Auto-Lobby: Diesel-Verbot schadet Klimaschutz

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Re: Auto-Lobby: Diesel-Verbot schadet Klimaschutz

Beitragvon Rudi L » Fr 7. Apr 2017, 08:25

@fridgeS3,

das ist doch mal ein zumindest teilweise sachlicher Einwand, auf den ich auch gerne antworte.

In der Tat wäre es wirtschaftlicher Selbstmord wenn ich eine Industrie die sehr viel Wohlstand generiert aus ideologischen Gründen plattmache. Und zwar nicht nur für die Unternehmen, auch für die die davon direkt und indirekt abhängen. Und das sind in Deutschland sehr viele Arbeitsplätze. Und warum sollen die Menschen auf Wohlstand verzichten? Wegen der Umwelt? Das wirst Du nicht kommunizieren können.
Ich gebe Dir recht, daß man die Umweltverschmutzung weiter vermindern muß, das wird auch laufend gemacht, was unstreitig ist. Da ist sehr viel geschehen und wird noch viel geschehen, aber wir handeln statt blind zu überstürzen eben mit Augenmaß, was richtig ist.

Allerdings wäre es genauso falsch so weiterzumachen und keine Alternativen zu entwickeln bzw. bestehendes weiter zu entwickeln. Zumal die Märkte es verlangen werden. Genau das passiert, es kommen in den nächsten Jahren von den deutschen Herstellern BEV und PHEV auf den Markt. Sie können gar nicht anders, weil die Grenzwerte verschärft werden, sie die Flottenziele erreichen müssen und die Elektromobilität ist ein fester Bestandteil dieses Konzeptes.
Nichts anderes sagt übrigens der VDA.

Ich konnte mir das sogar in einem deutschen Werk ansehen, die Produktionslinie für ein neues BEV. Welcher Hersteller werde ich jetzt nicht sagen ;)

Ich persönlich bin kein Freund von Hybriden, aber das spielt keine Rolle, für die Übergangszeit wird das die Lösung sein. Elektrisch in der Stadt und ansonsten fossil auf der Autobahn und Bundesstraße. Es hat auch nicht jeder Lust sich um die wenigen Ladesäulen die nun unterwegs so langsam entstehen zu balgen. An sich wäre es sinnvoll jeden zweiten oder dritten Parkplatz mit einer Steckdose auszustatten, selbst wenn dann nur 2,2-3,7KW anliegen. Es ist nämlich besser ich habe viele Ladepunkte mit weniger Leistung um nachzuladen und zwar solange ich eben am Ziel parke, als weiter entfernt an der Bürgermeistersäule auf einen freien Platz zu hoffen, das Auto abzustellen um dann mit dem Bus zum eigentlichen Ziel zu fahren. Das ist was für Fans aber nicht für Ottonormalverbraucher.

Ich stimme im übrigen weder dem VDA noch der DUH in allen Punkten zu. Weil ich beide nicht für objektiv sondern für interessengesteuert halte und deswegen schon alles hinterfrage was die von sich geben. Mir ist der Ablaßhandel der DUH genauso sauer aufgestoßen wie die Behauptung der Diesel würde die Luft reinigen. Sowas von sich zu geben ist eine Beleidigung der Intelligenz von Menschen.

Nun könnte ich Dir unterstellen, daß Du Dir ein bestimmtes Feindbild aufgebaut hast, soweit will ich gar nicht gehen. Aber ich hoffe ich konnte Dir meine Auffassung etwas besser erklären. Nein, ich werde für meine Beiträge hier nicht bezahlt, ich nutze seit drei Jahren Elektroautos parallel zum Verbrenner und behaupte einige Erfahrungen damit gemacht zu haben. Darüber tausche ich mich hier aus. Du kannst es natürlich wie angekündigt lassen mit mir eine Konversation zu pflegen, das ist Deine Entscheidung. Allerdings wirst Du mich nicht dran hindern hier meine Meinung kundzutun.

