeuge wie den e-up! auch deutlich attraktiver am Markt etablieren, aber sie haben ja noch andere Autos im Angebot und die sind durchaus begehrt.
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