Die Elektroautos sind gerade dabei, was die Reichweite betrifft, aus der Witzecke so langsam herauszukommen, bis sie zur Massenmotorisierung taugen und damit zur Vermeidung von Umweltproblemen müssen wir uns noch eine Weile gedulden.


Dann dazu noch was.

ChrisB hat geschrieben:
Selbst wenn Herr Resch so viel fliegen würde, sagt das nichts über seine Glaubwürdigkeit und die der DUH aus. Der Mann kämpft an so vielen Fronten, da ist es rein faktisch nicht möglich, überall mit dem Zug oder gar mit dem Rad anzureisen.

Rudi L meint, die DUH würde bei den Messungen betrügen. Wenn dem so wäre, würde die DUH schon nicht mehr existieren. ]


Herr Resch flog in zwei Jahren 600.000km, sein Verband zahlt eine Klimaschutzabgabe deswegen. Ok, dann fahre ich künftig mit dem Euro 3 Diesel in die Stadt und zahle einen kleinen Obolus? Das ist doch nichts anderes als moderner Ablaßhandel.

Und es gibt Alternativen, moderne Unternehmen machen Videokonferenzen, das macht viele Reisen unnötig. Aber reisen ist ja schön, außerdem kann man Spesen absetzen. Für mich ist der Mann unglaubwürdig, mag der Verein hehre Ziele haben, die konterkariert Resch als Geschäftsführer desselben mit seinem Verhalten.

Wo habe ich behauptet die DUH würde betrügen? Das stimmt nicht. Ich halte sie nur für genauso fragwürdig wie den VDA.
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Re: Auto-Lobby: Diesel-Verbot schadet Klimaschutz

Beitragvon ChrisB » Fr 7. Apr 2017, 10:02

Rudi L hat geschrieben:
Die Frage ist nämlich ob die DUH nicht auch bei Messungen schummelt.


Stimmt, hast Du nicht behauptet, entschuldige bitte. Das war auf diese Aussage bezogen. Im Ergebnis gilt aber das von mir Gesagte.

EDIT: Hat Rudi L im Grunde doch behauptet, Danke Alex. Rudi L behauptet, dass die DUH nicht ehrlich sei.

Was die Vielfliegerei angeht, beziehst Du Dich auf einen Spiegel-Artikel aus dem Jahr 2007. In der TAZ hat Jürgen Resch schon im Jahr 2007 dazu Stellung genommen. Was soll dazu denn noch gesagt werden? Es ist ein Dilemma, so wie Jürgen Resch es sagt.

Die Medien und Du tuen gerade so, als würde er sich damit einen Gefallen tun, ja als wäre die Vielfliegerei und dieser Flugstatus etwas Erstrebenswertes, etwas, worauf er wert legt. Auf Höhenstrahlung und Störung der circadianen Rhythmik legt sicher niemand wert.
Zuletzt geändert von ChrisB am Fr 7. Apr 2017, 12:49, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Auto-Lobby: Diesel-Verbot schadet Klimaschutz

Beitragvon Rudi L » Fr 7. Apr 2017, 10:24

Die Vielfliegerei gibt es seit 10 Jahren.

http://www.umweltruf.de/2014_Programm/n ... ummer=5086

Wenn ich mich hinstelle und andere wegen was bezichtige muß ich selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Völlig egal welche Umstände mich dazu "zwingen" zu fliegen.

Denn seine Begründung gilt dann auch für andere oder für mich, wenn ich z.B. mit einem Diesel in die Stadt fahren will.

Das paßt nicht zusammen was er predigt und was er tut. Allerdings ist der VDA nicht besser.

Deswegen, hinterfragen schadet nicht statt alles abzunicken oder gleich zu applaudieren.
Zuletzt geändert von Rudi L am Fr 7. Apr 2017, 10:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auto-Lobby: Diesel-Verbot schadet Klimaschutz

Beitragvon Tho » Fr 7. Apr 2017, 10:28

An diesem Aspekt ist schon was dran Rudi L. Wenn z.B. die "schlechte" Bahverbindung Bodensee Berlin als Argument fürs Fliegen herhalten muss, dann ist das an der Stelle schon etwas dünn. Es würde vielleicht etwas länger dauern, aber funktionieren würde es sicher auch mit der Bahn.
Das ist ja so wie mit dem Elektroauto, es funktioniert, es dauert nur länger. Trotzdem mach ich es.
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Re: Auto-Lobby: Diesel-Verbot schadet Klimaschutz

Beitragvon Rudi L » Fr 7. Apr 2017, 10:35

Eben, man kann z.B. mit dem Tesla vom Bodensee nach Berlin fahren. Dauert länger, aber wenn ich anderen vorhalte sie fahren CO2 Schleudern kann ich mich nicht in einen Airbus setzen. Auch wenn der auf den Passagier gerechnet vielleicht nur 3 Liter verbraucht. Dazu muß er voll sein und letztendlich gibt er seine Abgasmenge ab, egal ob ein oder 100 Passagiere drin sitzen.

Besser wäre es für die Umwelt der Flieger würde mangels Nachfrage erst gar nicht abheben. Das paßt auch eher zu der Philosophie der DUH. Aber nicht zur Bequemlichkeit ihres Chefs.
Zuletzt geändert von Rudi L am Fr 7. Apr 2017, 10:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auto-Lobby: Diesel-Verbot schadet Klimaschutz

Beitragvon ChrisB » Fr 7. Apr 2017, 10:38

An diesem Aspekt ist gar nichts dran. Demzufolge müsste Greenpeace jetzt konsequenterweise zu den Schiffen paddeln und schwimmen oder wie stellt Ihr Euch das so vor?

Komplett an der Lebenswirklichkeit vorbei! Wenn auf persönliche Kommunikation verzichtet werden könnte, würden vor allem Unternehmen viel mehr auf Videokonferenzen setzen, statt den Mitarbeiten Flüge zu bezahlen. Machen sie aber nicht, weil es nicht praktikabel ist. Jürgen Resch kann seine zahlreichen Termine eben auch nicht vom Bodensee aus wahrnehmen oder sich stundenlang in einen Zug setzen. Davon abgesehen besteht die DUH nicht nur aus Jürgen Resch.
Zuletzt geändert von ChrisB am Fr 7. Apr 2017, 10:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auto-Lobby: Diesel-Verbot schadet Klimaschutz

Beitragvon Rudi L » Fr 7. Apr 2017, 10:40

OK, dann gelten die Regeln aber auch für die vielen Dieselfahrer die nicht mehr nach Stuttgart rein sollen.

Weil gemäß Deiner Argumentation wäre das komplett an der Lebenswirklichkeit vorbei. Da wird Dir nicht nur Herr Wissmann zustimmen. ;)
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Re: Auto-Lobby: Diesel-Verbot schadet Klimaschutz

Beitragvon ChrisB » Fr 7. Apr 2017, 10:45

In meiner Welt fahren nicht täglich zigtausend Bundesgeschäftsführer mit vielleicht 60–80+ Stundenwochen mit ihren Diesel-Fahrzeugen in die Innenstädte, nein. :roll:
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Re: Auto-Lobby: Diesel-Verbot schadet Klimaschutz

Beitragvon Rudi L » Fr 7. Apr 2017, 10:49

In meiner auch nicht. Aber viele Pendler fahren mit ihren teuer bezahlten Diesel PKW in die Städte und verdienen den Lebensunterhalt. Bestimmt sind da auch Geschäftsführer drunter oder leitende Angestellte mit einer 100 Stundenwoche.

Was mich wundert warum Du die Geschäftsführertätigkeit als Rechtfertigung hervorhebst. Gibt es für diese Berufsgruppe Sonderrechte? Dann klär mich auf. ;)
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Re: Auto-Lobby: Diesel-Verbot schadet Klimaschutz

Beitragvon Tho » Fr 7. Apr 2017, 10:50

Was hat das Verhalten dieser ganzen Personengruppen eigentlich mit dem Thema "Diesel-Verbot schadet Klimaschutz" zu tun? :?
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